Owning Mahowny

Owning Mahowny
Filmdaten
Deutscher Titel Owning Mahowny
Produktionsland Kanada, Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge ca. 101 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.
Stab
Regie Richard Kwietniowski
Drehbuch Maurice Chauvet
Produktion Bradley Adams
Damon Bryant
Alessandro Camon
Sean Furst
Victoria Hirst
András Hámori
Seaton McLean
Edward R. Pressman
Musik Richard Grassby-Lewis
The Insects
Kamera Oliver Curtis
Schnitt Mike Munn
Besetzung

Owning Mahowny ist ein kanadisch-britisches Filmdrama von Regisseur Richard Kwietniowski aus dem Jahr 2003 nach einer wahren Begebenheit der frühen 1980er Jahre in Toronto. Die Hauptrolle des Spielerfilms verkörperte Philip Seymour Hoffman.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Dan Mahownys geheimes Leben wurde an die Öffentlichkeit gebracht. Er blickt mit einem Psychologen darauf zurück: Dan ist ein fleißiger akkurater Bankangestellter, der sich trotz Beförderung keinen Luxus gönnt. Mit seiner Freundin Belinda führt er ein biederes Dasein. Das Bankdirektorium vertraut ihm als jüngstem Mitglied des Vorstandes völlig. Im Geheimen verfällt er jedoch immer mehr der Spielsucht. Wegen Schulden bei Frank Perlin auf der Rennbahn beginnt er trotz schlechtem Gewissen seine Vertrauensposition bei der Bank zu nutzen um an immer größere Geldbeträge zu kommen. Er spielt in Atlantic City und in Las Vegas in den Casinos. Die spielenden Gäste werden mit Videos überwacht und vom schleimigen Casinobesitzer Victor Foss psychologisch studiert um sie bei Laune zu halten solange sie Geld haben. Dan Mahowny hat nie genug vom Spielen, egal ob er verliert oder gewinnt. Er nimmt sich keine Zeit zum Essen und zum Schlafen. Er vergisst seine im Hotelzimmer wartende Freundin, die sich immer mehr vernachlässigt fühlt. Dan verwettet immer größere Beträge. Er verliert, er unterschlägt Geld. Er ist ein gerne gesehener Gast im Casino, dem jeder mögliche Wunsch erfüllt werden soll. Dan will aber seine Ruhe beim Wetten und hat bis auf ein einfaches Essen keinerlei Bedürfnisse. Er will weder schnellen Sex, noch Alkohol, noch Drogen. Er erhält den Spitznamen Eismann, weil er kaum Gefühlsregungen zeigt und sich immer nur verbissen aufs Spiel konzentriert. Sein Kopf ist meist nach unten gerichtet als könne er seinen Blick in keine andere Richtung als auf den Spieltisch richten. Als Einziger ist der im Casino angestellte Bernie ehrlich und freundlich zu Dan. Sein Rat mit einem Gewinn von neun Millionen Dollar den Spieltisch zu verlassen bleibt ohne Wirkung außer dass Bernie gefeuert wird. Dan kann nicht anders als alles wieder zu verlieren. Auch seine Freundin kann ihm nicht helfen. Dan streitet seine Sucht ab. Er habe wegen seiner Schulden ein finanzielles Problem und nichts anderes. In der Bank werden trotz Revision keine verdächtigen Vorgänge gefunden.

Die Polizei überwacht inzwischen das Telefon des Rennstallbesitzers und wird dadurch auf Dan Mahowny aufmerksam. Weil soviel Geld umgesetzt wird, gehen sie zuerst von Drogengeschäften aus. Schließlich wird Dan wegen Verdachts auf Unterschlagung verhaftet. Überrascht stellt der Bankdirektor einen Fehlbetrag von 10,2 Millionen Dollar fest. Obwohl Dan alleine dafür verantwortlich ist, werden auch etliche andere Bankangestellte gekündigt. Belinda steht weiterhin zu Dan.

