Frankfurt-Niederrad

Frankfurt-Niederrad
Wappen von Niederrad
Wappen von Frankfurt am Main

Niederrad
Stadtteil von Frankfurt am Main

Karte
Koordinaten 50° 5′ 18″ N, 8° 38′ 37″ O50.0883333333338.6436111111111Koordinaten: 50° 5′ 18″ N, 8° 38′ 37″ O
Fläche 2,89 km²
Einwohner 22.954 (31. Dez. 2009)
Bevölkerungsdichte 7932 Einwohner/km²
Postleitzahl 60528
Vorwahl 069
Website www.frankfurt.de
Gliederung
Ortsbezirk 5 – Süd
Stadtbezirke
  • 371 - Niederrad-Nord
  • 372 - Niederrad-Süd
Verkehrsanbindung
Bundesstraße Bundesstraße 43 number.svg Bundesstraße 44 number.svg
S-Bahn S7 S8 S9
Straßenbahn 12 15 19 20 21
Bus 51 61 78 79 n7
Quelle: Stadt Frankfurt am Main: Einwohnerzahlen. Abgerufen am 6. August 2011.

Niederrad ist ein Stadtteil von Frankfurt am Main.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Niederrad liegt südlich des Mains und grenzt im Norden an das Gutleutviertel, im Osten an Sachsenhausen sowie im Süden und Westen an Schwanheim. Im Süden und Westen ist es von einem Teil des Frankfurter Stadtwaldes umgeben.

Allgemeines

Der Stadtteil ist hauptsächlich als Wohngebiet ausgewiesen. Er beinhaltet die in den 1920ern unter Städteplaner Ernst May entstandene Wohnsiedlung Bruchfeldstraße sowie die Adolf-Miersch-Siedlung und die Siedlung im Mainfeld. Die Kaufkraft beträgt 22.067 Euro pro Einwohner (Stand: 2009).

Niederrad ist Standort des westlichen Teils der Universitätsklinik Frankfurt und namensgebend für einige wichtige Frankfurter Institutionen, doch die Galopprennbahn Niederrad liegt verwaltungstechnisch im Stadtteil Sachsenhausen. Die Bürostadt Niederrad gehört ebenso wie das dort liegende Klärwerk Niederrad zum Stadtteil.

Niederrad (Ost) mit Rennbahn vor City-Skyline

Politik

  • Niederräder Ortsbeiräte: 3 (im Frankfurter Ortsbeirat Nr. 5)
  • Niederräder Stadtverordnete: 3

Geschichte

Kelsterbacher Straße mit Restbeständen historischer Bauten

Erstmalige Erwähnung fand der im Jahre 1900 nach Frankfurt eingemeindete Stadtteil im Jahre 1151 als Rode (Rodung) im damaligen Reichswald. Zu jener Zeit bestand der Ort bereits aus 15 Häusern. Die Erwähnung des Sandhofes, einer königlichen Wasserburg erfolgte erstmals 1193 in einer Urkunde, in der bezeugt wurde, dass der Ritter Konrad von Hagen 200 Morgen Land erworben hatte. Den Wald zwischen Frankfurt und Niederrad, der später auch als Teil des Frankfurter Stadtwalds bezeichnet werden sollte, erwarb die Freie Reichsstadt Frankfurt bereits 1372. Da direkt an einer Schleife des Main gelegen, bildete sich in Niederrad eine Nebentätigkeit der Landbevölkerung für Waschen und Färben heraus, zumal das Ackerland auch sehr begrenzt war. Lange Zeit bezeichneten es die Frankfurter als Wäscherdorf, da bald mehr als 100 Betriebe die Wäsche an einem weiches Wasser führenden Bach (großer Waschbach genannt) reinigten und anschließend bleichten.

