Neheim

Neheim

Neheim und Hüsten sind zwei Ortsteile der Stadt Arnsberg (im Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen, Deutschland), die von 1941 bis 1974 gemeinsam die Stadt Neheim-Hüsten bildeten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Beide Orte liegen etwas nordwestlich vom Ortsteil Arnsberg im Tal der Ruhr, direkt südwestlich des Naturparks Arnsberger Wald. Die Fläche von Neheim beträgt 20,430 km² und die Fläche von Hüsten 15,042 km².

Einwohner

Neheim-Hüsten stellt mit 34.201 Einwohner 42,6 Prozent der Gesamteinwohnerzahl der Stadt Arnsberg. Dabei entfallen auf Neheim 23.224 Einwohner und auf Hüsten 10.977 Einwohner.[1]

Eingliederung in Arnsberg

Neheim-Hüsten entstand am 1. April 1941 durch Zusammenlegung der Stadt Neheim und der Freiheit Hüsten. Seit der Eingemeindung von 1975 ist der Ort ein Teil von Arnsberg. Seit 1983 sind Neheim und Hüsten eigenständige Stadtteile der Stadt Arnsberg.

Ortsgliederung

Der Doppelort unterteilte sich in die Stadtteile Neheim:[1]

Ortsteil Einwohner
Bergheim 3.843
Totenberg 1.734
Moosfelde 2.976
Erlenbruch 1.489
Neheim-Ost 3.251
Neheim-Mitte 2.798
Neheim-Süd 1.211
Binnerfeld 1.691
Müggenberg-Rusch 4.231

und Hüsten:[1]

Ortsteil Einwohner
Unterhüsten 1.166
Rumbecker Holz 866
Mühlenberg 2.376
Hüsten-Mitte 2.931
Hüsten-Ost 2.094
Flammberg 1.544

Geschichte und Entwicklung: Neheim

Neheim findet erstmals urkundliche Erwähnung im Jahre 1202. Am 25. Juli 1358 wurden dem Ort von Graf Gottfried IV. von Arnsberg die Stadtrechte verliehen. Ab dem 16. Jahrhundert gehörte Hüsten zunächst zum Amt Balve, das nach der Säkularisation allerdings neu gestaltet wurde.

St. Johannes Baptist in Neheim, „Sauerländer Dom“, bei Nacht
St. Johannes Baptist in Neheim, „Sauerländer Dom“, bei Tage

Spätestens im Jahr 1607 formiert sich aus der damaligen Bürgerwehr die Schützenbruderschaft, sie ist heute die älteste Personenvereinigung Neheims. Im Jahre 1807 wurde die Stadt durch einen Brand stark beschädigt. Der Wiederaufbau erfolgte nicht mehr willkürlich, sondern nach einem „Bebauungsplan“ mit geraden Straßen. Als besonders nachteilig für die Stadt stellte sich heraus, dass die im 18. Jahrhundert relativ bedeutende Textilherstellung den industriellen Massenwaren in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nicht mehr gewachsen war. Die Folge war eine tiefgreifende Agrarisierung und Verarmung der Stadtbevölkerung. Dies änderte sich seit den 1830er Jahren durch die Ansiedlung erster metallverarbeitender Fabriken.

Im Laufe der Zeit spezialisierten sich die teils einheimischen und teils zugewanderten Unternehmer immer stärker auf die Produktion von (Petroleum)Leuchten und den dazu nötigen Bauteilen. Vor allem nach dem Anschluss an die Eisenbahn (Obere Ruhrtalbahn) in den 1870er Jahren boomte diese Branche. Ausweislich der Reichsstatistik von 1905 war Neheim der Ort mit der dichtesten Konzentration an Stätten der Leuchtenproduktion; die Zahl der in dieser Branche Beschäftigten wurde nur in Berlin übertroffen. Aber unter anderem die Konkurrenz der elektrischen Beleuchtung beendete diese Phase. Die Unternehmer reagierten teilweise bereits vor dem ersten Weltkrieg mit der Umstellung auf die neue Technik.

