Hesperantha coccinea

Hesperantha coccinea
Roter Sumpfspaltgriffel
Hesperantha coccinea-Sorte als Zierpflanze

Hesperantha coccinea-Sorte als Zierpflanze

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Schwertliliengewächse (Iridaceae)
Unterfamilie: Crocoideae
Gattung: Hesperantha
Sektion: Concentrica
Art: Roter Sumpfspaltgriffel
Wissenschaftlicher Name
Hesperantha coccinea
(Backh. & Harv.) Goldblatt & J.C. Manning
Ausschnitt eines Blütenstandes einer Hesperantha coccinea-Sorte. Gut zu erkennen sind die drei Staubblätter und die drei langen Griffeläste.
Blütenstand einer Hesperantha coccinea-Sorte.

Der Rote Sumpfspaltgriffel (Hesperantha coccinea), auch Sumpfgladiole, Wassergladiole, Kaffernlilie, Spaltgriffel oder Sumpfspaltgriffel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hesperantha innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Der Gattungsname Hesperantha leitet sich aus den griechischen Wörtern hesperos für Abend und anthos für Blüte ab, also „Abendblüte“, weil bei vielen Hesperantha-Arten sich die Blüten abends öffnen (trifft bei dieser Art nicht zu); das Artepitheton coccinea bedeutet scharlachrot.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Rote Sumpfspaltgriffel wächst als laubabwerfende, ausdauernde, krautige Pflanze. Als einzige Hesperantha-Art bildet dieser Geophyt keine Knollen sondern ein Rhizom, als Überdauerungsorgan aus. Es handelt sich um eine Sumpfpflanze. Interessanter Weise bilden Pflanzen einiger Populationen in den Achseln der oberen Blätter kleine Knöllchen in der für Hesperantha typischen asymmetrischen Form. Sie gehört zu den großen Arten innerhalb der Gattung und erreicht Wuchshöhen von etwa 60 cm.

Blätter gibt es entsprechend der Regenzeit des Heimatgebietes im Sommer. Die grundständigen, aufrechten bis ausgebreiteten Laubblätter sind einfach, flach, parallelnervig, etwa 40 cm lang und etwa 1 cm breit. Der Blattrand ist glatt.

Die endständigen, ährigen Blütenstände sind schlank. Es sind Tragblätter vorhanden. Der Aufbau der Blüten ist ziemlich gleich wie bei allen anderen Hesperantha-Arten nur in der Farbe der Blütenhüllblätter weicht sie von den meisten Arten ab. Die Blüten sind zwittrig, dreizählig und meist radiärsymmetrisch bis schwach zygomorph. Es sind zwei Kreise mit je drei meist 30 bis 35 mm langen Blütenhüllblättern vorhanden, die in beiden Kreisen fast gleichgeformt sind. Die Blütenhüllblätter sind zu einer langen Röhre verwachsen. Der freie Bereich der Blütenhüllblätter ist sternförmig ausgebreitet. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von weiß über cremefarben bis gelb und von rot über rosa- und purpurfarben bis blau, manchmal mit dunkleren Zeichnungen. Es ist nur ein Kreis mit drei fertilen Staubblättern vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Griffel teilt oberhalb der Blütenhüllblattröhre in drei lange Äste. Es ist eine der Hesperantha-Arten die nicht nachtblühend sind und deren Blüten nicht duften. Auf der Südhalbkugel weist sie eine charakteristische Blütezeit auf im Herbst: hauptsächlich von März bis April und manchmal mit wenigen Blütenständen im Februar.

Die dreifächerigen Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die für Hesperantha-Arten untypischen Samen weisen eine Größe von 2 × 1,2 mm auf, besitzen eine prismatische Form, aber geringfügig ausgebildeten Kanten. Die lockere Samenschale ist durchscheinend, hell-braun mit einem glattem Umriss. In der Samenschale befindet sich ein mehr oder weniger kugeliger Kern, der einen Durchmesser von etwa 1 mm aufweist. Durch die Form schwebt der Same eine Weile bis er die Wasseroberfläche erreicht. Der Same ist augenscheinlich an eine Wasserausbreitung angepasst.

