International Business Machines

International Business Machines
International Business Machines Corporation
Unternehmensform Corporation
ISIN US4592001014
Gründung 1896
Unternehmenssitz Armonk, New York, USA
Unternehmensleitung

Samuel J. Palmisano (Chairman & CEO)

Mitarbeiter 386,558 (2007)
Umsatz 103,6 Mrd. US-Dollar [1]
16,7 Mrd. US-Dollar vor-Steuer-Gewinn (2008)[2]
Branche Informationstechnik

Unternehmensberatung

Website

www.ibm.com

Die International Business Machines Corporation (IBM) ist ein US-amerikanisches IT- und Beratungsunternehmen mit Sitz in Armonk bei North Castle im US-Bundesstaat New York. Es ist eines der weltweit führenden Unternehmen für Hardware, Software und Dienstleistungen im IT-Bereich sowie eines der größten Beratungsunternehmen[3]. IBM ist der weltweit zweitgrößte Softwarehersteller [4] gemessen am Umsatz. Aktuell beschäftigt das Unternehmen weltweit mehr als 380.000, in Deutschland etwa 21.000 Mitarbeiter.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

IBM geht zurück auf die von Herman Hollerith 1896 gegründete Tabulating Machine Company. Dieses Unternehmen stellte damals die von Herman Hollerith entwickelten Maschinen zur Auszählung und Erfassung per Lochkarten eingegebener Daten her. Dazu zählten auch Maschinen zum Auszählen der Stimmzettel bei Wahlen in den USA. Die Produktion derartiger Maschinen stellte IBM jedoch ein, nachdem die Hersteller für durch ihre Maschinen nicht gezählte Stimmen haftbar gemacht wurden.

IBM-Logo von 1924

1924 erfolgte dann die Umbenennung des Unternehmens in „International Business Machines Corporation“, kurz IBM, da ein Großteil der Produktpalette nun aus Maschinen für den Gebrauch in Unternehmen bestand, wie Locher, Prüfer, Sortier- und Tabelliermaschinen. Diese wurden im Regelfall nicht verkauft, sondern vermietet. IBM hatte auf dem Gebiet der standardisierten Lochkarten und deren Auswertung weltweit eine monopolartige Stellung. In Deutschland war IBM bis 1949 durch die ertragreiche Tochtergesellschaft DEHOMAG vertreten.

IBM Selectric von 1961 gestaltet von Eliot Noyes

Thomas J. Watson wurde 1914 Chef der Computing-Tabulating-Recording Company, eines der Unternehmen, aus denen IBM hervorging, und leitete IBM bis 1955. Er prägte eine spezielle Unternehmenskultur mit einer starken Vertriebsorientierung. Großer Wert wurde auf unbedingte Loyalität der Mitarbeiter gelegt.

Im Jahr 1943 soll Watson folgenden denkwürdigen Satz gesagt haben: „I think there is a world market for maybe five computers.“ („Ich denke, es gibt weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer.“). Der Autor Kevin Maney hat versucht, den Ursprung dieses Zitats zu ergründen, konnte aber weder in den Reden Watsons noch in anderen Dokumenten einen Hinweis darauf finden. Auch während der NS-Zeit lieferte das Unternehmen Milliarden von Lochkarten an seine deutsche Tochtergesellschaft DEHOMAG, welche unter anderem dazu genutzt wurden, im Auftrag des NS-Regimes die Erfassung der jüdischen Bürger und den Holocaust effizienter zu organisieren[5].

In den fünfziger und frühen sechziger Jahren wurden mit den Modellen 701 und 1401 die ersten Computer und die zugehörige Peripherie in Form von Magnetplatten- und Trommelspeicher wie zum Beispiel der IBM 305 RAMAC und Bandstationen, sowie Drucker entwickelt.

Im Jahr 1964 kam eine neue Großrechnergeneration, die S/360, auf den Markt. Die zugrunde liegende Architektur wurde bis heute evolutionär in den Modellen S/370, S/390, System z und System z9 weiterentwickelt. Parallel dazu wurde das Betriebssystem OS/360 über OS/VS1, MVS/370, MVS/XA, MVS/ESA und OS/390 zum aktuellen z/OS weiterentwickelt.

Das System/3 wurde 1969 als Low-End-Rechner eingeführt und bis 1985 vertrieben. Neu war hier mit einem Drittel der Größe von herkömmlichen Lochkarten das kleinere Lochkartenformat, welches jedoch mit 96 statt bisher 80 Zeichen mehr Daten speichern konnte.

