Sachsa

Sachsa
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Sachsa
Bad Sachsa
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Sachsa hervorgehoben
51.59694444444410.552222222222310Koordinaten: 51° 36′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osterode am Harz
Höhe: 310 m ü. NN
Fläche: 33,13 km²
Einwohner: 7969 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 241 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37441
Vorwahlen: 05523, 05525
Kfz-Kennzeichen: OHA
Gemeindeschlüssel: 03 1 56 003
Adresse der Stadtverwaltung: Bismarckstraße 1
37441 Bad Sachsa
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Helene Hofmann (SPD)
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Bad Sachsa ist eine Kleinstadt in Niedersachsen am Südrand des Harz im Landkreis Osterode am Harz, etwa 50 km östlich von Göttingen. Die Einwohnerzahl beträgt rund 8.200. Der Ort ist ein staatlich anerkannter heilklimatischer Kurort. Er wird von der Uffe durchflossen; in der Nähe des Ortskerns liegt der künstlich angelegte Schmelzteich. Die höchste Erhebung im näheren Umfeld ist der Ravensberg mit 660 m über N.N. etwa 5,5 km nordwestlich des Stadtzentrums.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bad Sachsa um 1900
Eine weitere Ortsansicht um 1900

Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich 1229, der Verweis auf eine Urkunde, die von dem Kloster in Walkenried als Kaufvertrag für einen See bei der damaligen Siedlung Saxa heute Bad Sachsa ausgestellt wurde aus der Zeit um 810, in der der Ort erstmals erwähnt worden sein soll, ist unzutreffend. Da 1229 von einem Pfarrer Siegfried aus Sachsa die Rede ist, ist anzunehmen, dass Sachsa damals schon bestand. Das älteste erhaltene Bauwerk ist der Turm der (heute evangelischen) St.-Nikolai-Kirche; sein Bau wird auf die Jahre zwischen 1180 und 1200 datiert. Auf dem Sachsenstein, an der Bahnstrecke Bad Sachsa- Walkenried bei Neuhof, befindet sich die Ruine der Sachsenburg, gebaut um das Jahr 1070 vom deutschen Kaiser Heinrich IV.. Spätestens seit 1238 gehörte Sachsa zur Grafschaft Honstein, zuvor gehörte es zur Grafschaft Klettenberg. Zwischen 1516 und 1525 (vermutlich 1525) erwarb Sachsa Stadtrechte. Nachdem die Grafen von Honstein 1593 ausgestorben waren (Ernst VII. hinterließ keinen männlichen Erben), beanspruchten die Grafen von Schwarzburg und die Grafen von Stolberg die Grafschaft. Aber der Administrator des Bistums Halberstadt ergriff Besitz von der Grafschaft, die er als erledigtes Lehen einzog und an den Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel weiterverlehnte (das Besondere an dieser Sache ist, dass der Administrator des Bistums Halberstadt und der Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel ein und dieselbe Person waren; es handelte sich um Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel). Obwohl die von den Grafen von Schwarzburg und von Stolberg angestrengte Klage vor dem Reichskammergericht zu einem sie begünstigenden Urteil führte, weigerten sich Heinrich Julius und seine Nachfolger, die Grafschaft zu veräußern. Im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs wechselte dann mehrfach die Herrschaft, bis die Grafschaft 1648 schwedisch besetzt war. Im Westfälischen Frieden wurde das Fürstentum Halberstadt samt der Grafschaft Hohenstein an den Kurfürsten von Brandenburg gegeben. Seither war Sachsa brandenburgisch-preußisch, ausgenommen die Franzosenzeit 1807 bis 1813. Nachdem im Wiener Kongress Preußen erhebliche Territorien hinzu gewann, gliederte das Königreich sich 1816 in zehn Provinzen. Eine dieser Provinzen war die neugeschaffene Provinz Sachsen. Sachsa lag in dieser Provinz im Regierungsbezirk Erfurt und im Kreis Nordhausen, der ab 1888 den Namen Grafschaft Hohenstein trug. Diese Zugehörigkeit blieb bis Juli 1945 bestehen.

Fremdenverkehr

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Fremdenverkehr. Den Städtebeinamen Bad als Kurort trägt die Stadt seit 1905.

Nationalsozialismus

Während der Zeit des Nationalsozialismus entwickelte sich der Ort zu einem Schwerpunkt der NSDAP im Parteikreis Nordhausen-Südharz (das Kreisschulungszentrum Fritz-Sauckel-Haus wurde hier errichtet). Aus diesem Grunde wurden die Kinder aus den Familien der Attentäter vom 20. Juli 1944 im Kinderheim im Borntal in Bad Sachsa interniert. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war in Bad Sachsa der Arbeitsstab Dornberger mit 450 Führungskräften der ehemaligen Heeresversuchsstelle Peenemünde untergebracht. Wegen der Bedrohung durch alliierte Bombenangriffe wurden die Raketentechniker, darunter auch Walter Dornberger und Wernher von Braun, nach Bad Sachsa und Orte der näheren Umgebung verlegt. Der Bau der V1- und V2-Raketen wurde vom oben genannten Stab im nahe gelegenem Konzentrationslager Mittelbau, bei Nordhausen, durchgeführt. Der Bau der Raketen führte zum Tod von mehreren Tausend KZ-Häftlingen in den unterirdischen Stollen und den vielen zugehörigen oftmals kleineren Außenlagern.