Die ersten Jahrzehnte der Industrialisierung haben die Stadt nur wenig verändert. Zwar kam es bereits zu Zuwanderungen aus dem Sauerland und den angrenzenden Industriegebieten, aber ein Großteil der Belegschaften waren Einheimische vielfach mit Hausbesitz oder gar einer kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft. Dies begann sich seit den 1870er Jahren und insbesondere im letzten Jahrzehnt vor der Jahrhundertwende zu ändern. In diesen Jahrzehnten kam es wie im benachbarten Hüsten vor allem durch Zuwanderung zu einer überdurchschnittlichen Bevölkerungsvermehrung. Zwischen 1870 und 1905 stieg die Bevölkerung jährlich durchschnittlich um 4,13 Prozent an. Damit wuchs die Bevölkerungszahl von 2.947 auf 10.074 Einwohner an. Die Stadt blieb damit statistisch gesehen eine Kleinstadt, war aber, dicht gefolgt von Arnsberg, die größte Gemeinde im kölnischen Sauerland.

Durch die Bevölkerungsentwicklung dehnte sich die Stadt seit den 1870er Jahren über die Grenzen des Plans von 1807 aus. Neue Stadtviertel entstanden. Da Neheim und Hüsten einen gemeinsamen Bahnhof aufwiesen, wuchsen beide Orte allmählich zusammen. Insbesondere um die Jahrhundertwende war die Stadt wohlhabend genug, um 1902 ein neues Rathaus und 1911 eine neue Kirche (wegen ihrer Dimension „Sauerländer Dom“ genannt) zu bauen. Außerdem machte die Stadtentwicklung eine geordnete Ver- und Entsorgung mit Wasser, Gas und schließlich ab 1896 auch mit elektrischem Strom nötig. Hinzu kamen neue Schulen und andere städtische Einrichtungen.

Mit der Zuwanderung und dem Bevölkerungswachstum änderte sich auch der Charakter der Einwohnerschaft. Gewerblich-agrarische Existenzen spielten nur noch eine untergeordnete Rolle, während die Zahl der besitzlosen Industriearbeiter deutlich anstieg. Dabei zeigten sich in Neheim auch die negativen Seiten der Industrialisierung. Die Zahl der Kost- und Schlafgänger war hoch und zeitweise war Kinderarbeit insbesondere in der heimgewerblichen Montage von Lampenteilen nicht selten.

Leuchtenproduktion 1972

Trotz der erfolgreichen Umstellung der Produktion auf elektrische Leuchten war die exportabhängige Industrie in Neheim lange vor der vielbeklagten „Globalisierung“ von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängig und von Konkurrenz bedroht. Bereits in den 1920er Jahren etwa klagten die Neheimer Unternehmer über die steigende japanische Produktion. Daran hat sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg kaum etwas geändert. Erlebte die Neheimer Metall- und Leuchtenindustrie in den „Wirtschaftswunderjahren“ noch einmal einen Aufschwung, hatte es die Konsumgüterindustrie in den 1970er und 1980er Jahren schwer, sich den neuen weltwirtschaftlichen Bedingungen anzupassen. Zahlreiche Leuchtenfirmen mussten schließen und andere traditionsreiche Unternehmen wanderten in die Gewerbegebiete in den Nachbargemeinden ab. Diese Entwicklung machte auch die Firma Kaiser-Leuchten durch. Gleichwohl blieb Neheim auch weiterhin ein bedeutender Produktionsstandort. Dazu zählen etwa so bekannte Unternehmen wie BJB, Berndes, Umarex, Schroth-Gurte und an der Grenze zu Hüsten Wesco.

Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten (Auswahl)

  • katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist – erbaut zwischen 1892 und 1913 im Basilikenstil
  • evangelische Kirche – erbaut zwischen 1860 und 1862 als neugotischer Saalbau
  • Glockenspiel, gestiftet von der Schützenbruderschaft Neheim im Jahre 2007
  • ehemalige Neheimer Synagoge – erbaut 1875/76
  • Thedorus-Kapelle (Grablege der Familie Fürstenberg-Stammheim)
  • Burgmannshäuser (Drostenhof, Fresekenhof, Gransau)
  • Fabrikantenvillen (Villa Bremer, Villa Bröckelmann)
  • Fabrikgebäude (ehemalige Fabrik Brökelmann)

Geschichte und Entwicklung: Hüsten

802 wurde Hüsten zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damit ist Hüsten eine der ältesten Gemeinden in Westfalen. 1179 wurde die Pfarrei St. Petri Hüsten erstmals erwähnt (matria ecclesia = Mutterkirche). Zu ihr gehörten alle Dörfer der heutigen Stadt Arnsberg. Seit dem 13. Jahrhundert waren die Adeligen von Hüsten (später von Ketteler) und ihre Nachkommen Lehnsherren in Hüsten. 1360 wurden dem Ort Freiheitsrechte durch Graf Gottfried IV. von Arnsberg zugesprochen. Damit hatte der Ort quasi städtische Selbstverwaltungsrechte. 1446 wurde das Dorf Lütke-Bruchhausen (heute: Hüsten-Ost) durch Bürger der Stadt Soest während der Soester Fehde zerstört. Von Hüstener Feldern wurde Vieh und Getreide gestohlen. 1566 wurde das Freiheitsbuch angelegt. In diesem wurden bis 1834 wichtige Ereignisse der Freiheit (Erb- und Grundstücksverträge und Bürgerrechtsverleihungen) eingetragen. Das Freiheitsbuch gilt als eine der bedeutendsten Geschichtsquellen für Hüsten. 1604 brannten fast alle Wohnungen und Ställe ab. An der Pest starben 1613 nahezu die Hälfte der Einwohner. 1807 zerstörte ein Großbrand die Freiheit Hüsten und das heutige Straßennetz entstand. 1837 wurden sechzehn Gemeinden zum Amt Hüsten zusammengeschlossen.

Der Ort war im wesentlichen agrarisch geprägt. Eine vorindustrielle gewerbliche Entwicklung wie etwa im benachbarten Sundern blieb aus. Dies änderte sich fundamental mit der Gründung (1839/1846) eines schwerindustriellen Unternehmens („Hüstener Gewerkschaft“). 1839 wurde das Hüstener Walzwerk gegründet. Wohl keine andere größere Gemeinde im Bereich des heutigen Hochsauerlandkreises war bis zum Ende dieses Betriebes 1966 im positiven wie im negativen mit einem Unternehmen verbunden wie Hüsten mit der „Gewerkschaft“. 1870 begann der Bau des Karolinen-Hospitals und die Ruhrtalbahn nahm ihre Fahrt auf.

Die konjunkturelle Entwicklung des Unternehmens hatte erhebliche Auswirkungen für die Bevölkerungsentwicklung. In den Wachstumsphasen des Werkes führte das Arbeitsplatzangebot zu erheblichen Zuwanderungsprozessen und einer für das (kölnische) Sauerland überdurchschnittlichen Bevölkerungszunahme. Von 1871 bis 1911 stieg die Bevölkerung von bescheidenen 1.578 auf 6.609 Einwohner an (+ 318 Prozent). Zwischen 1870 und 1895 lagen die Zuwachsraten im jährlichen Durchschnitt bei beachtlichen 4 Prozent. Umgekehrt lässt sich in wirtschaftlichen Krisenzeiten wie in den 1860er Jahren eine stagnierende oder gar sinkende Bevölkerungsentwicklung beobachten.

Aber Hüsten war nicht nur bevölkerungsgeschichtlich eng mit der Hüstener Gewerkschaft verbunden. Das Werk prägte auch das Stadtbild entscheidend mit. Dies gilt nicht nur für das ausgedehnte Werksgelände. Vielmehr sorgte das Unternehmen mit dem Bau von Werkswohnungen für eine Ausdehnung des Ortes. Deutlich davon abgesetzt entstanden in bevorzugter Lage die Villen und Wohnhäuser der Direktoren und leitenden Angestellten.

Seit der kommunalen Neugliederung von 1975 gehört Hüsten zur Verwaltungseinheit Stadt Arnsberg.

