Gemäldegalerie (Berlin)

Gemäldegalerie (Berlin)
Blick auf den Haupteingang zum Kulturforum Berlin

Die Berliner Gemäldegalerie am Kulturforum Berlin ist eine Spezialsammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), und beherbergt einen der bedeutendsten Bestände alter europäischer Malerei vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. Sie ist in ihrer jetzigen Form das Ergebnis einer ambitionierten Sammlungspolitik,[1] voller Erfolge und auch schmerzlicher Einschnitte,[2][3][4][5] die anhand ihres Bestandes auch das politische Geschehen der letzten zweihundert Jahre widerspiegelt.

Inhaltsverzeichnis

Das Gebäude

Zentrale Wandelhalle im Jahre 2006 mit einer zeitlich befristeten Ausstellung der Skulpturensammlung

Seit 1998 befindet sich die Berliner Gemäldegalerie in einem eigens für sie errichteten Museumsbau am Kulturforum. Das Gebäude wurde von den Architekten Hilmer & Sattler und Albrecht unter Einbeziehung der Villa des Verlegers Paul Parey errichtet. Es hat einen annähernd rechteckigen Grundriss, dessen Nordfassade leicht nach außen gezogen wurde. Die Außenfassaden selbst bestehen aus dicht gefugten Terrakottaplatten, die über einem hohen Rustikasockel montiert wurden und so ein optisches Bild vermitteln, das sowohl an die italienische Renaissance als auch an den preußischen Klassizismus erinnert. Kern des Gebäudes ist eine von zwei Säulenreihen durchzogene Wandelhalle mit flachen Deckenwölbungen und 32 Klarglaskuppeln, in deren Zentrum sich die Brunneninstallation „5–7–9 Serie“ des amerikanischen Konzeptkünstlers Walter de Maria befindet. Die eigentlichen Ausstellungsräume, 18 Säle und 41 Kabinette legen sich hufeisenförmig in zwei Schichten um die Halle und werden im Normalfall nur durch Tageslicht (Oberlicht) erleuchtet. Sie umfassen eine Ausstellungsfläche von etwa 7.000 Quadratmetern und bieten auf einem ca. zwei Kilometer langen Rundgang, mit etwa 1.800 laufenden Metern Hängefläche, Platz für rund 900 Gemälde. Rund 400 weitere Bilder werden in einer zwölf Räume umfassenden Studiengalerie im Sockelgeschoss des Gebäudes gezeigt.[6] Mit der Eröffnung des Bode-Museums im Jahr 2006 werden auch dort, zur optischen Verdeutlichung von kunstwissenschaftlichen Zusammenhängen, weitere 150 Gemälde im Zusammenspiel mit der Skulpturensammlung ausgestellt.

Die Ausschreibung für den Neubau der Gemäldegalerie geht auf das Jahr 1986 zurück und sollte ursprünglich nur die in Berlin-Dahlem aufbewahrten Bilder aufnehmen. Nach der Vereinigung mit der Gemäldegalerie auf der Museumsinsel im Jahr 1991 war jedoch klar, dass der geplante Neubau viel zu klein angelegt war, um den verdoppelten Bildbestand angemessen ausstellen zu können. Um jedoch die Zusammenlegung beider Sammlungen trotzdem so schnell wie möglich durchführen zu können, zeitraubende und teure Neuplanungen zu vermeiden sowie bereits bewilligte Baugelder nicht verfallen zu lassen, wurde die Galerie dennoch in der geplanten Form errichtet. Damit ein möglichst großer Querschnitt durch die Gesamtsammlung präsentiert werden kann, wurde beschlossen, die Restaurierungswerkstätten, die im Sockelgeschoss untergebracht werden sollten, auszulagern und in den frei gewordenen Räumen, nach dem Vorbild der National Gallery in London, eine Studiengalerie anzulegen, in der im Wechsel weitere wichtige Werke der Sammlung gezeigt werden können.[7]

Die Sammlung

Die Gemäldegalerie bewahrt derzeit mehr als 3.500 Gemälde (davon rund 2.900 Bilder eigener Bestand) und weitere 3.000 historische Rahmen auf, die heute organisatorisch in insgesamt zehn Abteilungen aufgegliedert sind:

  • Deutsche Malerei des 13. bis 16. Jahrhunderts
  • Deutsche Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts
  • Niederländische Malerei des 14. bis 16. Jahrhunderts
  • Flämische Malerei des 17. Jahrhunderts
  • Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts
  • Italienische Malerei des 13. bis 16. Jahrhunderts
  • Italienische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts
  • Spanische Malerei des 15. bis 18. Jahrhunderts
  • Französische Malerei des 15. bis 18. Jahrhunderts
  • Englische Malerei des 18. Jahrhunderts

Die eigenen Bestände

Deutsche Malerei des 13. bis 16. Jahrhunderts

Interieur Saal I mit frühester deutscher Tafelmalerei

Diese Abteilung der Gemäldegalerie beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen altdeutscher Malerei weltweit, in der alle Schulen und Stilrichtungen der Zeit fast lückenlos präsentiert werden. Zu den Höhepunkten der Sammlung gehören die „„Flügel des Wurzacher Altars“, die zu den wenigen malerischen Arbeiten des sonst eher als Bildhauer tätigen Hans Multscher gehören, zwei Bilder von Konrad Witz, zwei Bilder vom Meister des Hausbuchs, ein Martin Schongauer, zwei Bilder von Hans Holbein d. Ä., je sieben Bilder von Albrecht Dürer, Hans Baldung und Albrecht Altdorfer, 22 Bilder von Lucas Cranach d. Ä. und fünf Bilder von Hans Holbein d. J.[8]

Deutsche Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts

In diesem Bereich überschneidet sich die Sammlung teilweise mit den Beständen der Berliner Nationalgalerie. Sie ist nicht ganz so umfangreich wie der Bereich älterer deutscher Malerei, gehört aber trotzdem zu den bedeutenderen ihrer Art. Zum Bestand gehören Maler wie Daniel Chodowiecki, Christian Wilhelm Ernst Dietrich, Johann Georg Edlinger, Adam Elsheimer, Anton Graff, Angelika Kauffmann, Christian Bernhardt Rode und Johann Rottenhammer, die mit meist größeren Werkkomplexen vertreten sind.[8]

Aus organisatorischen Gründen sind den beiden Abteilungen der deutschen Malerei auch die Bilder von österreichischen und schweizerischen Malern zugeordnet.

Niederländische Malerei des 14. bis 16. Jahrhunderts

In diesem Bereich gilt die Berliner Sammlung als eine der bedeutendsten weltweit. Sie liefert einen nahezu lückenlosen Überblick von ihren Anfängen bis zum Ende der Renaissance und präsentiert die Hauptmeister mit zahlreichen Hauptwerken ihrer Kunst. Den Anfang der Sammlung markieren drei Arbeiten des Jan van Eyck, die zu den besten Werken seines Schaffens gehören. Dem schließen sich vier Bilder von Petrus Christus, zwei Bilder von Robert Campin sowie Bilder seiner Schüler Jacques Daret und Rogier van der Weyden an. Letzterer ist mit drei Altären, zwei Einzeltafeln und einer Reihe weiterer Arbeiten aus der Werkstatt in keiner anderen Sammlung so präsent wie in Berlin. Darüber hinaus besitzt die Sammlung das einzige unbestrittene Bild des Aelbert van Ouwater, je zwei Bilder von Dieric Bouts, Gerard David und Geertgen tot Sint Jans, drei Bilder von Hugo van der Goes, drei Bilder von Hans Memling, sechs Bilder von Jan Gossaert und nochmal zwei Bilder von Pieter Bruegel d. Ä.. Dem schließen sich Bilder von Hieronymus Bosch, Lucas van Leyden, Quinten Massys, Marinus van Reymerswaele an.[8]

Flämische Malerei des 17. Jahrhunderts

Interieur Saal VIII: Rubenssaal

Diese Abteilung bietet einen exemplarischen Überblick über die flämische Malerei dieser Epoche, in deren Mittelpunkt Peter Paul Rubens mit siebzehn Bildern, Anthonis van Dyck mit sieben, Jacob Jordaens mit drei und David Teniers d. J. mit acht Bildern stehen. Um diesen Kern gruppieren sich mehr als zweihundert weitere Bilder, die einen guten Überblick über die flämische Malerei dieser Zeit bieten. Darunter befinden sich Bilder von Adriaen Brouwer, Jan Brueghel d. Ä., Jan Brueghel d. J., Pieter Brueghel d. J., Gonzales Coques, Jan Fyt, Jan Davidsz. de Heem und Frans Snyders.[8]

Holländische Malerei des 17. Jahrhunderts

Die holländische Abteilung gehört zu den besten Sammlungen überhaupt und bietet einen hervorragenden Überblick über diese Kunstepoche. Im Zentrum der Sammlung steht Rembrandt, von dessen Bildern die Sammlung derzeit 16 allgemein anerkannte Werke besitzt und damit zu den größten Einzelsammlungen dieses Meisters gehört. Neben einer hervorragenden Kollektion von Arbeiten aus seinem Umkreis und seiner Nachfolge (Gerard Dou, Govert Flinck, Aert de Gelder und Philips de Koninck) bietet die Sammlung einen umfassenden Überblick über die holländische Malerei dieser Epoche insgesamt. Zu den teilweise mit größeren Werkkomplexen präsenten Malern gehören unter anderem Willem van Aelst, Jan Asselijn, Nicolaes Pietersz. Berchem, Gerard ter Borch, Hendrick ter Brugghen, Pieter Claesz, Aelbert Cuyp, Jan van Goyen, Frans Hals, Gerrit van Honthorst, Pieter de Hooch, Willem Kalf, Pieter Lastman, Adriaen van Ostade, Isack van Ostade, Paulus Potter, Jacob van Ruisdael und Jan Steen, Jan Vermeer und Emanuel de Witte.[8]