Besatzungszonen 1945

St. Nikolai-Kirche

Am 12. April 1945 wurde Bad Sachsa von amerikanischen Truppen nach kurzen Kämpfen besetzt. Die Amerikaner zogen sich ab Anfang Juli in die ihnen mit dem Londoner Protokoll vom 12. September 1944 zugewiesene Besatzungszone zurück. Die ihnen folgenden sowjetischen Truppen ließen Bad Sachsa, das in der sowjetischen Besatzungszone lag, allerdings unbesetzt, bis am 23. Juli britische Truppen die Stadt besetzten. Vorausgegangen war ein Gebietstausch zwischen dem britischen und dem sowjetischen Oberkommando, bei dem für das ursprünglich thüringische Bad Sachsa und Umgebung (auch der Nachbarort Tettenborn war betroffen) der Ostteil des braunschweigischen Landkreises Blankenburg an die sowjetische Besatzungszone fiel. Dem Landkreis Osterode am Harz, dem Sachsa seit Mitte Juli 1945 de facto angehörte, wurde es per 1. September 1945 auch de jure eingegliedert.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1972 wurden die Nachbarorte und Gemeinden Neuhof (ehemals braunschweigisch), Steina (ehemals hannoversch) und Tettenborn eingemeindet.

Der Ort

Das Pädagogium

Internatsgymnasium Pädagogium und Schülerdenkmal "Frechdachs" davor
Die Uffe in Bad Sachsa

Das im Ostertal in der Nähe des Kurparks gelegene Internatsgymnasium Pädagogium Bad Sachsa (auch Päda genannt) bezeichnet sich als älteste Schule in freier Trägerschaft in Norddeutschland. Das Pädagogium mit seinen alten Schulgebäuden aus verschiedenen Epochen und die denkmalgeschützte alte Turnhalle prägen das Stadtbild. Vor dem Eingang des Schulgeländes steht das von ehemaligen Schülern gestiftete Schülerdenkmal - der Frechdachs. Unter den namhaften Persönlichkeiten, die in ihrer Schulzeit das Pädagogium besuchten, findet sich auch Rolf Kalmuczak, der Autor der Jugendkrimi-Serie TKKG. Daher finden sich Schauplätze des Hörspiels zum Teil in Bad Sachsa und Umgebung wieder. Auch einige Kinder des 20. Juli 1944 gingen hier zur Schule.

Ravensberg

Der 660 m über N.N. hohe Ravensberg ist der Hausberg von Bad Sachsa. Auf ihm befindet sich ein weithin sichtbarer Sendeturm der Deutschen Telekom. Der Ravensberg ist der einzige mit dem PKW befahrbare Berg des Westharzes. Markierte Wanderwege und Mountainbike-Touren mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad beginnen hier. Wintersportler können ein Skigebiet mit mehreren Liften, zwei Rodelbahnen un die Anbindung an das Südharzer Loipennetz nutzen. Der Berggipfel bietet einen Rundumblick, bei dem das Kyffhäusergebirge, das Weserbergland sowie verschiedene Harzberge, darunter der Brocken, zu sehen sind.

Grenzlandmuseum

Grenzlandmuseum Tettenborn

Im Ortsteil Tettenborn besteht im Dorfgemeinschaftshaus seit 1992 ein Grenzlandmuseum. Es liegt nur wenige hundert Meter von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt. Eröffnet wurde das Museum am 12. November, genau drei Jahre nach der provisorischen Grenzöffnung an der dortigen B 243. Es zeigt die Entwicklung der Sperranlagen der DDR im Südharz von 1945-1990. Das Museum präsentiert eine Vielzahl originaler Ausstattungsstücke der DDR-Grenztruppen und dokumentiert spektakuläre Grenzdurchbrüche, aber auch das Leben im Grenzgebiet.

Sparkasse

Die Sparkasse Bad Sachsa ist die kleinste unabhängige Sparkasse Deutschlands. Die Stadtsparkasse hat eine Bilanzsumme von 134.024 TEuro und 43 Beschäftigte.

Persönlichkeiten

In Bad Sachsa wurden geboren:

Mit Bad Sachsa sind verbunden:

Literatur

  • Horst Gundlach: Die innerdeutsche Grenze im Südharz. Bad Sachsa 2004
  • Gerhard Möller: „Keine Gebietsänderung verlief aber so dramatisch …“ Wie Bad Sachsa und Tettenborn „in den Westen“ gelangten. – In: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen, 30. Band, Nordhausen 2005, S. 121 – 149.

Weblinks



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