Joseph Isidor Achron

Joseph Isidor Achron
Joseph Achron

Joseph Isidor Achron (* 13. Mai 1886 in Lozdzieje Suwalki, Polen; † 29. April 1943 in Hollywood) war ein polnisch-litauischer, später in die USA übersiedelter Komponist und Violinist jüdischer Herkunft.

Leben

Sein Vater, der seine Begabung frühzeitig erkannte, unterrichtete ihn anfangs selbst; später ließ er ihn von anderen Lehrern unterrichten. Bereits im Alter von sieben Jahren trat Joseph Achron in Warschau das erste Mal öffentlich auf. Auftritte im damaligen Russischen Reich folgten.

In den Jahren 1899 bis 1904 absolvierte er ein Studium in den Fächern Violine bei Leopold Auer sowie Komposition und Musiktheorie bei Anatoli Ljadow am Konservatorium in Petersburg.

Nach Abschluss seines Studiums begab er sich nach Berlin; hier war er hauptsächlich als Violinist tätig. Wenige Jahre später kehrte er jedoch nach Petersburg zurück, um weitere Studien der Kompositionslehre bei Ljadow zu absolvieren.

Etwa 1911 begann er, sich mit der jüdischen Musikkultur auseinanderzusetzen. Er trat der im Jahre 1908 ins Leben gerufenen Gesellschaft für jüdische Volksmusik bei und wurde in dieser Tradition kompositorisch tätig; seine erste Komposition vor diesem Hintergrund war die Hebräische Melodie, eine Instrumentalkomposition für Violine und Klavier. Sie sollte sein bekanntestes Werk werden.

Nach Absolvierung des Militärdienstes wirkte er am Petersburger Jüdischen Kammertheater mit. Im Jahre 1922 ging er wieder nach Berlin; hier leitete er mit Michail Gnessin einen jüdischen Musikverlag. Vor seiner Emigration in die USA 1925 weilte er kurz in Palästina.

In den Vereinigten Staaten konnte er sich trotz erster erfolgreicher Aufführungen seiner Werke nie ernsthaft als Komponist etablieren. Seine späten Werke stießen sogar auf Ablehnung. Er war einige Zeit in New York am Westchester Conservatory tätig, wo er Violinunterricht erteilte. Später versuchte er seinen Durchbruch als Komponist an der Westküste der USA. Dieser Erfolg blieb ihm jedoch versagt.

Werke

Achrons kompositorisches Schaffen umfasst hauptsächlich Sonaten, Duette, Instrumentalkonzerte, Tänze, Serenaden sowie Präludien.

  • Präludien
    • Prelude op. 13
  • Duette
    • Souvenir de Varsovie op. 14
    • Coquetterie op. 15
    • Les Sylphides op. 18
    • Hebräische Melodie op. 33
    • Hebräisches Wiegenlied op 35. No. 2
    • Tanzimprovisation über ein hebräisches Volkslied op. 37
    • Fragment mystique (sur un théme hébraique)
    • Scher op. 42
    • Märchen op.46
    • Liebeswidmung op. 51
    • Canzonetta op. 52 No. 2
  • Serenaden
    • Serenade op. 17
  • Sonaten
    • Violinsonate op. 32
  • Tänze
    • Dance Improvisation
  • Schauspielmusik
    • Les Aveugles, von Maurice Maeterlinck, op.47, 1919
    • Mazeltov, von Shalom Aleichem, 1920
    • Kiddush Hasem, von Shalom Asch, 1928
    • Golem, von H.Leiwick, 1931
    • Die Hexe, von Abraham Goldfaden
    • Fartog, von (?).Walter

Weblinks


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