Veiviseren

Veiviseren
Filmdaten
Deutscher Titel: Kino: Pathfinder
TV: Die Rache des Fährtensuchers
Originaltitel: Sami: Ofelaš
Norwegisch: Veiviseren
Produktionsland: Norwegen
Erscheinungsjahr: 1987
Länge: ca. 83 Minuten
Originalsprache: Sami
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Nils Gaup
Drehbuch: Nils Gaup
Produktion: John M. Jacobsen
Erik Dish
Musik: Nils-Aslak Valkeapää
Kjetil Bjerkestrand
Marius Müller
Kamera: Erling Thurmann-Andersen
Schnitt: Nils Pagh Andersen
Besetzung
  • Mikkel Gaup als Aigin
  • Ingvald Guttorm als Aigins Vater
  • Ellen Anne Buljo als Aigins Mutter
  • Inger Utsi als Aigins Schwester
  • Helgi Skúlason als Tschude mit Narbe
  • Knut Walle als Tschuden-Dolmetscher
  • Svein Scharffenberg als Tschuden-Anführer
  • Nils Utsi als Raste, der „Noaidi“
  • Nils-Aslak Valkeapää als Siida-Isit
  • Sara Marit Gaup als Sahve
  • Sverre Porsanger als Sierge
  • Aliu Gaup als Orbes

Pathfinder (so der internationale Kinotitel; Originaltitel: Ofelaš bzw. Veiviseren [beides für dt. Wegweiser]; deutscher Fernseh-Alternativtitel: Die Rache des Fährtensuchers) ist ein preisgekröntes Abenteuerdrama des norwegischen Regisseurs Nils Gaup aus dem Jahre 1987. Gaup verarbeitete in dem Oscar-nominierten Jugendfilm eine Volkssage, die sein Großvater ihm während seiner Kindheit erzählt hatte.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Aigin, ein 16-jähriger Same, kehrt von der Jagd zurück, um daheim festzustellen, dass Vater, Mutter und seine kleine Schwester durch die marodierenden Krieger vom Volk der Tschuden brutal ermordet wurden. Gleich darauf wird er selbst entdeckt und bei seiner Flucht von einem Armbrustpfeil getroffen. Verwundet kann er sich ins Nachbarlager retten, wird dort aufgenommen, gepflegt und findet obendrein in Sahve ein hübsches Mädchen, das sich auf Anhieb in ihn verliebt.

Doch die Tschuden haben ihn verfolgt und drohen, auch Aigins Helfer zu töten. Während fast alle Samen mit Sack und Pack vor den Angreifern in Richtung Küste fliehen, bilden Aigin, drei Verbündete und Raste, der Schamane seiner Retter, die Nachhut. Sie fügen den mordlüsternen Kriegern aus dem Baltikum zwar einige Verluste zu, sind ihnen aber doch schnell unterlegen. Als Raste gefoltert wird, versucht Aigin ihn zu retten und bietet sich den Tschuden als Wegweiser zum neuen Unterschlupf der Nomaden an. Trotz Aigins Zugeständnis geht einer der Krieger beim Aufbruch zu Raste zurück und bringt diesen unbemerkt um. Am Ende führt der unter Zwang rekrutierte Pfadfinder die Berserker-Horde in den Untergang, indem er sie über den vereisten einzigen Gebirgspass zur Küste führt und dabei mit Hilfe einer Lawine dafür sorgt, dass die gesamte Seilschaft einen tiefen Abhang hinunter stürzt.

Randnotizen

Pathfinder war der erste Kinofilm, der gänzlich in samischer Sprache gedreht wurde. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in der südlichen Finnmark rund um Kautokeino statt. Problematisch waren besonders die dort im Winter häufig herrschenden extremen Wetterverhältnisse. An den ersten Drehtagen des Films wurden Temperaturen von –47 °C gemessen und die Kameras quittierten ihren Dienst. Der hier beheimatete Same, Musiker und Sänger Nils-Aslak Valkeapää († 2001), der im Film den Siida-Isit spielt, trug mit seinen traditionellen Joiks ganz besonders zu der mystischen Stimmung des Werkes seines Freundes Nils Gaup bei.

Besonderheiten

Obwohl die deutsche Kinofassung von 1988, die spätere Video-Veröffentlichung (Marketing Film, laut VHS-Cover ca. 85 Min. lang) und die Fernsehfassung von Pathfinder eine FSK-12-Freigabe erhalten hatten, wurde die DVD (laut Cover ca. 83 Min. lang) des Filmverleihers Kinowelt Ende Januar 2005 mit einer FSK-16-Freigabe veröffentlicht. Die darauf mit „Norwegisch“ bezeichnete Tonfassung ist in Wirklichkeit jedoch die samische Originalton-Fassung (OmU).

Kritik

„Vor grandioser Naturkulisse angesiedelter spannender, in einzelnen Szenen recht drastischer Abenteuerfilm nach einer alten samischen Legende. Klassische Genre-Elemente werden mit ethnischer Genauigkeit und einem Plädoyer für ein friedfertiges Dasein in der Gemeinschaft verbunden.“ (Quelle: Lexikon des internationalen Films)

Nominierungen und Preise

Remake

Ein US-amerikanisches Remake des deutschen Regisseurs Marcus Nispel, das eine ähnliche Geschichte eines Jungen im Rahmen von kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen nordamerikanischen Indianern und den sie bedrohenden Wikingern schildert, kam im März 2007 unter dem Titel Pathfinder – Fährte des Kriegers in die deutschen Kinos.

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