France Soir

France Soir
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France Soir (dt. etwa „Frankreich [am] Abend“) ist eine überregionale französische Tageszeitung aus Paris.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Sie wurde im November 1944 von Robert Salmon und Philippe Viannay, zwei Gründern der Résistance-Gruppe "Défense de la France", gegründet. Pierre Lazareff wurde Leiter ihres historischen Ressorts. Sie war besonders in den 1950er und 1960er Jahren als Nachfolgeblatt der im Untergrund in hoher Auflage verbreiteten Zeitung der Besatzungszeit "Défense de la France" erfolgreich, und erreichte zu ihren besten Zeiten eine Auflage von über einer Million Lesern. Damit war France Soir die damals größte französische Tageszeitung. Seit einem Vierteljahrhundert verliert die populär aufgemachte Zeitung (Boulevardzeitung) allerdings stetig Leser und Geld. Zuletzt machte dem Blatt auch die große Konkurrenz durch Gratiszeitungen wie 20 minutes und Metro zu schaffen. Derzeit verkauft sich France Soir täglich nur noch 58.553 Mal. Am 27. Oktober 2005 musste Konkurs angemeldet werden, doch die Zeitung erscheint (Stand 14. Juli 2006) immer noch.

Mohammed-Karikaturen

Am 1. Februar 2006 machte die Zeitung von sich reden, indem sie als einzige französische Zeitung zwölf umstrittene Karikaturen des Propheten Mohammed aus dem dänischen Blatt Jyllands-Posten nachdruckte, um nach eigenen Angaben ein Zeichen für die Meinungsfreiheit zu setzen. « Oui, on a le droit de caricaturer Dieu » („Ja, man hat das Recht, Gott zu karikieren“) hieß es dazu auf der Titelseite. Die Karikaturen hatten zu massiven Protesten von Muslimen gegen den Jyllands-Posten und Dänemark im Allgemeinen geführt. Wegen des Nachdrucks entließ Raymond Lakah, der katholische ägyptischstämmige Inhaber der Zeitung, noch am selben Tag den Leiter des Blattes, Jacques Lefranc. Am nächsten Tag titelte die Zeitung « Au secours, Voltaire, ils sont devenus fous » („Zu Hilfe, Voltaire, sie sind verrückt geworden“).

Insolvenzverfahren und Übernahme

In einem Insolvenzverfahren gegen „France Soir“ hat ein Handelsgericht im nordfranzösischen Lille am 12. April 2006 das Übernahmeangebot des Geschäftsmanns Jean-Pierre Brunois und des Journalisten Olivier Rey angenommen. Das Gericht zog das Angebot jenem der russischen Mediengruppe Moscow News und jenem des Unternehmers Jean-Raphael Fernandez vor. Mosocow News wollte zehn Millionen Euro investieren und im kommenden Jahr keine Mitarbeiter kündigen. Der Chef von Moscow News, der Israeli Arcadi Gaydamak, wurde jedoch von den französischen Behörden verdächtigt, in Waffengeschäfte mit Angola verwickelt zu sein und Schwarzgeld bei „France Soir“ waschen zu wollen. Deshalb droht ihm ein internationaler Haftbefehl. Der Betriebsrat hatte die Übernahme durch ihn dennoch gebilligt. Das Insolvenzverfahren wurde von Bobigny bei Paris nach Lille verlegt, nachdem der frühere Inhaber, der ägyptisch-französische Geschäftsmann Raymond Lakah die Abberufung des ersten Handelsgerichts wegen Befangenheit beantragt hatte.

Die neuen Inhaber wollen aus „France Soir“ ein Boulevardblatt mit einer „Schockformel“ laut Rey nach dem Vorbild der britischen Tabloid-Zeitungen „The Daily Mirror“ oder „The Sun“ machen. Die Angestellten kündigten bereits an, dass sie sich dem Angebot von Brunois und Rey durch Streiks widersetzen werden, zumal von den 115 Beschäftigten nur 51 ihren Job behalten sollen.

Einstellung der Druckausgabe

Im Oktober 2011 wurde bekannt, dass die Druckausgabe von „France Soir“ im Dezember 2011 eingestellt werden solle. Die Zeitung werde dann nur noch online erscheinen.[1]

Weblinks

Quellen

  1. Umbruch bei «France-Soir»: Online statt Print. dpa/sueddeutsche.de, 11. Oktober 2011, abgerufen am 11. Oktober 2011.

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