Im Jahre 1850 hatte Niederrad 2000 Einwohner. 15 Jahre später erfolgte die Eröffnung der Pferderennbahn und wiederum nach 15 Jahren wurde 1880 eine Eisenbahnbrücke nach Frankfurt über den Main erbaut. Der Bau einer Schleuse (1883) und die Inbetriebnahme eines Klärwerks (1887) folgten vor der endgültigen Eingemeindung gemeinsam mit Seckbach und Oberrad die Eingemeindung in die Stadt Frankfurt. Niederrad hatte zu diesem Zeitpunkt am 1. Juli 1900 8.800 Einwohner. In Niederrad erbaute der Kaufmann Eugen René Lacroix 1925 mit 350 Mitarbeitern sein inzwischen internationales Delikatessenunternehmen und stellte dort auch die Schildkrötensuppe her, die ihn berühmt gemacht hat. Eine Zeitzeugin erwähnte, dass der ganze Hof voller Schildkröten war und Lacroix jede einzelne beäugte. Seit 1994 existiert das Niederräder Werk nicht mehr; nach dessen Abriss wurden dort Wohnungen errichtet.

Nach dem Krieg zählte Niederrad (1950) 18.000 Einwohner und wuchs in den nächsten Jahren kontinuierlich. Schon 11 Jahre später waren es 25.000 Einwohner und mit dem 1963 begonnenen Bau der „Bürostadt im Grünen“, inzwischen als Bürostadt Niederrad bekannt, wurde der Stadtteil auch in der Geschäftswelt bekannt.

Verkehr

Der 1977 wegen des S-Bahn-Baus stillgelegte Alte Bahnhof in Frankfurt-Niederrad

Niederrad ist an das Netz der S-Bahn Rhein-Main sowie an das städtische Straßenbahn- und Omnibusnetz angebunden. Sowohl die Linien S7, S8 und S9 Richtung Riedstadt, Wiesbaden und Hanau als auch Regionalzüge nach Koblenz und Mannheim halten am Bahnhof Frankfurt-Niederrad, der für den S-Bahn-Betrieb als Hochbahnhof errichtet wurde und den vorigen weiter nördlich gelegenen Bahnhof ersetzte.

Die Straßenbahnlinien 15, 12 und 21, die ihren Ursprung im Netz der Frankfurter Waldbahn haben, verbinden den Stadtteil mit Offenbach, der Innenstadt, dem Stadion, Schwanheim, dem Gallus und den östlichen Frankfurter Stadtteilen. Langfristig ist hier der Ausbau zur U-Bahnstrecke D vorgesehen. Auch die Omnibuslinien 51 (nach Höchst), 61 (zum Flughafen und Südbahnhof) und 78 (in die Bürostadt) und die Ringbuslinie 79 (nach Niederrad Bahnhof) fahren durch Niederrad.

Sehenswertes

Der Frauenhof mit seinem Torbogen
Bruchfeldstraße mit „Zickzackhausen“ und dem Heizkraftwerk
  • Als Fabrikgebäude wurde von 1761 bis 1781 der Barockbau des Frauenhofes errichtet. Das Anwesen mit dem Torbogen über die Kelsterbacher Straße lag ursprünglich am Rande des Dorfes. Ab 1841 war sie zeitweilig im Besitz des Katharinen- und Weißfrauenstifts. 1937 wurden große Teile des Anwesens abgebrochen, erhalten blieb lediglich der Torbogen mit den beiden Seitenflügeln. 1944 wurde der Torbogen durch einen Bombentreffer schwer beschädigt und nur provisorisch repariert.
  • Die 1927 entstandene Wohnsiedlung Bruchfeldstraße („Zickzackhausen“) ist ein Teil des Großprojektes Neues Frankfurt, das unter den Frankfurter Stadtplaner und Architekt Ernst May entstand. Ihrer besonderen winkligen Fassadenanordnung verdankt sie den Spitznamen „Zickzackhausen“.

Nicht zu vergessen das ehemalige Mainschwimmbad „Licht- und Luftbad Niederrad“, auf einer Insel im Main gelegen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Meistens im Juni findet als Stadtteilfest das „Schwarzwaldstraßenfest“ statt.

Der Wäldchestag findet immer am Dienstag nach Pfingsten statt, beginnt aber schon am vorangehenden Pfingstsamstag.

Weblinks

 Commons: Frankfurt-Niederrad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch

Sicherheitsniederrad


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