Hüstener Gewerkschaft (ehemaliges Kontorgebäude)

Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten (Auswahl)

  • Pfarrkirche St. Petri
  • Haus Hüsten
  • Gebäude der ehemaligen Hüstener Gewerkschaft: Arbeiterhäuser, Verwaltungsgebäude (Bahnhofstraße)
  • Fabrikantenvilla Westermann
  • Rathaus Stadt Arnsberg (Rathausplatz)
  • historische Schienenreste der Kleinbahn

Wahlverhalten und politische Kultur in Neheim und Hüsten

Bestimmend für das politische Verhalten in Neheim und Hüsten waren seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum einen die überwiegend katholische Konfession und zum anderen die soziale Lage der Industriearbeiter. Der erste Faktor führte dazu, dass auch die katholischen Arbeiter seit dem Kulturkampf fast ausschließlich die Zentrumspartei wählten. Die soziale Dimension spielte dabei insofern eine Rolle, als es teilweise einen konfessionellen und politischen Gegensatz zum Wirtschaftsbürgertum gab. Unter diesem waren relativ viele Protestanten und Wähler konservativer oder liberaler Parteien.

In beiden Gemeinden hatte die Zentrumspartei spätestens seit den 1890er Jahren einen betont sozialpolitischen Charakter. Die Arbeiter blieben fest verbunden mit dem katholischen Milieu und erschwerten es der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung in den Orten Fuß zu fassen. In Neheim hatte es zwar bereits 1903 einen sozialistischen Wahlverein gegeben, aber die Partei konnte sich erst 1911 fest etablieren. In Hüsten dauerte dies sogar bis 1918.

Zur Interessenartikulation der Bevölkerungsmehrheit gehörten nicht zuletzt Arbeitskämpfe und Gewerkschaften. Gerade in dieser Hinsicht bestanden zwischen beiden Gemeinden erhebliche Unterschiede. In Hüsten gab es vor dem Ersten Weltkrieg nur äußerst selten Streiks und die Gewerkschaftsbewegung konnte sich nicht etablieren. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen (starke Hierarchisierung der Belegschaft in der Schwerindustrie, starke auch außerbetriebliche Abhängigkeit vom Arbeitgeber, z. B. durch Werkswohnungen).

Plakat zu einem Streik bei der Firma Brökelmann Anfang des 20. Jahrhunderts

Auch in Neheim dauerte es bis zum Ende der 1890er Jahre, ehe sich eine Arbeiterbewegung zu formieren begann. Für diese Verspätung spielte auch ein Rolle, dass sich erst in dieser Zeit eine christliche Gewerkschaftsbewegung entwickelte. Erst damit entstand eine auch für den einflussreichen Klerus und das katholische Milieu insgesamt akzeptable Organisationsform. Vor diesem Hintergrund entstand in Neheim 1899 der christlich orientierte „Sauerländer Gewerkverein“ der Metallarbeiter. Ein verlorener Streik zwang die Organisation, sich dem Christlichen Metallarbeiterverband anzuschließen. Gleichwohl gingen die Mitgliederzahlen auf ein Minimum zurück. Etwa um 1910 kam es zu einem Wiederaufschwung der Gewerkschaftsorganisation. Innerhalb weniger Jahre waren mehr als eintausend Arbeiter organisiert und die Gewerkschaft war neben der Schützenbruderschaft die zahlenmäßig stärkste Organisation in der Stadt. Bis zum Ende der Weimarer Republik war die Stadt eine Hochburg der christlichen Gewerkschaftsbewegung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Neheim-Hüsten eine Hochburg eines betont sozial orientierten Flügels in der neu gegründeten CDU. Allerdings wurde am 1. März 1946 ausgerechnet in Neheim-Hüsten (Karolinenhospital Hüsten) Konrad Adenauer zum Vorsitzenden des Zonenausschusses der Christlich-Demokratischen Union gewählt. Dieser stand bekanntlich eher dem bürgerlichen Flügel der Union nahe. Davon zeugt auch das von Adenauer maßgeblich mitgestaltete „Programm von Neheim-Hüsten“.

