Schmalbroich

Schmalbroich
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Kempen
Kempen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Kempen hervorgehoben
51.3658333333336.4194444444445Höhenangabe falsch oder mehr als zwei NachkommastellenKoordinaten: 51° 22′ N, 6° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Viersen
Höhe: 30 – 68 m ü. NN
Fläche: 68,79 km²
Einwohner: 36.203 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 526 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47906
Vorwahlen: 0 21 52
Kfz-Kennzeichen: VIE (ehemals war das Kennzeichen KK das ortseigene Kennzeichen)
Gemeindeschlüssel: 05 1 66 012
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Buttermarkt 1
47906 Kempen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Karl Hensel (CDU)
Lage der Stadt Kempen im Kreis Viersen
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Über dieses Bild

Die Stadt Kempen liegt am Niederrhein im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Viersen im Regierungsbezirk Düsseldorf. Kempen ist im Landesentwicklungsplan NRW als Mittelzentrum ausgewiesen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Naturraum

Kempen liegt auf einer flachen Mittelterrasse, der so genannten Kempener Platte, mitten in der Niederrheinebene. Die Terrasse ist mit einer dicken Lössschicht bedeckt, die die landwirtschaftliche Nutzung des Bodens begünstigt. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist mit 68 m ü. NN der Wartsberg, eine eiszeitliche Moräne nahe dem hügeligen Stadtteil Tönisberg; tiefster Punkt im Stadtgebiet ist mit 30 m ü. NN das Gebiet des Baches Schwarze Rahm in der Niederung der Niers.

Stadtgliederung

Lage der Stadt Kempen am linken Niederrhein

Zu der Stadt Kempen gehören die Stadtteile

  • Kempen (22.583 Einwohner; Stand: 30. November 2006);
  • Schmalbroich (1896 Einw.), dieser Stadtteil fasst die verschiedenen Bauernschaften rund um Kempen zusammen;
  • St. Hubert (8439 Einw.), etwa 2 km nordöstlich von Kempen entfernt.
  • Tönisberg (3376 Einw.), leicht erhöht im äußersten Nordosten des Stadtgebiets gelegen.

Bevölkerungsstruktur

In Kempen leben 1957 Ausländer, dies ergibt einen Ausländeranteil von 5,4 %, deutlich weniger als im Kreis (7,4 %) und im Bundesland (10,7 %).

Nachbarstädte

Kempen grenzt im Norden an die Gemeinden Wachtendonk, Kerken und Rheurdt im Kreis Kleve sowie an die Stadt Neukirchen-Vluyn im Kreis Wesel. Im Osten liegt die kreisfreie Stadt Krefeld. Im Süden und Westen der Stadt liegen die ebenfalls zum Kreis Viersen gehörende Stadt Tönisvorst und die Gemeinde Grefrath.

Geschichte

Das Kuhtor, einziges noch erhaltenes Stadttor

Das Gebiet der Stadt Kempen wurde bereits um 890 in den Heberegistern der Benediktinerabtei Werden als "Campunni" erwähnt. Ab der Jahrtausendwende entstand rund um einen Herrenhof des Kölner Erzbischofs eine bäuerliche Siedlung. 1186 wurde der Ort zum ersten Mal in Urkunden erwähnt. Im Jahr 1294 verlieh der Erzbischof Siegfried von Westerburg Kempen die Stadtrechte, unter anderem wegen ihrer wichtigen militärischen Bedeutung an der Grenze des Kurfürstentums. Im Jahr 1372 wurde Kempen das wirtschaftlich bedeutende Marktrecht verliehen. Kurze Zeit darauf wurde in nur vier Jahren (1396-1400) die kurkölnische Burg errichtet. Die Stadt erlebte im Spätmittelalter eine wirtschaftliche Blütezeit, etwa 2000 Einwohner lebten in der Stadt. In dieser Zeit lebte auch der berühmteste Sohn der Stadt, der Mystiker Thomas von Kempen (ca.1380-1471).

Mit dem 16.Jahrhundert begann der allmähliche Niedergang der Stadt. 1579 erreichte die Pest die Stadt und raffte knapp die Hälfte der Einwohner dahin. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Kempen 1642 durch hessische Truppen belagert, eingenommen und besetzt. 1794 marschierte die Französische Revolutionsarmee in Kempen ein und machte Kempen zum Kantonssitz im Département de la Roer.