Italienische Malerei des 13. bis 16. Jahrhunderts

Interieur Saal XVII mit großformatigen Bildern der italienischen Hochrenaissance

Dieser Bereich ist die umfangreichste Abteilung der Gemäldegalerie und bietet einen umfassenden Überblick über die italienische Malerei dieser Zeit. Am Anfang der Trecento-Sammlung stehen zwei der wenigen eigenhändigen Tafelbilder von Giotto di Bondone, dem sich unter anderen bedeutende Bilder von Maso di Banco, Agnolo Gaddi, Taddeo Gaddi, Lippo Memmi, Bernardo Daddi, Pietro Lorenzetti, Simone Martini, Lorenzo Monaco und Gentile da Fabriano anschließen. Die Quattrocento-Sammlung wird von der größten Sammlung von Einzeltafeln des Masaccio eingeleitet. Dem folgen ein Bild von Piero della Francesca, fünf Bilder von Fra Angelico, zwei Bilder von Domenico Veneziano, ein Bild von Antonio del Pollaiuolo, zwei von seinem Bruder Piero del Pollaiuolo, drei Bilder von Fra Filippo Lippi, drei Bilder von Filippino Lippi, drei Bilder von Sandro Botticelli, vier Bilder von Luca Signorelli, sieben Bilder von Giovanni Bellini, zwei Bilder von Domenico Ghirlandaio, drei Bilder von Andrea Mantegna sowie Bilder von Gentile Bellini, Piero di Cosimo, Antonello da Messina und eine der wenigen unbestrittenen Tafeln von Andrea del Verrocchio. Das Cinquecento präsentiert sich mit bedeutenden Arbeiten von Giorgione, Tizian, Palma il Veccio, Lorenzo Lotto, Sebastiano del Piombo, Agnolo Bronzino, Paris Bordone, Paolo Veronese, Jacopo Tintoretto, Giovanni Battista Moroni, Antonio da Correggio und Parmigianino.[8]

Italienische Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts

Weit weniger geschlossen, dafür mit hervorragenden Beispielen präsentieren sich die späteren Italiener. Neben mehreren Werken der Carracci-Familie, präsentiert die Sammlung Werke von Jacopo Amigoni, Pompeo Girolamo Batoni, Canaletto, Caravaggio, Giuseppe Maria Crespi, Carlo Dolci, Orazio Gentileschi, Luca Giordano, Giovanni Antonio Guardi, Francesco Guardi, Guercino, Sebastiano Ricci, Giovanni Battista Tiepolo und Giovanni Domenico Tiepolo.[8]

Spanische Malerei des 15. bis 18. Jahrhunderts

Rein zahlenmäßig gehört die spanische Abteilung zu den größeren Sammlungen in Deutschland. Bis auf wenige Ausnahmen gelten die vorhandenen Werke aber eher als zweit- bis drittklassig, sodass derzeit nur einige wenige Werke innerhalb der Präsentation italienischer Meister des 17. und 18. Jahrhunderts öffentlich gezeigt werden. Zu den wenigen bedeutenden Bildern gehören Arbeiten von Bartolomé Bermejo, Pedro Berruguete, Bartolomé Esteban Murillo, Luis de Morales, Diego Velázquez und Francisco de Zurbarán. Einige weitere Beispiele der frühen spanischen Malerei werden seit 2006 auch in der Skulpturensammlung im Bode-Museum ausgestellt. Bei den nicht ausgestellten Werken handelt es sich, bis auf wenige Ausnahmen (z. B. eine Skizze von Francisco de Goya und Werke von Alonso Cano und Mateo Cerezo) zu einem Großteil um Werke eher unbekannter Meister, um Schul- oder Werkstattbilder und Kopien.[8]

Französische Malerei des 15. bis 18. Jahrhunderts

Die französische Abteilung bietet einen kleinen Überblick über die alte französische Malerei, in der eine ganze Reihe hervorragender Werke enthalten sind. Zu den frühen Leuchttürmen der französischen Malerei überhaupt gehören die Werke von Simon Marmion und Jean Fouquet. In Berlin befindet sich außerdem das einzige Bild von Georges de La Tour in einer öffentlichen Sammlung in Deutschland. Dem folgen Arbeiten von Jean-Baptiste Greuze, Nicolas de Largillière, Eustache Le Sueur, Claude Lorrain, Jean Baptiste Chardin, Nicolas Poussin, Antoine Watteau, Antoine Pesne, Hubert Robert und François Boucher.[8]

Englische Malerei des 18. Jahrhunderts

Die englische Malerei ist zwar die zahlenmäßig kleinste Abteilung der Berliner Gemäldegalerie, trotzdem bildet sie die größte Kollektion ihrer Art in einem deutschen Museum. Im Zentrum stehen insgesamt fünf Bilder von Thomas Gainsborough. Es folgen unter anderen drei Bilder von Joshua Reynolds, je zwei von John Hoppner und Henry Raeburn sowie ein Bild von Thomas Lawrence.[8]

Die Leihgaben

Neben den eigenen Beständen verwaltet die Gemäldegalerie auch eine große Anzahl von (oben nicht aufgeführten) Leihgaben, von denen die Bilder aus der Sammlung des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins (Hans Baldung, François Boucher, Gerard Dou, Albrecht Dürer, Giotto di Bondone, Giovanni Antonio Guardi, Hans Memling, Rembrandt van Rijn, Peter Paul Rubens) den bedeutendsten Bestand ausmacht. Weitere bedeutende Leihgaben stammen aus der Streitschen Stiftung (Jacopo Amigoni, Canaletto), der der Kunstbibliothek der SMPK gehörenden Sammlung Lipperheide (Wolf Huber), der Bundesrepublik Deutschland (Paris Bordone, Peter Paul Rubens, Sebastiano Ricci, Antoine Watteau), der Staatsbibliothek SMPK (Lucas Cranach d. Ä.).[8][9]

Zusätzlich präsentiert die Galerie auch eine Reihe von Leihgaben ungenannter Privatsammler, die teilweise bereits seit vielen Jahren in der Schausammlung gezeigt werden. Besonders seit der Wiedereröffnung der Gemäldegalerie am Kulturforum, werden dort zahlreiche private Leihgaben ausgestellt, dazu gehören Werke von Hendrick ter Brugghen, Willem Pietersz. Buytewech, Jacob van Ruisdael, Adriaen van der Werff, Philips Wouwerman, Jean-Baptiste Pater und derzeit (stand: 2008) mit einer Landschaft mit der Erscheinung Christi bei den Aposteln am See Genezareth auch eine frühe Tafel von Pieter Bruegel d. Ä.[10]

Die Präsentation im Bode-Museum

Alvise Vivarini: Pfingstaltar. Eines der im Bode-Museum ausgestellten Werke der Gemäldegalerie.

Neben den ausgestellten Bildern am Kulturforum ist die Gemäldegalerie seit Oktober 2006 auch mit einer umfangreicheren Kollektion im Bode-Museum präsent. Die dort in der Dauerausstellung der Skulpturensammlung integrierten Werke bieten ebenfalls einen kleinen, wenn auch sehr lückenhaften Gesamtüberblick über die Geschichte der abendländischen Malerei. Dafür stellte die Sammlung mehrere, zuvor meist deponierte Bilder aus ihrem Gesamtbestand ab. Nur wenige Arbeiten waren vorher am Kulturforum in der Schau- und in der Studiensammlung zu sehen gewesen.[11] Einige wurden für die Präsentation extra restauriert, darunter auch Bilder, die zur Schausammlung des Kaiser-Friedrich-Museums gehört hatten und seit 1939 nicht mehr öffentlich präsentiert worden waren.[11]

Wie in der Hauptsammlung liegt auch hier der Schwerpunkte der Exponate auf der italienischen, altniederländischen und altdeutschen Malerei. Höhepunkt der Präsentation sind dabei die Tiepolo-Fresken aus der Villa Panigai, die vermutlich eine Gemeinschaftsarbeit von Giovanni Battista und Giovanni Domenico Tiepolo sind. Ihnen zur Seite stehen an italienischen Arbeiten eine Paolo Uccello zugeschriebene Maria mit dem Kinde, eine Beweinung Christi von Giovanni Bellini, der Pfingstaltar von Alvise Vivarini, der Herkules am Scheideweg von Niccolò Soggi, mehrere Bildnisse von Alessandro Allori, je eine Altartafel von Francesco Vecellio und Girolamo dai Libri, das Bildnis des Benedetto de’ Medici von Giorgio Vasari, Der Prophet Bileam auf der Reise von Luca Giordano und die Trunkenheit Noahs von Andrea Sacchi. An altniederländischer Malerei präsentiert die Sammlung vor allem Werke weniger bekannter oder anonymer Künstler, von denen der für seine Kopien nach großen Meistern bekannte Michiel Coxcie mit mehreren Werken präsent ist. Daneben findet man Arbeiten von Aelbert Bouts und Goswijn van der Weyden. Bedeutendste Arbeiten der altdeutschen Schule sind eine Adam-und-Eva-Tafel von Lucas Cranach d. Ä., zwei Bildnisse von Georg Pencz und ein Herrenbildnis von Joachim Martin Falbe. Bekanntere Maler anderer Schulen sind unter anderem Ferdinand Bol, Cornelis Cornelisz. van Haarlem und Hubert Robert.

Neben Bildern aus der eigenen Sammlung werden im Bode-Museum auch einige Gemälde aus dem Besitz des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins ausgestellt.

Geschichte der Gemäldegalerie

Planung und Aufbau der Berliner Gemäldegalerie

Friedrich Wilhelm III. legte mit dem Ankauf der Sammlung Giustiniani den Grundstock für die Gemäldegalerie
Edward Solly, dessen große Sammlung bis heute zum Kernbestand der Gemäldegalerie gehört
Das Alte Museum in Berlin gegen 1830 – Erste Heimat der Berliner Gemäldegalerie
Grundrissplan der Gemäldegalerie im Obergeschoss des Alten Museums von 1830

Die Berliner Gemäldesammlung ist die erste Sammlung alter europäischer Malerei, die von Anfang an nach streng kunsthistorischen Gesichtspunkten konzipiert wurde.[12] Bereits im Jahr 1797 hatte der Archäologe Aloys Hirt die Gründung eines öffentlichen Berliner Bildungsmuseums der europäischen Kunstgeschichte angeregt, die sich, im Gegensatz zu repräsentativen Fürstensammlungen, streng an wissenschaftliche Prinzipien und Systematik orientieren sollte. Diese Idee stieß auf ein breites Echo und fand mit dem Architekten Karl Friedrich Schinkel und dem Gelehrten Karl Friedrich von Rumohr namhafte Befürworter. Doch im Gegensatz zu Hirt waren sie der Meinung, dass in erster Linie die Freude an der Kunst und erst dann die Belehrung stehen sollte.[13] Schnell begann man damit, die Idee, die von Friedrich Wilhelm III. aktiv unterstützt wurde, in die Tat umzusetzen. Großzügig war der König bereit, dem neuen Museum zahlreiche Objekte aus seinem Besitz zur Verfügung zu stellen. Bei einer ersten Auswahl aus dem königlichen Gemäldebesitz traf Aloys Hirt 1812 eine Auswahl von etwa 650 Bildern, die er für geeignet für das geplante Museum hielt. Nach Beendigung der napoleonischen Kriege kehrten zahlreiche Kunstwerke, die von den Franzosen schon vor der Auswahl aus königlichem Besitz verschleppt worden waren, nach Preußen zurück, so dass Hirt die schon getroffene Auswahl um weitere 113 Bilder ergänzen konnte.[14] Obwohl die königliche Sammlung bereits eine große Anzahl von Bildern hohen künstlerischen Ranges enthielt, wurde sie doch nicht den gestellten Ansprüchen gerecht, welche von einer nach wissenschaftlichen Prinzipien aufgebauten Sammlung erwartet wurden. Der Bildbestand war weit davon entfernt, einen enzyklopädischen Überblick über alle europäischen Malschulen bis zum 18. Jahrhundert zu bieten. Um diesem Wunsch gerecht zu werden, mussten noch zahlreiche Zukäufe getätigt werden.