Das blaue Logo des Konzerns führte zu dem Spitznamen Big Blue oder auch Mother Blue.

Die Verbesserung von IBM 5120 IBM-PC, das Modell IBM 5150

Im Jahr 1975 kam der erste „tragbare“ Computer, der IBM 5100, mit 25 Kilogramm Gewicht, 16 KByte RAM, BASIC, 16*64-Display und Bandspeicher, auf den Markt. Der Rechner hatte auch wegen seines hohen Preises von über 9.000 US-Dollar keinen Erfolg.

Als Antwort auf den sehr erfolgreichen Apple II brachte IBM im Jahr 1981 dann den ersten IBM-PC auf den Markt. Der Rechner war aus am Markt frei erhältlichen Standardkomponenten zusammengebaut worden und teuer, so dass IBM schnell Mitbewerber bekam. In den 90er Jahren hat IBM seine Marktführerschaft an seine Mitbewerber verloren.

Aus der Arbeit am Zürcher IBM-Forschungslabor gingen zwei Nobelpreise für Physik hervor. Die Preisträger waren 1986 Gerd Binnig und Heinrich Rohrer für die Erfindung des Rastertunnelmikroskops sowie 1987 Johannes Georg Bednorz und Karl Alexander Müller für die Entdeckung der Hochtemperatursupraleitung. Mit Leo Esaki arbeitete zeitweise ein weiterer Nobelpreisträger für die IBM Forschung.

1989 schrieb Donald Eigler auf eine Ni (110) Oberfläche mit 35 Xenonatomen den Schriftzug „IBM“ und somit die „kleinsten“ Buchstaben.

1990 beschäftigte IBM weltweit 373.820 Mitarbeiter.

Seit Ende der 1990er Jahre unterstützt IBM Open Source Projekte. So wird beispielsweise Linux auf IBM-Servern eingesetzt. Diese Anstrengungen waren allerdings nicht immer unproblematisch. So verklagte im Jahr 2003 die SCO Group IBM wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung in den Programmcodes, die IBM zu Linux beigetragen hat. Ein Open-Source-Projekt, das IBM gestartet hat, ist die Entwicklungsumgebung Eclipse.

Als Reaktion auf veränderte Kundenbedürfnisse insbesondere bei Großrechnern wurde das Unternehmen seit den Neunzigerjahren deutlich umgestaltet: Der Anteil an Beratung und Dienstleistungen wurde stark erhöht, organisatorisch zusammengefasst und zuletzt durch den Zukauf von PwC Consulting mit circa 30.000 Mitarbeitern weltweit im Oktober 2002 inhaltlich und personell weiter ausgebaut. Mit der Übernahme von PwC Consulting wurden alle Beratungsbereiche in der IBM organisatorisch zusammengefasst. Diese Geschäftseinheit heißt heute IBM Global Business Services. IBM versteht sich als global integrierter Geschäfts- und Technologiepartner. Neben Hard- und Softwarelösungen wird ein breites Spektrum von Beratungs- und Implementierungsleistungen sowie Finanzierung angeboten.

Im Februar 2001 veröffentlichte der amerikanische Autor Edwin Black das Buch IBM und der Holocaust. In diesem wirft er IBM vor, während des Dritten Reiches über seine Tochtergesellschaft DEHOMAG mit dem Hitlerregime zusammengearbeitet zu haben und so durch die Lieferungen der Hollerith-Rechner und der Lochkartentechnik den Holocaust logistisch möglich gemacht zu haben. Davor war IBM Deutschland GmbH bereits dem Entschädigungsfonds für NS-Zwangsarbeiter beigetreten. Klagen der GIRCA, der Gypsis International Recognition and Compensation Action, gegen IBM sind von Schweizer Gerichten wegen Nichtzuständigkeit – Genf sei in den Jahren 1933 bis 1945 nicht Sitz der IBM gewesen – und Verjährung abgewiesen worden.

Seit März 2002 ist Samuel J. Palmisano CEO von IBM. Sam Palmisano ist der Nachfolger von Louis Gerstner Jr., der von 1993 bis 2002 CEO war. Mit Louis Gerstner Jr. wurde der Posten des CEO erstmalig nicht durch einen eigenen Mitarbeiter besetzt.

