Postgeschichte von Bad Gandersheim

Postgeschichte von Bad Gandersheim

Die Postgeschichte von Bad Gandersheim beschreibt die geschichtliche Entwicklung des Postwesens in Bad Gandersheim von den Anfängen im 17. Jahrhundert bis in die Zeit der Reichspost um 1900.

Postgeschichte

Frühe Poststempel aus Gandersheim

Eine Poststelle ist in Gandersheim im Jahre 1641 durch den Braunschweig-Lüneburgischen Postmeister im Herzogtum Calenberg, Rütger Hinüber (Hildesheim), eingerichtet worden. Gemäß einem Recript vom 3. Dezember 1708 wurde am 1. Januar 1709 daraus eine Post-Expedition der Braunschweig-Wolfenbüttelschen Landespost. Es sind Briefe mit handschriftlichem Ortsvermerk aus dieser Zeit bekannt.

Gandersheim gehörte zwischen 1810 und 1813 zum Königreich Westfalen. In dieser Zeit war Postdirektor Strube, Directeur expäditeur für die Post-Expedition zuständig. Er verwendete einen Einzeiler-Stempel “Gandersheim”, eine Franco- sowie einen Déboursés-Stempel. Zwischen 1823 bis 1834 wurde handschriftlich das Datum beigesetzt.

Im Jahre 1833 wurde ein Hammerstempel mit Ortsangabe und Zahlendatum mit zweifacher Wellenlinienumrandung angeschafft. 1852 kam ein neuer Hammerstempel mit graden Umrandungslinien in Gebrauch. Der wiederum wurde 1854 von einem Rechteckstempel mit Ortsbezeichnung, Datum, Stern und Uhrzeit abgelöst, 1860 gefolgt von einem Zweikreisstempel mit Tag, Monat und Jahr und Stunden. Zur Entwertung der Postwertzeichen verwendete man den Rostgitterstempel mit der Nummer “14".

Die Post-Expedition wurde 1838 in eine Postverwaltung, 1855 wieder in eine Post-Expedition, 1856 erneut in eine Postverwaltung und 1856 Bahn- und Postamt. In der Zeit des Norddeutschen Postbezirks 1869 hatte Gandersheim eine Post-Expedition 1 Classe, bei der Reichspost 1872 eine Post-Verwaltung und 1876 Postamt II Klasse.

Postmeister waren: Friedrich Unger, (1833-39), Lieutenant C. G. Simonis (1839-55), Adolph Damköhler (1855-57), die Postassisten August Glenewinkel,, (1857-58), Theodor Kraus (1858-60), Constantin Wildt (1860-62), sowie die Postexpedient Heinrich Weidner (1862-64) und C. W. F. Harke (1864-65), Postassistent C. Fritsche, (1865), der Bahn- und Postassistent Albert Kobus war interim Vorstand (1865-69), Wilhelm Ritter (1869-74), der Briefträger F. Edler mit dem Titel Postsekretär, (1875-77). Dann kamen die Postverwalter: Hermann Rehm, (1878-90), Paul Lucas, 1891 als Postsekretär, commisarischer Vorsteher) (1892-95), Louis Bertram, (1910 zusätzlich Rechnungsrat), (1896-14) und Ferdinand Borchers, (1915-16)

Bis 1858 hat es eine Posthalterei gegeben, wie man dem Adressbuch entnehmen kann, es sind dort die Posthalter Christoph Ölzen, (1833-48), Friedrich Oelzen, (1850-58) genannt.

Im Königreiche Hannover kam es zur Aufhebung einer bestehenden Einrichtung und Errichtung neuer Postexpeditionen und Relais "die Postexpedition Bönnien ist mit dem 1. Oktober 1838 aufgehoben, und dagegen ein Relais zu Bockenem etabliert, Entfernung nach Gandersheim 2¾, nach Lutter am Barenberg 1½ und nach Seesen 2 Meilen”.

1844 erhielt Heinrich Dieckmann aus Gandersheim das einfache Ehrenzeichen für verdiente Postillions, 1847 erhielt er das zweifache Ehrenzeichen und ein Geschenk von 10 Thl.

Literatur

  • Bade, Henry: “333 Jahre Braunschweigische Post, 1535 - 1867", Karl Pfankuch & CO, Braunschweig, 1960. Hierher stammen auch die Stempelabbildungen.
  • Anderson, Hans-Joachim: „Die Bezeichnung der Poststempelformen“ Düsseldorf 1970, Poststempelgilde „Rhein-Donau e. V.“ (Der Versuch des Bundes Deutschen Philatelisten eine Einheitlichkeit in den Stempelbeschreibungen zu erreichen)
  • Steven, Werner: “Inhaltsübersicht der postalisch relevanten Braunschweigischen Ciculare, Gesetze und Verordnungen von 1807 bis 1867" Rundbrief Nr. 58, Arbeitsgemeinschaft Braunschweig und Hannover im Briefmarken-Club Hannover, April 2004
  • Steven, Werner: "Verzeichnis der Postanstalten und deren Personal im Bereich des Herzogtums Braunschweig, 1811-1916." Gesellschaft für Deutsche Postgeschichte e. V. Bezirksgruppe Braunschweig/Hannover. Heft 13 der Postgeschichtliche Blättern, 1992.

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