1815 bot sich in Paris die erste Gelegenheit zu eine bedeutenden Erweiterung für die geplante Gemäldegalerie. Friedrich Wilhelm III. entdeckte dort die 155 von dem Pariser Kunsthändler Férérol Bonnemaison angebotenen Bilder aus der Sammlung Giustiniani. Durch einen glücklichen Zufall war der sonst als geizig bekannte Monarch gut bei Kasse und erwarb die Giustinani-Bilder für eine Summe von 540.000 Francs. Für weitere 64.000 Francs kaufte er, ebenfalls bei Bonnemaison, noch 14 weitere Bilder. Durch einen glücklichen Zufall entdeckte der König in Paris noch zwei weitere, ebenfalls zum Verkauf stehende Bilder der Giustiniani-Sammlung, die er ebenfalls noch erwerben konnte. In Berlin wurden die Bilder, die eigentlich zur qualitativen Bereicherung der königlichen Sammlung gedacht waren, zunächst an die Akademie übergeben, die sie 1816 öffentlich präsentierte. Noch im selben Jahr wurden erste Stimmen laut, die forderten, die Giustinani-Bilder sofort dem neuen Museum zuzuführen, und nicht in die königliche Sammlung zu integrieren.[15]

Zur Ergänzung der Giustiniani-Sammlung, die bis auf wenige Ausnahmen vorwiegend Werke des italienischen Frühbarock enthielt, darunter Arbeiten von Caravaggio, den Carracci und Guido Reni, wurde nun der Erwerb der bekannten Heidelberger Sammlung Boisserée mit ihrer „vaterländischen Kunst“ vorgeschlagen.[16] Trotz ernsthafter Bemühungen des preußischen Staates schlugen die Verhandlungen fehl. Stattdessen entschied man sich für den Ankauf der sehr viel bedeutenderen Gemäldesammlung des in Berlin lebenden englischen Kaufmanns Edward Solly, der ein guter Freund von Hirt und Schinkel war und von diesen beraten wurde. Zu seinen weiteren Beratern gehörten noch Ruhmor und Gustav Friedrich Waagen. Bereits 1819 hatte er seine etwa 3000 Bilder umfassende Bildersammlung für einen Kredit an Preußen verpfändet. Unfähig, diesen zurückzuzahlen, begannen 1820 durch Vermittlung von Benjamin Wegner, Freund und Agent Sollys, die Verhandlungen über einen Ankauf der Sammlung, die 1821 abgeschlossen wurden. Für 500.000 Reichstaler gingen die Gemälde in preußischen Besitz über. Damit gelangte eine große Sammlung italienischer Bilder des 13. bis 16. Jahrhunderts, eine bedeutende Anzahl altniederländischer, altdeutscher Bilder und eine kleine Anzahl von Werken anderer Malschulen in den Besitz des geplanten Museums.[17][18]

Etwa zur gleichen Zeit begannen auch die Planungen für einen repräsentativen Museumsbau, der die Sammlung später aufnehmen sollte. Anfänglich hatte man noch mit dem Gedanken gespielt, die Bilder dauerhaft im Akademiegebäude unterzubringen, doch dann setzten sich die Befürworter eines Neubaus durch. An ihrer Spitze stand unter anderem Schinkel, der ein Konzept für einen prächtigen Museumsbau vorlegte.[12][19] Seine Pläne fanden eine Mehrheit, so dass am 24. April 1823 endgültig die Errichtung des heute Altes Museum genannten Bauwerks beschlossen wurde. Gleichzeitig nahm eine Expertenkommission ihre Arbeit auf, die eine Auswahl der später auszustellenden Bilder treffen sollte. Neben Schinkel und Hirt gehörte ihr, anfänglich noch als Gehilfe, Waagen an. 1828 wurde er dann festes Mitglied. Durch Diskrepanzen zwischen Schinkel und Hirt, es ging noch immer um die Frage, ob Bildung oder Freude an den Kunstwerken den Vorrang haben sollten, wurde die Kommission aufgelöst und 1829 durch eine neue ersetzt. Neben Schinkel und Waagen gehörten ihr nun auch Wilhelm von Humboldt, Christian Daniel Rauch, Richard Dähling, Wilhelm Wach, Jakob Schlesinger und Friedrich Tieck an. Federführend war dabei der zum Vorsitzenden ernannte Humboldt, der die künftige Organisationsstruktur des Museums entwarf. Gustav Friedrich Waagen fiel die direkte Auswahl für die auszustellenden Gemälde zu, womit er die Voraussetzung dafür schuf, dass er zum ersten Direktor der Gemäldeabteilung ernannt wurde. Unterstützt wurde er dabei von Carl Friedrich von Rumohr.[13]

Parallel zu der Auswahl der Ausstellungsstücke wurden noch etwa 110 weitere Bilder angekauft. Bei einer abermaligen Durchsicht der Königlichen Sammlung traf man nun eine endgültige Auswahl für das Museum, die durch die zahlreichen eigenen Zugänge geringer ausfiel, als von Hirt veranschlagt. Die dort durch die Entnahme entstandenen Lücken wurden mit Bildern aus den Sammlungen Giustiniani und Solly aufgefüllt, die für das Museum als nicht geeignet bewertet worden waren.[8][20]

Am 3. August 1830 wurde das Museum eröffnet. Die Gemäldesammlung umfasste damals 1198 Gemälde, die in der oberen Etage des Schinkelschen Museumsbaus ausgestellt wurden. Von den ausgestellten Gemälden kamen 378 aus der zuvor über zahlreiche Schlösser verstreuten Königlichen Sammlung, 677 Bilder aus der Sammlung Solly, 76 Bilder aus der Sammlung Giustiniani und der Rest aus sonstigen Erwerbungen.[21] Präsentiert wurden die Bilder in drei Abteilungen, die Waagen folgendermaßen klassifizierte:

  • Erste Abteilung. Italienische Schulen und denselben verwandte Kunstrichtungen. Die Akademiker.
  • Zweite Abteilung. Die niederländischen und deutschen Schulen.
  • Dritte Abteilung. Altertümer und kunsthistorische Merkwürdigkeiten.[22]

Während die ersten beiden Abteilungen dem historischen Kontext der Schulen nach ihrer Entstehungszeit folgten, enthielt die dritte Abteilung jene Werke, die aus verschiedenen, meist ästhetischen oder moralischen Gründen ausgesondert worden waren und nur ausgewählten Besuchern zugänglich gemacht wurden.[23]

Der Eintritt in das Museum war frei, musste aber anfänglich vorher angemeldet werden.[24]

Die Ära Gustav Friedrich Waagen

Gustav Friedrich Waagen; Erster Direktor der Berliner Gemäldegalerie

Schon kurz nach der Eröffnung war klar, dass das neue Museum keine abgeschlossene Sammlung sein würde. Wilhelm von Humboldt forderte darum einen jährlichen Etat für Neuerwerbungen, um die jetzt noch bestehende Lücken schließen zu können. Der König genehmigte einen Etat von jährlich 20.000 Talern, von denen allerdings jeweils 1000 Taler an jährlichen Gehaltszahlungen abgingen. Dieser Etat blieb im Wesentlichen bis 1872 bestehen, wurde aber zwischendurch hin und wieder durch Sonderzuwendungen für bedeutende Kunstobjekte aufgestockt. Trotzdem stagnierte die Sammeltätigkeit. Zum einen war der Etat für das gesamte Museum bestimmt, also auch für die im Erdgeschoss angesiedelte Antikenabteilung und zum anderen mussten damit auch andere Kosten beglichen werden, wie z. B. Leibrenten für Personen, die dem Museum später ihre Kunstsammlung in Aussicht stellten, deren Objekte dann aber oftmals nicht dem Wert der tatsächlich geleisteten Zahlungen entsprachen. Ein weiteres Hindernis war, das Ankäufe über 1000 Taler jeweils vom König, später vom Kaiser genehmigt werden mussten.[25] Um trotzdem Ankäufe tätigen zu können, musste die Gemäldesammlung wiederholt Kredite aufnehmen, die dann teilweise über Jahre hinweg aus dem regulären Ankaufsetat getilgt werden mussten. Der erste Kredit dieser Art wurde 1832 für den Erwerb von Tizians Mädchen mit der Fruchtschale und einem damals dem Pordenone zugeschriebenes Altarbild des Antonio Badile aufgenommen.[26]

Nachteilige für die Gemäldegalerie war neben dem zu gering bemessenen Ankaufsetat auch die Tatsache, dass Waagen, während seiner gesamten Amtszeit, gegen Bürokratismus und Inkompetenz der zuständigen Entscheidungsstellen anzukämpfen hatte.[27] Abgesehen von der Tatsache, dass bedeutende Summen z. B. für Abgüsse klassischer Skulpturen ausgegeben wurden,[26] unterschätzte man auch die rapide Preisentwicklung auf dem internationalen Kunstmarkt, so dass die Galerie, bei den Versteigerungen bedeutender Privatsammlungen in London und Paris nur selten zum Zug kam.[28] Im Inland war man zwar erfolgreicher, doch hatte das angebotene Material bei weitem nicht die Qualität, die über die großen internationalen Auktionshäuser zu erwerben gewesen wäre.[29] Als weiteres Manko stellte sich bereits nach kurzer Zeit heraus, dass sich die moderne Kunstgeschichtsschreibung noch in der Entwicklung befand und viele Kunstwerke, die als Werke großer Meister angeboten wurden, gar nicht von diesen gemalt sein konnten.[30] Außerdem wurde nicht selten erst nach den Ankauf erkannt, dass sich Bilder in schlechtem Zustand befanden. Ein typisches Beispiel, wo schlechter Zustand und falsche Zuschreibung zusammentrafen, war das damals als Raffael Ancaiani bekannte Altarbild mit der Anbetung der Könige, das als eines der bedeutendsten Frühwerke von Raffael galt. 1833 wurde es durch Kreditaufnahme für 22.705 Mark in Rom erworben und stellte sich dann, bei der Ankunft in Berlin, als Ruine heraus, die unmöglich von Raffael gemalt worden sein konnte. Heute wird das Bild dem Giovanni di Pietro, gen. Lo Spagna zugeschrieben.[31]

Gustav Friedrich von Waagen musste schon bald erkennen, dass es unmöglich war, die Lücken in der Sammlung nur durch Angebote an das Museum oder Ankäufe auf Auktionen zu schließen.