Im Dezember 2004 entschied sich IBM zum Ausstieg aus dem Geschäft mit PCs und verkaufte die PC-Sparte zum 1. Mai 2005 für 1,75 Milliarden US-Dollar an den chinesischen Computerhersteller Lenovo. IBM äußerte sich in einer Pressemitteilung zur strategischen Bedeutung des Verkaufs der PC-Sparte an Lenovo. IBM wolle sich in Zukunft vor allem auf mobilere Endgeräte konzentrieren. Die PC-Ära neige sich dem Ende zu, der Unternehmensfokus verschiebe sich damit auf den Bereich der mobile web services.[6]Davor wurde bereits die Festplattensparte an Hitachi verkauft.

2006 war IBM das vierzehnte Jahr in Folge das Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen weltweit und konnte den eigenen Rekord mit 3.621 Patenten nochmals steigern[7].

Im Jahr 2006 erreichte IBM mit weltweit 355.766 Mitarbeitern in 170 Ländern einen Umsatz von 91,4 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 9,4 Milliarden US-Dollar.

Am 20. Januar 2009 gab IBM einen Gewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal 2008 bekannt. Für das Gesamtjahr 2008 liegt der Gewinn bei 12,3 Milliarden US-Dollar und übertrifft das Vorjahr um 18 Prozent. [8]

Nach einem Bericht des The Wall Street Journal plante IBM, Sun Microsystems für 6,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. [9] Das Geschäft kam nicht zustande, stattdessen wurde Sun nun von Oracle gekauft.

Unternehmensbereiche

IBM Global Business Services, Umfirmierung des Beratungszweigs nach Übernahme von PricewaterhouseCoopers Consulting
IBM ThinkPad R51
IBM System z9 Typ 2094

Mit Beratern in über 170 Ländern ist IBM Global Business Services, GBS, die größte Unternehmensberatung der Welt. Sie bildet einen Bereich innerhalb der IBM Global Services (s. u.). Rund 80.000 Berater unterstützen Unternehmen aus fast 20 Branchen inklusive Mittelstand. Die Beratungsthemen reichen von Strategieberatung über Supply Chain Management, Finanzmanagement, Kundenbeziehungsmanagement bis hin zum Personalmanagement und Anwendungsmanagement. Das Dienste- und Beratungsgeschäft macht mit 48,3 Milliarden Dollar (2006) die Hälfte des Gesamtumsatzes von IBM aus.

IBM Systems and Technology Group

Die IBM STG ist für die Entwicklung und den Vertrieb von IT-Infrastrukturlösungen, eServer-Systemen, TotalStorage-Speichersystemen und Drucksystemen verantwortlich. System i5 mit dem Betriebssystem i5OS wird als integriertes Rechnersystem häufig im Mittelstandsbereich eingesetzt. System p5 mit AIX ist das Unix-basierte System. xSeries mit Microsoft Windows sind die Intelsysteme der IBM. System z9 mit z/OS bzw. z/VM oder z/VSE sind die Mainframesysteme (System z). Auf allen eServern stehen weiterhin unterschiedliche Linux Distributionen zur Verfügung. Zu den IBM Speicherlösungen gehören die Plattensubsysteme DS300/DS400 (Low-End), DS4000 (Midrange) DS6000 und DS8000 (High-End) sowie die Bandsysteme 3590, TS1120 oder VTS, optische Systeme und SAN-Infrastrukturkomponenten.

Mit der Ankündigung der IBM Systems Agenda werden sukzessive die Produkte der IBM STG umbenannt. Vorreiter ist hier das Mainframe Flaggschiff IBM System z9. Weitere Produkte werden äquivalent umbenannt wie zum Beispiel in IBM System Storage DS4000 etc.

IBM Software Group

Die IBM Software Group besteht aus den Marken

IBM Global Finance

Mit Geschäftstätigkeit in über 40 Ländern stellt Global Finance weltweit den größten IT-Finanzdienstleister dar. Eines der Betätigungsfelder ist das Leihgeschäft für Software, Hardware und Dienste des Konzerns.

IBM Global Services

Mit einem Jahresumsatz von 47,357 Milliarden US-Dollar (2005) hat sich Global Services in den letzten Jahren als wichtiger Bestandteil des Unternehmens etabliert, in dem zusätzlich weit mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ihr Tätigkeitsfeld finden. Neben dem Beratungszweig finden hauptsächlich in diesem Bereich die zahlreichen Dienstangebote ihr Zuhause. Ein Beispiel für mögliche Leistungen stellt der Bereich Strategic Outsourcing dar, der die teilweise oder komplette Übernahme von IT-Abteilungen anbietet.

