Otto Brenneis

Otto Brenneis

Otto Brenneis (* 3. Juli 1900 in Landau in der Pfalz; † 10. Mai 1945 in Heide Schleswig-Holstein) war deutscher SS-Hauptsturmführer (1941) und als Verwaltungsführer Leiter der Standortverwaltung in mehreren Konzentrationslagern.

Leben

Brenneis war Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 2.789.294) und SS (Mitgliedsnr. 73.378). Ab 1933 gehörte Brenneis wahrscheinlich zum Lagerpersonal des KZ Dachau. Spätestens 1938 wechselte er als Verwaltungsführer der Standortverwaltung in das KZ Flossenbürg, wo er bis Oktober 1943 eingesetzt war. Anschließend wurde er ebenfalls Verwaltungsführer der Standortverwaltung im KZ Vaivara in Estland [1] und von September 1944 bis April 1945 im KZ Mittelbau. Die Aufgaben von Brenneis im Verwaltungsbereich umfassten die Beschaffung und Verteilung von Lebensmitteln, Kleidung und Bedarfsmitteln in den Konzentrationslagern. Brenneis war daher mitverantwortlich für die inhumanen Lebensbedingungen der KZ-Häftlinge in den Lagern.[2]

Im Zuge der Evakuierung des KZ Mittelbau soll Brenneis etwa am 10. April 1945 im KZ Bergen-Belsen angekommen sein. Noch vor der Übernahme des KZ Bergen-Belsen durch die britische Armee soll sich Brenneis abgesetzt haben und am 10. Mai 1945 bei Kampfhandlungen in Heide als Divisionskommandeur der SS-Panzer-Abteilung 11 (IVa) "Hermann von Salza" gefallen sein.[3]

Von der Liste der Beschuldigten zum Nordhausen-Hauptprozess wurde Brenneis gemeinsam mit drei weiteren Beschuldigten auf Antrag der Vertreter der Anklage gestrichen.[4] Das Amtsgericht Neustadt erklärte Brenneis 1959 für tot.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 475.
  2. Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 652, 296
  3. Hauptsturmführer Otto Brenneis auf www.bergenbelsen.co.uk
  4. Helmut Kramer, Karsten Uhl, Jens-Christian Wagner (Hg.): Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und die Rolle der Justiz - Täterschaft, Nachkriegsprozesse und die Auseinandersetzung um Entschädigungsleistungen, Nordhausen 2007, S. 154 (pdf)

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем сделать НИР

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Brenneis — ist der Familienname folgender Personen: Gerd Brenneis (1936–2003), deutscher Tenor Jo Brenneis (1910–1994), deutscher Maler Otto Brenneis (* 1900), deutscher SS Hauptsturmführer und Verwaltungsführer in Konzentrationslagern …   Deutsch Wikipedia

  • Dachauer Dora-Prozess — Der ehemalige Lagerarzt Heinrich Schmidt (sitzend) wird während des Dachauer Dora Prozesses am 19. September 1947 von einem Zeugen der Anklage identifiziert. Der Dachauer Dora Prozess (auch: Nordhausen Hauptprozess) war ein… …   Deutsch Wikipedia

  • Personal im KZ Mittelbau-Dora — Das Personal im KZ Mittelbau Dora arbeitete zur Zeit des Nationalsozialismus im KZ Mittelbau Dora. Die personelle Aufteilung war für die Konzentrationslager einheitlich vorgegeben durch die Inspektion der Konzentrationslager (IKL). Im KZ… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste Landauer Persönlichkeiten — Die folgende Übersicht enthält bedeutende Persönlichkeiten mit Bezug zu Landau in der Pfalz, geordnet nach Ehrenbürgern, Person, die in der Stadt geboren wurden bzw. in Landau gewirkt haben. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Brd–Bre — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Die Christel von der Post — Filmdaten Originaltitel Die Christel von der Post Produktionsland Deutschland …   Deutsch Wikipedia

  • Martha Kaplan — is an anthropologist who wrote a number of articles and books from her research conducted in Fiji and India. Ms. Kaplan is currently an anthropology professor at Vassar College in New York. Personal and Professional Life Martha Kaplan was born in …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”