Tivoli (Kino)

Tivoli (Kino)
Mosaik im Gehweg vor dem ehemaligen Kino Tivoli in Erinnerung an 100 Jahre Lichtspielgeschichte

Das Kino Tivoli im Berliner Ortsteil Pankow des gleichnamigen Bezirks, Berliner Straße 27, gilt als das erste Kino in Deutschland.

An diesem Ort wurde im November 1895 im Ballsaal des Ausfluglokals „Feldschlößchen“ ein Kino errichtet, wo erstmals die Werke der Pankower Brüder Skladanowsky bereits kurz nach der Produktion gezeigt wurden. Die Filme zeigten Reckübungen, Jonglagen und einen italienischen Tanz, welche im Garten des Lokals aufgenommen wurden. Später wurden diese Aufnahmen im Berliner Wintergarten gezeigt, und begründeten den Ruhm der Beiden.

Mit der Zeit etablierte sich dort ein fester Kinostandort. Der Bau wurde 1924 abgerissen, und 1925 nach Plänen des Architekten Walter Erdmann und Reinhold Lest durch ein Filmtheater mit 400 Sitzplätzen ersetzt. Die ursprüngliche Prachtausstattung ging bei Umbauarbeiten 1960 unter der Leitung von Heinz Glückmann verloren, da bei der notwendigen Sanierung Elemente moderner Architektur die Vorkriegssubstanz ersetzten.

Das Kino wurde 1994 geschlossen. Insbesondere im Umfeld des 100. Jahrestages der Erstaufführung eines Films gab es mehrere Versuche, das Kino wiederzubeleben, die aber alle scheiterten. Nach dem Verkauf des Hauses an eine Immobilienmaklerin 2003 wurde es abgerissen.[1] Auf dem Grundstück befindet sich heute ein Discounter (Lidl). An das Kino erinnert ein Mosaik, welches im ehemaligen Eingangsbereich in den Boden eingelassen ist. Es trägt den Schriftzug „1895 BIOSKOP 1995“.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Traditionskino Tivoli weicht einem Supermarkt . Die Welt, 7. Mai 2001
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