Schlesisches Museum (Kattowitz)

Schlesisches Museum (Kattowitz)
Das vorläufige Schlesische Museumsgebäude

Schlesisches Museum (Muzeum Śląskie) ist das bekannteste Museum der Stadt Kattowitz. Das Museum wurde kraft des Beschlusses des Schlesischen Parlamentes (Sejm Śląski), am 23. Januar 1929 gegründet. Anfangs wurden die Exponate im Gebäude des Schlesischen Parlamentes ausgestellt, gleichzeitig wurde jedoch mit der Errichtung des modernen, repräsentativen Neubaus, nach dem Projekt des Kattowitzer Architekten Karol Schayer, für das Museum begonnen. Dieses Gebäude wurde am 8. September 1939 als Symbol der Autonomen Woiwodschaft Schlesien und des Polentums von den Deutschen dem Erdboden gleichgemacht, wobei die heilgebliebenen Exponate teilweise geraubt und zum Teil nach Beuthen (Bytom), in das dort ansässige Oberschlesische Museum geschafft wurden. Am gleichen Tag wurde auch die Kattowitzer Synagoge an der ul. Mickiewicza (Mickiewiczstr.) und das jüdische Viertel der Stadt in Brand gesetzt. Nach dem Krieg gab es weder die nötigen finanziellen Mittel noch den guten Willen der kommunistischen Zentralregierung das Museum, das die Autonomiebestrebungen Schlesiens verkörperte wiederherzurichten. An seiner Stelle errichtete man ein Gewerkschaftsgebäude.

Restauration

Erst 1984 gab man dem Bevölkerungsdruck nach und gründete das Schlesische Museum neu, größtenteils mit neuen Exponaten. Allerdings baute man nicht das wunderschöne Gebäude Schayers wieder auf, sondern quartierte das Museum vorläufig in ein Neurenaissancegebäude, das ehemalige Grand Hotel Wiener, an der al. Korfantego 3, das zu dieser Zeit gar nicht für ein Museum geeignet und z.T. renovierungsbedürftig war. Man hat klein, mit nur einem Ausstellungszimmer angefangen, und führte gleichzeitig die nötigen Arbeiten am Gebäude durch, die erst 1992, nach der politischen Wende, beendet wurden. Zu den heutigen Sammlungen des Museums zählen über 75.000, vor allem ethnologische und archäologische Exponate, die mit der Stadt und Region Oberschlesien zusammenhängen und eine Gemäldegalerie der polnischen Malerei des 19. und 20 Jahrhunderts, die 233 Kunstwerke umfasst. Darüber hinaus werden im Museum verschiedene Sonderausstellungen gezeigt, die thematisch auch andere Regionen betreffen können.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts werden öffentlich Pläne diskutiert, das Museum in ein neues, größeres Gebäude umzusiedeln. Der geplante neue Standort ist das Gelände der ehemaligen „Zeche Katowice“. Am 15. Juni 2007 wurde der Architektenwettbewerb für den Neubau des Museums entschieden. Einstimmig wurde das Projekt der Architekten Riegler Riewe aus Graz, Österreich zum Sieger erklärt. Der Bau soll 2009 beginnen, die Investition ist mit PLN 217 Millionen (ca. EUR 56 Millionen) begrenzt, und soll im Jahre 2011 fertig sein.

Weblinks

 Commons: Silesian Museum in Katowice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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