Johann Adolph II. (Sachsen-Weißenfels)

Johann Adolph II. (Sachsen-Weißenfels)
Herzog Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels als Feldherr

Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels (* 4. September 1685 in Weißenfels; † 16. Mai 1746 in Leipzig) war der fünfte und letzte Herzog der kursächsischen Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels sowie Fürst von Sachsen-Querfurt und entstammte einer Seitenlinie der albertinischen Wettiner

Inhaltsverzeichnis

Familie

Johann Adolf II. war der siebte und jüngste Sohn des Herzogs Johann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels und dessen Gemahlin Johanna Magdalena von Sachsen-Altenburg, Tochter des Herzogs Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburg. Die Mutter starb bereits knapp fünf Monate nach seiner Geburt.

Cavalierstour

Johann Adolf II. trat Mitte Dezember des Jahres 1699 incognito mit dem ehemaligen Kammerjunker Wolf Bernhard von Werther und dem späteren Hof- und Justizienrat und Mitglied des Geheimen Rats Johann George Menii seine Grand Tour Richtung Holland an. Nach einem reichlichen Monat erreichten sie Amsterdam. Vor der Weiterreise nach Frankreich machte die Gesellschaft Station in Den Haag, um mit „mit unermüdetem Eifer“ die französische Sprache und die ritterlichen Exerzitien zu festigen. Besonderen Wert bei der Beschreibung des Aufenthalts in Den Haag wurde darauf gelegt, dass Johann Adolf II. die Bekanntschaft und Hochachtung kaiserlicher, königlicher, polnischer, französischer, schwedischer und dänischer Gesandten und anderer Personen hohen Standes erlangte. Die Verbesserung der Sprachen und Sitten erreichte er durch ständige Besuche und Treffen mit den eben genannten. Johann Adolf und seine Begleiter nahmen anschließend zusätzliche, mehrwöchig andauernde Strapazen auf sich, um ein Zusammentreffen mit englischen König Wilhelm III. zu erreichen. Als die Audienz schließlich auf dem Jagd- und Lustschloss zu Loo zustande kam, war es Johann Adolf außerdem noch möglich, Friedrich, Erbprinz von Hessen-Kassel, also den späteren König von Schweden, viele englische Lords und königliche Minister zu treffen. Nach einigen Tagen reiste er schließlich weiter nach Paris, wo er sich für längere Zeit aufhielt und sein Unterricht im Reiten, Fechten, Tanzen und dem Erlernen der französischen Sprache seinen Höhepunkt fand. Zudem gelang es ihm, durch die Herzogin von Orleans auch beim französischen König Ludwig XIV. sowie dem Dauphin und dessen Söhnen, dem Herzog von Burgund und dem von Berry vorstellig zu werden, welcher ihn schließlich auch später in Anwesenheit des Hofstaats auf Schloss Fontainebleau verabschiedete.

Militärische Laufbahn

Herzog Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels mit Allongeperücke und im Harnisch mit Hermelinmantel als Zeichen fürstlicher Würde

Da er als jüngster Sohn des Herzogs kaum Aussichten auf eine Thronbesteigung hatte, wurde er deshalb frühzeitig auf eine militärische Laufbahn vorbereitet.

Bereits als 17-jähriger trat er in hessen-kasselsche Dienste und kämpfte im Spanischen Erbfolgekrieg gegen Frankreich, wo er sich bei Höchstädt, Turin und Malplaquet auszeichnete.

1711 berief ihn sein Vetter August der Starke in sächsisch-polnische Dienste. Zunächst im Rang eines Generalmajors nahm er erfolgreich an der Schlacht von Stralsund des Großen Nordischen Krieges gegen die Schweden teil und wurde 1714 zum Generalleutnant ernannt. Später zum General-Kommandanten des königlichen Garde du Corps befördert, befehligte er 1716 ein 6000 Mann starkes Hilfskorps, das Kaiser Karl VI. zur Hilfe im Sechsten Türkenkrieg nach Ungarn gesandt wurde.