Betätigungsfelder von Global Services sind im Einzelnen:

  • e-business Hosting Services
  • Integrated Technology Services
  • IT Strategic Outsourcing
  • Technical Support Services and Maintenance
  • IT Management Consulting
  • Business Consulting (siehe IBM Global Business Services)

Niederlassungen

IBM Deutschland

Mit der DEHOMAG war IBM bereits seit 1911 in Deutschland vertreten. 1949 erfolgte die Umbenennung in „Internationale Büro-Maschinen Gesellschaft mbH”. Der Sitz der IBM Deutschland GmbH befindet sich in Stuttgart-Vaihingen, ab 2009 wird Ehningen Standort der Deutschland-Zentrale von IBM sein. Die Geschäftsführung setzt sich seit Mai 2007 aus dem Vorsitzenden Martin Jetter, Reinhard Reschke für Finanzen, Christoph Grandpierre für das Personal, Michael Diemer für Global Technology Services und Matthias Hartmann für den Bereich Global Business Services zusammen. Den Vorsitz des Aufsichtsrats führt Erich Clementi. Nach den Restrukturierungsmaßnahmen 2005 waren im Jahr 2006 etwa 22.000 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, zuvor waren es noch etwa 25.000 gewesen.

Eines der ersten Outsourcing-Projekte der IBM in Deutschland war die Übernahme der EDV-Abteilung von FAG Kugelfischer. Die daraus entstandene Niederlassung in Schweinfurt wurde 2005 von IBM geschlossen, die Mitarbeiter entlassen und die Arbeit ins Ausland verlagert. Die Art und Weise der Standortschließung hat viele IBM-Mitarbeiter verunsichert. Das gleiche gilt auch für die von der Continental AG übernommenen Mitarbeiter in Hannover, Salzgitter und Aachen, die vorübergehend in den Gemeinschaftsunternehmen „ICA“ und „ICG“ beschäftigt wurden.

2003 wurden circa 800 Mitarbeiter der Deutschen Bank - das entsprach einem großen Teil ihrer IT-Mannschaft – von IBM übernommen und die IBM Business Services GmbH gegründet, in der sämtliche Outsourcing-Bestrebungen der IBM zusammengefasst wurden. Dazu gehören unter anderem die ehemaligen Töchter DVO und IBB. Die DVO in Oberhausen wurde 2003 aufgelöst und die Mitarbeiter freigesetzt.

Im Juli 2008 erfolgte die Einführung einer neuen Aufbau- und Ablauforganisation. [10][11]. Im Rahmen dieser Reorganisation wurde die deutsche IBM in vier Kernkompetenzfelder entlang der Wertschöpfungskette partitioniert und diese wiederum in neue stark spezialisierte und global integrierte Gesellschaften gegliedert. Fast alle bis dahin existierenden Tochtergesellschaften und -marken sind in den neuen Gesellschaften aufgegangen. Diese Maßnahme war u. a. mit Betriebsübergängen für circa 8.000 Mitarbeiter verbunden.

Konzernstruktur IBM Deutschland

  • Research & Development
    • IBM Deutschland Research & Development GmbH
    • IBM Deutschland Network Development GmbH
  • Sales & Consulting
    • IBM Deutschland GmbH
    • IBM Deutschland Kreditbank GmbH
  • Solutions & Services
    • IBM Deutschland Enterprise Business Solutions GmbH
    • IBM Deutschland Enterprise Application Solutions GmbH
    • IBM Deutschland Financial Industry Solutions GmbH
    • IBM Deutschland Infrastructure Technology Services GmbH
    • IBM Deutschland Business Services GmbH
    • IBM Deutschland Customer Support Services GmbH
    • IBM Deutschland Mittelstand Services GmbH
    • IBM Deutschland Output Services GmbH
    • IBM Deutschland Business Transformation Services GmbH
    • MDTVision GmbH
    • BWI Systeme GmbH, Teil der BWI Informationstechnik GmbH, siehe auch Herkules
  • Management & Support
    • IBM Deutschland Management & Business Support GmbH
    • IBM Deutschland Unterstützungskasse GmbH
    • IBM Deutschland Pensionskasse VVaG

IBM Österreich

Der Sitz der IBM Österreich befindet sich in Wien. Geschäftsstellen sind in fast jedem Bundesland vorhanden. Leo Steiner ist seit dem 9. Januar 2007 Vorsitzender der Geschäftsführung.