Regelmäßige Veranstaltungen

Neheimer Schützen- und Jägerfest

Vermutlich spätestens im Jahre 1607 wurde die Schützenbruderschaft Neheim gegründet. Fungierte sie damals noch als Bürgerwehr, ist sie heute zu einem der größten Vereine im Stadtgebiet herangewachsen. Im 19. Jahrhundert sorgten die strikten Aufnahmebedingungen (katholische Konfession, Ortsgebürtigkeit) dafür, dass sich für die vielen Neubürger der „Jägerverein“ gründete. Die Aufnahmebedingungen waren zur Bindung zwischen Bürgerwehr (Schützenbruderschaft) und Stadt Neheim gedacht, wurden aber Anfang des 20. Jahrhunderts aus Gründen des Strukturwandels abgelegt. Heute sind auch Frauen in der Bruderschaft willkommen. Beide Vereine bestehen bis heute nebeneinander und wechseln sich jährlich in der Abhaltung eines großen Volksfestes (Schützen- bzw. Jägerfest) ab. Das Neheimer Schützenfest ist das größte Schützenfest im Sauerland.

Jedes Jahr lockt das Neheimer Volksfest tausende Besucher in die Innenstadt wo vier Tage lang ein friedliches Volksfest gefeiert wird. Einer der Höhepunkte ist der Festzug am Sonntag; im Jahr 2007 rechneten die Veranstalter mit 20.000 Besuchern, Schätzungen der Polizei lagen aber über 30.000.

Hüstener Kirmes

Während die Neheimer behaupten, das größte Schützenfest zu veranstalten, behaupten die Hüstener, mit ihrer Kirmes das größte Volksfest des Sauerlandes überhaupt abzuhalten. Ausgewertet wird dies durch Besucherzählungen. Die Kirmes dauert fünf Tage und findet immer um den zweiten Sonntag im September statt (Freitag bis Dienstag). Montags ist traditionell Tierschau um die St.-Petri-Kirche. Das Tierschaukonzept wurde in den letzten Jahren stark überarbeitet. Es findet nun jährlich eine Großtierschau mit etwa 50-70 Fleischrindern, 20-50 Milchkühen, 40-80 Pferden, Schweinen, Kleintieren, Stallhasen und Rassegeflügel statt. Die Tiere werden in verschiedenen Ringen gerichtet und gewertet. Die Schau bietet wohl die größte Artenvielfalt an Nutz- und Zuchttieren im westfälischen Raum. Seit einigen Jahren gibt es einen kostenlosen Bustransfer für Schulklassen einschließlich Begleitpersonal zur landwirtschaftlichen Zuchtschau. Angegliedert ist eine Land- und Forstmaschinenschau wie auch ein großer Krammarkt mit bis zu 140 Ständen. Die Kirmes gibt es nachweislich schon seit über 1.000 Jahren. Anfangs war es ein traditioneller Kirchweih-Markt mit fliegenden Händlern, Zuchtschau, Nutzviehhandel, Gauklern und Artisten, welcher sich dann über die Jahrzehnte zum größten Volksfest des Sauerlands entwickelte. Der große Kirmesplatz liegt harmonisch zwischen Ruhr und Zentrum. Die Landwirtschaftsschau findet in der alten Parkanlage neben Kirche und Kirmesplatz statt. Die gesamte Veranstaltung ist auf 350.000 Besucher ausgelegt. Das Fest wird von der „Huestener Kirmesgesellschaft e. V.“, einem Zusammenschluss ehrenamtlich tätiger Bürger, organisiert.

Im Jahre 2007 besuchten trotz schlechten Wetters 20.000 Menschen die Tierschau der Hüstener Kirmes. (Zählung am 10. September 2007 von 7:00 bis 12:30 Uhr)

Karneval

In Neheim und Hüsten zählt auch der Karneval (in kurkölnischer Tradition) zu den beliebtesten Ereignissen des Jahres. In Hüsten von der HüKaGe gestaltet nimmt deren Männerballett eine besondere Stellung ein. Größte Erfolge sind dabei zahlreiche Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften zum Teil auch mit Platzierungen.

