Kapuzinerkloster Werl

Kapuzinerkloster Werl

Das Kloster Werl war von 1645 bis 1834 ein Kapuzinerkloster und ist seit 1848 ein Kloster des Franziskanerordens in Werl, Kreis Soest.

Das ursprüngliche Kloster der Kapuziner wurde im Jahre 1645 von Kurfürst Ferdinand gegründet, um das katholische Leben zu stärken. Sein Nachfolger Maximilian Heinrich übergab 1661 dem Orden das Gnadenbild der Trösterin der Betrübten aus der Soester Wiesenkirche, das eine Anziehung für Pilger darstellte und viel Geld in die Stadt brachte. So sind auch eine Reihe medizinischer Wunder bezeugt.

Die Klostergebäude lagen östlich des Marktes. 1786/89 wurde die Klosterkirche nach Plänen von Arnold Boner neu errichtet. Die Kapuziner bestritten ihren Lebensunterhalt durch Almosen. Der Konvent bestand 1802 aus 28 Personen. Unter ihnen waren auch einige Franzosen, die vor der französischen Revolution geflohen waren.

Bei der hessischen Übernahme des Herzogtums Westfalen blieb das Kloster zunächst bestehen. 1804 nahm es Mönche aus dem aufgelösten Kapuzinerkloster Rüthen, 1813 aus dem aufgehobenen Kapuzinerkloster Marsberg auf. Das Kloster Werl wurde dann 1834 unter preußischer Regierung aufgelöst. Die letzten Mönche verließen 1836 das Kloster.

Im Jahre 1848 gründeten Franziskaner das Kloster neu. Sie wurden 1875 aufgrund der Klostergesetzgebung während des sogenannten Kulturkampfes ausgewiesen und kehrten 1887 zurück. Das Gnadenbild und die Wallfahrtsbasilika werden bis heute von ihnen betreut.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Wallfahrt immer stärker beschränkt und letztlich verboten. Der damalige Wallfahrtsleiter, Pater Lambert Fester, versuchte trotzdem den „Wallfahrtsbetrieb“ aufrecht zu halten. Das gelang ihm trotz Einschränkungen immer wieder. Da große Wallfahrten verboten wurden, kamen die Teilnehmer der Fußwallfahrt aus Werne auf Umwegen nach Werl und wurden von der Gestapo kurz vor der Stadt gestoppt und nach Hause geschickt.

In der Gruft des Franziskanerklosters auf dem Werler Parkfriedhof liegt die Asche des Franziskanerpaters Kilian Kirchhoff begraben, der am 24. April 1944 in Brandenburg-Görden als Opfer des NS-Regimes enthauptet wurde. Er war von einer Frau aus Kassel denunziert worden, verhaftet und in Dortmund angeklagt worden. Roland Freisler verurteilte Kirchhoff am 7. März 1944 vor dem Volksgerichtshof zum Tod.

Literatur

  • Heinrich Josef Deisting: „... elende Gassen (lassen) den Wohlstand nicht vermuten ..., der hier wirklich herrscht“. Werl in der Säkularisationszeit. In: Ingrid Reißland (Hrsg.): Vom Kurkölnischen Krummstab über den Hessischen Löwen zum Preußischen Adler. Die Säkularisation und ihre Folgen im Herzogtum Westfalen 1803-2003. Sauerland-Museum, Arnsberg 2003, ISBN 3-930264-46-3, S. 185-197.
  • Helmuth Euler: Werl unterm Hakenkreuz. Brauner Alltag in Bildern, Texten, Dolkumenten. Selbstverlag, Werl 1983.
  • Waltram Schürmann (Hrsg): 300 Jahre Wallfahrt nach Werl. 1661–1961. Franziskanerkloster, Werl 1961. 200 Seiten.

Weblinks

51.5537222222227.91563888888897Koordinaten: 51° 33′ 13,4″ N, 7° 54′ 56,3″ O


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