.edu

.edu

Jeder Name einer Domain im Internet besteht aus einer Folge von durch Punkte getrennten Zeichen. Die Bezeichnung Top-Level-Domain (vom englischen top-level domain, übersetzt Bereich oberster Ebene; Abkürzung TLD) bezeichnet dabei den letzten Namen dieser Folge und stellt die höchste Ebene der Namensauflösung dar. Ist der vollständige Domain-Name eines Rechners bzw. einer Website beispielsweise de.example.com, so entspricht das rechte Glied (com) der Top-Level-Domain dieses Namens.

Im Domain Name System werden die kompletten Namen und damit auch die TLDs referenziert und aufgelöst, also einer eindeutigen IP-Adresse zugeordnet. Die Registrierungsstelle legt dabei einen Datenbank-Eintrag über den Inhaber an, der Whois-Abfragen über das gleichnamige Protokoll, ähnlich einem Telefonbuch, ermöglicht.

TLDs werden von der IANA in zwei Hauptgruppen und einen Sonderfall unterteilt:

  • allgemeine TLDs: generic TLDs (gTLDs), unterteilt in sponsored TLDs (sTLDs) und unsponsored TLDs (uTLDs)
  • länderspezifische TLDs: country-code TLDs oder ccTLDs
  • die Infrastruktur-TLD (iTLD) .arpa (Sonderfall) und das (jedoch nie in Gebrauch gewesene) .root

Nicht mehr in Gebrauch sind die Sonderfälle .bitnet und .uucp.

Länderspezifische TLD-Bezeichner bestehen dabei immer aus zwei Buchstaben, allgemeine TLD-Bezeichner bestehen aus drei oder mehr Buchstaben.

Inhaltsverzeichnis

Generische Top-Level-Domains

Die generischen Top-Level-Domains (gTLD) werden nach gesponserten (sTLD) und nicht gesponserten (uTLD) unterschieden. Die (sehr viel wichtigeren) nichtgesponserten Domains stehen unter der direkten Kontrolle von ICANN und der Internet Society. Die gesponserten Domains werden von unabhängigen Organisationen kontrolliert und finanziert. Diese Organisationen haben das Recht, eigene Richtlinien für die Vergabe von Domainnamen anzuwenden. Ein Beispiel ist .mil. Diese Domain wird vom US-amerikanischen Militär exklusiv genutzt.

Die mit großem Abstand meist gebrauchte TLD ist .com (mehr als 78 Millionen registrierte Domains im Februar 2009[1]). Ursprünglich wurde sie von US-amerikanischen Unternehmen verwendet, heute ist sie aber weltweit verbreitet. Die klassischen[2] in der Anfangsphase des DNS definierten TLDs sind in Fettschrift dargestellt.

Nichtgesponserte Domains (uTLD)

Nichtgesponserte Top-Level-Domains (engl. unsponsored top-level domain, uTLD) werden von einer bestimmten Gruppe verwendet. Sie bestehen aus drei oder mehr Zeichen und stehen für einen Begriff, der diese Gruppe auszeichnet.

TLD Bedeutung Anspruchsberechtigung
.arpa arpanet TLD des ursprünglichen Arpanets, jetzt verwendet als Address and Routing Parameter Area. Von der IANA wird diese TLD als „Infrastruktur-Domain“ bezeichnet.
.biz business nur für kommerzielle Verwendung; de facto für jeden frei zugänglich.
.com commercial ursprünglich nur für Unternehmen, seit längerem für jeden frei zugänglich.
.info information für Informationsanbieter gedacht, aber von Anfang an für jeden frei zugänglich.
.int international für multinationale Organisationen
.name name nur für natürliche Personen oder Familien (Privatpersonen)
.net network ursprünglich für Netzverwaltungseinrichtungen, heute frei für jeden
.org organization für nichtkommerzielle Organisationen (Non-Profit-Organisationen)
.pro professionals für Anwälte, Steuerberater, Ärzte, Ingenieure (nur für genannte Berufsgruppen der USA, Kanadas, Deutschlands und des Vereinigten Königreichs)