So entwickelte er 1841 Pläne für eine Italienreise, um dort direkt Werke aus Kirchen und Fürstenhäusern zu erwerben. Er fand beim jungen König Friedrich Wilhelm IV. ein offenes Ohr und konnte noch im gleichen Jahr, ausgestattet mit einem Sonderetat von 100.000 Talern, eine Einkaufsreise nach Italien durchführen, die dem Museum zwar nicht ganz den erhofften Erfolg, aber doch immerhin den Gewinn einiger bedeutender Kunstwerke einbrachte. Zu Waagens Erwerbungen in Italien zählen Werke von Fra Bartolomeo, Domenico Veneziano, Lorenzo Lotto, Giovanni Battista Moroni, Palma il Vecchio, Raffael, Jacopo Tintoretto, Tizian und Paolo Veronese. Doch schon bei seiner Rückkehr nach Berlin bemerkte Waagen, dass man dort mit seinen Ankäufen nicht sehr glücklich war. Seine Expertenmeinung wurde immer mehr infrage gestellt, so dass in der Folge seine weiteren Gestaltungsmöglichkeiten für die Sammlung drastisch einschränkt wurden. Niemand trug dabei dem Umstand Rechnung, dass Waagen vielfach gerade einmal erste lockere Kontakte geknüpft hatte und dass mögliche Anbieter durchaus längere Zeit umworben werden wollten. Auch fehlte dem Berliner Museum ein europaweites Netz von Kunstagenten, die bedeutende Werke und ihre Verfügbarkeit im Auge behalten konnten. Aufgrund solcher Kurzsichtigkeiten kam die Sammeltätigkeit noch weiter ins Stocken und kam, bis zur Reichsgründung fast völlig zum erliegen. Die Wertigkeit, die die Sammlung zu dieser Zeit besaß, wird dadurch verdeutlicht, dass sie nach Waagens Tod 1868 erstmal nur durch Kommissarische Direktoren im jährlichen Wechsel betreut wurde.[32]

Trotz der schlechten Voraussetzungen gelang es der Gemäldegalerie in der Amtszeit Waagens, mehr als 400 Bilder zu erwerben.[33] Neben zahlreichen Werken italienischer Künstler zählt vor allem der weitere Aufbau der Sammlung altniederländischer Bilder, die heute die bedeutendste weltweit ist, zu den Glanzpunkten seiner Amtszeit. Zu den erworbenen Gemälden dieser Schulen gehörten Werke von Dieric Bouts, Petrus Christus, Joos van Cleve, Jan Gossaert, Hans Memling und Rogier van der Weyden.[34]

Die Gemäldegalerie von der Reichsgründung bis 1904

Wilhelm von Bode, der bis heute bedeutendste Direktor der Berliner Gemäldegalerie

Ab den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts begannen für die Berliner Museen und damit auch für die Gemäldegalerie neue Zeiten. Am Anfang des Jahrzehnts kam es in Europa zu massiven politischen Veränderungen, die auch an den Kunstsammlungen nicht spurlos vorbeigingen. Infolge des Sieges über Frankreich und der Gründung des Deutschen Reiches mit Berlin als Hauptstadt sah sich die ehemalige Preußenmetropole mehr als vorher in der Pflicht, mit den anderen großen Hauptstädten Europas konkurrieren zu können. Um sich im großen Prestigewettkampf der Metropolen behaupten zu können, unternahm man vielfältige Bemühungen, um auch die Berliner Museen zu einer Sammlung auszubauen, die denen in London und Paris vergleichbar war. Hatte sich Berlin bisher damit abgefunden, dass sich die bedeutendsten deutschen Gemäldesammlungen in Dresden und München befanden, entwickelte man nun den Ehrgeiz, diesen, aus fürstlichem Sammeleifer entstandenen Kollektionen, den Rang ablaufen zu wollen.[35]

Dieser Wunsch ging mit einer zeitgleichen Umorientierung des internationalen Kunstmarktes vor sich. Bisher hatte die Gemäldegalerie vor allem mit der National Gallery in London, dem Louvre in Paris, dem Zarenhof in St. Petersburg und im deutschsprachigen Raum mit dem ebenfalls sehr ambitionierten Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt/M. im Wettstreit gestanden. Nun aber kamen zahlreiche neue Konkurrenten hinzu.[35]

Angeregt durch den Wettkampf der Museen um herausragende Kunstwerke, etablierte sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neue Generation von privaten bürgerlichen Sammlern, die oft über erhebliche Geldmittel verfügten, die die Museumsetats oft weit überstiegen. Dies hatte zur Folge, dass die hohen Marktpreise, die von Berlin bisher nur als eine zeitlich begrenzte Modeerscheinung eingeschätzt worden waren, noch weiter explodierten und damit alle Museen vor erhebliche finanzielle Schwierigkeiten stellte. Diese Preisentwicklung hatte aber auch zur Folge, dass nun viele alte, vorwiegend adlige Sammler dazu bereit waren, sich von ihren Schätzen zu trennen, so dass jetzt auch viel mehr Kunstwerke auf den Markt kamen.[36]

In dieser Situation übernahm mit Julius Meyer ein Mann die Führung der Gemäldegalerie, der wieder über Durchsetzungskraft verfügte und auch bereit war, neue Wege zu beschreiten. Ihm zur Seite stand ab 1872 sein neuer Assistent Wilhelm von Bode. Beide betrachteten es als ihre vorrangige Aufgabe, die noch immer bestehenden Lücken der Sammlung zu schließen, wobei sie sich darin einig waren, dass es im Endeffekt wichtiger war, mit einer zur Verfügung stehenden Summe lieber ein bedeutendes Werk zu kaufen, anstatt viele mittelklassige Bilder, wie es bisher meist der Fall gewesen war.[37] Um ihren Plänen Taten folgen zu lassen, beantragten sie für die Jahre 1872/73 eine erneute Einkaufsreise nach Italien, die auch genehmigt wurde. Ausgestattet mit 100.000 Talern und wie sie glaubten besser vorbereitet als Waagen, traten sie ihre Reise an und erlebten eine riesige Enttäuschung. Die massenhafte Ausfuhr italienischer Kunstwerke in den letzten Jahrzehnten hatte die dortige Bevölkerung mobilisiert und sie begannen sich, gegen die ausländischen Käufer zu organisieren. Trotz angelaufener Verhandlungen über den Ankauf mehrerer kirchlicher Altarbilder, mussten diese aufgrund massiver Proteste abgebrochen werden. Lediglich der Ankauf aus Privatsammlungen und über Kunsthändler war noch problemlos möglich. Allerdings zeigte sich schnell, dass Ankäufe aus privaten Sammlungen meist nicht ohne lange Vorbereitungen (manchmal dauerten sie mehrere Jahre) möglich waren und Kunsthändler nur selten die gesuchte Qualität anboten. Dementsprechend mager fiel die Ausbeute für die Berliner Gemäldegalerie aus. Immerhin konnten einige wenige gute Bilder von Künstlern wie Luca Signorelli, Giovanni Battista Tiepolo, Jacopo Tintoretto und Andrea del Verrocchio angekauft werden.[38]

Als Konsequenz aus der eher enttäuschenden Reise begannen Meyer und Bode, schon in Italien, an einem neuen Konzept für zukünftige Erwerbungen zu arbeiten. Es wurde beschlossen, ein europaweites Netz von Kunstagenten aufzubauen, die den Markt, im Dienst der Berliner Galerie, im Auge behalten und bevorstehende Verkäufe rechtzeitig melden sollten. Darüber hinaus begann man langfristige Kontakte zu englischen Kunsthändlern zu knüpfen, was zu Waagens Zeit, wegen der angeblich überhöhten Preise, noch weitgehend abgelehnt worden war. Diese Bemühungen trugen bald erste Früchte und brachten dem Museum in den folgenden Jahren zahlreiche Bilder ersten Ranges ein, für die aber meist auch sehr hohe Preise gezahlt werden mussten.[39]

Jan van Eyck: Madonna in der Kirche. – Erworben aus der Sammlung Suermondt

Obwohl man sich bei der Ankaufspolitik mittlerweile mehr auf einzelne, herausragende Arbeiten konzentrierte, bot sich 1874 die Möglichkeit, die in der internationalen Presse hoch bewertete Sammlung des Aachener Industriellen Barthold Suermondt zu erwerben. Dieser befand sich in einer finanziell schweren Lage und sah sich dazu gezwungen, sich von seiner Kunstsammlung zu trennen, die als größte Altmeistersammlung in deutschem Besitz galt und vor allem Werke der nordeuropäischen Schulen enthielt. Nachdem er sie offensichtlich nicht auf dem internationalen Markt verkaufen konnte, bot er sie Berlin an und wandte sich dabei, die Museumsfachleute umgehend, an den Staat, die seine Offerte sofort anzunehmen bereit waren. Obwohl Bode die Sammlung im Ganzen für überbewertet hielt und gerne nur einzelne Bilder erworben hätte, wurde schließlich, nach langen Verhandlungen der gesamte Bestand, einschließlich der Zeichnungen, für 350 000 Taler erworben.[40] Zu den so erworbenen Gemälden gehörten beispielsweise Jan van Eycks Kirchenmadonna und Jan Vermeers Junge Dame mit Perlenhalsband. Weitere Werke waren von Frans Hals, Hans Holbein d. J., Peter Paul Rubens und Jan Steen.[8] Des Weiteren gab es in der Sammlung auch mehrere Werke spanischer Malerei, die in Berlin bisher, trotz großer Anstrengungen,[41] nur durch einige wenige Bilder vertreten war, so dass in der Folgezeit, der Ankauf weiterer Gemälde, ganz oben auf der Liste der gewünschten Erwerbungen standen. Trotz zahlreicher Bemühungen und einer Spanienreise von Bode im Jahr 1881 gelangten bis heute nur wenige weitere spanische Bilder in den Besitz der Sammlung.[42] Darunter nur eine Handvoll Spitzenwerke.

