Kamerunischen Fussballnationalmannschaft

Kamerunischen Fussballnationalmannschaft
Dieser Artikel befasst sich mit der Kamerunischen Fußballnationalmannschaft der Herren. Für das Team der Frauen siehe Kamerunische Fußballnationalmannschaft der Frauen.
Republik Kamerun
République du Cameroun
Spitzname(n) Lions Indomptables
(Die unzähmbaren Löwen)
Verband Fédération Camerounaise de Football
Konföderation CAF
Technischer Sponsor Puma
Trainer Otto Pfister
Co-Trainer Gweha Ikouam Fils
Kapitän Rigobert Song
Rekordtorschütze Samuel Eto'o (36)
Rekordspieler Rigobert Song (124)
Heimstadion Stade Omnisports
FIFA-Code CMR
FIFA-Rang 14. (Dezember 2008)
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Heim
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Auswärts
Statistik
Erstes Länderspiel
Kamerun 9:2 Somalia SomaliaSomalia
Madagaskar; 13. April 1960
Höchster Sieg
Kamerun 9:2 Somalia SomaliaSomalia
Madagaskar; 13. April 1960
Höchste Niederlage
NorwayNorway Norwegen 6:1 Kamerun
(Oslo, Norwegen; 31. Oktober 1990)
Russia (bordered)Russia (bordered) Russland 6:1 Kamerun
(San Francisco, USA; 28. Juni 1994)
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Erfolge bei Turnieren
Weltmeisterschaft
Endrundenteilnahmen 5 (Erste: 1982)
Beste Ergebnisse Viertelfinale 1990
Afrikameisterschaft
Endrundenteilnahmen 13 (Erste: 1970)
Beste Ergebnisse Afrikameister 1984, 1988, 2000, 2002
(Stand: 11. Oktober 2008)

Die kamerunische Fußballnationalmannschaft ist die offizielle Fußballauswahl des afrikanischen Landes Kamerun. Sie untersteht dem nationalen Verband Fédération Camerounaise de Football.

Kamerun konnte bereits vier Mal den Afrika-Cup gewinnen, zuletzt im Jahr 2002. Ein weiterer großer Erfolg war das Erreichen des Viertelfinals der Weltmeisterschaft 1990.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfänge

Der Fotograf Georges Goethe aus Sierra Leone, der in der kamerunischen Stadt Douala lebte, soll das Fußballspiel 1923 nach Kamerun gebracht haben. Im Jahre 1950 wurde die Fußballnationalmannschaft von Kamerun gegründet. Nach einer Reise von Offiziellen vom 13. September bis zum 21. Oktober 1950 nach Frankreich wurde die Auswahl gegründet. Das erste Spiel gegen den französischen Amateurverein OGC Nizza wurde mit 2:3 verloren.

Seit dem 31. Oktober 1972 wird die Nationalmannschaft auch offiziell als die „Unzähmbaren Löwen“ bezeichnet. Das Land richtete 1972 die Afrikameisterschaft aus.

80er Jahre

1982 erreichte Kamerun erstmals die WM-Endrunde. Mit dem legendären Thomas N'kono im Tor erkämpfte sich das Team drei Remis gegen Peru, Polen und Italien, doch zum Weiterkommen reichte es nicht: Kamerun schied aufgrund weniger geschossener Tore gegenüber dem späteren Weltmeister Italien aus.

1984 wurde die Mannschaft durch einen 3:1-Sieg über Nigeria erstmals Afrikameister. Bei der Afrikameisterschaft 1986 erreichten die Kameruner ebenfalls das Finale, unterlagen aber dem Gastgeber aus Ägypten im Elfmeterschießen. Der zweite Titel wurde 1988 wiederum durch einen Sieg über Nigeria (1:0) errungen.

90er Jahre

Die kamerunische Nationalmannschaft war das erste afrikanische Land, das ein Viertelfinale bei einer Fußball-Weltmeisterschaft erreichte. Bei der WM 1990 verlor die Auswahl aus Kamerun erst in der Verlängerung gegen England. Schon beim Eröffnungsspiel gewann die Mannschaft überraschend 1:0 gegen den Titelverteidiger Argentinien.

Das Selbstbewusstsein der Kameruner erhielt einen Dämpfer, als überraschend die Teilnahme am Afrika-Cup 1994 verpasst wurde. Der Franzose Henri Michel wurde neuer Nationaltrainer und erreichte die Qualifikation zur Weltmeisterschaft.