Gesponserte Domains (sTLD)

Gesponserte Domains (engl. sponsored top-level domain, sTLD) werden von bestimmten Unternehmen oder Organisationen vorgeschlagen, die diese Namensräume gemäß detailliert ausgearbeiteter Richtlinien betreiben und auch Kontroll- und Sanktionsrechte haben, mit denen die bestimmungsgemäße und rechtmäßige Verwendung der registrierten Namen durch die Anbieter sichergestellt werden soll. Beispielsweise ist die TLD .aero von der SITA gesponsert, die die Nutzung auf Inhalte der Luftfahrt beschränkt, oder die Nutzung von .mobi-Namen daran gebunden, dass der Website-Anbieter die Einhaltung bestimmter Richtlinien sicherstellt, die für die geräteunabhängige Nutzung von Web-Inhalten als elementar angesehen werden, so dass z. B. Mobiltelefone diese Inhalte darstellen können.

Am 26. Juni 2008 beschloss die ICANN eine Lockerung der Regeln für neue gesponserte Domains. Damit soll es ab Anfang 2009 für jedermann möglich sein, eine beliebige eigene Domain zu beantragen.[3]

TLD Bedeutung Anspruchsberechtigung Sponsor
Existierende gesponserte Domains
.aero aeronautics für in der Luftfahrt tätige Organisationen Société Internationale de Télécommunications Aéronautiques
.asia asia für Personen und Unternehmen die sich innerhalb der ICANN-Region Asien/Australien/Pazifik[4] befinden (seit Oktober 2007 für jeden zugänglich)
.cat catalan für die katalanische Sprache und Kultur Fundació puntCAT
.coop cooperatives für Gesellschaften Dot Cooperation LLC
.edu educational nur für Bildungseinrichtungen, die vom Bildungsministerium der Vereinigten Staaten als „post-secondary“ akkreditiert sind
.gov government nur Regierungsorgane der USA
.jobs jobs nur für Unternehmen mit Stellenangeboten
.mil military nur für militärische Einrichtungen der USA
.mobi mobile zur Kenntlichmachung von Diensten, die die Nutzung durch mobile Endgeräte explizit unterstützen mTLD Top Level Domain Limited
.museum museums für Museen Museum Domain Management Association
.tel telephone zum vereinfachten Anrufen von Firmen und Personen
.travel travel für die Reise-Industrie (beispielsweise Reisebüros, Fluggesellschaften etc.)
Ausstehende gesponserte Domains
.post postal für Post und Logistikunternehmen Weltpostverein
Abgelehnte Domains
.xxx sex für erotische und sexuelle Inhalte ICM Registry, Inc

Aufgrund der liberalen Vergaberegeln für die TLD .com, .net, .org sowie (mit kleineren Einschränkungen) .biz und (neuerdings) .name sind die ursprünglichen Bedeutungen dieser TLD weitgehend abhanden gekommen. Eine derartige TLD weist nicht notwendigerweise auf einen entsprechenden Gebrauch hin. So wird etwa die eigentlich für nichtkommerzielle Organisationen gedachte .org-TLD heute gelegentlich von kommerziellen Anbietern verwendet. Weiterhin verwenden internationale, nicht-kommerzielle Seiten gerne .net (oder .org), um weder auf eine länderspezifische TLD noch auf das verbreitete .com zurückgreifen zu müssen.

Spezialfälle

Es gibt einige, meist historische, Spezialdomains oder Pseudo-Domains, sowie für bestimmte Zwecke reservierte Namen, für die aus unterschiedlichen Gründen keine TLD eingerichtet werden:

Domain Verwendungszweck
.arpa Die Domain wird heute als Technologiedomain für interne Zwecke der DNS-Verwaltung bezeichnet und von der IANA verwaltet. Sie sollte ursprünglich nur eine temporäre Lösung bei der Einrichtung des DNS im Internet sein, jedoch stellte sich die spätere Auflösung dieser Domain als unpraktisch heraus. Die Subdomain in-addr.arpa ist weltweit im Einsatz, um das Auflösen einer IP-Adresse in einen Domainnamen (reverse lookup) zu ermöglichen, eine weitere Subdomain, e164.arpa, wird für ENUM, die Adressierung von Internet-Diensten über Telefonnummern, verwendet (Stichwort Voice-over-IP).
.bitnet Die Domain wurde in der frühen Zeit des Internets genutzt, als einige technologisch unterschiedliche Netze nebeneinanderher betrieben wurden. Es handelte sich um einen von IBM gesponserten Zweig des Netzes, um Machbarkeit zu demonstrieren; der Name bedeutet because it's time - net.
.example Diese Domain ist laut RFC 2606 reserviert für Beispiele in Texten, Dokumentationen und Ähnlichem. Sie wird nicht vergeben, ebenso wie die Second-Level-Domains example.com, example.net, example.org, sodass z. B. automatisch generierte Links in Onlinedokumenten nicht auf reale Domains verweisen.
.invalid Diese Domain ist per RFC 2606 reserviert als Beispiel für eine garantiert nicht vorhandene Domain. Sie kann beispielsweise für Softwaretests eingesetzt werden.
.local Diese Domain wird bei Multicast DNS für Link-Local-Adressen verwendet.[5]
.localhost localhost wird bei den meisten Rechnern für deren Loopback Device lokal verwendet. Aus diesem Grund wird sie laut RFC 2606 nicht anderweitig vergeben, da sie in der Regel ohnehin nicht erreichbar wäre.
.nato .nato war ursprünglich vorgesehen für die Benutzung durch die NATO, die sich stattdessen aber für .nato.int entschied.
.root Diese Domain wurde ursprünglich reserviert, aber die damit verbundenen Ideen und Planungen wurden nie umgesetzt.
.test Diese Domain ist laut RFC 2606 reserviert für Tests und wird offiziell nicht vergeben, kann aber lokal genutzt werden.
.uucp Diese Domain war lange Zeit eine Pseudo-Domain in TCP/IP-Netzen (heute: Internet) für Rechner im uucp mapping project, die keine eigene Internet-Domain besaßen oder als Gateways fungierten. In der Regel waren diese Rechner nur über Telefonmodemverbindungen oder nur passiv erreichbar.

Länderspezifische Top-Level-Domains (ccTLD)

Weltkarte mit eingetragenen ccTLDs.

Es gibt über 200 ccTLDs, dabei ist jedem Land genau ein Zwei-Buchstaben-Code (ALPHA-2) nach ISO 3166 zugeordnet. Daneben gibt es häufig noch eigene ccTLDs für abhängige Gebiete, die meist geographisch vom Mutterland getrennt sind.

Ausnahmen

  • Das Vereinigte Königreich benutzt die TLD .uk, obwohl nach ISO seine Kodierung GB lautet (GB,GBR,826). Zusätzlich wurde durch die ISO aber auch ausnahmsweise die Kodierung UK reserviert. Die TLD .gb ist ebenfalls reserviert, wird aber zurzeit wohl bis auf eine einzige Registrierung nicht genutzt.
  • Die Vereinigten Staaten besitzen neben .us noch die TLDs .mil (Militär), .gov (Regierung) sowie .edu (Bildungseinrichtungen).
  • Die Europäische Union benutzt mit .eu eine ccTLD[6], obwohl sie kein eigenständiger Staat ist. Die Kodierung EU wurde jedoch durch die ISO 3166 Maintenance agency ausnahmsweise mit dieser Bedeutung reserviert. Dies erfolgte durch eine Sonderentscheidung aufgrund eines festgestellten praktischen Bedarfs [7]. Im Unterschied zu den „richtigen“ Staaten hat die EU aber weder eine Drei-Buchstaben- noch eine Drei-Ziffern-Kodierung. Ihre Mitgliedsländer behalten weiterhin ihre eigenen ccTLDs und es werden auch keine länderspezifischen Subdomains von .eu eingeführt.