Under the Bridge

Das Rockfestival findet alljährlich unter einer Autobahnbrücke statt. Organisiert wird es von einer ehrenamtlichen Initiative. Im Jahre 2006 traten Die Ohrbooten auf, die Gewinner des Ruth (Musikpreis) 2006.

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die vor Ort gewirkt haben oder wirken

  • Friedrich Wilhelm Brökelmann, * 10. August 1799, † 31. Juli 1891, Unternehmer in Neheim und Hüsten
  • Karl Josef Dinslage, * 19. August 1818 in Geseke, Neheimer Bürgermeister von 1847 bis zu seinem Tode am 17. Juni 1886
  • Egon Hillebrand, * 9. April 1914, † 31. Oktober 2007, Unternehmer in Neheim und Hüsten, Bundesverdienstkreuz 1988
  • Dr. Hartwig Kleinholz, * 7. Oktober 1934 in Duisburg, † 27. Januar 1978 in Neheim, VHS-Leiter in Neheim-Hüsten und Mitinitiator (1965) des Kurzgeschichtenkolloquiums (Deutscher Kurzgeschichtenpreis)
  • Ana Lado, * in Spanien, seit 1975 in Deutschland, seit 1993 als Friseurmeisterin in Neheim selbstständig, 2007 Preisträgerin des Deutschen Handwerks als „Unternehmerfrau des Handwerks 2007“
  • Heiner Thade, * 15. September 1942 in Lüdinghausen, Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko, 1972 in München und 1976 in Montreal im Modernen Fünfkampf, 1969 und 1972 Deutscher Meister in dieser Disziplin, Träger des Ehrenrings der Stadt Arnsberg seit 1972
  • Gisbert Wisse, * 1944 in Beverungen, 1972 bis 1974 Vikar am Sauerländer Dom, Ernennung zum Domkapitular am 15. November 2007 durch Erzbischof Hans-Josef Becker
  • Peter Meilchen, * 13. Dezember 1948 in Linz am Rhein, † 27. Oktober 2008 in Arnsberg-Neheim, Grafiker, Maler, Fotograf und Lyriker, Mitbegründer der Ateliergemeinschaft Der Bogen

Ehrenbürger

  • Anton Cöppicus (* 3. März 1886 in Neheim, † 13. Januar 1970 ebd.), langjähriger Bürgermeister (Ehrenbürger von Neheim-Hüsten, 7. Januar 1965).
  • Dieter Henrici (* 11. März 1937 in Neheim), Unternehmer BJB (Ehrenbürger von Arnsberg, 21. Januar 2007).
  • Dr. Friedrich Hilsmann (* 1808, † 21. Februar 1900 in Neheim), Arzt (Ehrenbürger von Neheim, 18. Juni 1896).
  • Ernst König (* 20. März 1892, † 25. Januar 1977), langjähriger stellvertretender Bürgermeister (Ehrenbürger von Neheim-Hüsten, 7. Januar 1965).
  • Heinrich Lübke (* 14. Oktober 1894 in Enkhausen/Sauerland; † 6. April 1972), ehemaliger Bundespräsident (Ehrenbürger von Neheim-Hüsten, 7. Mai 1968)
  • Schwester Aicharda († 7. Juni 1975 in Neheim), Gemeindeschwester (1. Ehrenbürgerin von Neheim-Hüsten, 1. Juli 1955).
  • Johann Suibert Seibertz (* 27. November 1788, † 17. November 1871 in Arnsberg), Jurist und Historiker (Ehrenbürger von Neheim, 20. Juni 1860).
  • Noa Wolff (* 18. August 1809 in Berleburg, † 4. Oktober 1907 in Neheim), Fabrikant (Ehrenbürger von Neheim, 18. August 1896).

Städtepartnerschaft

Seit 1971 besteht eine Städtepartnerschaft zum Borough Bexley in Großbritannien.

Quellen und Einzelnachweise

  1. a b c Einwohnerstatistik Stadt Arnsberg, Stand 31. Dezember 2008

Weblinks


51.4286111111117.99611111111117Koordinaten: 51° 26′ N, 8° 0′ O


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