Villa Andreae

Villa Andreae
Villa Andrae 1899
Villa Andreae von der Burg aus gesehen

Die Villa Andreae ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Bürohaus, das durch seine Alleinlage auf der Kuppe des Gaisberges gegenüber der Burg stadtbildprägend für Königstein im Taunus ist.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Villa Andreae wurde 1891 für den Frankfurter Bankier Albert Andreae de Neufville erbaut. Architekt war der königliche Baurat Franz von Hoven (* 1842). Das Haus verfügt über 29 Zimmer und 1520 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche. Rund um das Haus erstreckte sich ein Park mit 20.000 m² Fläche, der vom Gartenarchitekten Heinrich Siesmayer angelegt wurde.

Am Fuß des Gaisbergs befand sich am östlichen Ende der Theresenstraße ein Stallgebäude mit Kutscher- und Portier-Wohnung, am westlichen Ende der Theresenstraße steht noch eine Kraftwagen-Garage mit Wohnung im Obergeschoss; in dem Gelände zwischen diesen Baulichkeiten bestand ein u.a. Fischteich. Ein ehemaliges Gärtnerhaus steht noch in der Herrnwaldstraße auf der gleichen Höhe wie das schlossähnliche Haupthaus[1]. Auf dem Anwesen Fuchstanzstr. 18 steht auch noch ein Pavillon mit einem Rest der ehemaligen Einfriedung der Villa Andreae[2]

Albert Andreae de Neufville verkaufte das Haus 1927. Im Zweiten Weltkrieg war ab 1942 ein Lazarett in der Villa Andreae eingerichtet. Ab 1946 war der evangelische Verein für Innere Mission erst Pächter, dann Eigentümer des Gebäudes. Die Villa Andreae beherbergte von 1946 bis 1987 ein Schülerheim des Vereins[3].[4]

Die Villa diente als Aussenkulisse für Hanni & Nanni.

Jürgen Schneider

1987 erwarb der Immobilienunternehmer Jürgen Schneider das Anwesen und ließ es für 30 Millionen DM sanieren. Er nutzte es bis zu seiner Aufsehen erregenden Milliardenpleite 1994 als Firmensitz seiner Immobiliengruppe. Nach dem betrügerischen Konkurs von Schneider und dessen Flucht wurde die Villa Andreae im Oktober 1997 an den Software-Unternehmer Hartmut Lademacher zwangsversteigert. Nachdem Lademacher seinen Firmensitz nach Bad Homburg vor der Höhe verlegt hat, steht das Objekt derzeit für 9,8 Millionen Euro zum Verkauf[5].

Bilder

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zeitschrift „Architektonische Rundschau“ Nr. 15, Jahrgang 1899, H. 4, 2, Taf. 27. Es wurde 1996 erneut abgedruckt in: Angelika Baeumerth: Taunusvillen der Jahrhundertwende; in: Jahrbuch des Hochtaunuskreises 1996, S. 71
  2. Beate Großmann-Hofmann, Hans-Curt Köster: Königstein im Taunus: Geschichte und Kunst; Königstein (Verlag Langewiesche), 2010; ISBN 978-3-7845-0778-1, S. 104 f., 114, 117 u. 136 f.
  3. wie Anmerkung 2, S. 119 f.
  4. irrtümlich aber:Villa Andreae
  5. Taunuszeitung vom 2. Januar 2010, S. 19
50.1867368.464923

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