Änderungen

  • .cs wurde früher für die Tschechoslowakei verwendet. Es war dann für den inzwischen aufgelösten Staatenbund aus Serbien und Montenegro vorgesehen. Wegen Namenskonflikt mit weiterhin existierenden Websites und E-Mail-Adressen der ehemaligen Tschechoslowakei[8] wurde dies aber offenbar nicht auf den Servern implementiert. Statt dessen wurde .yu weiter benutzt. Mit dem Zerfall in die Einzelstaaten und deren Domänen .rs und .me hat sich die Angelegenheit erledigt. Zukünftig wird .cs nicht mehr benötigt.
  • .yu für Jugoslawien soll bis 30. September 2009 aufgelöst werden, da sie durch die beiden Domainendungen .rs für Serbien und .me für Montenegro ersetzt wurde.
  • .zr für Zaïre wurde 2004 aus den Root-Servern entfernt (jetzt .cd).
  • .dd wurde für die DDR vorgesehen, jedoch nur ausschließlich intern bei den Universitäten in Jena und Dresden benutzt. Es gab keine DNS-Delegation in den DNS-Rootservern der IANA, die Top-Level-Domain .dd wurde in der Nachwendezeit durch .de der Bundesrepublik Deutschland ersetzt. [9]

Auslaufend

Des Weiteren sind einige obsolete TLDs aus Gründen der Erreichbarkeit noch aktiv:

  • Serbien und Montenegro besaßen die TLD .yu. Später wurde zusätzlich .cs vorgesehen, was aber nie genutzt wurde. Dies lag am Namenskonflikt mit weiterhin existierenden Websites und E-Mail-Adressen der ehemaligen Tschechoslowakei.
  • Jugoslawien (.yu) wird nach Informationen der ICANN bis 30. September 2009 gelöscht.
  • In Russland wird neben .ru auch noch .su (ehemalige Sowjetunion) betrieben. Es werden auch 15 Jahre nach Auflösung der Sowjetunion noch neue Domänen unter .su registriert[10]. Dazu gehören auch Präsenzen aus dem deutschen Siegburg (Kfz-Kennzeichen SU).
  • Osttimor wechselt von .tp auf .tl und betreibt für eine Übergangszeit beide TLDs.

Ungenutzt

Zugeteilt und ungenutzt, meist mangels technischer Infrastruktur oder mangels politischer Freiheit sind:

  • .eh für Westsahara (das Gebiet ist größtenteils von Marokko besetzt)
  • .kp für Nordkorea.
  • .fx war bis 1998 reserviert für das europäische Territorium Frankreichs ohne überseeische Gebiete; .nt war bis 1993 für die Neutrale Zone zwischen Irak und Saudi-Arabien eingetragen. Beide wurden nie genutzt.
  • .so für Somalia. Die Seite des somalischen Network Information Center war über mehrere Jahre erreichbar, wo aber lediglich ein Hinweis stand, dass aufgrund der politischen Instabilität Somalias und der allgemeinen Nichterreichbarkeit des Internets keine Domains vergeben würden.

Bedingungen der Zuteilung

Jedes Land hat das Recht, eigene Vergaberichtlinien für seine Domain festzulegen. Diese werden in der weit überwiegenden Zahl von den Vergabestellen eigenständig aufgrund von technischen Notwendigkeiten und rechtlichen Anforderungen aufgestellt und können sich erheblich voneinander unterscheiden.

So ist es beispielsweise bei der französischen TLD .fr erforderlich, dass der Domain-Inhaber seinen Wohn- oder Firmensitz in Frankreich hat.

In Deutschland muss die .de-Domain mindestens aus 3 Zeichen bestehen und eines davon muss ein Buchstabe sein. Aus der Anfangszeit des Internets gibt es noch drei zweistellige Domains: db.de, hq.de und ix.de. Die lange Zeit vierte Zwei-Buchstaben-Domain bb.de ist nicht mehr registriert. Volkswagen klagte vor dem OLG Frankfurt auf die Zuteilung der Domain vw.de, das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig [11].