1723 zum General der kursächsischen Kavallerie ernannt, führte er anschließend im Polnischen Thronfolgekrieg Ende Oktober 1733 die sächsischen Truppen nach Polen und leitete gemeinsam mit Burkhard Christoph von Münnich die Belagerung von Danzig. Die sächsische Armee unter dem am 3. August 1735 zum kurfürstlich-sächsischen und königlich-polnischen Generalfeldmarschall beförderten Johann Adolf hielt sich hauptsächlich in Südpolen auf, um die Krönung des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. zum König von Polen abzusichern. Noch bis 1736 standen sächsische Truppen unter Johann Adolfs Befehl in Polen, bis sie die Anhänger des Gegenkandidaten Stanisław I. Leszczyński endgültig besiegen konnten.

Am 7. Oktober 1736 erhielt er auf dem Jagdschlosse Hubertusburg den Militär-St. Heinrichs-Orden, der an diesem Tag vom König gestiftet worden war. An weiteren Auszeichnungen erhielt er den königlich-englischen blauen Hosenbandorden und den königlich-polnischen großen weißen Adlerorden.

Regierung im Weißenfelsischen Fürstentum

Herzog Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels mit Allongeperücke und im Harnisch mit Hermelinmantel als Zeichen fürstlicher Würde

Nachdem seine beiden Brüder, die regierenden Herzöge Johann Georg und Christian beide nach verhältnismäßig kurzer Regierung gestorben waren, bestieg Johann Adolf am 28. Juni 1736 den Thron des Fürstentums. Zu seinen ersten Handlungen gehörte die Neuordnung der von seinen Vorgängern zerrütteten Finanzen des Zwergstaats. Nachdem Tode seines Vetters Georg Albrechts fiel auch die Grafschaft Barby 1739 zurück an die Weißenfelsische Hauptlinie.

Fortführung der militärischen Karriere

Auch später engagierte er sich militärisch. So war er 1741 Befehlshaber der sächsischen Armee im Ersten Schlesischen Krieg und nachdem im Zweiten Schlesischen Krieg 1745 preußische Truppen die sächsische Grenze überschritten hatten, vereinbarten Sachsen und Österreich, gemeinsam gegen Preußen vorzugehen. Schlesien sollte im Norden durch sächsische Truppen von Preußen abgeschnitten werden, während im Süden österreichische Truppen vorrücken würden. Johann Adolf legte im September 1745 Planungen für einen solchen Feldzug vor, nahm jedoch zwei Wochen später in einer Denkschrift wieder Abstand von ihnen. Daraufhin musste er am 12. Dezember desselben Jahres, also unmittelbar vor der Schlacht bei Kesselsdorf als Oberbefehlshaber zurücktreten und wurde durch den Grafen Rutowski ersetzt. Weitere Gründe für den Rücktritt dürften seine damals schon stark angeschlagene Gesundheit sowie die ihm vom Premierminister Heinrich von Brühl verweigerten wirtschaftlichen Mittel für die Armee gewesen sein.

Der Kurfürst setzte bereits im November Rutowski wieder ab, dessen Stelle als Oberbefehlshaber ab 1. Dezember 1745 Johann Adolf wieder einnahm. Zusätzlich war er als Chef der sächsischen Regierung während der Abwesenheit des Kurfürsten und des Ministers Heinrich von Brühl eingesetzt worden. Obwohl Truppen des verbündeten Österreich sowie kaiserliche Kontingente zur Verfügung standen, gab er einem Widerstand keine Chance, worauf er am 12. Dezember als Oberbefehlshaber wieder abberufen wurde.