Nach einem Unentschieden gegen Schweden und einer klaren Niederlage gegen Brasilien unterlag Kamerun auch im letzten Spiel gegen Russland. Der Russe Oleg Salenko schoss beim 6:1-Sieg seines Teams fünf Tore. Der zwischenzeitliche 1:3-Anschlusstreffer wurde vom eingewechselten Roger Milla geschossen, der damit einen Schlusspunkt unter seine Karriere setzte und gleichzeitig zum ältesten WM-Torschützen aller Zeiten wurde. Trotz des 6:1 schied Russland zusammen mit Kamerun aus dem Turnier aus.

Bei der Afrikameisterschaft 1996 kam Kamerun nicht über die Vorrunde hinaus. Auch bei der Weltmeisterschaft 1998 enttäuschte die Mannschaft und kam nicht über Unentschieden gegen Österreich und Chile hinaus.

2000er

2002 konnte Kamerun den Erfolg der Afrikameisterschaft zwei Jahre zuvor wiederholen: In Mali verteidigte die Mannschaft von Trainer Schäfer ihren Titel, und blieb dabei in sechs Spielen ohne Gegentor. Patrick M'Boma und Salomon Olembé wurden mit jeweils drei Treffern Torschützenkönige des Turniers, wobei sie sich den Titel mit dem Nigerianer Aghahowa teilten, der ebenfalls drei Mal traf.

Bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea konnte Kamerun zum wiederholten Mal keinen Erfolg erringen: Obwohl die Mannschaft kurz zuvor noch zum "Team des Jahrhunderts" gewählt worden war, gelang nur ein Sieg gegen Saudi-Arabien. Das 0:2 gegen den späteren Finalisten Deutschland bedeutete das Aus.

Kamerun gegen Deutschland 2004

2004 schied Kamerun im Viertelfinale des Afrika-Cups aus. Im November des Jahres trat Trainer Winfried Schäfer wegen Streitereien um Prämienzahlungen und auch wegen sportlicher Erfolglosigkeit von seinem Amt zurück. Sein Nachfolger wurde Artur Jorge.

Die Qualifikation für die WM 2006 verpasste Kamerun aufgrund eines verschossenen Elfmeters des Spielers Pierre Womé im Spiel gegen Ägypten. Womé, dessen Haus in Mailand von Fans verwüstet wurde, trat daraufhin aus der Nationalmannschaft zurück. Trainer Artur Jorge wurde entlassen, sein Nachfolger wurde der Niederländer Arie Haan.

Beim Afrika-Cup 2006 scheiterte Kamerun erneut im Viertelfinale. In einem dramatischen Spiel gegen die Elfenbeinküste verschoss ausgerechnet Samuel Eto'o einen entscheidenden Elfmeter, und Kamerun unterlag mit 11:12 im Elfmeterschiessen. Eto'o hatte in der Vorrunde noch fünf Tore geschossen. Obwohl er nur vier Spiele absolvierte, wurde er am Ende auch alleiniger Torschützenkönig des Turniers.

Beim Afrika-Cup 2008 steigerte sich Kamerun nach schwachem ersten Gruppenspiel in der Vorrunde gegen Ägypten (2:4 nach 0:3-Halbzeitrückstand) im Laufe des Turniers und erreichte das Endspiel. Dort traf die von dem Deutschen Otto Pfister trainierte Mannschaft erneut auf Ägypten und unterlag mit 0:1. Wie bereits zwei Jahre zuvor wurde Samuel Eto'o mit fünf ausschließlich in der Vorrunde erzielten Treffern alleiniger Torschützenkönig.

Siehe auch: Fußball-Afrikameisterschaft 2008

Trikot

Die Nationalmannschaft von Kamerun erschien zum Afrika Cup 2004 in einem neu entworfenen, körperbetonenden Einteiler. Als Designelement waren über den Bauchmuskeln Spuren von Löwenklauen eingenäht. Die Fifa sah dies jedoch als Verstoß gegen die eigenen Regeln, wonach die Sportkleidung aus einem Trikot und einer Hose bestehen muss. Gegen das Team von Kamerun wurde eine Strafe von CHF 200.000 verhängt, und für die kommende Qualifikation zur WM 2006 zog man ihm sechs Punkte ab. Der Punktabzug wurde jedoch später von der Fifa wieder zurückgenommen.