Der östliche Saal im Südflügel der Gemäldegalerie mit Werken der holländischen und flämischen Schule des 17. Jahrhunderts

Bode selbst entwickelte sich, im Dienst des Museums, zu einem manischen Sammler, dem es in den Folgejahren gelang, die Sammlung nicht nur auszubauen, sondern ihre Qualität erheblich zu erhöhen. Seinem Geschick ist es zu verdanken, dass die Gemäldegalerie zu einem der führenden Institute alter europäischer Malerei heranwuchs. Sein Sammeleifer bescherte Berlin eine der besten Sammlungen von italienischen Quattrocento-Gemälden, eine der größten Sammlungen von Bildern Rembrandts und eine gut ausgebaute und repräsentative Rubens-Sammlung. Dies hatte zur Folge, dass der Bilderbestand Ausmaße annahm, der sich kaum noch vernünftig ausstellen ließ. Da die Bilder bereits Rahmen an Rahmen an den Wänden hingen, mussten bei Neuerwerbungen alte Bilder weichen. Die ausgesonderten Bilder wurden in ein provisorisches Depot verbracht, das sich unter dem Dach des Alten Museums befand und ebenfalls schon hoffnungslos überfüllt war. Unter den dort schon eingelagerten Bildern befanden sich unter anderem noch mehr als 1.000 Bilder der Solly-Sammlung, die seit dem Ankauf noch nicht systematisch erfasst und untersucht worden waren. Um der Platznot Herr zu werden, beschlossen Meyer und Bode, 1886, einen Großteil dieser Bilder aus der Sammlung abzugeben. Nach einer oberflächlichen Durchsicht wurde eine Auswahl von 1.062 Gemälden getroffen, neben Werken aus der Solly-Sammlung vermutlich auch einige heute nicht mehr nachweisbare Werke, die erst nach 1830 angekauft worden waren und unter denen sich Bilder befanden, die bei ihrer Erwerbung unter anderem Paris Bordone, Guercino, Tizian und Paolo Veronese zugeschrieben wurden. Leider wurden die Bilder nur mit solch dürftigen Beschreibungen wie „Italienisch, 14. Jahrhundert“ oder „Niederländisch, 15. Jahrhundert“ ohne genaue Bildbeschreibung und Maße an das Auktionshaus Rudolph Lepke abgegeben, wo sie 1887, unter den übernommenen bescheidenen Angaben, versteigert wurden,[2] so dass es heute nahezu unmöglich ist, einzelne dieser Werke in anderen Sammlungen zu identifizieren.

Trotz dieser, aus heutiger Sicht eher zweifelhaften Aktion, die zu damaliger Zeit aber durchaus gängige Praxis war, waren es vor allem die positiven Verdienste Bodes für die Gemäldesammlung und die Berliner Museen im Ganzen, die die Verantwortlichen dazu bewogen, ihm 1890 zu Direktor von Gemäldegalerie und Skulpturensammlung zu ernennen.

Seine dringendste Aufgabe im neuen Amt sah Bode vor allem darin, einen gangbaren Weg aus dem akuten Raummangel der von ihm betreuten Sammlungen zu finden, der im Übrigen alle Berliner Sammlungen betraf. Schon in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts hatte man damit begonnen gehabt, dem Platzmangel im Alten Museum durch umfangreiche Umbauarbeiten, dazu gehörte unter anderem der Einbau von Oberlicht, Herr zu werden. Trotzdem war es sowohl Meyer als auch Bode klar, dass man auf lange Sicht nicht um einen Museumsneubau herumkommen würde. So begann man spätestens 1880 mit den Planungen für einen solchen. Dabei griff man auf eine ältere Idee des Generaldirektors Guido von Usedom zurück, der die Idee hatte, dass schon bestehende Museumsensemble durch ein weiteres Museum für Abgüsse von Skulpturen des Mittelalters und der Renaissance zu erweitern. Ausgehend von dieser Idee entwickelte wohl erst Meyer und dann hauptsächlich Bode, ab den 90er Jahren, das Konzept für ein Renaissancemuseum, in dem verschiedene Kunstgattungen integrativ in gemeinsamen Räumen präsentiert werden sollten. Bodes Absicht war es, Gemälde, Skulpturen, ausgesuchte Möbel und Gobelins nebeneinander in Räumen zu präsentieren, die mit originalen Wandverkleidungen, Decken, Fußböden, Portalen, Kaminen und Simsen ausgestattet waren und so ein ideales Gesamtbild einer Epoche zeigen sollten. Um seinen Plan, gegen den es viele Widerstände gab, umsetzen zu können, bemühte er sich um möglichst prominente Unterstützung. Eine gute Gelegenheit bot sich ihm, als er 1896 für die Kaiserin Viktoria deren Kunstsammlung im Schloss Friedrichshof, genau nach diesem Konzept, umgestaltete und damit ihr Wohlwollen und ihre Unterstützung beim Kaiser erlangte. Dieser gab am 6. März 1896 seine Zustimmung für den Neubau. Im Folgejahr wurde dann auch das Geld für den Neubau im Abgeordnetenhaus bewilligt. Der Auftrag für Planung und Bau ging an den Architekten Ernst von Ihne. Anlässlich der Neueröffnung erhielt die Sammlung eine Reihe von Schenkungen aus denen vor allem die von Adolph Thiem und James Simon gestifteten Bilder herausragen. Am 18. Oktober 1904 wurde das Museum, das zu Ehren des Kaisers Friedrich III. Kaiser-Friedrich-Museum benannt wurde, feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Der Eintritt blieb, wie schon seit der Eröffnung, erstmal noch frei.

Unterstützung privater Sammler und Mäzene im Dienst der Gemäldegalerie

James Simon, der bis heute bedeutendste Mäzen der Berliner Museen

Da Bodes Sammeleifer sowohl finanzielle als auch organisatorische Grenzen gesetzt waren, bemühte er sich aktiv darum, für die Gemäldegalerie interessante Kunstwerke, deren Erwerb derzeit nicht möglich war, in die Hände ihm befreundeter privater Sammler zu vermitteln, die er aktiv förderte und beriet. So entstand unter seiner Mithilfe in Berlin eines der dichtesten Netze von finanzstarken Kunstsammlern, in deren Besitz sich Schätze von unermesslichem Wert befanden. Bodes Einsatz in diesem Bereich blieb aber nicht allein auf Berlin und Deutschland beschränkt sondern dehnte sich auch auf einige englische und französische Privatsammlungen aus. Er verband mit seinem Engagement die Hoffnung, dass die Sammler ihre Kollektionen irgendwann, so wie es zur gleichen Zeit vielfach in den Vereinigten Staaten von Amerika geschah, eines Tages den Berliner Museen stiften würden. Dies brachte der Gemäldegalerie in den nächsten Jahrzehnten zwar einige Zuwächse ein, jedoch nicht in dem von Bode erhofften Maß.[36] Viele deutsche Kunstsammlungen, an deren Aufbau er maßgeblich beteiligt war, wurden während des Ersten Weltkrieges oder in den Jahren danach veräußert, in denen ihre Besitzer sie, um nicht an den Kriegsfolgen oder den Folgen der Inflation Bankrott zu gehen, meist für amerikanische Dollar oder britische Pfund abgaben.[43] Und ausländische Kunstsammler, wie der deutschstämmige, in England lebende Alfred Beit, konnten es durch nationalistisch aufgepeitschte Presseartikel nicht wagen, ihren Besitz an ein deutsches Museum abzutreten, wenn sie nicht riskieren wollten, erhebliche Imageschäden für ihre Unternehmen hinzunehmen.[44] Eine Ausnahme bildete einzig und allein der Industrielle James Simon, der den Berliner Museen, darunter der Gemäldegalerie, zahlreiche wertvolle Kunstwerke stiftete. Da aber sein Unternehmen, infolge des Krieges, schwer angeschlagen war, musste auch er ab 1919 einen Teil seiner Sammlung auf dem internationalen Kunstmarkt verkaufen. Dabei handelte es sich vorwiegend um seine Sammlung holländischer Bilder des 17. Jahrhunderts, zu der unter anderem Bilder von Rembrandt, Frans Hals und Jan Vermeers Frau mit Magd, die einen Brief überbringt, heute ein Hauptwerk in der Frick Collection in New York, gehörten.

Weitaus erfolgreicher waren Bodes Bemühungen, potente Geldgeber für einen Förderverein zu finden, der für die Sammlung bedeutende Werke vorfinanzieren konnten. Dies war nötig, weil das erforderliche Geld nicht immer sofort zur Verfügung stand und weil jede Erwerbung über 5.000 Mark vom Kaiser genehmigt werden musste. Ein weiterer Grund bestand darin, weil besonders amerikanische Sammler in immer größerem Umfang bedeutende europäische Werke ankauften. Das Ergebnis dieser Bemühungen war der 1897 gegründete Kaiser Friedrich-Museums-Verein, dessen Zuwendungen sich schon bald nicht mehr nur auf die bloße Bereitstellung von Geld beschränkte, da man damit begann, eine eigene Kunstsammlung aufzubauen, die der Gemäldegalerie unentgeltlich als dauerhafte Leihgabe zur Verfügung steht.[45][46]

Kaiser-Friedrich-Museum und Deutsches Museum bis 1939

Das Kaiser-Friedrich-Museum (heute Bode-Museum) in Berlin
Ein typischer Ausstellungsraum für italienische Kunst des 15. Jahrhunderts im Kaiser-Friedrich-Museum um 1905–1907

Mit der Eröffnung des Kaiser-Friedrich-Museums präsentierte sich die Sammlung in einem völlig neuen Bild. Im Wesentlichen wurden die Gemälde im Ober- und die Skulpturen im Untergeschoss präsentiert. Besonders im Bereich des Quattrocento kam es aber zu jener integrativen Durchmischung der verschiedenen Kunstgattungen, für die Bode im Vorfeld so sehr geworben hatte. Diese Durchmischung war für ein öffentliches Museum etwas völlig Neues und fand auch international starke Beachtung. Besonders viele nordamerikanische Museen waren von diesem Konzept so angetan, dass sie es ebenfalls für ihre Häuser übernahmen und für diese Form der Präsentation den Begriff Period Rooms prägten. In den Bereichen der holländischen und flämischen Malerei blieben aber auch im Kaiser-Friedrich-Museum die Bilder unter sich.