IBM Schweiz

Der Sitz der IBM Schweiz befindet sich in Zürich. Die IBM ist seit 1927 in der Schweiz tätig und beschäftigt rund 3.300 Mitarbeiter. Geschäftsstellen sind in fast jedem Kanton vorhanden. Daniel Rüthemann ist Vorsitzender der Geschäftsführung.

Produkte

Betriebssysteme

IBM begann, zusammen mit Microsoft OS/2 als Desktop-Betriebssystem für IBM-kompatible PCs zu entwickeln. Als Microsoft aus diesem Geschäft ausstieg, um sich ganz auf Windows als Betriebssystem für IBM-kompatible Rechner zu konzentrieren, entwickelte IBM das Betriebssystem alleine weiter. Trotz technischer Überlegenheit konnte sich OS/2 gegenüber MS Windows nicht bei den Kunden durchsetzen, was zur Einstellung der Weiterentwicklung führte. Hauptsächlich bei Banken, aber auch bei Versicherungen, Fluggesellschaften und in der Fertigungsindustrie ist OS/2 auch heutzutage noch anzutreffen.

Bei Großrechnern dominieren IBM-Betriebssysteme (z/OS) den Markt. Eine regionale Ausnahme ist Deutschland mit dem Betriebssystem OSD von Fujitsu Siemens.

IBM kündigte im Februar 1999 zum ersten Mal offiziell an, Linux als Betriebssystemplattform zu unterstützen, und gehörte schon bald zu dessen größten Förderern. 2000 investierte der Konzern etwa eine Milliarde US-Dollar in die Entwicklung dieses freien Betriebssystems. Unter anderem wurde eine Möglichkeit geschaffen, Linux auf z/Series-Rechnern zu betreiben; wahlweise direkt oder als Gastsystem unter dem Betriebssystem z/VM. Dadurch werden Serverkonsolidierungen auf dem Großrechner möglich. Die meisten Linux-Distributionen sind heute auch für z/Series erhältlich.

Auf den Power-Prozessor-basierten Workstations und Enterpriseservern wie zum Beispiel RS/6000 oder pSeries von IBM läuft AIX, ein von IBM entwickeltes Unix-Derivat. IBM stellt für AIX eine Auswahl von meist durch Linux bekannte freie Software vorkompiliert bereit. Dazu gibt es auf den Internetseiten von IBM die sogenannte AIX Toolbox. Auch ein reines 64-Bit-Linux kann auf allen modernen pSeries-Servern eingesetzt werden.

Weiterhin werden die PowerPC-Prozessoren in den i5-Servern verwendet, die neben dem IBM-eigenen Betriebssystem i5/OS auch Linux, AIX sowie über spezielle Steckkarten wie Integrated PC-Server (IPCS) auch Windows als Betriebssystem in einer Maschine integriert ausführen können. Die i5-Server-Reihe der IBM ist derzeit das System mit dem – aus technischer Sicht korrekt – höchsten Integrationsfaktor, daher kommt auch die Namensvergabe „I“ von Integration.

Computerprozessoren

Mikroprozessor 6x86

Von IBM entwickelte Computerprozessoren:

Eingabegeräte

Tastatur IBM Model M von 1989

Unter dem Markennamen IBM werden auch Mäuse und Tastaturen vertrieben, die zum Teil den Ruf extremer Langlebigkeit und Robustheit haben. Ein Beispiel hierfür ist die Tastaturserie IBM Model M.

Konzernkultur

  • 1935 wurde die erste Frau bei der IBM als Fachkraft angestellt. Der damalige Direktor des Unternehmens Thomas J. Watson Sr. schrieb dazu: „Männer und Frauen werden für gleiches Geld die gleiche Arbeit verrichten. Sie werden gleich behandelt, die gleiche Verantwortung übernehmen und die gleichen Entwicklungschancen erhalten.“
  • 1953 verpflichtete sich das Unternehmen in einer Erklärung, dass es Fachkräfte nur auf Grund ihrer Fähigkeit anstellen würde, „ohne Rücksicht auf Rasse, Hautfarbe oder Glaubensbekenntnisse“. 1984 wurde sexuelle Orientierung zu dieser Antidiskriminierungsregel aufgenommen.
  • Am 10. Oktober 2005 gab IBM als erster multinational operierender Konzern eine Erklärung ab, in der er sich verpflichtete, weder im Rahmen von Neueinstellungen noch für sonstige personelle Entscheidungen genetische Daten der Mitarbeiter oder Bewerber zu verwenden.

