- Kirchenbezirk
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Ein Kirchenkreis ist in einigen evangelischen Kirchen ein Zusammenschluss mehrerer benachbarter Kirchengemeinden. In anderen Kirchen heißt die vergleichbare Ebene in der Verwaltungshierarchie Dekanat, Kirchenbezirk, Propstei, Ephorie (in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens), Superintendentur oder Klasse (nur bei der Lippischen Landeskirche). Jedoch können auch zwei Begriffe parallel bzw. synonym verwendet werden, obgleich dies beispielsweise in Württemberg unterschiedliche Begriffe sind: Das Dekanat ist der Aufsichtsbezirk des Dekans (über seine dem Dekanat angehörigen Pfarrer bzw. Pfarrämter) und der Kirchenbezirk ist die Körperschaft des öffentlichen Rechts. In den meisten Fällen sind die Gebiete beider jedoch deckungsgleich (Ausnahme: Kirchenkreis Stuttgart, der rechtlich gesehen ein Kirchenbezirk ist, der aus vier Dekanaten besteht).
Der Kirchenkreis ist meist eine rechtsfähige kirchliche Körperschaft des öffentlichen Rechts.
Leitender Geistlicher des Kirchenkreises ist der Kreispfarrer oder Kreisoberpfarrer bzw. Dekan, Propst, Ephorus oder Superintendent. Die Verwaltungsarbeit eines Kirchenkreises geschieht im Kirchenkreisamt (KKA), auch Bezirkskirchenamt, Kreiskirchenamt, Rentamt oder Kirchenverwaltungsamt genannt.
In den Landeskirchen Baden, Bayern und Mecklenburg ist der Kirchenkreis (auch „Prälatur“ genannt) jedoch die nächst höhere Ebene; er erstreckt sich also über mehrere Dekanate bzw. Kirchenbezirke. Kirchenkreise in diesem Sinne sind nicht rechtsfähig, sondern bezeichnen nur ein Zuständigkeitsgebiet. Ebenso verhält es sich in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Hier ist die Propstei die nächst höhere Ebene über den Dekanaten.
In der öffentlichen Verwaltung ist der Begriff Kirchenkreis einem Landkreis bzw. einem Regierungsbezirk vergleichbar.
Weblinks
- Hans-Peter Hübner: Kirchenkreise. In: Historisches Lexikon Bayerns
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