- Kreisbahnlagerung
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Die Kreisbahnlagerung ist eine in einem weiterem Umkreis um einen Mittelpunkt gelegene mechanisch drehbare Lagerung, welche bewirken soll, dass die auf das Lager einwirkenden Belastungen auf eine größere Auflagefläche verteilt werden.
Kreisbahnlagerungen können ohne die Führung durch eine zentrale Drehachse oder einen Führungsbolzen frei auf einem äußeren Drehkreis laufen, sie können aber auch solche oder andere Stabilisierungshilfen wie z. B. Leitschienen aufweisen, vor allem dann wenn Scherkräfte, die in etwa parallel zur Drehkreisebene verlaufen, aufgefangen werden sollen.
Beispiele
- Eine Lokomotive, die auf einer durchgehenden Schienentrasse endlos im Kreis fahren kann, ist insofern ein Beispiel für eine Kreisbahnlagerung als der bewegliche Teil, die Lokomotive, auf der Schienentrasse umlaufend kreisbahngelagert ist.
- selbstlenkende Räder an Teewagen, Rollstühlen oder Einkaufswagen können im Lenklager solche Lagerungen mit erweitertem Radius aufweisen, um so weniger Reibungswiderstand in der Lenkung zu erwirken und mehr Lastauflage zu ermöglichen.
- Kräne oder andere drehbare Aufbauten (z. B. das Radioteleskop Effelsberg) sind meist auf einer größeren Kreisbahn um eine zentrale Drehachse gelagert. Sie haben im Kreismittelpunkt eine zentrale Drehachse oder einen Führungszapfen.
- Ein drehbares Restaurant hingegen kann auch ausschließlich auf einer im äußeren Drehkreis angeordneten Kreisbahnlagerung gelagert sein, weil dort meist nur Gewicht aufliegt und weniger seitliche Scherkräfte auftreten.
Dokumentierte Konzepte fuer Großkreisbahnlagerungen
Eine im Jahr 1912 vom Kaiserlichen Patentamt an Lois Rodary in Mons en Baraul (Frankreich) ausgestellte Patentschrift mit der Nummer 27 43 95 zeigt eine Kreisbahnlagerung einer Windkraftmaschine, welche mit Schwimmern in mit Wasser gefüllten konzentrischen Ringbehältern gelagert ist. Eine weitere vom 13. Mai 1922 datierte an Carl Schulthes in Berlin und an Bernhard Mora in Lübeck vom Reichspatentamt ausgestellte Patentschrift mit der Nr. 353362 Klasse 88c Gruppe 3/13 zeigt eine Lagerung auf Schwimmern, wobei aber für eine gleichmäßige Kraftübertragung der Drehbewegung des Rotors über einen großen Zahnkranz auf den Generator ein Rollenlager auf Schienen als zusätzliche Drehkreislagerung eingeführt wurde. Die erste nur auf Schienen gelagerte Kreisbahnlagerung einer mit einer Vielzahl von zur Anströmrichtung nachgefuehrten Paneelen ausgestatteten Windkraftanlage datiert vom 10. Oct.1916 als US Patent Nr.1,201,184., ausgestellt an Marvin.W.Holben of Gary,Indiana.
Spätere Anmeldungen aus den Vereinigten Staaten (Patentdaten: U.S. Patent 4,832,569 May 23, 1989, Inventor Samuelson) und aus dem Vereinigten Königreich England (Patentdaten: UK Patentapplication (19) GB (11) 2 129 060 A, 21 Oct. 1982 Applicant Roy Sidney William Spicer, Eastmoors Farm, St. Leonards,Ringwood, Dorset) haben dann ebenfalls auf eine aufschwimmende Lagerung ganz verzichtet und haben auch modernere Anlagen mit aerodynamischen Flügeln nur noch auf Rädern oder Rollen im äußeren Drehkreis aufliegend geplant.
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