Lautsche

Lautsche
Višňová
Wappen von Višňová
Višňová u Frýdlantu (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Liberec
Fläche: 3025 ha
Geographische Lage: 50° 58′ N, 15° 1′ O50.96638888888915.0225228Koordinaten: 50° 57′ 59″ N, 15° 1′ 21″ O
Höhe: 228 m n.m.
Einwohner: 1.310 (2005)
Postleitzahl: 464 01
Verkehr
Bahnanschluss: Liberec–Zawidów
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 9
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Marie Matušková
Adresse: Višňová 184
464 01 Frýdlant
Website: www.ob-vis.net

Višňová (deutsch Böhmisch Weigsdorf) ist eine Gemeinde mit 1.310 Einwohnern (2005) in Tschechien. Sie gehört zum nordböhmischen Okres Liberec und liegt in 228 m ü. NN nördlich des Isergebirges.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Dorf Višňová
Fußgänger-Grenzübergang bei Višňová
Blick auf Višňová

Der Ort am Weigsdorfer Bach (Višňový potok), einem Zufluss der Wittig, wurde schriftlich erstmals im Jahr 1334 durch Petrus de Wicgnandisdorf erwähnt und bestand aus dem Ober- und Niederdorf. Urkundlich wird die erste Kirche 1346 bestätigt.

Das Oberdorf war Teil der Standesherrschaft Friedland-Seidenberg und ab 1454 im Besitz der Bibersteiner. Bei der Teilung der Herrschaft kam Oberweigsdorf 1630 an die neu gebildete und Christian von Nostitz gehörige Standesherrschaft Seidenberg-Reibersdorf.

Niederweigsdorf war anfänglich Besitz der örtlichen Adelsfamilie von Weigsdorf, die 1620 ausstarb. Seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts setzte eine Zersplitterung des Ortes ein und nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es zur Gründung mehrerer Exulantensiedlungen, zu denen Minkwitz gehörte.

Als im Jahre 1635 Böhmen die Oberlausitz an Sachsen übergab, entstanden in Weigsdorf unüberschaubare Grenzverhältnisse, die sich nach den Besitzverhältnissen der Grundstücke richteten. So befand sich die Weigsdorfer Kirche auf einer sächsischen Exklave und blieb evangelisch, während im umliegenden böhmischen Gebiet die Gegenreformation mit harter Hand durchgesetzt wurde. Als 1681 die Grafen von Gallas das Obervorwerk Niederweigsdorf erwarben, erhielt es den Namen „Böhmisch Weigsdorf“.

Schon nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Leinen angebaut. Es entwickelten sich Webereien und Ende des 18. Jahrhunderts die Baumwollindustrie.

1848 erfolgte eine Grenzregulierung zwischen Böhmen und Sachsen, bei der Teile des sächsischen Niedervorwerks Niederweigsdorf und die sächsische Exklave Minkwitz an Böhmen abgetreten wurden und fortan die Gemeinde "Böhmisch Weigsdorf" bildeten. Die sächsischen Teile des Ortes wurden 1923 zur Gemeinde Weigsdorf vereinigt.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Abbau von Braunkohle, der aber wegen Unergiebigkeit wieder eingestellt wurde. Mit der Einweihung der Strecke Reichenberg–Seidenberg(–Görlitz) erhielt Böhmisch Weigsdorf 1875 einen Bahnhof an der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn.

Einwohnerentwicklung

Kirche St. Anna in Andělka
Jahr 1999 2001 2003 2005
Einwohner 1 362 1 342 1 319 1 310

Ortsgliederung

Die Gemeinde besteht aus neun Ansiedlungen:

  • Andělka (Engelsdorf)
  • Filipovka (Philippsthal)
  • Loučná (Lautsche)
  • Minkovice (Minkwitz)
  • Poustka (Wustung)
  • Předlánce (Priedlanz)
  • Saň (Zahne)
  • Víska (Dörfel)
  • Višňová (Weigsdorf) mit Michalovice (Michelsberg).

Sehenswürdigkeiten

Kirche des Heiligen Geistes
  • Kirche des Heiligen Geistes (Kostel sv. Ducha, in Višňová)
  • Kirche der Heiligen Anna (Kostel sv. Anny), in Andělka, erstmals im Jahr 1464 erwähnt und 1781 von Johann Joseph Kuntze aus Reichenberg als verkleinerter Nachbau der von ihm zuvor in Königshain erbauten Kirche erneuert
  • Der Heidenstein (Pohanské kameny) ist ein markantes Sandsteinfelsgebilde mit einer Höhe von 297 m ü.M. am Michalův vrch (Michelsberg) nördlich von Višňová. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Felsen eine frühzeitliche Kultstätte waren.

Verkehr

Višňová hat eine Bahnverbindung mit Frýdlant und Černousy.

Literatur

  • Tilo Böhmer / Marita Wolff: Im Zittauer Zipfel, Lusatia-Verlag Bautzen, ISBN 3-929091-85-2

Weblinks


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