Nasenplastik

Nasenplastik
Höckernase

Als Rhinoplastik wird die operative Korrektur der äußeren menschlichen Nase bezeichnet. Sie dient der Behandlung von angeborenen Formveränderungen wie z. B. einer Höckernase oder Verletzungsfolgen wie Schiefnase und Sattelnase. Auch die Korrektur von Nasenspitzen- oder Nasenflügelveränderungen im Rahmen von Schönheitsoperationen fällt unter diesen Begriff. Die operative Korrektur der inneren menschlichen Nase heißt Nasenseptumplastik, der häufige Fall von gleichzeitiger Korrektur des inneren und äußeren Nasengerüstes Septo-Rhinoplastik. Bei der Rhinoplastik kann überschüssiges Körpergewebe wie z. B. der Knochen oder Knorpel eines Nasenhöckers entfernt werden (Nasenreduktionsplastik), oder zerstörtes oder fehlendes Gewebe wird durch Gewebeverpflanzung ersetzt (Nasenaufbauplastik).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Historischer Naseneingriff
(um 1900)

Die zum Glück selten gewordenen Unfall- oder Kriegsverletzungen mit erheblichem Substanzverlust von Nasengewebe erfordern auch heute noch umfangreiche Hautverschiebungen aus der Nasenumgebung zur Rekonstruktion. Weitaus häufiger war der totale Nasenverlust im vorchristlichen Indien, wo das Abhacken der Nase eine drakonische Strafe war. Nasenrekonstruktionen unter Verwendung von Haut aus der Stirn, die sogenannte Indische Nasenplastik, wurden in Indien bereits seit etwa 400 v. Chr. durchgeführt.

Als Begründer der modernen Rhinoplastik gilt der deutsche Chirurg Jacques Joseph (1865-1934), der im Ersten Weltkrieg viele Soldaten operierte, die schwerste Gesichtsverletzungen davongetragen hatten. Nach Kriegsende konnte Joseph seine Erfahrung auch der vornehmen Berliner Gesellschaft zur Verfügung stellen, wenn Nasenverkleinerungen oder andere ästhetische Gesichtskorrekturen gewünscht wurden. Die Joseph'schen Methoden der Nasen- und Gesichtschirurgie mit ihrer sorgfältigen Planung des Eingriffs noch vor der Operation, den neuartigen Instrumenten und der gleichzeitigen Beachtung von funktionellen und ästhetischen Gesichtspunkten wurden in den 1920er Jahren bis in die USA bekannt und dort weiterentwickelt. Die grundsätzlichen Methoden und Techniken Josephs haben in der modernen Rhinoplastik bis heute Bestand. [1]

Operationsmethoden

Schnitt bei offener Rhinoplastik

Bei den meisten Rhinoplastiken wird der von Jacques Joseph entwickelte endonasale Zugang verwendet: die Schnitte befinden sich innerhalb der Nase, es entstehen keine äußerlich sichtbaren Narben. Auf diese Weise können Schiefnasen und Höckernasen begradigt, Nasen verkleinert und Sattelnasen aufgebaut werden. Die Korrektur von Formveränderungen der Nasenspitze und der Nasenflügel ist auf diese Weise oft nicht mit der erforderlichen Übersicht möglich, vor allem, wenn es sich um schwierige Korrekturen oder Zweiteingriffe handelt. In diesen Fällen wird bei einer offenen Rhinoplastik die Hautbedeckung von Nasenspitze und Nasenflügeln abgehoben, um besser an das Gewebe gelangen zu können. Dabei entsteht eine winzige äußerliche Narbe am Übergang der Oberlippe zum Nasensteg. Der größere Teil der Narbe ist auch hier im Naseninneren verborgen.

Patient am dritten Tag nach einer Rhinoplastik.

Zum Gewebeersatz bei Nasenaufbauplastiken wird vorzugsweise körpereigener Knorpel verwendet, der entweder von der Nasenscheidewand, dem Ohr oder auch aus der Rippe entnommen werden kann. Wenn diese autologen Transplantate nicht in ausreichender Menge gewonnen werden können, werden ersatzweise auch Kunststoffe wie speziell strukturiertes Polytetrafluorethen verwendet. [2]

Risiken

Nach einer Langzeitstudie des Plastischen Chirurgen Prof. Wolfgang Mühlbauer aus dem Jahr 2001 verändern sich nach der Korrektur 40 Prozent der Nasen in unerwünschter Weise.[3] Die besten Erfolge werden nach dieser Studie in jungem Alter erzielt, bis etwa 30 Jahre.[4]

Die Operation wird, außer in Ausnahmefällen, in Vollnarkose durchgeführt. Je nach Konstitution des Patienten, kann der Eingriff stationär (3-4 Tage) oder ambulant durchgeführt werden. Der Schnitt wird in der Nase durchgeführt, so dass von außen keine Narben sichtbar sind. Nach Abtragung von knöchernen Anteilen, muss für ca. 7 Tage ein Nasengips getragen werden, danach noch für eine Woche ein Pflaster. Gesellschafts- und arbeitsfähig ist man nach ca. 2 Wochen. Normale Folgen des Eingriffs sind leichte Blutungen und Blutergüsse sowie vorübergehende Gefühlsstörungen im OP-Bereich. Relativ häufig ist leichtes Nasenbluten. Selten treten Infektionen auf. Wuchernde Narben im Naseninneren können zu einem Narbenhöcker führen; die Häufigkeit liegt bei etwa 5 Prozent.[5]

Hinsichtlich der allgemeinen Risiken operativer Eingriffe siehe Operation (Medizin).

Einzelnachweise

  1. 100 Jahre moderne Nasenchirurgie - Laudatio von Prof. Behrbohm, Berlin
  2. Übersichtsartikel in der NZZ (2008)
  3. Karin Willen, Schönheitsoperationen, Reinbek 2003, S. 16
  4. Karin Willen, S. 19
  5. Karin Willen, S. 18

Literatur

  • Peck, George C.: Nasenplastik, Stuttgart 1986 (Thieme)
  • Naumann et al.: Kopf und Hals-Chirurgie Band 1, Stuttgart 1995 (Thieme)
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