Sąborze

Sąborze
Sąborze
Sąborze führt kein Wappen
Sąborze (Polen)
Sąborze
Sąborze
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Słupsk
Gmina: Damnica
Geographische Lage: 54° 28′ N, 17° 11′ O54.46666666666717.179722222222Koordinaten: 54° 28′ 0″ N, 17° 10′ 47″ O
Einwohner:

186

Telefonvorwahl: (+48) 59
Kfz-Kennzeichen: GSL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK6: StettinKöslinStolpDanzigPraust
Schienenweg: Bahnstrecke 202: Stargard in Pommern - Danzig
Bahnstation: Damnica
Nächster int. Flughafen: Danzig

Sąborze (deutsch Ludwigslust) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Landgemeinde Damnica (Hebrondamnitz) im Powiat Słupski (Kreis Stolp).

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Sąborze liegt zwölf Kilometer östlich der Kreisstadt Słupsk (Stolp) in einer von weiten Ackerflächen bestimmten Umgebung. Am Nordrand des Dorfes verläuft die polnische Landesstraße 6 (ehemalige deutsche Reichsstraße 2, heute auch Europastraße 28), und bis zur nächsten Bahnstation Damnica (Hebrondamnitz) an der Bahnstrecke von Stargard in Pommern nach Danzig sind es acht Kilometer.

Ortsname

Die deutsche Namensgebung knüpft an den Vornamen eines unbekannten Ludwig, die polnische Namensform nimmt wohl Bezug auf den herzöglichen Namen Sambor bzw. Sąbor.

Geschichtliches

Ludwigslust ist um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert aus der Gemeinde Mahnwitz (heute polnisch: Mianowice) hervorgegangen, der es früher als Vorwerk und dann als Ortsteil angehörte. Das damals 299 Hektar große Gut wurde aufgesiedelt.

Im Jahre 1895 zählte Ludwigslust 16 Einwohner. Im Jahre 1939 wurden 172 Einwohner registriert.

Bis 1945 war Ludwigslust eine Gemeinde im Landkreis Stolp im Regierungsbezirk Köslin in der preußischen Provinz Pommern. Sie war dem Amts- und Standesamtsbezirk Mahnwitz, dem Gendarmeriebezirk Hebrondamnitz (Damnica) und dem Amtsgerichtsbereich Stolp eingegliedert. Letzter Bürgermeister war Max Papenfuß.

Als am 8. März 1945 die Rote Armee in das Dorf kam, versuchten nur wenige Einwohner zu fliehen. Auf Widerstand trafen die Truppen nicht. Als am 20. März in Mahnwitz eine Kolchose eingerichtet wurde, hatte die Ludwigsluster Bevölkerung dort zu arbeiten. Am 13. Mai 1945 übernahm die polnische Polizei die Herrschaft. Ludwigslust wurde unter dem Namen Sąborze polnisch und ist heute ein Teil der Gmina Damnica im Powiat Słupski in der Woiwodschaft Stolp (1975–1998 Woiwodschaft Stolp). Der Ort ist Sitz eines Schulzenamtes, dem auch das Dorf Paprzyce (Papritzfelde) angegliedert ist. In Sąborze wohnen heute nicht ganz 200 Menschen.

Kirche

Vor 1945 waren alle Dorfbewohner evangelischer Konfession. Ludwigslust gehörte zum Kirchspiel Sageritz (heute polnisch: Zagórzyca) im Kirchenkreis Stolp-Altstadt im Ostsprengel der Kirchenprovinz Pommern in der Kirche der Altpreußischen Union. Letzter deutscher Geistlicher war Pfarrer Walter Borchardt, der 1941 in Russland umkam und für den dann Vikarin Annemarie Winter den Dienst übernahm. Auch sie fand wenig später den Tod in Russland.

Seit 1945 ist die Bevölkerung von Sąborze nahezu vollzählig katholischer Konfession. Zagórzyca (Sageritz) ist wieder Pfarrsitz, die Pfarrei ist jedoch nun dem Dekanat Główczyce (Glowitz) im Bistum Pelplin der Katholischen Kirche in Polen unterstellt. Hier lebende evangelische Kirchenglieder gehören nun zur Kreuzkirchengemeinde in Słupsk (Stolp) in der Diözese Pommern-Großpolen der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Schule

In der im Jahre 1932 einstufigen Volksschule in Ludwigslust unterrichtete ein Lehrer 59 Schulkinder. Der letzte deutsche Lehrer Willy Kücker verstarb 1944.

Verweise

Literatur

  • Karl-Heinz Pagel, Der Landkreis Stolp in Pommern. Zeugnisse seiner deutschen Vergangenheit, Lübeck, 1989
  • Hans Glaeser-Swantow, Das Evangelisch Pommern, Teil 2, Stettin, 1940

Weblinks


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