Durch den Wiener Kongress wurde Kempen Preußen zugesprochen. Von 1816 bis 1929 war die Stadt dann Kreissitz des Kreises Kempen. Die Stadt gelangte wieder zu wirtschaftlicher Bedeutung, unter anderem durch die Anbindung an die Bahnlinie Krefeld-Kleve. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt von den Belgiern besetzt. 1929 wurde der Kreis Kempen in den Kreis Kempen-Krefeld umstrukturiert, Kempen blieb Kreissitz. Das traurige Kapitel des Nationalsozialismus machte auch vor Kempen nicht Halt, in der Reichspogromnacht brannte die Synagoge in der Umstraße nieder. In den letzten Kriegsjahren wurde die Stadt durch mehrere Bombenangriffe stark zerstört.

Von 1966 an wurde die historische Altstadt umfassend saniert. Durch die Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen kamen 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Schmalbroich, St. Hubert und Tönisberg zu Kempen. Von 1970 bis 1975 gehörte auch der heutige Krefelder Stadtteil Hüls zu Kempen; dessen Wieder-Eingemeindung nach Krefeld wurde vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Mit der Kreisreform 1975 verlor Kempen aber nach über 150 Jahren den Kreissitz an Viersen. Im Jahr 1994 feierte Kempen 700-jähriges Stadtjubiläum.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bockwindmühle in Tönisberg

Die von 1396 bis 1400 auf Betreiben des Kölner Erzbischofs Friedrich III. von Saarwerden errichtete Kurkölnische Landesburg (Umwandlung zum Schloss durch Einbau großer Fenster 1634) stellt mit ihren drei Türmen in einem Park mit hohen, alten Edelkastanienbäumen eines der Wahrzeichen der Stadt dar. Aktuell beherbergt die Burg u.a. das Kreis- und Stadtarchiv und ist innen nicht touristisch begehbar.

Den Kern der erst in den letzten Jahrzehnten erheblich erweiterten Stadt bildet die konzentrische historische Altstadt, die früher von einem noch größtenteils erhaltenen Wall und Graben umschlossen wurde. Heutige Straßenbezeichnungen mit den Endungen „-wall“ bzw. „-graben“ deuten auf diese Vergangenheit hin. Nach einer grundlegenden Neuorientierung in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gilt Kempen als gelungenes Beispiel einer Altstadtsanierung. Seitdem sind die Gassen mit ihren zum Teil sehr schönen alten Bürger- und Fachwerkhäusern weitgehend als Fußgängerzone ausgewiesen und laden zum stimmungsvollen Bummeln ein. Insbesondere der Buttermarkt, der alte Marktplatz der Stadt, reizt zum Verweilen in den Straßencafés. Den weithin sichtbaren Mittelpunkt der Stadt bildet die Propsteikirche St. Marien. Sie beherbergt bedeutende historische Schnitzarbeiten, drei Antwerpener Retabel und Gemälde.

Das ehemalige Franziskanerkloster, ursprünglich 1627 bis 1630 errichtet, in seiner heutigen äußeren Form 1746 bis 1748, diente nach der Vertreibung der Minderbrüder 1802 als Lazarett, Lehrerseminar, Gymnasium, Finanzamt und Kreisverwaltung. Heute beherbergt es das städtische Kramer-Museum, die Kreis- und Stadtbücherei und das Thomas-Archiv. Es ist verbunden mit der angrenzenden Paterskirche (fertiggestellt 1640), der größten Saalkirche am Niederrhein. Seit 1979 – obwohl als Kirche nicht grundsätzlich aufgegeben – wird sie als Museum für niederrheinische Sakralkunst und vor allem als Konzertstätte genutzt.

Die an den Buttermarkt angrenzende Heilig-Geist-Kapelle, erbaut 1421 als Kapelle des Hospitales, erlebte in ihren Nutzungen ein wechselvolles Schicksal und wurde 2005 zu einer religiösen Buchhandlung umgewidmet. Die Turmmühle (erbaut 1481) ist Teil der Stadtmauer und wurde bei ihrer Restaurierung wieder mit Windmühlenflügeln versehen. Das Kuhtor, erbaut um 1350, bildet den Zugang zur Altstadt von Norden her. Von der südlichen Stadtbefestigung ist der Peterturm (errichtet Ende des 15. Jahrh.), ein Teil des früheren stark gesicherten Petertores, erhalten.

