Beden

Beden

Die Bede (mhd. bëte „Bitte, Gebet; Befehl, Gebot“) ist im engeren Sinn eine erbetene, freiwillig geleistete Abgabe oder eine regelmäßig erhobene, meist landesherrliche Steuer. Im weiteren Sinn steht Bede auch im Zusammenhang mit Geldern für kirchliche Zwecke.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Charakter

Seit dem 13. Jahrhundert war die Bede eine in allen deutschen Territorien übliche direkte Steuer, die der Landesherr vom bäuerlichen und bürgerlichen Grundbesitz erhob. Sie war eine durch den Fürsten von seinen Landständen (Geistlichkeit, Ritterschaft, Städte) zunächst erbetene, bald aber geforderte ordentliche Steuer. Die Ritterschaft und teilweise auch die Geistlichkeit waren von der Bede befreit, und die Städte zahlten im Allgemeinen weniger als das Land. – Die Reichsstädte zahlten eine Bede (precaria imperii) an den Kaiser. – „Während im Westen und Süden die Bede in der Hand der Landesherren blieb und erst im 19. Jahrhundert abgeschafft wurde, geriet sie im Osten vielfach in die Hand der Grundherren und Städte ...“ [2]

In den Städten stand die Bede zunächst dem Stadtherrn zu, und unmittelbarer Steuerschuldner war anfangs der einzelne Bürger. Die Städte erreichten jedoch die Festschreibung der Bede in einer pauschalierten Summe und die Anerkennung der Kommune als Schuldner. Die Steuerhoheit lag nun bei der Stadt. Die Bede, zuerst eine Grund- und Gebäudesteuer, wandelte sich in den Städten in eine Vermögenssteuer. Der Bürger hatte oft das Recht der Selbsteinschätzung und der unter Eid vorgenommenen Deklaration. In seinem Steuereid verpflichtete er sich, jeden ihm bekannten unehrlichen Mitbürger anzuzeigen. Die Gemeinde besaß außerdem das Recht, ein Vermögen zu dem vom Steuerpflichtigen erklärten Schätzungswert anzukaufen. Für die Bürger hatte die Bede den Charakter einer innerstädtischen Umlage, während die Steuerpflicht der Kommune gegenüber dem Stadtherrn durch Ablösung, Geldentwertung oder sonstige Umstände allmählich gegenstandslos wurde.

Einzelnachweise

  1. Deutsches Rechtswörterbuch – DRW
  2. Haberkern/Wallach: Hilfswörterbuch für Historiker, Francke 1987.

Literatur

  • Theodor Mayer: Geschichte der Finanzwirtschaft vom Mittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.
  • A. Waas: Vogtei und Bede als Grundlagen des deutschen Territorialstaates, Berlin 1923.
  • Karl Bosl: Schutz und Schirm, Rat und Hilfe als Voraussetzung von Steuer, Abgabe und Dienst im Mittelalter. In: Steuern, Abgaben und Dienste vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Referate d. 15. Arbeitstagung d. Gesellschaft f. Sozial- und Wirtschaftsgesch. v. 14.−17. April 1993 in Bamberg, hg. v. Eckart Schremmer, Stuttgart 1994 (VSWG Beih. 114), S. 43−52.
  • Adalbert Erler: Bede. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte (HRG) 1, Sp. 346f.
  • Andreas Thier: Art. Bede. In: Albrecht Cordes, Heiner Lück, Dieter Werkmüller, Ruth Schmidt-Wiegand (Hrsg.), Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage, Band I, Erich Schmidt Verlag, Berlin 2008, Sp. 494-496. ISBN 978-3-503-07912-4

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Beden — Administration Pays   …   Wikipédia en Français

  • beden — bedén ( nuri), s.n. – 1. Crenel. – 2. Piele. var. bedean. tc. beden (Şeineanu, II, 13). Cuvînt rar, înv. Trimis de blaurb, 20.08.2006. Sursa: DER …   Dicționar Român

  • Beden — Bed en, n. (Zo[ o]l.) The Abyssinian or Arabian ibex ({Capra Nubiana}). It is probably the wild goat of the Bible. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Beden — (Beten), im Mittelalter Steuern an den Landesherrn, bes. für vorübergehende Zwecke …   Kleines Konversations-Lexikon

  • beden — is., Ar. beden 1) Canlı varlıkların maddi bölümü, vücut 2) Vücudun, baş, kol ve bacak dışında kalan bölümü, gövde Yemen halkı yaz günlerinde bedenlerini serinletmek için kabuğu kaynatıp içerler. S. Birsel 3) Giysilerde ölçü 4) Kale duvarı… …   Çağatay Osmanlı Sözlük

  • beden — Jaal goat Jaal goat (Zo[ o]l.) A species of wild goat ({Capra Nubiana}) found in the mountains of Abyssinia, Upper Egypt, and Arabia; called also {beden}, and {jaela}. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Beden — This is an English locational surname. It is listed by the International Genealogical Index in the following spellings: Beaden, Beden, Bedden, Bedon, Beddon, Bedin, Bedinn, Beding, Bedding, Beeden, Beedon, and possibly others such as Bedam,… …   Surnames reference

  • Beden — Sp Bèdenas Ap Беден/Beden L P Bulgarija …   Pasaulio vietovardžiai. Internetinė duomenų bazė

  • Beden Brook — Beden Brook, also Bedens, Beden s or Beeden s Brook, is a tributary of the Millstone River in central New Jersey in the United States.The headwaters of the brook are variously given. The more southerly branch of the stream rises to the west of… …   Wikipedia

  • beden eğitimi — is., sp. Vücudu güçlendirmek ve sağlığı korumak amacıyla araçlı veya araçsız hareketler yapma, beden terbiyesi …   Çağatay Osmanlı Sözlük

  • beden işçisi — is. Beden gücü ile emeğini ortaya koyan kimse …   Çağatay Osmanlı Sözlük

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”