Obwohl sich Bodes Traum von einem neuen Haus für die Gemäldesammlung erfüllt hatte, wurde der Platzmangel auch hier nur für den Anfang behoben. Auch jetzt konnte nur ein Teil der vorhandenen Bilder ausgestellt werden, so dass bereits 1910 eine erste größere Umstrukturierung der Schausammlung stattfand. Im gleichen Jahr begannen die ersten Planungen für einen weiteren Museumsbau, dessen nördlichen Flügel Bode für die Einrichtung des von ihm geplanten Deutschen Museums vorsah, in dem er nach dem Vorbild der italienischen Renaissancesammlung im Kaiser-Friedrich-Museum nun auch die deutschen Bestände in integrativen Schauräumen präsentieren wollte. Um diesen Plan langfristig vorzubereiten, wurden vor allem deutsche Kunstwerke im großen Stil angekauft und auch diese Abteilung zu einer der bedeutendsten Kollektionen ihrer Art weltweit ausgebaut.

Zur Finanzierung all dieser Maßnahmen, beschloss man, den Eintritt für die Museen künftig nur noch gegen ein Eintrittsgeld zu gewähren. Spätestens 1909 konnte das Kaiser-Friedrich-Museum nur noch gegen Zahlung von 50 Pfennig besucht werden.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs begann die Sammeltätigkeit, erstmals seit der Reichsgründung, wieder zu stagnieren. 1920 kam es zu einem entscheidenden ersten Einschnitt im Bestand der Schausammlung. Aufgrund des Vertrags von Versailles wurde das Museum dazu gezwungen, sämtliche im Inventar vorhandenen Tafeln von Jan van Eycks Genter Altar[47] sowie Der Prophet Elias in der Wüste und Die Feier des Passahfestes von Dierick Bouts [48] an den belgischen Staat abzugeben. Mit der Abgabe der bedeutenden Bilder ging eine erneute Umstrukturierung der Schausammlung einher.

Vorderansicht des Pergamonmuseums – Der Nordflügel (links im Bild) beherbergte das Deutsche Museum

In den Folgejahren gelang es Bode nur noch bedingt an die Erfolge der Vorkriegsjahre anzuschließen. Aus Mangel an finanziellen Mitteln gelangen nur noch gelegentlich Erwerbungen von hochkarätigen Gemälden. Gleichzeitig wurden zahlreiche in Deutschland befindliche bedeutende Gemälde ins Ausland, vorwiegend in die Vereinigten Staaten von Amerika verkauft.

1930 wurden mit der Eröffnung des Deutschen Museums (im Nordflügel des von Alfred Messel entworfenen heutigen Pergamonmuseums) die deutschen, altniederländischen und die vorbarocken französischen Gemälde aus dem Kaiser-Friedrich-Museum ausgelagert und zusammen mit den gleichzeitigen Skulpturen in den Museumsneubau überführt.

1936 erhielt die Galerie noch einmal einen größeren Zuwachs durch die ministerielle Überweisung der im Pfandgut der Dresdner Bank eingelagerten Altmeistergemälde, von denen ein Großteil aber bereits im Folgejahr wieder veräußert wurde, so dass nur etwa die Hälfte der Bilder in der Sammlung verblieb. Darüber hinaus musste sich das Museum auch von dem einzigen in der Sammlung befindlichen Bild von Duccio di Buoninsegna trennen. Mit dem Erlös wurde der Ankauf des als wichtig betrachteten „deutschen“ Gemäldes Bildnis eines Mannes mit Laute von Hans Holbein d. J. aus einer englischen Sammlung finanziert.[4]

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde die Gemäldegalerie, wie auch alle anderen Museen auf der Museumsinsel geschlossen.

Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen für die Gemäldegalerie

Caravaggio: Bildnis einer jungen Frau – gehörte zu den im Flakturm Friedrichshain eingelagerten Kunstwerken und ist dort vermutlich 1945 verbrannt

Unmittelbar bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde aus Angst vor Luftangriffen mit der Verlegung der Gemälde in die Museumskeller begonnen. Nachdem man zu der Erkenntnis gelangt war, dass die dort eingelagerten Kunstwerke vor den alliierten Fliegerangriffen auf die Stadt nicht sicher waren, begann man im September 1941 damit, die Bilder der Gemäldegalerie (insgesamt 1659 Stück) mit Beständen der anderen Sammlungen in den Leitturm des Flakbunkers Friedrichshain einzulagern. Dafür wurden den Museen erst das gesamte 1. Geschoss und nachher auch noch Räume des 2. und 3. Geschosses zur Verfügung gestellt. Diese Auslagerung war nach einem Jahr im Wesentlichen abgeschlossen. Mit dem Näherrücken der Ostfront 1945 entschied man sich am 6. März, die in Friedrichshain eingelagerten Kunstwerke erneut zu verlagern, da die Erfahrungen in der Normandie gezeigt hatten, dass die Bunker nicht unbedingt bombensicher waren. Am 11. März begannen die Auslagerungen mit einem Lastzug, der Bestände der Gemäldegalerie in den Schacht Ransbach brachte, der wegen seiner hohen Temperatur allerdings völlig ungeeignet für die Aufnahme von Kunstwerken war. Am 19. März folgten zwei Lastzüge mit Beständen der Gemäldegalerie und der Skulpturensammlung, die in das Salzbergwerk Kaiseroda bei Merkers gebracht wurden. Einen Tag später brachten zwei Lastzüge abermals Gemälde, Skulpturen und Objekte des Kupferstichkabinetts dorthin. Am 22. März wurden durch einen Lastzug letztmalig Bilder der Gemäldegalerie in Sicherheit gebracht. Zurück blieben, nach heutigem Erkenntnisstand, 434 Altmeistergemälde, vor allem viele Großformate. Aber auch sie überstanden die letzten Kriegstage erstmal unbeschadet und wurden am 2. Mai der Roten Armee übergeben. Als Fachleute der Berliner Museen am 4. und 5. Mai Zugang zum Flakturm erhielten, fanden sie das 1. und 2. Geschoss unversehrt. Die Räume des 3. Geschosses waren allerdings aufgebrochen. Aus bisher ungeklärten Gründen brannte am 6. Mai das gesamte 1. Geschoss aus. Bei einer Inspektion durch die Direktion der Berliner Museen am 7. Mai wurde festgestellt, dass der Zugang zum 2. und 3. Geschoss unversehrt waren. Die Depoträume im 2. Geschoss waren noch völlig intakt. Im 3. Geschoss aber stellte man zahlreiche Umräumungen fest. Des Weiteren wurde zur Kenntnis genommen, dass der Bunker unbewacht war. Man konnte zahlreiche Zivilpersonen dabei beobachten, wie sie den Bunker ungehindert betraten. Zwischen dem 14. und dem 18. Mai brannte es dann erneut. Diesmal griffen die Flammen auf das gesamte Bauwerk über, das völlig ausbrannte. Dabei wurden die eingelagerten Kunstwerke weitgehend zerstört.[5][49]

Bis heute sind die Brandursachen ungeklärt und beruhen lediglich auf Spekulationen. Ebenso ist unbekannt, ob und in welchem Umfang noch Kunstwerke vor den Bränden von der Roten Armee geborgen und später in die Sowjetunion verbracht worden sind. In der im Jahr 2005 vom Puschkin-Museum in Moskau durchgeführten Ausstellung „Archäologie des Krieges“ wurden insgesamt 25 antike Vasen der Berliner Antikensammlung ausgestellt, die teilweise ebenfalls im Flakturm Friedrichshain eingelagert waren, so dass vielleicht eine kleine Hoffnung besteht, dass auch einzelne Gemälde die Katastrophe überstanden haben könnten.[50]

Darüber hinaus verlor die Gemäldegalerie noch 118 weitere Gemälde, die sich als Leihgaben in anderen Institutionen befanden. Einige wenige dieser Bilder sind von den Alliierten beschlagnahmt und unrechtmäßig versteigert worden. Dazu kommen 15 Bilder, die wahrscheinlich bereits vor 1945 verloren gingen, und drei Bilder, die durch unmittelbare Kriegseinwirkung im Museum selbst zerstört worden sind. Drei Gemälde wurden 1947 gestohlen, von denen eins kurz darauf irreparabel zerstört zurückgekehrt ist.

Nahezu unbeschadet blieben die in den Museumskellern selbst eingelagerten rund 1.000 Gemälde, von denen mehr als 200 beschlagnahmt und in die Sowjetunion überführt wurden.

Die geteilte Sammlung

Bereits im Herbst 1945 hatte sich der Gesamtberliner Magistrat um eine Rückführung aller ausgelagerten Berliner Museumssammlungen bemüht, doch scheiterte dies vorerst am Mangel von geeigneten Räumlichkeiten und ab 1947 vor allem an der angeblich ungeklärten Frage, wem die ehemals preußischen Kunstsammlungen eigentlich gehörten. In der Folgezeit führte dies, gleichzeitig mit der staatlichen Zweiteilung Deutschlands, auch zu einer Trennung fast aller Kunstsammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin. Je nach Aufbewahrungsort wurden die Bestände im Lauf der nächsten Jahren entweder zurück auf die Museumsinsel gegeben bzw. in die Obhut des West-Berliner Senats, der sie in die Stiftung Preußischer Kulturbesitz überführte.

