Hirayama Togo

Hirayama Togo

Ihara Saikaku (jap. 井原西鶴; eigentlich: Tōgo Hirayama) (* 1642 in Osaka; † 1693) war ein japanischer Schriftsteller der Tokugawa-Periode. Er gilt als erster japanischer Gesellschaftskritiker, der mit Büchern wie Nanshoku Ōkagami (Der große Spiegel der männlichen Liebe, 1687) oder Kōshoku ichidai otoko (Das Leben eines verliebten Mannes) eine neue Prosaform schuf, die von haikai-Elementen durchzogen war.

Saikaku war der Sohn eines Kaufmanns. Früh verlor er seine Frau und seine blinde Tochter.

Mit 14 wurde er Schüler einer Dichtergruppe, die das siebzehnsilbige Haiku pflegte. Sechs Jahre später erhielt er den Titel des Meisters. Seit dieser Zeit nahm er den Familiennamen seiner Mutter, Ihara, an. Ab den 1670er Jahren unternahm er zahlreiche Reisen; die Erfahrungen, die er dabei mit Menschen aus den verschiedensten Schichten machte, verarbeitete er später literarisch. Sein erstes Prosawerk wurde 1682 veröffentlicht und schnell bekannt. Dank seines Fleißes konnte er pro Jahr 1-2 Bücher fertigstellen, die zu Bestsellern zählten.

Seine Fähigkeit, in wahren Marathonveranstaltungen Gedichte zu verfassen - angeblich mehrere Tausend an einem Tag -, brachte ihm den Beinamen Meister der 20 000 Haikus ein. Ein anderer Beiname war Oranda Saikaku, was so viel wie Hollandsaikaku (Holländer-West-Kranich) bedeutet, aber vermutlich nicht auf Beziehungen zu den Niederlanden hindeutet, sondern nur der Tatsache Ausdruck verleihen sollte, dass Saikaku kein konservativer japanischer Schriftsteller der alten Schule war. Die neue, moderne Richtung des Haiku, die um 1670 aufkam, war volkstümlicher, witziger und ging stärker vom Menschen aus als die vorherigen.

Unmittelbare Einflüsse Saikakus findet man z. B. bei Ejima Kiseki. Werke des Autors werden auch heute noch aufgelegt und mit Vergleichen mit Boccaccio und Casanova belegt.

Werke

  • Der Liebespfad der Samurai, Edition Peperkorn, 1998, ISBN 3929181150

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