Sehenswert in den anderen Stadtteilen sind vor allem der Berfes, ein bäuerlicher Fachwerk-Wehrturm in St. Hubert, die Bockwindmühle in Tönisberg und der Rittersitz Haus Velde in Schmalbroich-Wall.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Kempener St. Martinszug ist einer der größten Deutschlands und findet jedes Jahr am 10. November statt. Alle Kempener Schüler der Klassen 1 bis 7 nehmen daran teil, auch ältere Schüler dürfen teilnehmen. Zusätzlich wird der Zug unterstützt von einer Gruppe von Kempener Schülern der Liebfrauenschule Mülhausen. Der Martinszug wird angeführt durch den Heiligen Martin zu Pferd, begleitet von zwei ebenfalls berittenen Herolden. Viele Musikkapellen vom ganzen Niederrhein begleiten den Zug und spielen die traditionellen Martinslieder, die von den Kindern gesungen werden. Nach einem großen Feuerwerk von der Burg aus erhält jedes Kind eine Martinstüte im Rathaus, gefüllt mit verschiedensten Leckereien (die sog. „Blo-es“). Auf dem Buttermarkt gibt es dazu ein großes Feuer, an dem die Mantelteilung vorgeführt wird. Nach dem Zug singen die Kinder noch an den Haustüren für Leckereien. Am Vorabend des Martinszuges findet der Kindergarten- und Kleinkinderzug statt, der ebenfalls großen Anklang bei der Bevölkerung findet.

Alle drei Jahre findet in Kempen der Rosenmontagszug statt, der vom Kempener Karnevalsverein 1914 e.V. organisiert wird. Der regionale Radsportklassiker "Rund um die Burg" findet seit einigen Jahren traditionell am 3. Oktober statt. Aufgrund der Dopingvorwürfe im Radsport wurde dieser im Jahre 2007 abgesagt.

Als weitere Veranstaltungen sind zu nennen der Kempener Weihnachtsmarkt, der Handwerkermarkt und das Altstadtfest, das mit den seit 2003 stattfindenden Internationalen Highland-Games auf der Kempener Burgwiese gekoppelt ist. Musikalische Veranstaltungen sind die regelmäßigen klassischen Klosterkonzerte, das alle zwei Jahre stattfindende Kempen Musik Festival, beide vom Verein Kempen Klassik organisiert sowie das jährlich im frühen Herbst stattfindende Fest Kempen. Jährlich wiederkehrend findet der Weihnachtsjazz der Kempener New Orleans Nightbirds am letzten Samstag vor Heiligabend sowie der Weihnachtsrock am Tag vor Heiligabend statt, letzterer durchgeführt von der Kempener Band Die Fälscher. Aber auch das jährlich wiederkehrende Benefiz-Konzert der Back to School Foundation findet immer Anklang.

Bildung

Die Stadt Kempen hat eine lange Tradition als Schulstandort. Die weiterführenden Schulen gruppieren sich in einem Wohngebiet nordwestlich der Altstadt. Die älteste Schule (gegründet 1659) ist das Gymnasium Thomaeum. Das Berufskolleg Kempen ist mit Standorten in Nettetal und Willich mit die größte Schule im Kreis; sie wird von ca. 3800 Schülerinnen und Schülern besucht. Kempen ist außerdem Standort eines DEULA-Bildungszentrums.

Kempen hat folgende Schulen und Schulformen:

  • 2 Gymnasien mit ca. 1.550 Schülern
  • 1 Realschule mit ca. 930 Schülern
  • 1 Hauptschule mit ca. 620 Schülern
  • 7 Grundschulen mit ca. 1.880 Schülern
  • 1 Sonderschule mit ca. 140 Schülern
  • Berufskolleg Kempen des Kreises Viersen mit Abendgymnasium, Berufsbildenden Schulen (einschließlich Berufsgrundschule und Vorklasse zum Berufsgrundschuljahr), Fachoberschule in Teilzeit- und Vollzeitform, Berufsfachschule (gewerbliche, technische, hauswirtschaftliche und kaufmännische Richtung) und Fachschule für Sozialpädagogik
  • Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik (DEULA)
  • Musikschule des Kreises Viersen

Sportstätten

  • Hallen- und Freibad „aqua-sol“
  • 14 Sport- und Gymnastikhallen
  • 6 Sportplätze
  • 5 Tennisanlagen (3 Außenanlagen, 2 Tennishallen)
  • 2 Reitanlagen
  • 7 Schießsportanlagen
  • 2 Skateranlagen
  • 3 Fitness-Center
  • 1 Box-Club
  • Tanzschulen

Sport

Statistisch ist jeder dritte Kempener Mitglied in einem Sportverein. Größter Verein der Stadt ist mit über 2500 Mitgliedern die Vereinigte Turnerschaft 1859 e.V., überregional vor allem durch die erfolgreiche Frauen-Handballabteilung bekannt. Der DJK VfL Tönisberg spielt mit seiner Fußballmannschaft in der Landesliga und ist damit der am höchsten spielende Fußballclub der Stadt.

