Quartettspiel

Quartettspiel
Städtequartett

Quartett ist ein vor allem bei Kindern beliebtes Kartenspiel. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Quartette, das sind Sätze von vier zusammengehörigen Karten, zu sammeln.

Quartett ist unter den Namen Happy Families (Großbritannien), Jeu de familles (Frankreich), Gioco delle famiglie (Italien), Authors (Großbritannien und USA) bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Klassisches Quartett

Das Spiel zu drei oder mehr Personen

Quartett wird – klassisch – mit einem Paket traditioneller Spielkarten zu 32 Blatt gespielt, meistens aber mit speziellen Quartettkarten. Ein Paket Quartettkarten besteht meistens aus acht Quartetten, d.h. aus 32 Karten.

Zunächst werden die Karten gemischt und einzeln an die Spieler verteilt – dabei erhalten unter Umständen einige Spieler eine Karte mehr als andere. Der Spieler links vom Kartengeber beginnt das Spiel und fragt einen beliebigen Mitspieler nach einer eindeutig bezeichneten Karte, die ihm zur Bildung eines Quartetts fehlt; z.B. „Eva, hast du den Herz-König?“ oder „Michael, hast du die Karte E3?“

Ein Spieler darf nur dann nach einer bestimmten Karte fragen, wenn er von dem betreffenden Quartett mindestens eine Karte in der Hand hält. Hat der befragte Mitspieler die gesuchte Karte, so muss er sie dem Fragenden herausgeben, und dieser darf weiterhin von seinen Mitspielern ihm fehlende Karten fordern. Wenn jedoch ein Befragter die gewünschte Karte nicht besitzt, dann ist dieser an der Reihe nach Karten zu fragen. Sobald ein Spieler ein vollständiges Quartett, z.B. vier Könige, besitzt, legt er dieses offen vor sich auf den Tisch. Hat ein Spieler keine Karten mehr in der Hand, so ist er aus dem Spiel, und sein linker Nachbar darf als nächster nach Karten fragen.

Wer bis Spielende die meisten Quartette sammeln kann, gewinnt.

Das Spiel zu zweit

Wenn nur zwei Spieler teilnehmen, erhält jeder zehn Karten. Die restlichen Karten werden als Talon verdeckt auf den Tisch gelegt. Wer eine gesuchte Karte nicht erhält, nimmt die oberste Karte des Stapels in sein Blatt, während der andere fragen darf. Ansonsten gelten die Regeln des Spiels für drei oder mehr Personen.

Go Fish

Go Fish ist ein dem Quartett ähnliches Spiel, das als Andare à piscere in Italien bereits im Jahre 1585 dokumentiert ist und heute vor allem im englischen Sprachraum verbreitet ist.

Go fish wird von drei bis sechs Personen mit einem Paket zu 52 Blatt französischer Karten gespielt. Jeder Spieler erhält fünf Karten, der Rest wird als Talon verdeckt zur Seite gelegt. Der Spieler links vom Teiler beginnt das Spiel.

Der Unterschied zu Quartett besteht darin, dass ein Spieler nicht nach einer bestimmten, einzelnen Karte, wie etwa „Herz-König“ fragt, sondern den angesprochenen Mitspieler auffordert, ihm alle Karten eines bestimmten Ranges zu geben, also etwa „Michael, gib mir deine Könige“. Dabei gilt, dass ein Spieler nur dann nach Karten eines bestimmten Ranges fragen darf, wenn er selbst zumindest eine derartige Karte besitzt. Besitzt der angesprochene Spieler keine einzige Karte des geforderten Ranges, so antwortet dieser (englisch) mit „Go, fish

Der Spieler, der vergeblich Karten gefordert hat, nimmt dann die oberste Karte vom Talon in sein Blatt, und der Mitspieler, der „Go fish“ geantwortet hat, darf nun selbst Karten von anderen Mitspielern fordern. Ansonsten gelten dieselben Regeln wie bei Quartett. Ziel des Spiels ist es, die meisten Quartette, welche hier als Books bezeichnet werden, zu sammeln. [1]

Supertrumpf

Supertrumpf oder Megatrumpf ist eine Variante des Kinderspiels Leben und Tod, die z. B. mit einem Autoquartett gespielt wird. Am Spiel können zwei oder mehr Personen teilnehmen.

Die Karten werden gemischt und gleichmäßig unter die Spieler verteilt. Jeder Spieler hält seine Karten zu einem Päckchen gestapelt so in der Hand, dass nur das oberste Blatt – und zwar nur für ihn – zu sehen ist. Der Spieler links vom Geber nennt nun ein technisches Datum seiner Karte, bei einem Autoquartett zum Beispiel die Anzahl der Zylinder, Motor-Leistung in kW, Höchstgeschwindigkeit, maximale Drehzahl oder Beschleunigung.

Die Mitspieler nennen nun die entsprechenden Daten auf ihren obersten Karten, und der Spieler, der den höchsten Wert besitzt, gewinnt den Stich. (Wird nach der Beschleunigung gefragt, so gewinnt natürlich die niedrigste Anzahl an Sekunden, welche benötigt wird, um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen). Der Gewinner erhält die obersten Karten seiner Mitspieler und legt diese zuunterst zu seinem Päckchen.

Besitzen zwei oder mehr Spieler Karten mit demselben höchsten Wert, so legen alle Spieler ihre obersten Karten in die Mitte, und die Spieler mit dem höchsten Wert spielen eine Entscheidungsrunde. Der Spieler, der zuvor angesagt hat, nennt wiederum ein technisches Datum und der Sieger dieser Runde gewinnt zusätzlich zu den Karten aus der Stichrunde die Karten aus der unentschiedenen Runde.

Hat ein Spieler alle Karten verloren, so scheidet er aus, und das Spiel wird von den verbleibenden Teilnehmern fortgesetzt. Der Spieler, der zuletzt alle Karten gewonnen hat, ist Sieger.

Da das Spiel so unter Umständen sehr lange dauert, empfiehlt es sich, eine Zeitbegrenzung festzusetzen. Sieger ist dann, wer am Ende der vereinbarten Spieldauer die meisten Karten besitzt. Supertrumpf ist in den USA unter den Namen Top Trumps bekannt; ein anderer Name ist Everlasting.

Quartettkarten

Das erste Autoquartett wurde 1952 von der deutschen Firma ASS herausgegeben. Neben Autoquartetten gibt es Karten mit Fahrzeugen aller Art, wie Motorrädern, Schiffen und Flugzeugen. Abgesehen von technischen Themen werden verschiedenste Wissensgebiete für die Gestaltung von Quartettkarten herangezogen, wie etwa bei Städtequarttetten.

Die in den USA übliche Bezeichnung Authors hat ihren Ursprung in einem weit verbreiteten Schriftsteller-Quartett. Ebenso gibt es Quartettkarten mit den Bildern von Päpsten oder bekannten Fußballspielern. Zu den Kuriosa unter den Quartettspielen zählen u.a. ein Bierquartett, aber auch ein Diktatorenquartett, ein Massenmörderquartett, u.a.m.

Quellen

  1. The United States Playing Card Company, Joli Quentin Kansil, Editor: Official Rules of Card Games, 90th Edition, 2004

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