Erwähnenswertes

  • 1992 führte IBM Deutschland als erstes Unternehmen in Deutschland für 200 Mitarbeiter die Telearbeit auf freiwilliger Basis ein.
  • 1998 wurde beschlossen, dass Stempeluhren bei IBM abgeschafft werden. Den Mitarbeitern steht jedoch weiterhin ein elektronisches Zeiterfassungssystem zur Verfügung, das sie, sofern von der Führungskraft nicht angeordnet, auf freiwilliger Basis nutzen können.
  • Im März 2005 beschloss IBM, die Standorte Schweinfurt und Hannover, jedoch nicht Hannover-Bemerode, zu schließen, obwohl diese rentabel arbeiteten.
  • Anfang 2006 wurde bekannt, dass die IBM in Deutschland Pensionspläne für Mitarbeiter mit einem Eintrittsdatum vor 1990 aufkündigen möchte. Dies wurde aufgrund des Widerstandes des Betriebsrats jedoch wieder zurückgenommen. Stattdessen wurde kurz darauf das Urlaubsgeld auch in einigen Tochterunternehmen gestrichen, was effektiv einen Gehaltsverlust von circa 5 % je Mitarbeiter bedeutet.
  • Anfang 2008 wurde die Strategie One IBM bekannt gegeben. Es werden circa 8.000 Mitarbeiter per Betriebsübergang nach § 613a des BGB in neue und umbenannte Gesellschaften verteilt. Die bis dato bestehenden Tochterunternehmen, wie z.B. SerCon GmbH und it', wurden in die IBM integriert. Zielsetzung ist der konsequente klare Marktauftritt unter der Marke „IBM Deutschland“. Die leistenden Einheiten werden in einzelnen Gesellschaften zusammengefasst, um eine Bündelung der Kompetenzen zu erreichen.

Siehe auch

Literatur

  • Louis V. Gerstner: Wer sagt, Elefanten können nicht tanzen?, Stuttgart, 2002, ISBN 3-421-05696-X
  • Doug Garr: Der IBM-Turnaround, Wien, 2000, ISBN 3-7064-0646-2
  • Paul Carroll: Der Computerkrieg, München, 1998, ISBN 3-453-09172-8
  • Thomas J. Watson: Der Vater, der Sohn & die Firma, München, 1997, ISBN 3-453-11757-3
  • Edwin Black: IBM und der Holocaust, 2002, ISBN 3-548-75087-7
  • Emerson W. Pough: Building IBM: Shaping an Industry and Its Technology, 1995, Cambridge (M) und London, ISBN 0-262-16147-8
  • Ulrich Steinhilper: Don’t Talk – Do It! From Flying To Word Processing, Stuttgart, 2006, ISBN 1-872836-75-5
  • Raimund Vollmer: Blueland – Die letzten 20 Jahre der IBM, Reutlingen 1997, ISBN 3-00-001941-3
  • Raimund Vollmer: Das blaue Wunder – Die IBM und ihre Mitbewerber, Reutlingen 1984, ohne ISBN, http://rv-ibm-1984.blogspot.com/
  • Hermann K. Reiboldt, Raimund Vollmer:Der Markt sind wir – Die IBM und ihre Mitbewerber, Stuttgart 1978, http://rv-ibm.blogspot.com/

Einzelnachweise

  1. IBM Jahresergebnis 2008
  2. IBM Jahresergebnis 2008
  3. http://www.karriere.de/beruf/ibm-ein-riese-unter-den-beratern-6646/
  4. http://softwaretop100.org/list.php?page=1
  5. Edwin Black:IBM and the Holocaust
  6. IBMs wirklicher Plan nach dem Verkauf an Lenovo 6. Mai 2008
  7. golem.de Meldung vom 15. Januar 2007
  8. IBM trotzt der Krise 21. Januar 2009
  9. IBM in Talks to Buy Sun in Bid to Add to Web Heft (18. März 2009)
  10. Heise Online: IBM verordnet sich eine strukturelle Neuaufstellung
  11. IBM Deutschland Pressemitteilung

Weblinks


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