Abseits der traditionell stark frequentierten Sportarten Fußball, Handball, Volleyball sowie Turnen und Gymnastik gibt es aber auch eine Reihe von Randsportarten, die in Kempen eine größere Beachtung erleben. Der Kempener Turnverein 1960 hat mit über 460 Mitgliedern die größte Trampolin-Abteilung Deutschlands. Der Segel-Surf-Club hat mit dem Königshütte-See sein eigenes Wassersportrevier. Maikel Gomann vom Box-Club Kempen 04 e.V. ist Deutscher Meister im Schwergewicht in der Kadettenklasse. Zum Stadtbild zählen ebenfalls die Flachland-Bouler Kempen, die an der Mühle oder Burg ihrem Sport nachgehen. Darüber hinaus gibt es acht Schützenvereine und vier Musikzüge in Kempen.

Politik

Sitzverteilung im Rat der Stadt Kempen nach der Kommunalwahl 2004

Kommunalwahl 2004

Bei der Kommunalwahl 2004 gab es eine Wahlbeteiligung von 58,59 %. Auf die CDU entfielen 49,43 %, auf die SPD 28,15 % der Wählerstimmen. Die Grünen erreichten 11,83 % und die FDP 10,59 % der Stimmen. Der Bürgermeister Karl Hensel wurde mit 52,76 % der Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt. Durch die zusätzliche Stimme des Bürgermeisters hat die CDU damit die absolute Mehrheit im Kempener Stadtrat.

Stadtdirektor/Bürgermeister

Stadtdirektor bis Einführung der eingleisigen Verwaltungsspitze

  • 1960-1990 Klaus Hülshoff (CDU), Ehrenbürger der Stadt Kempen
  • 1990-1998 Karl Hensel (CDU)

Bürgermeister

Bis 1998 war die Verwaltungsspitze nach der Norddeutschen Ratsverfassung zweigeteilt, der Bürgermeister ehrenamtlich tätig. Seitdem gibt es die eingleisige Verwaltungsspitze, der bisherige Stadtdirektor Karl Hensel wurde nun hauptamtlicher Bürgermeister.

  • 03/45 - 06/45 Dr. Gustav Mertens
  • 06/45 - 12/45 August Färvers
  • 12/45 - 11/48 Peter Kother
  • 11/48 - 11/56 Matthias Hoogen (Zentrum, ab 1949 CDU)
  • 11/56 - 11/68 Heinrich Tebartz (CDU)
  • 11/68 - 11/89 Heinz aan den Boom (CDU)
  • 11/89 - 11/98 Karl-Heinz Hermans (CDU), heute einer der stellv. Bürgermeister
  • 11/98 - heute Karl Hensel (CDU)

Städtepartnerschaften

Kempen unterhält mit vier Städten Städtepartnerschaften:

Infrastruktur

Verkehr

Empfangsgebäude des Bahnhofs

Kempen liegt südlich der Bundesautobahn 40 (Antwerpen-Venlo-Ruhrgebiet). Die Bundesstraße 509 (Krefeld-Nettetal) führt von Westen nach Osten durch das Stadtgebiet. Die Bundesstraße 9 (Kranenburg-Köln-Mainz-Lauterbourg) führt südlich von Tönisberg kurz durch das Stadtgebiet. Daneben ist Kempen durch zahlreiche Landesstraßen und Kreisstraßen mit den Nachbargemeinden verbunden. Kempen ist mit Ausnahme des Westens fast vollständig von einer Umgehungsstraße umgeben. Die Altstadt ist im Zuge der Sanierung bis auf zwei Straßen zur Fußgängerzone umgebaut worden, verfügt aber über ein Parkleitsystem mit zahlreichen Parkplätzen entlang der Stadtmauer.

Der Bahnhof Kempen liegt an der linksniederrheinischen Strecke (KBS 495). Er wird im Stundentakt, montags bis freitags tagsüber alle 30 Minuten, vom RE 10 „Niers-Express“ Kleve–Düsseldorf über Krefeld bedient. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, die Dieseltriebwagen der DB-Baureihe 628 sowie DB-Baureihe 643 in Einzel- bis Dreifachraktion einsetzt. Ab Dezember 2009 übernimmt die NordWestBahn (NWB) mit Dieseltriebwagen vom Typ LINT 41 alle Leistungen auf der Strecke.

Zudem fahren mehrere Buslinien vorwiegend im Stundentakt in die Stadtteile und die umliegenden Gemeinden. Im öffentlichen Personennahverkehr gilt der regionale Tarif des VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) und somit der NRW-Tarif.