Es gibt zwei Farbformen: Die typische, weitverbreitete rote Form deren Verbreitungsgebiet von den Amatola Mountains in der südafrikanischen Provinz Ostkap bis Zimbabwe reicht und eine rosafarbene Form, die nur im nördlichen Drakensberg und Witwatersrand in der Gauteng-Provinz vorkommt. Untypisch für Hesperantha-Arten wird die rote Form von einigen großen Schmetterlings-Arten der Familien Papilionidae (Papilio spec.) und Satyridae (Aeropetes tulbaghia) bestäubt.

Vorkommen

Der Rote Sumpfspaltgriffel ist nur in Afrika südlich der Sahara beheimatet. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom tropischen Afrika bis in die Sommerregengebiete der östlichen Capensis.

Durch reiche Samenproduktion und gute Keimergebnisse neigen sie zum verwildern und stellen in manchen Gebieten der Welt Invasive Pflanzen dar.

Der Rote Sumpfspaltgriffel wird nur am Wasser gefunden und die Pflanzen gedeihen in permanent nassen oder wenigstens feuchten Habitaten. Diese Pflanzenart der Flussufer und Sumpfgebiete hat wohl die Eigenschaft Knollen zu bilden aufgegeben, weil diese xeromorphe Eigenschaft unter den feuchten Bedingungen nicht gebraucht wird und sie bildet statt dessen Rhizome aus.

Systematik

Hesperantha coccinea gehört zur artenreichsten Sektion Concentrica aus der Gattung Hesperantha in der Tribus Croceae (Syn.: Ixieae) innerhalb der Unterfamilie der Crocoideae innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die Erstveröffentlichung dieser Art erfolgte 1864 unter dem Namen Schizostylis coccinea durch James Backhouse & William Henry Harvey in Curtis' Botanical Magazine. 90, Pl. 5422; dieser Name stellt heute nur noch ein Synonym dar. Schizostylis Backh. & Harv. war eine monotypische Gattung (Schizostylis bedeutet übersetzt Spaltgriffel). In Reduction of Schizostylis (Iridaceae: Ixioideae) in Hesperantha. in Novon, Volume 6, Nr. 3, 1996 stellten Peter Goldblatt & John C. Manning Schizostylis coccinea als Hesperantha coccinea (Backh. & Harv) Goldblatt & J.C. Manning in die Gattung Hesperantha; eine Gattung Schizostylis konnte nicht aufrecht erhalten werden. [1]

Verwendung

Vom Roten Sumpfspaltgriffel gibt es einige Sorten, die als Zierpflanzen in Parks, Gärten und als Schnittblume verwendet werden. Die Blütenfarben der Sorten reichen von weiß über rosafarben bis rot. In Mitteleuropa ist diese Art nicht winterhart und man überwintert sie als Kübelpflanze in kühlen Räumen.

Bilder

Blüten einger Hesperantha coccinea-Sorten:

Quellen

  • Peter Goldblatt: A synoptic review of the African genus Hesperantha (Iridaceae: Crocoideae)., in Ann. Missouri Bot. Gard., 90, 2003, S. 390-443: Online. (H. coccinea Beschreibung als 56. Art, S. 431.)
  • Peter Goldblatt, Ingrid Nänni, Peter Bernhardt & John C. Manning: Floral Biology Of Hesperantha (Iridaceae: Crocoideae): How Minor Shifts In Floral Presentation Change The Pollination System. in ANN. MISSOURI BOT. GARD., 91, 2004, S. 186-206: Online.
  • Hesperantha coccinea bei plantzafrica.
  • John C. Manning, Peter Goldblatt & D. Snijman: The colour encyclopedia of Cape bulbs., Timber Press, USA, 2002.
  • Peter Goldblatt & John C. Manning: The Iris Family: Natural History and Classification., Timber Press, Portland, 2008.
  • Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica: Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5. ; darin S. 829.

Einzelnachweise

  1. Eintrag bei GRIN.

Weblinks


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