- Lumbaart
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Lombardisch Sprecher 9 Mio. Linguistische
Klassifikation- Indoeuropäisch
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- Lombardisch
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Sprachcodes ISO 639-1: -
ISO 639-2: roa (sonstige Romanische Sprachen)
ISO 639-3: lmo
Der Begriff Lombardisch bezieht sich auf eine Gruppe von verwandten Dialekten, die hauptsächlich in der südlichen Schweiz (Tessin und Graubünden) und der Lombardei gesprochen werden. Es wird als Minderheitssprache bezeichnet und wird von Ethnologue und dem Roten Buch über gefährdete Sprachen der UNESCO als eigene Sprache anerkannt. Obwohl es manchmal fälschlicherweise als "italienischer Dialekt" bezeichnet wird, ist das Lombardische mit dieser Sprache nicht eng verwandt, da das Lombardische und das Italienische zu verschiedenen Zweigen der romanischen Sprachfamilie gehören. Es steht jedoch fest, dass die lombardischsprachigen Gemeinschaften (oder genauer der winzige Anteil ihrer Mitglieder, die lesen und schreiben konnten) Jahrhunderte lang eine Form des Toskanischen (später als Italienisch bekannt) als Sprache der schriftlichen Kommunikation verwendet haben und keine schriftliche Standardvariante des Lombardischen entwickelten. Andererseits steht auch fest, dass das Lombardische im Gegensatz zum Italienischen eine galloromanische Sprache ist und daher näher mit dem Französischen als mit dem Italienischen verwandt ist.
Es gibt kein gegenseitiges Verständnis zwischen lombardischen Varietäten und dem Italienischen, und zwischen weit entfernten Varietäten der lombardischen Sprache kann das Verständnis nicht so einfach sein.
Die lombardischen Varietäten lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Westlombardisch (in Mailand, Varese, Como und Lecco sowie im Schweizer Kanton Tessin) und Ostlombardisch (in Bergamo, Brescia und Crema). Die Varietäten des Veltlins und Graubündens sollten trotz ihrer eigenen Eigenschaften und Ähnlichkeiten mit den westlombardischen zu den ostlombardischen Varietäten gezählt werden.
Inhaltsverzeichnis
Eigenschaften
Im Gegensatz zu den meisten anderen romanischen Sprachen gibt es in vielen westlombardischen Dialekten phonematische Vokalquantität, zum Beispiel paas [paːs] 'Frieden' vs. pass [pas] 'Schritt', ciapaa [ʧaˈpaː] 'genommen m.' vs. ciapá [ʧaˈpa] 'nehmen'. Eine weitere untypische Eigenschaft ist die beträchtliche Verwendung von idiomatischen Phrasalverben (Verb-Partizip-Konstruktionen), zum Beispiel trá 'ziehen', trá via 'verschwenden, wegwerfen', trá sü 'sich übergeben', trá fö(ra) 'wegnehmen'; mangiá 'essen', mangiá fö(ra) 'verschwenden'.
Verwendung
Das Italienische wird in lombardischsprachigen Gebieten häufig verwendet, doch der Status des Lombardischen in Italien und der Schweiz ist ziemlich unterschiedlich. Das erklärt, dass die lombardische Sprache hauptsächlich in den schweizerischen Gebieten (Lombardia svizzera) gesprochen wird.
In der Schweiz
In der Schweiz werden die lokalen lombardischen Varietäten im Allgemeinen besser erhalten und sind lebendiger. Es werden keine negativen Gefühle mit dem Gebrauch des Lombardischen im Alltag assoziiert, auch dann nicht, wenn mit vollkommen Fremden gesprochen wird. Einige Radio- und Fernsehprogramme, besonders Komödien, werden gelegentlich von RTSI auf Lombardisch gesendet. Außerdem ist es nicht unüblich für Leute, auf Lombardisch auf spontane Fragen zu antworten. Es gibt sogar Fernsehwerbung auf Lombardisch. Die wichtigste Forschungsinstitution, die sich mit lombardischen Dialekten beschäftigt, (CDE - Centro di dialettologia e di etnografia, eine Einrichtung der (Kanton-)Regierung) liegt in Bellinzona. Im Dezember 2004 veröffentlichte das CDE das LSI, ein fünfbändiges Wörterbuch für alle lombardischen Varietäten, die in der Schweiz gesprochen werden.
In Italien
In Italien wird das Lombardische heutzutage aus historischen und sozialen Gründen eher selten verwendet. Eine von der italienischen Standardsprache abweichende Varietät zu sprechen, gilt als Ausdruck schlechter Bildung oder niederer sozialer Herkunft. Italienische Politiker rieten von der Verwendung des Lombardischen ab, da der Dialekt als hinderlich für die Entstehung einer nationalen Identität betrachtet wurde. Heutzutage gebrauchen in der italienischen Lombardei Menschen unter vierzig Jahren fast ausschließlich die italienische Standardsprache im Alltag, da der Schulunterricht und die Medien vom Italienischen geprägt sind. Lombardischsprecher werden mit einem Fremden fast immer italienisch sprechen. Die Beliebtheit moderner Sänger, die in einer lombardischen Varietät singen, ist ein relativ neues Phänomen in der Schweiz und Italien.
Weblinks
Wikipedia auf Lombardisch - Indoeuropäisch
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