In der Schweiz haben nur die Kantone eine Domain mit zwei Zeichen, die sich aus dem offiziellen Kürzel ergibt (z. B. ai.ch, vd.ch, zh.ch). Daneben wird von der Schweizerischen Bundeskanzlei die Domain ch.ch betrieben. Abgesehen von diesen Ausnahmen müssen schweizerische Domains aus mindestens drei Zeichen bestehen (Ausnahme: www.expo.02.ch).

In anderen Fällen sind für die zweite Namensebene nur wenige vorgegebene Namen möglich; der eigentliche Name wird dann als Third-Level-Domain definiert (z. B. example.co.uk). Ein Beispiel ist die britische .uk-Domain, die nur die folgenden Second-Level-Domains zulässt:

  • .ac.uk – academic, Bildungsinstitutionen wie Universitäten
  • .co.uk – commercial
  • .gov.uk – government, zentrale und regionale Regierungsorganisationen
  • .ltd.uk – limited company
  • .me.uk – Präsenzen von Einzelpersonen
  • .net.uk – ISPs und andere Netzwerkfirmen
  • .nic.uk – Network Information Center, nur für die interne Netzwerkverwaltung
  • .nhs.uk – National Health Service, staatliches Gesundheitssystem und dessen Institutionen
  • .org.uk – non-profit Organisationen
  • .plc.uk – public limited companies (Börsennotierte Firmen)
  • .sch.uk – Schulen

Darüber hinaus gibt es einige staatlich genutzte Second-Level-Domains wie .police.uk, .mod.uk (Ministry of Defence – Verteidigungsministerium), .british-library.uk oder parliament.uk. Diese resultieren noch aus einer früheren Zeit und genießen Bestandsschutz.

Zweckentfremdungen

Vor allem sehr kleine oder arme Länder vermarkten ihre Domains, indem sie ihre Vergabepolitik sehr liberal handhaben und die Registrierung der Domains aktiv bewerben. Dabei entwickelt sich der Domainmarkt zu einem lukrativen Geschäft, da die Registrierungsgebühren teilweise deutlich über die tatsächlich anfallenden Kosten gesetzt werden.

Einer der ersten sehr kleinen oder armen Staaten, die ihre Domains frei registrieren ließen, war 1998 Tonga mit .to. Die Resonanz war sehr gut, denn zu dieser Zeit waren sehr viele kurze und prägnante Domains unter .com nicht mehr erhältlich, und andere ccTLDs hatten zum Teil sehr strenge Registrierungsbedingungen. Außerdem ergaben sich durch die Endung .to interessante Domainnamen, die sich gut in Kurz-URLs nutzen ließen, wie come.to oder go.to. Heute wird die TLD .to gerne für Torrentseiten verwendet.

Eine ebenfalls bekannte fremdgenutzte ccTLD ist .tv des Staates Tuvalu, die als Television (englisch für Fernsehen) vermarktet wird. Dazu wurde eine eigene Firma DotTV gegründet, die die Domain vermarktet und an der der Staat Tuvalu Miteigentümer ist. Dieser Coup brachte dem Zwergstaat 50 Mio. US-Dollar ein, die in jährlichen Raten von 5 Mio. Dollar bezahlt werden. Tuvalu würdigt den Domainverkauf sogar mit einer eigenen Briefmarke. Tuvalus Regierung beschaffte von dem Geld IT-Infrastruktur für die wichtigsten staatlichen Einrichtungen und entrichtete die Aufnahmegebühr für die Vereinten Nationen.

Auf ähnliche Weise wird die ccTLD .fm der Föderierten Staaten von Mikronesien häufig im Rundfunkbereich genutzt, z. B. beim Internetradio last.fm. Die Abkürzung FM steht im Hörfunk für Frequenzmodulation, welche im UKW-Rundfunk meistens zur Anwendung kommt und üblicherweise mit diesem assoziiert wird.

Die Assoziation einer Abkürzung wird auch bei anderen Domains verwendet: So gibt es z. B. Webpräsenzen der Instant Messaging-Dienste (kurz IM) Trillian, Bing[12] und Pidgin, obwohl die TLD .im auf die Isle of Man registriert ist.

Auch andere Länder bzw. die Firmen, die deren TLDs vermarkten, versuchen einen Markt zu schaffen, indem Abkürzungen erfunden werden, die die Adresse in einen Kontext stellen sollen, der ursprünglich nicht gegeben war. So vermarktet eine Firma die Domain .la (Laos) als Domain für Los Angeles, was noch einsichtig erscheint; dagegen wird die Domain .ws (Samoa) als WebSite vermarktet, obwohl eine solche Abkürzung völlig ungebräuchlich ist.

Auch die ccTLD .ag des Inselstaates Antigua und Barbuda wird vom Betreiber neben der vorgesehenen Verwendung gezielt für Firmen im deutschsprachigen Raum beworben, um deren Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) zu verdeutlichen. Gleichzeitig verdeutlicht diese Domain die Unsicherheit, in die man sich begibt, wenn man eine „exotische“ Domain registriert: Die gesamte Registry war wegen vermuteter Machtkämpfe um die TLD zwischen 1999 und 2000 nicht erreichbar. Ferner darf diese ccTLD gemäß einem Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichtes (AZ: 5 U 162/03) in Deutschland nur von „echten“ Aktiengesellschaften verwendet werden, um eine Irreführung auszuschließen.

Eine weitere Besonderheit stellt die ccTLD .tk (Tokelau) dar, die oft von Telekommunikationsfirmen (Abkürzung TK-Firmen) zweckentfremdet wird. Bei dieser Form der Registrierung kann man die Domain nicht frei nutzen, sondern ist ausschließlich auf die Dienste des entsprechenden NICs angewiesen, der lediglich HTTP in Form einer Weiterleitung auf eine andere URL unterstützt. Wer andere Dienste nutzen will, muss die Domain auch bezahlen.

Zudem nutzen mittlerweile einige DJs (Discjockeys) die Domain .dj (Djibouti) für ihren Internetauftritt. Ungewöhnlich ist auch die Verwendung der Domain .nu für die Seiten des Dresdner Kulturmagazins, die auf das im lokalen Dialekt Dresdens gebräuchliche „nu!“ (für „Ja!“) anspielt.

Eine der neusten Domains, die eine Zweckentfremdung erlebt, ist die .me Domain von Montenegro. Mit ihr lassen sich aussagekräftige Domains erstellen, wie z. B.: love.me, contact.me usw. Jedoch können solche, höchstwahrscheinlich sehr beliebten, Domains nicht einfach registriert werden, sondern werden nach der offenen Registration versteigert.

Die technische und administrative Realisierung einer TLD

Für jede Top-Level-Domain existiert eine Gruppe von Nameservern, die den gesamten Namensraum dieser Domain verwalten (meist mittels Delegationen auf weitere Server). Diese Domain-spezifischen Nameserver sind über die Root-Nameserver erreichbar. Außerdem existiert eine zentrale Datenbank, die über alle unterhalb dieser TLD angesiedelten Second-Level-Domains administrative Informationen enthält, wie zum Beispiel Name und Adresse des jeweiligen Domain-Inhabers. Auf diese Datenbank kann über den Whois-Dienst zugegriffen werden.

Für den Betrieb der Server und der Datenbank wird von ICANN für jede Domain eine Organisation beauftragt, die in der Internet-Terminologie Registry genannt wird. Für die .com-TLD beispielsweise ist das die Firma VeriSign, für .de die DENIC. Eine derartige Registry ist außerdem für die Vergabe von direkt untergeordneten Second-Level-Domains zuständig (z. B. example.com oder beispiel.de). Diese Aufgabe wird allerdings oft an sogenannte Registrare delegiert (siehe hierzu auch: Domain-Registrierung).

