Peschmerger

Peschmerger
Peschmerga um 1980
Peschmerga-Soldaten 2003 als Teil der von den USA gebildeten Joint Iraqi Security Company

Peschmerga (Kurdisch: Pêşmerge) ist der kurdische Begriff für die irakisch-kurdischen Kämpfer. Der Begriff Peschmerga, was übersetzt Die dem Tod ins Auge Sehenden (pêş nach vorn + merg Tod) bedeutet, existiert seit den 20er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Als Peschmerga bezeichnen sich insbesondere die bewaffneten Einheiten der KDP und der PUK, während sich die Einheiten der PKK (genauer der HPG) und der PJAK als Guerillatruppe bezeichnen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die historischen Wurzeln der Peschmerga reichen zurück bis in die Zeit des Unterganges des Osmanischen Reiches sowie der Kadscharen-Dynastie, die sich bis in die 1920er Jahre hinein die Herrschaft über das Gebiet der Kurden aufgeteilt hatten. In dieser Zeit erstarkte die kurdische Unabhängigkeitsbewegung, deren Wurzeln wiederum bis in die 1890er Jahre zurückverfolgt werden können, und erste Einheiten bewaffneter Kämpfer der Peschmerga wurden aufgestellt.

Der Begriff Peschmerga wurde allerdings erst von dem kurdischen Führer und Intellektuellen Ibrahim Ahmed geprägt, der auch die Kurdische Demokratische Partei (KDP) mitbegründete. Seither hat sich der Name für die meisten Kämpfer der kurdischen Parteien und Organisationen etabliert. Damit kann er sich also auf die Kombattanten von ideologisch völlig unterschiedlichen Parteien beziehen, wie z.B. die Kämpfer der PUK oder der KDP.

Ab 1961 und wieder ab dem Frühjahr 1969 brachen im Irak Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den seit 1961 gegen die Zentralregierung kämpfenden Peschmerga aus. Zwar unterzeichneten Saddam Hussein und der Kurdenführer Molla Mustafa Barzani im März 1970 einen Friedensvertrag, der den Kurden politische Autonomie gewährleistete. Die Kämpfe endeten aber erst 1975 mit der Kapitulation der Kurden. Während des Irakisch-Iranischen Krieges 1980 bis 1988 kontrollierten die Peschmerga erneut einen Großteil der drei kurdischen Provinzen. Nach dem zweiten Golfkrieg 1991 und der Errichtung der nördlichen Flugverbotszone hatten die Peschmerga die Kontrolle über die kurdische Region einschließlich der Städte. Nach dem Sturz Saddam Husseins wurden die Peschmerga in Regionalgarde umbenannt und auch mit amerikanischen Mitteln aufgerüstet.

Ausrüstung

Typisch war lange Zeit eine traditionelle Kleidung, zu der weite Lodenhosen gehörten, häufig ein gelber Stoffgürtel sowie farbenfrohe Schärpen. Diese wurde allerdings sukzessive von modernen Camouflage-Uniformen ersetzt, die durch ihre Tarneigenschaften im Vergleich zum alten Gewand einen echten, potentiell lebensrettenden Mehrwert bieten; diese Anzüge werden von Männern wie Frauen gleichermaßen getragen.

Die Peschmerga stützen sich hauptsächlich auf alte Ausrüstung, die noch aus dem ehemaligen Ostblock stammt. Dies gilt für gepanzerte Fahrzeuge, Artillerie und Maschinengewehr typ DSchK genauso wie für die Gewehre der Soldaten. Eine Ausnahme stellt das MP5 und G3 von Heckler & Koch dar, das aber keine so weite Verbreitung gefunden hat wie die AK-47/74. In den letzten Jahren rüsteten sich die Peschmerga mit Hilfe der Amerikaner auf und kamen auch in den Besitz von Kampffahrzeugen und Panzer (T-72),T-55. Seit neuestem befinden sich auch amerikanische und modernere russische Systeme im Besitz der Peshmerga, unter anderem M16/82, Humvees und SA-16/18. Aus amerikanischen Quellen geht hervor das, die Peshmerga über folgende Aüsrüstung verfügen

  • Einige hundert PT-76s Panzer
  • Zwischen 150-450 T-72, T-55 Kampfpanzer.
  • Mehrer Zehntausend M-16-Gewehre
  • Eine unbekannte Zahl 105mm M-56 Artillery

Ereignisse nach dem Irakkrieg

Die US-Armee hatte Ende Mai 2007 die Sicherung der drei kurdischen Provinzen komplett an die Peschmerga übergeben. Zwischen der kurdischen Regionalregierung, dem kurdischen Oberkommando und den US-Streitkräften wurde ein 30 Seiten umfassender Regelungsvertrag getroffen, der den zukünftigen Status der – heute in Regionalgarde umbenannten – Peshmerga beschreibt.

Des weiteren gibt es Bemühungen, die Peschmerga der zwei großen Parteien KDP und PUK unter einer Führung zu vereinen und diese dann als offizielle Armee im Nordirak zu etablieren. Neben diesen Peschmerga dienen noch viele ehemalige Peschmerga jetzt in der irakischen Nationalarmee. Über die Stärke der Peschmerga gibt es widersprüchliche Angaben, sie schwanken zwischen 270.000 und 350.000.U.S Angaben zufolge sollen es sogar bis zu 400.000 seien , Allerdings wird diese Zahl im Zuge der Moderniesierung der kurdischen Streitkräfte, in den nächsten Jahren verkleinert werden und auf bis zu 180.000 sinken.

Konfrontationen mit der Türkei

Nach der Drohung der Türkei Ende 2007, wegen Aktivitäten der PKK in den Nordirak einmarschieren zu wollen, hatte Masud Barzani sofort Tausende von Peschmergas an der Grenze stationiert.[2] Mittlerweile ist die Situation entspannt. Nach der großen türkischen Bodenoffensive im Nordirak hat die Autonomieregierung weitere 2000 zusätzliche kurdische Kämpfer an die Grenze geschickt. [3] Laut Fuad Hussein vom Präsidialamt der Kurdenregion im Irak kam es zu einem Feuergefecht zwischen kurdischen Kämpfern und türkischen Streitkräften. Die Sicherheitskräfte der Peschmerga hätten versucht, die Türken daran zu hindern, mit Panzern vorzurücken, sagte er. Dabei sei es zu einem Feuergefecht gekommen. „Diese Berichte sind absolut unwahr und sollen die öffentliche Meinung manipulieren“, erklärte der türkische Generalstab. Auch ein Sprecher der Peschmerga dementierte Husseins Darstellung. Es habe keine Kämpfe mit türkischen Truppen gegeben, sagte er. [4]

Konfrontationen mit dem Iran

In Vergangenheit kam es des Öfteren auch zu Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Peschmerga und der Iranischen Revolutionsgarde, Auftakt der bewaffneten Auseinandersetzungen im Jahre 2007 war der gewaltsame Tod von 10 kurdischen Demonstranten in Marivan. Im August 2007 starteten die Streitkräfte des Iran eine größere Offensive gegen die Präsenz der PJAK in Nordirak und nahmen Lager der PJAK und kurdische Dörfer unter Artilleriebeschuss.[5] Der Iran hat keine offizielle Erklärung über Operationen im Irak abgeben. Protest kam von der kurdischen Regionalregierung der Autonomen Region Kurdistans. Die iranische Regierung will mit dem Bau einer Sperrmauer am Grenzübergang zum Irak die PJAK aus dem Iran heraushalten.

Weblinks

Quellenangaben

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