Öffentliche und kulturelle Einrichtungen

Die Stadt Kempen ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Finanzamts. Die Stiftung Hospital zum Heiligen Geist verwaltet neben dem gleichnamigen Krankenhaus auch zwei Altenheime. Am westlichen Stadtrand liegt das Freizeitbad aqua-sol.

Am Marktplatz liegt ein gut besuchtes Kino (Kempener Lichtspiele) mit 4 Kinosälen. In den Räumen des Franziskanerklosters liegt die Kreis- und Stadtbibliothek. Die nebenstehende Paterskirche wird als Konzertraum genutzt.

Altstadtsanierung

Restaurierte Fachwerkhäuser in der Alten Schulstraße

Bei einem Bummel durch die Kempener Altstadt fallen dem Besucher immer wieder schmucke alte Häuserzeilen oder mittelalterliche Befestigungsanlagen auf. Diese Zeugnisse vergangener Zeiten zu erhalten und zur Geltung zu bringen, dabei jedoch gleichzeitig die Entwicklung Kempens zu einer jungen, lebendigen Stadt zu ermöglichen, war Ziel der Stadtsanierung der Jahre 1969 bis 1994. Über 220 Mio. DM wurden von Stadt, Land und Bund sowie privaten Investoren in dieses Projekt gesteckt, bei dem innerhalb der alten Stadtmauern Bausünden bereinigt, Fachwerk- und Patrizierhäuser restauriert und der Kraftfahrzeugverkehr weitgehend ausgelagert wurden - so sind nun fast 80% des gut 190.000 m² großen sanierten Rundlings Fußgängern und Radfahrern vorbehalten.

Schließlich wurde vor den Toren der Altstadt der Gürtel der einstigen Wall- und Grabenanlagen wieder freigelegt und in eine zum Spazieren und Entspannen einladende Grünanlage verwandelt. Hierdurch erhielt der mittelalterliche Stadtkern sein geschlossenes Erscheinungsbild zurück.

1989 wurde Kempen in die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen aufgenommen.

Wirtschaft

Nach der Abwanderung der Kreisverwaltung nach Viersen und des damit verbundenen Verlustes von Arbeitsplätzen versuchte die Stadt Kempen durch eine verstärkte Ansiedlungspolitik neue Arbeitsplätze in der Stadt zu schaffen. Inzwischen ist fast das gesamte Gebiet zwischen Bahnstrecke und Umgehungsstraße ein riesiges Gewerbegebiet. Hier liegt auch das Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein, das mit dem Ziel gegründet wurde, Jungunternehmen zu fördern.

Die Kempener Wirtschaft verfügt über einen Mix aus zahlreichen klein- und mittelständischen Unternehmen verschiedener Branchen. Schwerpunkte sind die Branchen Elektrotechnik (Clatronic, Woodward SEG), Gesundheitswirtschaft (Bauerfeind), Druckerei und Handel (te Neues) sowie Nahrungs- und Genussmittel (Griesson - de Beukelaer, Sauels Wurst). SEW ist Hersteller von Wärmetauscher für Industrie und Klimaanlagen. Die Firma dimension-polyant in St. Hubert ist Weltmarktführer in der Fertigung von Segeltuch.

Die Kempener Altstadt verfügt über eine große Fußgängerzone mit zahlreichen kleinen Fachgeschäften. Zum Schutz der Altstadt hat die Stadtverwaltung ein Zentrenkonzept entwickelt, das die Ansiedlung von Geschäften mit zentrenrelevantem Sortiment auf der "Grünen Wiese" verhindern soll. Einige großflächige Fachmärkte liegen im Norden der Stadt. Die Stadtteile St. Hubert und Tönisberg verfügen über kleinere Ortsteilzentren.

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen

Literatur

  • Campunni - Kempen. Geschichte einer niederrheinischen Stadt, herausgegeben von Friedhelm Weinforth, Kreis Viersen, Viersen 1993.
  • Dautermann, Christoph / Schäfer, Ulrich: „... sehr prächtig und mit großem Aufwand erbaut“. Baugeschichte und Inventar der Propsteikirche St. Mariae Geburt in Kempen (Schriftenreihe des Kreises Viersen, Band 46), Kreis Viersen, Viersen 2005.
  • Die Handschriften des Propsteiarchivs Kempen. Interdisziplinäre Beiträge, herausgegeben von Hanns P. Neuheuser, Köln 1999.
  • Germes-Dohmen, Ina: Gott segne das ehrbare Handwerk. Geschichte des Katholischen Gesellenvereins und der Kolpingsfamilie in Kempen 1856-2006, Kempen 2006.
  • Gieth, Hans-Jürgen van der / Mosel, Hardy: Kempen. