Ultrahelvetikum

Ultrahelvetikum
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Begründung: Weitere Infos zur Schichtenfolge in Frankreich und der Schweiz fehlen, Alter und Ablauf der gebirgsbildenden Phasen, Tektonik, Erforschungsgeschicht, you name it.--Jo 23:08, 13. Feb. 2009 (CET)

Geologische Skizze der Alpen. Das Helvetikum (grün) ist vor allem in der Westhälfte der Alpen verbreitet

Das Helvetische System, auch kurz Helvetikum genannt, ist zusammen mit dem Ultrahelvetikum neben dem Süd- und Ostalpin und dem Penninikum eines der großen geologischen Deckensystem der Alpen. Die Decken des Helvetikums bestehen vor allem aus kreidezeitlichen und alttertiären Sedimentablagerungen, die mehrfach gefaltet sind. Anteil an der helvetischen Schichtfolge haben aber auch oberjurassische und ältere Gesteine, die in den Kristallinmassiven der Schweiz und Frankreichs mindestens noch bis in das Karbon reichen.

Benannt ist das Helvetikum nach der Schweiz (lat. Helvetia), wo dieses System erstmals beschrieben wurde. Auch viele Typlokalitäten des Helvetikums liegen in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Ablagerung und Entstehung

Ursprünglich wurden die Gesteine des Helvetikums auf dem europäischen Schelf abgelagert. Entsprechend der jeweiligen ursprünglichen Lage nimmt die Mächtigkeit der Schichten des Helvetikums von Norden nach Süden (in den Westalpen von Westen nach Osten) zu: in der Nähe der ursprünglichen Küste sind die Ablagerungen geringmächtig, oft lückenhaft und vom Land beeinflusst, die ursprünglich küstenferneren Schichten im Süden zeichnen sich durch mächtige Kalksteinfolgen aus. Die Schichten des Ultrahelvetikums entstammen dem an das Helvetikum anschließenden, äußersten südlichen Schelfrand Europas und markieren den Übergang in den penninischen Ozean.

Bei der alpidischen Gebirgsbildung wurden die helvetischen Gesteine samt einigen Kristallinmassiven von ihrem Unterlager abgeschert und als nördlichster Teil des alpinen Deckenstapels nach Norden auf den europäischen Kontinent überschoben. Dabei wurden die ursprünglich horizontal abgelagerten Schichten auf komplizierte Weise gefaltet und gestört.

Stratigraphie

Profil durch das Helvetikum am Nordabfall der Ostschweizer Alpen

Die Haupt-Schichtglieder in Vorarlberg und dem Allgäu sind von Alt (Liegend) nach Jung (Hangend) wie folgt:

Vorkommen

In Frankreich bildet das Helvetikum (hier auch Dauphiné genannt) die Westhälfte der Alpen zwischen Cannes über Grenoble bis zum Montblanc. Die höchsten Gipfel bilden die Gneise und Granite der Kristallinmassive des Pelvoux, der Belledonne, des Montblanc und der Aiguilles Rouges. Ihnen nach Westen vorgelagert sind die helvetischen Kalkmassive der Provenzalischen Voralpen, der Dauphiné-Alpen und der Savoyer Alpen.

In der Schweiz bildet das Helvetikum samt seiner Kristallinanteile die Nordhälfte der Alpen. Abgesehen von den Gneisen und Graniten des Aar- und Gotthardmassivs ist in den ihnen nach Norden vorgelagerten Berner und Glarner Alpen der Kieselkalk aufgrund seiner Widerstandsfähigkeit gegen die Verwitterung der Hauptgipfelbildner. Hervorragend aufgeschlossen ist das Helvetikum im Bereich des Säntis und der Churfirsten (s. Profilschnitt).

In Deutschland ist das Helvetikum insgesamt kaum aufgeschlossen, da es dort meistens von der nachfolgenden Decke, der Flyschzone, überschoben ist.[1] In Oberbayern wird es jedoch gut in einem prominenten Klettergarten bei Bad Heilbrunn aufgeschlossen,[2] im Allgäu finden sich größere Aufschlüsse vor allem in der Gegend um Oberstdorf und am Hohen Ifen. Der Schrattenkalk ist in der Zone des Helvetikums der Hauptgipfelbildner in Deutschland. Markant für dieses Schichtglied ist die relative Verwitterungsfestigkeit, wodurch sich häufig Steilwände ausgebildet haben. Kieselkalk ist in Deutschland nur am Geißberg bei Fischen im Allgäu nachgewiesen.

In Österreich ist das Helvetikum im äußersten Nordwesten im Bregenzer Wald aufgeschlossen. Östlich von Salzburg zieht es sich vor den Nördlichen Kalkalpen als vielfach unterbrochenes Band von kleinräumigen tektonischen Schuppen innerhalb des rhenodanubischen Flyschs bis an den Westrand des Wiener Beckens.

Literatur

  • M. P. Gwinner: Geologie der Alpen. 2. Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 1978, ISBN 978-3-510-65315-7. 
  • Hans Heierli: Geologischer Wanderführer Schweiz. Teil 1: Die geologischen Grundlagen. 2. Auflage. Ott Verlag, Thun 1983, ISBN 3-7225-6282-1. 
  • Reinhard Schönenberg, Joachim Neugebauer: Einführung in die Geologie Europas. 4. Auflage. Verlag Rombach, Freiburg 1981, ISBN 3-7930-0914-9, S. 174f, 183f. 

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Geologisches Landesamt (Hrsg.): Erläuterungen zur geologischen Karte von Bayern 1:500 000, 3. Aufl., GLA, München 1981.
  2. Trixler, Frank: Enzenauer Steinbruch. In: Fossilien 6, Nr. 1, 1989, S. 8-9. ISSN 0175-5021

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