Ziegelrodaer Forst

Ziegelrodaer Forst

Der Ziegelrodaer Forst ist ein größtenteils in Sachsen-Anhalt, an der Grenze zu Thüringen liegendes, ca. 8200 Hektar großes Waldgebiet. Es erstreckt sich von der Stadt Nebra an der Unstrut im Südosten bis nach Allstedt im Nordwesten. Die größte Ausdehnung in Nord-Südrichtung beträgt etwa 18 km, in Ost-West-Richtung 12 km. Namensgebend ist das auf einer großen Lichtung im Zentrum des Forstes gelegene Dorf. Seit 2004 ist Ziegelroda ein Ortsteil von Querfurt. Der überwiegende Teil des Gebietes ist Bestandteil des Naturparkes Saale-Unstrut-Triasland.

Inhaltsverzeichnis

Natur und Geographie

Der Forst befindet sich auf dem Ziegelrodaer Buntsandsteinplateau, welches sich westlich an die Querfurter Platte anschließt. Die wellige, von Taleinschnitten durchzogene Landschaft erreicht Höhen bis 298 m über NN. Am Südrand, wie z. B. im Naturschutzgebiet Steinklöbe fällt das Gelände steil zum Tal der Unstrut bis auf eine Höhe von 120 m über NN ab. Der Baumbestand besteht zu etwa 80 % aus Laubwald, der von Traubeneichen und Rotbuchen dominiert wird.

Im Wald ist Rot-, Schwarz- und Rehwild anzutreffen.

Natürliche Fließgewässer im Norden des Gebietes sind die Querne, der Schmoner Bach sowie der Kriebitschbach. Der südliche Forstteil ist von Trockentälern geprägt.

Geschichte

Das gesamte Gebiet ist reich prähistorischen Bodendenkmalen. Es finden sich z. B. Spuren neolithischer und bronzezeitlicher Grabanlagen sowie Reste von Wallburgen. Der im Süden des Forstes gelegene Mittelberg wurde als Fundstelle der Himmelsscheibe von Nebra bekannt. Unweit davon befindet sich bei der Ortschaft Wangen seit 2007 das dazugehörige Informations- und Besucherzentrum Arche Nebra.

Die Nähe zur Kaiserpfalz Memleben legen die Vermutung nahe, dass bereits im Mittelalter das Gebiet zur Jagd genutzt wurde. Aus Berichten geht hervor, dass spätestens seit dem 17. Jahrhundert der Wald Jagdrevier der Herzöge von Sachsen-Weißenfels war. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam der südöstliche Teil zu Preußen und war bis 1918 königlicher Forst. Der Nordwesten gehörte zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Verkehr und Touristik

Der Forst ist mit ausgeschilderten Wald- und Wanderwegen erschlossen. Am Südrand befindet sich in Wangen ein Haltepunkt der Unstrutbahn Naumburg - Artern. Der Flugplatz Allstedt am Nordwestrand war bis 1992 sowjetischer Militärflugplatz.

Literatur

  • Hans Kugler et al.: Das Gebiet an der unteren Unstrut S.113-118 Berlin, Akademie-Verlag 1988, ISBN 3-05-000376-6
  • Naturpark Saale-Unstrut-Triasland e.V: Naturpark Saale-Unstrut Triasland. Der Wanderatlas., Nebra 1997, ISBN 3-9806006-3-7

Weblinks

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