Rede

Rede
Martin Luther King während einer Rede
Speakers' Corner in London

Eine Rede ist eine im Voraus überlegte, in der Regel mündliche Mitteilung, die von einem Redner oder einer Rednerin an mehrere Personen (Zuhörerschaft, bei öffentlichen Reden Publikum) gerichtet wird. Als Rede bezeichnet man ferner das gegliederte Redemanuskript und die Druckfassung einer Rede. Kurze Reden zur Begrüßung einer Versammlung oder Eröffnung einer Veranstaltung werden auch Ansprache genannt.

Inhaltsverzeichnis

Arten von Reden

Von gesprächsweisen Mitteilungen unterscheiden sich Reden durch:

Formale Merkmale

  • Monologische Form: Die Zuhörer unterbrechen den Redner nicht durch längere eigene Mitteilungen, sondern höchstens durch Beifalls- oder Missfallenskundgebungen. Zwischenfragen und Zwischenrufe sind bei Redebeiträgen zu Debatten statthaft, nicht aber bei Reden in feierlichem Rahmen.
  • Standardsprache: Reden werden häufig schriftlich aufgesetzt und abgelesen. Geübte Redner ziehen den freien Vortrag anhand von Notizen vor. Auch dann, wenn Redner extemporieren („aus dem Stegreif“ sprechen), versuchen sie ihre Worte dem Niveau der geschriebenen Sprache anzugleichen.
  • Prosa: Redner sprechen nicht in Versen. Versreden zu heiteren Anlässen wie Hochzeitsfeiern und Karnevalsveranstaltungen (Büttenrede) sind die Ausnahme.
  • Thematische Geschlossenheit: Reden zeichnen sich dadurch aus, dass sie stets „zur Sache“ sind. Weitschweifigkeit ist schlechter Redestil und führt dazu, dass das Publikum ungeduldig reagiert. Eine gute Rede ist prägnant und so kurz wie möglich.
  • Habitus und Körpersprache: Reden, selbst Tischreden, werden meist stehend, in größeren Versammlungen „frontal“ von einem Rednerpult aus gehalten. Der Redner erhebt seine Stimme und sucht den Blickkontakt zu den Zuhörern.
  • Höflichkeitszeremoniell: Zu einer Rede gehört von Seiten des Redners höfliche Anrede der Zuhörerschaft, Bitte um und Dank für Aufmerksamkeit, seitens der Zuhörerschaft Schlussapplaus.

Jede Rede ist auch „Rede im Sinne der Sprachwissenschaft“. Das Umgekehrte trifft nicht zu, da Grammatiker und Linguisten den Begriff der Rede auf alles anwenden, was nach den Regeln einer Sprache verfasst ist (direkte, indirekte, erlebte Rede). In der deutschen Sprache besitzt das Wort „Rede“ ebenfalls diese weite, ja eine noch weitere Bedeutung, z. B. in Redewendungen wie Rede und Antwort stehen, zur Rede stellen, worin „Rede“ so viel wie „Rechenschaft“ bedeutet.

Anlass und Zweck

Im Unterschied zur mündlichen Erzählung, zur Rezitation, zur Plauderei von Conférenciers dienen Reden nicht oder nur am Rande der Unterhaltung. Redner vertreten eine Sache, sind oder zeigen sich politisch, sozial, moralisch engagiert, wollen durch ihre Worte etwas bewirken. Ihre Reden haben einen bestimmten Anlass und verfolgen einen oder mehrere der folgenden Zwecke:

Die Rede als Kunstform

Hauptartikel: Rhetorik

Seit der Antike genießt der Redner, Rhetor bei den Griechen, Orator bei den Römern, hohes Ansehen. Die Rede entwickelte sich in der politischen und Gerichtspraxis beider Völker zur Kunst. Beredsamkeit galt als erlernbar und wurde in besonderen Rednerschulen gelehrt. Das praktische Wissen über effektive Redegestaltung wurde gesammelt und theoretisch durchdrungen. Daraus entstand ein umfangreiches Wissensgebiet, die Rhetorik. Sie zählte bis ins Mittelalter zum Bildungskanon und ist heute keineswegs überholt, wie der Blick auf ihre Systematik zeigt. Die Analyse und Klassifikation der Redefiguren befruchtete andere Wissensgebiete, so Stilistik und Poetik. Die Rhetorik ist eine der historischen Wurzeln der Literaturwissenschaft.

Welches Ansehen ein Redner genießen kann bzw. wie wichtig einem Veranstalter ein prominenter Redner sein kann zeigen die Honorare, die mitunter für eine Rede bezahlt werden. Speziell ehemalige Präsidenten oder andere ranghohe bzw. populäre Regierungsmitglieder erhielten bzw. erhalten hohe Geldbeträge pro Auftritt, zum Beispiel Bill Clinton[1], Al Gore, Michail Gorbatschow, Tony Blair (er erhielt im November 2007 für einen dreistündigen Auftritt in China 230.000 Pfund = 280.300 Euro[2]), Helmut Schmidt oder Frank-Walter Steinmeier.[3]

Siehe auch

Literatur

Siehe Literaturverzeichnis zum Hauptartikel unter Praxis der Rhetorik.

Weblinks

 Wikisource: Rede – Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Rede – Zitate
Wiktionary Wiktionary: Rede – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Rede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. manager-magazin.de: Reden ist Gold. 15. Juni 2006
  2. Der geschäftstüchtige Mr. Blair. in: Rheinische Post vom 25. August 2010, Seite A5
  3. abgeordnetenwatch.de

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  • rede — |ê| s. f. 1. Tecido de malha para apanhar peixes ou outros animais. 2.  [Figurado] Diz se de tudo que leva adiante de si e apanha ou arrasta quanto encontra. 3. Qualquer tecido de malha. 4. Tecido de malha de algodão ou seda com que as mulheres… …   Dicionário da Língua Portuguesa

  • Rede — (r?d), v. t. [See {Read}, v. t.] 1. To advise or counsel. [Obs. or Scot.] [1913 Webster] I rede that our host here shall begin. Chaucer. [1913 Webster] 2. To interpret; to explain. [Obs.] [1913 Webster] My sweven [dream] rede aright. Chaucer.… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Rede — Rede, n. [See {Read}, n.] 1. Advice; counsel; suggestion. [Obs. or Scot.] Burns. [1913 Webster] There was none other remedy ne reed. Chaucer. [1913 Webster] 2. A word or phrase; a motto; a proverb; a wise saw. [Obs.] This rede is rife. Spenser.… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • rede — [rēd] Archaic n. [ME rede < OE ræd (akin to Ger rat) < base of rædan, to interpret (see READ1: REDE the vt. is the same word, with retained ME sp.)] 1. counsel; advice 2. a plan; scheme 3. a …   English World dictionary

  • Rede — [Aufbauwortschatz (Rating 1500 3200)] Auch: • Präsentation • Vortrag Bsp.: • Der Minister hielt eine Rede über Wirtschaftsprobleme. • Patriotische Reden werden von wichtigen Politikern gehalten. • Morgen halte ich einen wichtigen Vortrag …   Deutsch Wörterbuch

  • Rede [1] — Rede, 1) das Vermögen, seine Gedanken u. Empfindungen auszudrücken; 2) die Darstellung der Gedanken für u. durch den mündlichen Vortrag; 3) die durch Worte ausgedrückten Gedanken selbst, bes. aber 4) (lat. Oratio), der zu einem verständlichen… …   Pierer's Universal-Lexikon

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