Im Abspann ist zu lesen, dass sie während eines kurzen Urlaubs heiraten. Dan wird zu sechs Jahren Haft wegen des Bankbetrugs verurteilt. Nach einer Therapie hat er nach seinem Gefängnisarrest nicht mehr gespielt. Die Bank erhielt jahrelang einen Teil des Verdienstes von Dan. Das Verfahren der Bank gegen das Casino wurde außergerichtlich beigelegt. Das Casino wurde wegen der Verstöße gegen die Vorschriften für 24 Stunden geschlossen. In Atlantic City wurde das als Dan Mahowny-Tag bekannt.

Kritiken

  • „Fesselnde Studie einer Sucht, brillant gespielt […] Grandios: Hoffman spielt bis ans Limit, in seinem Antlitz spiegelt sich alles! Das unterkühlte Portrait eines ewigen Verlierers erzeugt - wie es der tragische Antiheld Hoffman treffend ausdrückt - ‚qualvolle Spannung‘.“ (Cinema) [2]
  • „Regisseur Richard Kwietniowski ('Leben und Tod auf Long Island') erzählt nach wahren Begebenheiten eine dramatische Zocker-Story mit einem hervorragenden Philip Seymour Hoffman in der Hauptrolle. Leider haben sich in der Erzählung viele unnötige Längen eingeschlichen, die das kühle Drama oft müde wirken lassen.“ (Prisma) [3]
  • Carsten Baumgardt, filmstarts.de, bezeichnete den Film als „intensiv“ und schrieb: „Wenn die (Film)Welt gerecht wäre, hätte er eine Oscarnominierung bekommen. (...) Aber immerhin hielt sich der Film, der mit maximal 24 Kopien lief, gut fünf Monate in den US-Kinos.“[4]

Auszeichnungen

  • 2004 gewann Philip Seymour Hoffman einen Vancouver Film Critics Circle Award als bester Schauspieler.
  • 2004 gewann Philip Seymour Hoffman einen Chlotrudis Award als bester Schauspieler.
  • 2004 gab es vier Nominierungen bei den Genie Awards:
    • für den besten Film für Alessandro Camon, Seaton McLean, Andras Hamori,
    • für die beste Musik für Tim Norfolk, Bob Locke, Jon Hassell, Richard Grassby-Lewis,
    • für Philip Seymour Hoffman als bester Hauptdarsteller
    • und für Maurice Chauvet für das beste Drehbuch.
  • 2005: Nominierung für den Literaturfilmpreis

Hintergrundinformationen

Der biographische Film basiert auf dem Buch Stung: The Incredible Obsession of Brian Molony von Gary Stephen Ross. Das Buch war 1987 sechs Monate lang in der Bestsellerliste und gewann einige Preise. Der Autor übernahm 1982 aus Zeitungsartikeln in Toronto die Idee dieser wahren Geschichte über den größten Ein-Mann-Bankbetrug in der Geschichte Kanadas. Der wirkliche Dan Mahowny war jahrelang spielsüchtig. Er verbüßte seine Gefängnisstrafe und hat nach einer Therapie nie wieder ein Spielcasino betreten. Er hat seine Freundin geheiratet und ist Berater einer Firma, die gegen Betrug ermittelt.

Das Budget des Films betrug etwa 10 Millionen US-Dollar. Gedreht wurde ab März 2001. Produziert wurde der Film von der kanadischen Medienfirma Alliance Atlantis.

Der Film wurde am 23. Januar 2003 auf dem Sundance Film Festival uraufgeführt. Er lief bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2003 in der Sektion Panorama. Der Film startete im Oktober 2004 in den deutschen Kinos.

Seit Mai 2005 gibt es DVDs in Deutsch und Englisch. Sie enthalten deutsche Untertitel und ein Making of. Der Spielerfilm wurde im März 2006 erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt.

Weblinks

Quellen

  1. Lexikon des internationalen Films
  2. Cinema
  3. Prisma
  4. Carsten Baumgardt, filmstarts.de

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