Prunksarg des Herzogs Johann Adolf II. von Sachsen-Weißenfels in der Fürstengruft der Schlosskirche von Schloss Neu-Augustusburg in Weißenfels

Bereits vor der Schlacht bei Kesselsdorf arbeitete der Geheime Rat am 15. Dezember 1745 in Dresden unter Johann Adolfs Leitung an einer Kapitulationsurkunde. Am Nachmittag begab er sich auf das Schlachtfeld und ging nach der Schlacht mit Rutowski nach Böhmen. Wenig später erlitt er einen Herzanfall und starb am 16. Mai 1746 bei einem Besuch der Leipziger Messe. Er wurde in einem Zinnprunksarg in der Schlosskirche von Neu-Augustusburg beigesetzt. Da der Leichnam vor seinem langen Transport nach Weißenfels zunächst einbalsamiert werden musste, wurden die entnommenen Eingeweide getrennt in einer Urne in der Schlosskirche bestattet. Der Entwurf für seinen Sarg stammt vom Weißenfelser Hofbaumeister Johann Christoph Schütze, der für den damaligen Prinzen Johann Adolf von April bis September 1721 bereits die Umbaumaßnahmen an Schloss Dahme geleitet hatte.

Da keines der Kinder Johann Adolfs das Erwachsenenalter erreichte, starb mit seinem Tode die Linie Sachsen-Weißenfels aus und das Fürstentum fiel als letztes der drei Sekundogenituren des Freundbrüderlichen Hauptvergleichs zurück an Kursachsen.

Ehe und Nachkommen

Johann Georg Adolf, letzter Erbprinz von Sachsen-Weißenfels – mit seinem frühen Tod 1740 verlor das Haus Weißenfels seinen einzigen noch lebenden männlichen Erben

Seine erste Ehe schloss er am 9. Mai 1721 in Eisenach mit Johannetta Antoinetta Juliana von Sachsen-Eisenach, der Tochter Johann Wilhelms, Herzog von Sachsen-Eisenach aus dessen Ehe mit Christine Juliane von Baden-Durlach.

Mit ihr zeugte er einen Thronfolger, der bereits früh verstarb:

  • Friedrich Johann Adolf (* 26. Mai 1722 in Dahme; † 10. August 1724 ebd.), Erbprinz von Sachsen-Weißenfels

Nach dem Tod seiner ersten Frau am 13. April 1726 heiratete er ein zweites Mal am 27. November 1734 zu Altenburg Friederike von Sachsen-Gotha-Altenburg, die Tochter Friedrichs II., Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg aus dessen Ehe mit Magdalena Augusta von Anhalt-Zerbst.

Mit seiner zweiten Gemahlin hatte er folgende Kinder, die jedoch ebenfalls alle im Kindesalter starben:

  • Karl Friedrich Adolf (* 6. November 1736 in Weißenfels; † 24. März 1737 ebd.), Erbprinz von Sachsen-Weißenfels
  • Johann Adolf (* 27. Juni 1738 in Weißenfels; † 21. Oktober 1738 ebd.), Erbprinz von Sachsen-Weißenfels
  • August Adolf (* 6. Juni 1739 in Weißenfels; † 7. Juni 1740 ebd.), Erbprinz von Sachsen-Weißenfels
  • Johann Georg Adolf (* 17. Mai 1740 in Weißenfels; † 10. Juli 1740 ebd.), Erbprinz von Sachsen-Weißenfels
  • Friederike Adolfine (* 27. Dezember 1741 in Weißenfels; † 4. Juli 1751 in Langensalza), Prinzessin von Sachsen-Weißenfels

Literatur

  • Otto Posse: Die Wettiner. Genealogie des Gesamthauses Wettin Ernestinischer und Albertinischer Linie. Zentralantquariat Leipzig 1994 (Nachdruck der Originalausgabe Giesecke & Devrient, Leipzig und Berlin 1897 mit Korrekturen und Ergänzungen). ISBN 3-7463-0171-8
  • Walter Fellmann: Heinrich Graf Brühl. Koehler & Amelang, Leipzig 1989. ISBN 3-7338-0091-5

Weblinks als Quellen



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