Die Gemäldegalerie auf der Museumsinsel

Jan Gossaert: Neptun und Amphitrite. – Eines der prominentesten Bilder auf der Museumsinsel

Die dringendste Aufgabe bei den auf der Museumsinsel zurückgebliebenen Gemälden war nach 1945 deren konservatorische Betreuung. An eine sofortige Ausstellung war aufgrund der beschädigten Gebäude nicht zu denken. Nur vereinzelt wurden in den Folgejahren einige Bilder in kleinen Ausstellungen präsentiert. 1958 kehrten 230 in die Sowjetunion überführte Bilder nach Ost-Berlin zurück und wurden teilweise, neben Kunstschätzen aus anderen Sammlungen, in der Ausstellung „Schätze der Weltkultur – von der Sowjetunion gerettet“ im Stammhaus der Berliner Nationalgalerie präsentiert. Danach wurden sie wieder deponiert. Erst ab 1963 kehrte die Gemäldegalerie in ihr letztes Stammhaus, das Kaiser Friedrich-Museum zurück, das mittlerweile den Namen seines wirklichen Gründers Wilhelm von Bode trug. Anfänglich standen der Sammlung nur zehn Räume zur Verfügung, in denen 91 Bilder gezeigt werden konnten. In den Folgejahren wurde die Anzahl der Räume kontinuierlich erhöht, so dass auch mehr Bilder gezeigt werden konnten. In Vorbereitung auf die 750-Jahr-Feier Berlins im Jahre 1987 wurde das Bode-Museum einer ersten großen Sanierung unterzogen, nach der der Gemäldegalerie 26 Räume zur Verfügung standen. Die Anzahl der ausgestellten Bilder lag nun bei etwa 350 Stück, nicht mitgerechnet die Miniaturen, die ab 1979 in einem eigenen Kabinett präsentiert werden konnten.[51][52]

Fälschlicherweise wurde von vielen Kunstfreunden angenommen, dass es sich bei den auf der Museumsinsel zurückgelassenen Bildern nur um Werke der zweiten und dritten Kategorie gehandelt habe, während sich die Auslese des Bestandes in Berlin-Dahlem befand. Doch das ist nicht richtig. Aufgrund ihres Formates waren unter anderem viele großformatige Bilder in den Kellern der Museumsinsel eingelagert worden, darunter zahlreiche Altartafeln der italienischen Renaissance. Viele der Bilder auf der Museumsinsel befanden sich bis 1939 in den Schausammlungen und waren sogar weltberühmt, so unter anderem die Francesco di Giorgio Martini zugeschriebene Architektonische Vedute, Die Auferstehung Christi die von Domenico Ghirlandaio begonnen und dann von seinen Söhnen vollendet wurde, Die hl. Barbara von Giovanni Antonio Boltraffio, die damals noch der Leonardo-Schule zugeschriebene Auferstehung Christi die heute als eine Gemeinschaftsarbeit von Boltraffio und Marco d'Oggiono gilt, Vertumnus und Pomona vom Leonardo-Schüler Francesco Melzi, der Freskenzyklus der Europa von Bernardino Luini, Neptun und Amphitrite und Der Sündenfall von Jan Gossaert, das Epitaphbild Christus übergibt Petrus die Himmelsschlüssel, das niemand Geringerer als Peter Paul Rubens für das Grab von Pieter Bruegel d. Ä. gemalt hat, das erste Selbstbildnis von Nicolas Poussin und zahlreiche weitere Werke. Ausstellungsschwerpunkte waren vor allem Bilder von italienischen, altniederländischen und holländischen Malern.

Darüber hinaus gelang es der Sammlung, trotz der Abkopplung von internationalen Kunstmarkt, bis zur Vereinigung mit den Dahlemer Beständen, 1992, rund 100 neue Bilder zu erwerben, darunter Werke von Jan van Bijlert, Francesco Botticini, Giovanni Cariani, Thomas Gainsborough und Jean Marc Nattier.

Die Gemäldegalerie in Dahlem

Der Museumskomplex in Dahlem – Ausstellungsort der Gemäldegalerie in West-Berlin

Spätestens ab 1949 war klar, dass die in Wiesbaden aufbewahrten Bilder der Berliner Gemäldegalerie nicht so schnell auf die Museumsinsel zurückkehren würden. Dafür machte sich nun aber der West-Berliner Senat Hoffnung, diese Bilder zu bekommen. Um geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung zu haben, baute man das in Dahlem zwischen 1912 und 1916 von Bruno Paul erbaute ehemalige Asiatische Museum aus, wo 1950 eine Auswahl von 149 Berliner Gemälden gezeigt wurde. Als im Folgejahr das Bundesland Hessen, das die Berliner Schätze gerne behalten wollte, unter Berufung auf alliiertes Besatzungsrecht, die Rückgabe der Bilder verlangte, strengte der Kaiser Friedrich-Museums-Verein, dem einige der ausgestellten Bilder gehörten, einen Musterprozess an, in dem das Land Hessen aufgefordert wurde, das damals noch Rembrandt zugeschriebene Gemälde Der Mann mit dem Goldhelm zurückzugeben. Nachdem sich die Bundesregierung in den Streit eingeschaltet hatte, wurde dem Verein sein Besitzrecht zuerkannt, so dass alle in Westdeutschland befindlichen Kunstwerke aus seinem Besitz 1953 nach West-Berlin überführt wurden.

Im Anschluss an diese Entscheidung begann man sich mit der Frage zu beschäftigen, was mit den anderen Berliner Kunstschätzen, die sich ebenfalls in Westdeutschland befanden, geschehen sollte. Am 27. Januar 1955 wurde auf einer Bundestagssitzung einstimmig beschlossen, diese Kunstwerke in einer noch zu gründenden Stiftung Preußischer Kulturbesitz zusammenzufassen, die ihren Sitz in West-Berlin haben sollte. Noch im gleichen Jahr wurden die Gemälde nach West-Berlin überführt, wo sie ab 1956 im Museumsbau in Dahlem ausgestellt wurden. Im Folgejahr wurde das Gesetz zur „Errichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ endgültig vom Bundestag verabschiedet.

Albrecht Dürer: Bildnis einer jungen Frau. – Erworben 1977

Damit bezogen die 1225 in West-Berlin befindlichen Bilder nun ihr drittes Haus, das sich aber wegen seiner ungünstigen Lichtverhältnisse schon bald als wenig geeignet für ein Bildermuseum erwies. Die Situation in Dahlem verbesserte sich wesentlich, als 1966–1970 das Museumszentrum Dahlem nach dem Entwurf von Fritz Bornemann mit großflächigen Neubauten in Nutzung gehen konnte, was auch der Gemäldegalerie zugute kam. Doch gab es bereits in den 1960er Jahren Überlegungen, für die Bestände einen Museumsneubau am Südrand des Tiergartens, im Kulturforum Berlin, zu errichten. Diese Planungen zogen sich aber über die nächsten Jahrzehnte dahin, so dass der geplante Neubau erst 1998 der Öffentlichkeit übergeben werden konnte.

Von Anfang an stellte man der Gemäldegalerie umfangreiche Geldmittel zur Verfügung, um die durch den Krieg und die Teilung gerissenen Lücken wenigstens teilweise kompensieren zu können. Durch die Anbindung an den internationalen Kunstmarkt konnten bis 1991 rund einhundert Bilder erworben werden. Dazu kamen eine ganze Reihe von Neuerwerbungen des Kaiser Friedrich-Museums-Vereins sowie mehrere als Dauerleihgabe überlassene Bilder der Bundesrepublik Deutschland, die noch erhaltenen Bilder der Stiftung Streit, die vorher dem im Krieg zerstörten Gymnasium zum Grauen Kloster gehört hatten und mehrere Dauerleihgaben aus Privatbesitz.

Die Wiedervereinigung der Gemäldegalerie

Bereits im November 1989 begannen, mit Blick auf die bevorstehende Wiedervereinigung der beiden Stadthälften, erste Gespräche über eine Zusammenführung der Bestände der Gemäldegalerie aus Ost- und Westberlin, die am 1. Januar 1992 offiziell in Kraft trat. Parallel dazu kam es zu heftigen Debatten über den künftigen Standort der Sammlung, bei der die Traditionalisten, die eine Rückführung der Bilder an ihrem ursprünglichen Standort im heutigen Bode-Museum befürworteten, erstmal den Kürzeren zogen. Ausschlaggebend dafür war unter anderem die schon weit vorangeschrittenen Planungen für einen Neubau der Gemäldegalerie am Kulturforum für die auch die finanziellen Mittel schon bereitstanden. Dagegen war das Bode-Museum für die Gesamtbestände viel zu klein und ein Neubau hätte eine direkte Zusammenführung der Bestände noch weiter verzögert. Allerdings erwies es sich als Manko, dass der Neubau größenmäßig nur für die Westberliner Bestände konzipiert worden war, so dass auch das neue Domizil der Sammlung wieder viel zu klein war. Um dennoch eine größere Anzahl an Bildern zeigen zu können, wurden die Räumlichkeiten im Sockelgeschoss, die eigentlich Restaurierungswerkstätten aufnehmen sollten, in eine Studiengalerie umgebaut, so dass die Gemäldegalerie in der Lage ist, heute knapp die Hälfte ihres Gesamtbestandes zu zeigen.

Erst mit der schrittweisen Zusammenführung der Bestände war es möglich, den Gesamtbestand wissenschaftlich zu erfassen und einen endgültigen Katalog der tatsächlichen Kriegsverluste aufzustellen, die sich als sehr viel höher erwiesen, als vorher schon befürchtet. In seinem Endergebnis stand die „Dokumentation der Verluste“, die 1995 erschien und die Verluste in 5 Kategorien auflistete:

  • I. Vermutlich im Flakturm verbrannte Gemälde
  • II. Vermisste Altausleihen
  • III. 1945/46 in die Sowjetunion überführte und nicht zurückgegebene Gemälde
  • IV. Diverse vorher noch nicht dokumentierte Verluste vor 1945
  • V. Sonstige gestohlene und zerstörte Gemälde

Für mehrere vermisste Bilder konnte ein derzeitiger Aufenthaltsort ermittelt werden. So befinden sich heute unter anderem ein in Friedrichshain zerstört geglaubtes Bild von Francesco Fontebasso, Der heilige Franziskus von Padua in deutschem Privatbesitz[53] und zwei alte Ausleihbilder von Jacopo del Sellaio und Paris Bordone im Nationalmuseum in Warschau.[54] Von 19 weiteren Bildern, darunter Werke von Jan Gossaert und Guercino, ist bekannt, dass sie nach 1945 von sowjetischem Militär beschlagnahmt wurden und später nicht mehr zurückgegeben wurden.[55] Im April 2006 konnte durch diese Dokumentation erstmals ein seit 1944 vermisstes, dem Alessandro Allori zugeschriebenes Bildnis der Eleonora von Toledo wiederentdeckt und an die Gemäldegalerie zurückgeführt werden,[56] und gehört derzeit zur Schausammlung im Bode-Museum.

1996 erschien ein Gesamtverzeichnis der Gemäldegalerie, in der alle bis 1995 in der Galerie vorhandenen Bilder aufgelistet sind. Ein Jahr später folgte eine CD des Gesamtbestandes, die im Wesentlichen auf den Printkatalog des Vorjahres beruht, aber teilweise bereits eine Menge Neuzuschreibungen von einzelnen Werken berücksichtigt.

Ausblicke

Auf lange Sicht ist es geplant, die Gemäldegalerie wieder auf die Museumsinsel zurückzuholen. Dazu ist es jedoch nötig, abermals einen Neubau für die Sammlung zu errichten. Ein möglicher Standort dafür ist das ehemalige Kasernengelände gegenüber dem Bode-Museum. Weiterführende Pläne in diese Richtung befinden sich noch in einem sehr frühen Planungsstadium, wurden aber vom amtierenden Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, als eine vordringliche Aufgabe zum Abschluss des Gesamtensembles Museumsinsel benannt. Nach derzeitigen Überlegungen sollen künftig alle Gemälde und Skulpturen der südlichen Schulen im Bode-Museum[57] und alle weiteren Werke der beiden Sammlungen im noch zu errichtenden Neubau ausgestellt werden. Das jetzige Stammhaus am Kulturforum würde dann der Nationalgalerie angeschlossen werden und künftig moderne Kunst präsentieren.

