Empfehlungen für Radverkehrsanlagen

Empfehlungen für Radverkehrsanlagen
Empfehlungen für Radverkehrsanlagen
Nummer 284
Abkürzung ERA
Anwendungsbereich Radverkehrsanlagen
Aktuelle Ausgabe 2010
Vorige Ausgabe 1995

Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (kurz ERA) sind ein in Deutschland gültiges technisches Regelwerk für die Planung, den Entwurf und den Betrieb von Radverkehrsanlagen. Die ERA werden von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen in Köln herausgegeben.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen spiegeln den aktuellen Stand der Technik in Deutschland wider.[1] Sie sind – so das Verwaltungsgericht Göttingen – „ein anerkanntes fachliches Regelwerk, das bei der Entscheidungsfindung […] ergänzend heranzuziehen ist.“[2] Seit dem 1. September 2009 weist die Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung ausdrücklich auf die ERA „in der jeweils gültigen Fassung“ hin.[3] Öffentliche Auftraggeber in Deutschland (Bund, Länder,[4][5][6] Kreise und Kommunen) verlangen meist zwingend, dieses Regelwerk für die Planung und Bauausführung von Radverkehrsanlagen heranzuziehen. Auch die gutachterliche Beurteilung von Planungen orientiert sich an der ERA[7].

Inhalt

Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen gliedern sich in zwölf Abschnitte. In der Einleitung wird der Geltungsbereich definiert. Abschnitt eins und zwei befassen sich mit dem Radverkehrskonzept und den Entwurfsgrundlagen. Im dritten Abschnitt werden Führungsformen an innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen erläutert. Die Darstellung der Radverkehrsführung an Knotenpunkten erfolgt anschließend in Abschnitt vier. Angaben zu Überquerungsanlagen und Radverkehr in Erschließungsstraßen werden in Abschnitt fünf und sechs gemacht. Hinweise, wie der Radverkehr bei Einfahrt in Einbahnstraßen in Gegenrichtung und in Fußgängerbereichen geführt werden kann, werden in Abschnitt sieben und acht gegeben. Abschnitt neun behandelt den Radverkehr an Landstraßen und im nachfolgenden Abschnitt zehn erfolgt eine Darstellung selbstständig geführter Radwege. Im Abschnitt elf wird der Bau und der Betrieb betrachtet und abschließend im zwölften Abschnitt eine Wirkungskontrolle und Qualitätssicherung betrieben.

Geschichte

Die aktuelle Ausgabe von 2010 ersetzt die Vorgängerversion von 1995 und die Hinweise zur Beschilderung von Radverkehrsanlagen nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung, Ausgabe 1998.[8]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Peter Gwiasda u.a.: Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. FGSV (Hrsg.). FGSV Verlag, Köln 2010. ISBN 978-3-941790-63-6. FGSV-Nummer 284. Innenseite des hinteren Einbands.
  2. Verwaltungsgericht Göttingen, Urteile vom 27. November 2003, 1 A 1196/01 und 1 A 1228/01, abgerufen am 8. April 2010.
  3. Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung, zu § 2 Absatz 4 Satz 2, I. 5. Randnummer 13
  4. ADFC NRW: Landesverkehrsministerium führt ERA 2010 ein. 29. Juni 2011. Abgerufen am 24. Juli 2011.
  5. Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, Ausgabe 2010 (ERA 2010). Erlass VII A 4 – 86.19-51 vom 10. Juni 2011. Abgerufen am 24. Juli 2011.
  6. Deutsches Institut für Urbanistik: Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen haben "Empfehlungen für Radverkehrsanlagen" (ERA) verbindlich eingeführt. 3. Juli 2011, abgerufen am 24. Juli 2011.
  7. Beispiel einer gutachterlichen Stellungnahme
  8. Peter Gwiasda u.a.: Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. FGSV (Hrsg.). FGSV Verlag, Köln 2010. ISBN 978-3-941790-63-6. FGSV-Nummer 284. Seite 2.

Literatur

  • Peter Gwiasda u.a.: Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. FGSV (Hrsg.). FGSV Verlag, Köln 2010. ISBN 978-3-941790-63-6. FGSV-Nummer 284.

Weblinks


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