Turniere

Fußball-Weltmeisterschaft

Turnier Abschneiden Artikel
1930 in Uruguay nicht teilgenommen
1934 in Italien nicht teilgenommen
1938 in Frankreich nicht teilgenommen
1950 in Brasilien nicht teilgenommen
1954 in der Schweiz nicht teilgenommen
1958 in Schweden nicht teilgenommen
1962 in Chile nicht teilgenommen
1966 in England zurückgezogen
1970 in Mexiko nicht qualifiziert
1974 in Deutschland nicht qualifiziert
1978 in Argentinien nicht qualifiziert
1982 in Spanien Vorrunde Artikel
1986 in Mexiko nicht qualifiziert
1990 in Italien Viertelfinale Artikel
1994 in den USA Vorrunde Artikel
1998 in Frankreich Vorrunde Artikel
2002 in Südkorea/Japan Vorrunde Artikel
2006 in Deutschland nicht qualifiziert

Fußball-Afrikameisterschaft

Turnier Abschneiden
1957 im Sudan nicht teilgenommen
1959 in Ägypten nicht teilgenommen
1962 in Äthiopien nicht teilgenommen
1963 in Ghana nicht teilgenommen
1965 in Tunesien nicht teilgenommen
1968 in Äthiopien nicht qualifiziert
1970 im Sudan Vorrunde
1972 in Kamerun 3. Platz
1974 in Ägypten nicht qualifiziert
1976 in Äthiopien nicht qualifiziert
1978 in Ghana nicht qualifiziert
1980 in Nigeria nicht qualifiziert
1982 in Libyen Vorrunde
1984 in der Elfenbeinküste Sieger
1986 in Ägypten 2. Platz
1988 in Marokko Sieger
1990 in Algerien Vorrunde
1992 im Senegal 4. Platz
1994 in Tunesien nicht qualifiziert
1996 in Südafrika Vorrunde
1998 in Burkina Faso Viertelfinale
2000 in Ghana/Nigeria Sieger
2002 in Mali Sieger
2004 in Tunesien Viertelfinale
2006 in Ägypten Viertelfinale
2008 in Ghana 2. Platz

Bekannte Spieler (nicht mehr aktiv)

  • Roger Milla spielte bei drei Weltmeisterschaften für Kamerun: 1982, 1990 und 1994. Er erzielte bei der WM 1994 im Alter von 42 Jahren, einem Monat und acht Tagen ein Tor und ist damit der älteste Schütze eines WM-Tores aller Zeiten.
  • Thomas N'kono ist eine Torwartlegende der 1980er Jahre. Er spielte bei der Weltmeisterschaft 1982 für das Nationalteam, wo er in drei Spielen nur ein Gegentor kassierte, und sieben Jahre für Espanyol Barcelona. 1988 stand er im Finale des UEFA-Cups. Heute ist er Torwarttrainer bei Espanyol, wo auch der aktuelle Nationalkeeper Idriss Carlos Kameni spielt.

Aktueller Kader

Der angegebene Kader umfasst die Nationalspieler, die für die Afrikameisterschaft vom 20. Januar bis zum 10. Februar 2008 in Ghana, nominiert wurden.

Nummer / Name Verein vor Turnierbeginn Geburtstag
Torhüter
1 Idriss Carlos Kameni Espanyol Barcelona 18. 2. 1984
16 Souleymanou Hamidou Denizlispor 22. 11. 1973
22 Janvier Charles Mbarga Canon Yaoundé 27. 9. 1985
Abwehr
6 Benoit Angbwa Krylja Sowetow Samara 1. 1. 1982
5 Thimothée Atouba Hamburger SV 17. 2. 1982
23 André Bikey FC Reading 8. 1. 1985
2 Gilles Augustin Binya Benfica Lissabon 29. 8. 1984
4 Rigobert Song Trabzonspor 1. 7. 1976
3 Bill Tchato Qatar SC 14. 5. 1975
Mittelfeld
14 Joël Epalle VfL Bochum 20. 2. 1978
20 Paul Essola Arsenal Kiew 13. 12. 1981
10 Achille Emana FC Toulouse 5. 6. 1982
13 Landry N'Guemo AS Nancy 28. 11. 1985
8 Geremi Njitap Newcastle United 20. 12. 1978
12 Alain Nkong CF Atlante 6. 4. 1979
11 Jean Makoun OSC Lille 29. 5. 1983
7 Modeste Mbami Olympique Marseille 9. 10. 1982
19 Stephane Mbia Stade Rennes 20. 5. 1986
15 Alexandre Song FC Arsenal 9. 9. 1987
Angriff
9 Samuel Eto'o FC Barcelona 10. 3. 1981
17 Mohamadou Idrissou SC Freiburg 8. 3. 1980
21 Joseph-Désiré Job OGC Nizza 1. 12. 1977
18 Bertin Tomou Excelsior Mouscron 8. 8. 1978
Trainer
  Deutscher Otto Pfister   24. 11. 1937

Ehemalige und aktuelle Trainer

Weblinks


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