Jüngste Neuerwerbungen

Direktoren

  • Gustav Friedrich Waagen (1794–1868), 1823 bis 1868
  • Julius Meyer (1830–1893), 1872 bis 1890
  • Wilhelm von Bode (1845–1929), 1890 bis 1920
  • Max Jakob Friedländer (1867–1958), 1924 bis 1933
  • Karl Koetzschau, 1933 bis 1936
  • Ernst Heinrich Zimmermann (1886–1971), 1936 bis 1945
  • West-Berlin: Ernst Heinrich Zimmermann, bis 1957
  • Ost-Berlin: Irene Geismeier, bis 1990
  • West-Berlin: Henning Bock, bis 1990
  • Wiedervereinte Gemäldegalerie: Henning Bock, bis 1996
  • Jan Kelch (* 1939), 1996 bis 2004
  • Bernd Wolfgang Lindemann, seit Juni 2004

Literatur

  • Wilhelm von Bode: Mein Leben, 2 Bände, Berlin, 1930
  • Ludwig Scheibler, Julius Meyer und Wilhelm von Bode: Katalog der Königliche Gemälde-Galerie zu Berlin, 2. Ausgabe, Weidmann, Berlin 1883
  • Beschreibendes Verzeichnis der Gemälde im Kaiser-Friedrich-Museum und Deutschen Museum, 9. Auflage, Berlin 1931
  • Irene Geismeier: Holländische und flämische Gemälde des siebzehnten Jahrhunderts im Bode-Museum. Katalog. Bd. 1, Berlin 1976
  • Irene Geismeier und Hannelore Nützmann (Hrsg.): Malerei 14. – 18. Jahrhundert im Bode-Museum, 3. Auflage, Berlin 1978
  • Gerhard und Ursula Stelzer (Hrsg.), Bilderhandbuch der Kunstsammlungen in der DDR, Leipzig 1984
  • Irene Geismeier, Gemäldegalerie, in: Weltschätze der Kunst – Der Menschheit bewahrt. Ausstellung anläßlich des 40. Jahrestages des Sieges über den Hitlerfaschismus und der Befreiung des deutschen Volkes, Ausstellungskatalog Berlin, Berlin 1985
  • Gemäldegalerie Berlin Gesamtverzeichnis, Berlin 1986. ISBN 0-297-78946-5
  • Miklós Boskovits: Frühe italienische Malerei, Berlin 1988, S. 185 f. ISBN 3-7861-1156-1
  • Gemäldegalerie. Malerei 13.–18. Jahrhundert im Bodemuseum, Berlin 1990. ISBN 3-362-00486-5
  • Christoph Martin Vogtherr, Zwischen Norm und Kunstgeschichte. Wilhelm von Humboldts Denkschrift von 1829 zur Hängung in der Berliner Gemäldegalerie, in: Jahrbuch der Berliner Museen. Neue Folge 34, 1992, S. 53–64
  • Rainer Michaelis: Dokumentation der Verluste Band I – Gemäldegalerie, Berlin 1995. ISBN 3-88609-329-8
  • Wilhelm von Bode. Museumsdirektor und Mäzen, Berlin, 1995. ISBN 3-88609-410-3
  • Wilhelm von Bode als Zeitgenosse der Kunst, Berlin 1995. ISBN 3-88609-390-5
  • Gemäldegalerie Berlin Gesamtverzeichnis, Berlin 1996, ISBN 3-88609-290-9 (Museumsausgabe), ISBN 3-87584-984-1 (Buchhandelsausgabe)
  • Colin Eisler: Meisterwerke in Berlin, Köln 1996. ISBN 3-7701-3235-1
  • Jahrbuch der Berliner Museen. Neue Folge 39, 1997, Beiheft: Christoph Martin Vogtherr, Das Königliche Museum zu Berlin. Planungen und Konzeption des ersten Berliner Kunstmuseums, Berlin 1997. ISBN 3-7861-1972-4
  • 100 Jahre Mäzenatentum – Die Kunstwerke des Kaiser-Friedrich-Museums-Vereins Berlin, Berlin 1997
  • Prestel-Museumsführer. Gemäldegalerie-Berlin, München, New York 1998
  • Tilmann von Stockhausen: Gemäldegalerie Berlin – Die Geschichte ihrer Erwerbungspolitik 1830–1904, Berlin 2000. ISBN 3-87584-769-0 (formal falsche ISBN)
  • Jahrbuch der Berliner Museen. Neue Folge 43, 2001, Beiheft: Elsa van Wezel, Die Konzeptionen des Alten und Neuen Museums zu Berlin und das sich wandelnde historische Bewußtsein, Berlin 2003. ISBN 3-7861-2443-4
  • Silvia Danesi Aquarzina (Hrsg.): Caravaggio in Preußen. Die Sammlung Giustiniani und die Berliner Gemäldegalerie, Mailand 2001, ISBN 88-435-7984-3
  • Carl Weickert: Bericht über die Bergungsmaßnahmen der Antikenabteilung und weiterhin über diejenigen der Gesamtheit der Staatlichen Museen, in: Dokumentation der Verluste Band V.1 – Skulpturen, Vasen, Elfenbein und Knochen, Goldschmuck, Gemmen und Kameen, Berlin 2005, S. 21 ff. ISBN 3-88609-522-3
  • Christoph Martin Vogtherr: Die Auswahl von Gemälden aus den preußischen Königsschlössern für die Berliner Gemäldegalerie im Jahr 1829, in: Jahrbuch der Berliner Museen. Neue Folge 47, 2005, S. 46–105

Einzelnachweise

  1. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin – Die Geschichte ihrer Erwerbungspolitik 1830–1904
  2. a b Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 207 f.
  3. Wilhelm von Bode, Mein Leben, Bd. 2, S. 103 f.
  4. a b Henning Bock, Vorwort in: Miklós Boskovits, Frühe italienische Malerei, S. VII f.
  5. a b Rainer Michaelis, Dokumentation der Verluste Band I – Gemäldegalerie
  6. Jan Kelch, Einleitung, in: Prestel-Museumsführer. Gemäldegalerie Berlin, S. 11
  7. Wolf-Dieter Dube, Vorwort, in: Colin Eisler, Meisterwerke in Berlin, S. XII
  8. a b c d e f g h i j k l m Gemäldegalerie Berlin. Gesamtverzeichnis
  9. 100 Jahre Mäzenatentum – Die Kunstwerke des Kaiser-Friedrich-Museums-Vereins Berlin
  10. aktuelle Schausammlung der Gemäldegalerie
  11. a b aktuelle Schausammlung im Bode-Museum
  12. a b Jan Kelch, Einleitung, in: Prestel-Museumsführer. Gemäldegalerie Berlin, S. 4
  13. a b Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 17
  14. Gerd Bartoschek, Die Gemälde aus der Sammlung Giustiniani in den preußischen Schlössern, in: Caravaggio in Preußen, S. 151
  15. Christoph M. Vogtherr, Die Erwerbungen Friedrich Wilhelms III. für die Nerliner Museen und die königlichen Sammlungen, in: Caravaggio in Preußen, S. 139 f.
  16. Christoph M. Vogtherr, Die Erwerbungen Friedrich Wilhelms III., S. 142
  17. Wilhelm H. Köhler, Die Sammlung Solly, Merkmale und Kennzeichen ihrer Bilder, in: Miklos Boskovits, Frühe italienische Malerei, S. 185
  18. Colin Eisler, Meisterwerke in Berlin, S. 11
  19. Colin Eisler, Meisterwerke in Berlin, S. 3
  20. Gerd Bartoschek, Die Gemälde aus der Sammlung Giustiniani in den preußischen Schlössern, S. 151 ff.
  21. Rainer Michaelis, Die Sammlung Giustiniani im Spiegel von Gustav Friedrich Waagens Galerieverzeichnis, in: Caravaggio in Preußen, S. 146
  22. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie, S. 19.
  23. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 19 ff.
  24. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 203
  25. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie, S. 70 ff.
  26. a b Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 72
  27. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 50. f., S. 70, S. 79 ff usw.
  28. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 82 ff. usw.
  29. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 76 f.
  30. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 60 f.
  31. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 83 f.
  32. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 82 ff.
  33. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 219 ff.
  34. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 102 ff.
  35. a b Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 129 ff.
  36. a b Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 136 ff.
  37. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 55 ff. usw.
  38. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 142 ff.
  39. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 133 ff.
  40. Wilhelm Bode, Mein Leben, Bd. 1, S. 91
  41. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 97 ff.
  42. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 149 ff.
  43. Sigrid Otto, Wilhelm von Bode – Journal eines tätigen Lebens, in: Wilhelm von Bode. Museumsdirektor und Mäzen, S. 42
  44. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 139
  45. Tilmann von Stockhausen, Gemäldegalerie Berlin, S. 139 ff.
  46. 100 Jahre Mäzenatentum
  47. Gemäldegalerie Berlin. Gesamtverzeichnis, S. 589
  48. Gemäldegalerie Berlin. Gesamtverzeichnis, S. 590
  49. Carl Weickert, Bericht über die Bergungsmaßnahmen der Antikenabteilung und weiterhin über diejenigen der Gesamtheit der Staatlichen Museen, in: Antikensammlung. Dokumentation der Verluste. Band V.1, S. 21 ff.
  50. Martin Miller, Antikensammlung. Dokumentation der Verluste. Band V.1, S. 327
  51. Irene Geismeier, Berlin. Staatliche Museen, Gemäldegalerie, in: Gerhard und Ursula Stelzer (Hrsg.), Bilderhandbuch der Kunstsammlungen in der DDR
  52. Irene Geismeier, Gemäldegalerie, in: Weltschätze der Kunst – Der Menschheit bewahrt, S. 108 f.
  53. Rainer Michaelis, Dokumentation der Verluste Band I – Gemäldegalerie, S. 31
  54. Rainer Michaelis, Dokumentation der Verluste Band I – Gemäldegalerie, S. 82 und 94
  55. Rainer Michaelis, Dokumentation der Verluste Band I – Gemäldegalerie, S. 100 ff.
  56. Uta Baier, Eleonora von Toledo wird nie mehr reisen, in: Berliner Morgenpost, 1. Juni 2006
  57. Informationen zur abgeschlossenen Renovierung des Bode-Museums

Weblinks

 Commons: Gemälde in der Berliner Gemäldegalerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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