Für jede TLD existieren Richtlinien, die die Vergabe von Second-Level-Domains regeln. Diese sind über die Websites der jeweiligen Registries abrufbar. Für einige TLDs existieren IDN-Sprachtabellen, in denen alle Sonderzeichen aufgelistet sind, die bei der Vergabe von Subdomains verwendet werden dürfen. So sind zum Beispiel bei .biz und .org deutsche Umlaute zulässig. Diese Tabellen werden von der IANA verwaltet und sind über die Websites der Registries einsehbar.

Alternative Root-DNS

Es gibt im Internet auch Organisationen, die alternative Namensserver betreiben, über welche zusätzlich zu den oben aufgeführten, quasi-offiziellen, vom ICANN kontrollierten TLDs weitere TLDs verfügbar sind. Ein entscheidender Nachteil dabei ist, dass solche Adressen für herkömmliche Internet-Nutzer nicht erreichbar sind. Auch werden sie von Suchmaschinen wie Google ignoriert. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Namensräume zweier Betreiber kollidieren können, wie zum Beispiel bei den .biz-Domains des Pacific Root.

Das Projekt OpenNIC versucht dabei die alternativen Systeme zusammenzuführen, betrachtet jedoch die ICANN-TLDs als vorrangig und akzeptiert weder konfligierende noch private Namensräume.

  • OpenNIC-eigene TLDs sind: .glue, .indy, .geek, .null, .oss und .parody
  • AlterNIC-TLDs waren: .exp, .llc, .lnx, .ltd, .med, .nic, .noc, .porn und .xxx.
  • Das Free Community Network verwendet die TLD .fcn
  • Pacific Root TLDs, die über OpenNIC-Namensserver erreichbar sind: .ais, .bali, .belize, .bio, .cal, .career, .chem, .children, .costarica, .ind, .job, .lib, .medic, .nomad, .npo, .ppp, .sat, .satcom, .satnet, .scuba, .socal, .stream, .work und .www. Nicht akzeptiert wurden hingegen .biz, .cars, .corp, .etc, .family, .food, .jobs, .ocean, .men, .ngo, .not, .online, .wine und .women wegen Namenskonflikten, sowie die Privat-TLD .pacroot

Statistische Angaben

Gesamtanzahl der registrierten Domains: 177 Mio. (Stand: Dezember 2008)[13]

Unter den wichtigsten TLDs sind folgende Anzahlen an Domains registriert[14]:

TLD Registrar Anzahl Land / Stand
.com VeriSign 78.469.228 (Stand: November 2008)
.cn CNNIC 12.915.737 China - (Stand: November 2008)[15] Die ccTLD .cn überholte am 22. Juli 2008 bei ca. 12,18 Mio. registrierten Domains die Länderdomain .de
.de Denic 12.607.855 Deutschland - (Stand: 4. März 2009)[16], davon rund 3 Prozent IDN. Regional befinden sich die de-Domains überwiegend im Westen Deutschlands.
.net VeriSign 11.970.227 (Stand: November 2008)
.org PIR 7.284.887 (Stand: November 2008)
.uk Nominet 7.227.705 Großbritannien - (Stand: November 2008)
.info Afilias 5.033.086 (Stand: November 2008)
.nl SIDN 3.252.545 Niederlande - (Stand: 8. Februar 2009)[17]
.eu EURid 3.009.997 Europa - (Stand: 18. Januar 2009)[18]
.biz Neustar 2.029.611 (Stand: November 2008)
.it IIT - CNR 1.633.982 Italien - (Stand: 28. Januar 2009)[19]
.ch SWITCH 1.169.074 Schweiz - (Stand: 30. Juni 2008) [20]
.at nic.at 802.809 Österreich - (Stand: 18. Januar 2009)[21], davon rund 2,75 % Prozent IDN
.li SWITCH 52.378 Liechtenstein - (Stand: 31. Dezember 2007)[22]

Belege

Siehe auch

  • Für die lokalen Regeln der TLDs (Wohnsitz, zwingende Second Level Domain usw.) findet sich in der englischsprachigen Wikipedia eine Wiki-Linkliste.
  • RFC 2606 – Reservierte Top-Level-DNS-Namen

Weblinks


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