Jesuitenstation Hilpoltstein

Jesuitenstation Hilpoltstein

Die Jesuitenstation Hilpoltstein war im 17. Jahrhundert eine Niederlassung des Jesuitenordens in Hilpoltstein (Bistum Eichstätt).

Geschichte

Hilpoltstein wurde 1505 dem neu gegründeten Fürstentum Pfalz-Neuburg angegliedert. 1542 wurde Hilpoltstein zusammen mit Heideck und Allersberg von Pfalzgraf Ottheinrich an die Freie Reichsstadt Nürnberg verpfändet; bald darauf führte man die Reformation ein. 1543 säkularisierte Ottheinrich das 1372 von den Herren von Stein gestiftete adelige Kollegialstift an der Hilpoltsteiner Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. 1578 löste das Pfalzgrafentum seine drei an Nürnberg verpfändeten Ämter wieder aus.

Nachdem der evangelische Kurfürst von der Pfalz, Friedrich V., 1622 seine Erblande verlor, rekatholizierte 1624 der neue Herrscher, Herzog Maximilian von Bayern, die Oberpfalz. Im Zuge dieser gegenreformatorischen Maßnahme kamen im November 1627 die ersten Jesuitenpatres nach Hilpoltstein und ins benachbarte Heideck. In Hilpoltstein begann die Mission der Jesuiten mit der Besitznahme der St. Georgenkapelle in der Vorstadt.

Von Hilpoltstein aus wurden innerhalb von zehn Tagen die umliegenden Landpfarreien mit ihren Filialen rekatholiziert, während sich im Hauptort dies schwieriger gestaltete. Am 26. April 1628 erließ Herzog Maximilian ein Religionspatent, das vorschrieb, dass alle Untertanen innerhalb eines halben Jahres zum katholischen Glauben zurückkehren sollten oder auswandern müssten. Auch nach der Umsetzung dieses Patents - nach drei Jahren waren alle Einwohner wieder katholisch - blieben die Jesuiten noch in Hilpoltstein; 1646 bildeten hier drei Patres, später nur zwei, 1656 vier Patres die Jesuitenresidenz. 1665 wurde die Niederlassung aufgelöst. Fünf Jahre später kamen Franziskaner nach Hilpoltstein und begannen mit dem Bau eines Klosters, das aber nur kurze Zeit Bestand hatte.

Literatur

  • Karl Heinrich Ritter von Lang: Geschichte der Jesuiten in Baiern. Nürnberg: Riegel und Wießner 1819, S. 159, 162
  • Verhandlungen des historischen Vereines von Oberpfalz und Regensburg 20 (1861), insbesondere S. 318-322; 21 (1862), S. 291
  • Bernhard Duhr: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. Band II, 2. Freiburg im Breisgau: Herder 1913, S. 339f.
  • Franz Sales Romstöck: Die Stifter und Klöster der Diözese Eichstätt bis zum Jahre 1806. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 30 (1915), Eichstätt 1916, S. 54
  • Hirschmann: Die Jesuiten in Hilpoltstein. In: In der Heimat. Fränkisches Tagblatt 1928, Nr. 12-15
  • Wilhelm Gegenfurtner: Jesuiten in der Oberpfalz. Ihr Wirken und ihr Beitrag zur Rekatholisierung in den oberpfälzischen Landen 1621-1650. In: Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg 11 (1977), S. 71-220 (= Diss. Universität Regensburg)


49.18805555555611.192222222222

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужен реферат?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Jesuitenstation — steht für folgende Jesuitenniederlassungen im Bistum Eichstätt Jesuitenstation Monheim, Niederlassung des Jesuitenordens in Monheim (Schwaben) in Bayern in der Diözese Eichstätt Jesuitenstation Heideck, Niederlassung des Jesuitenordens in Heideck …   Deutsch Wikipedia

  • Jesuitenstation Heideck — Die Jesuitenstation Heideck war im 17. Jahrhundert eine Niederlassung des Jesuitenordens in Heideck (Bistum Eichstätt). Geschichte Heideck wurde 1505 dem neu errichteten Fürstentum Pfalz Neuburg zugeschlagen. Pfalzgraf Ottheinrich führte hier… …   Deutsch Wikipedia

  • Jesuitenresidenz — steht für Jesuitenresidenz Kastl, Niederlassung des Jesuitenordens in Kastl in der Oberpfalz (Bistum Eichstätt) Jesuitenresidenz Herrieden, Niederlassung des Jesuitenordens in Herrieden (Bistum Eichstätt) Siehe auch Jesuitenreduktion, von… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”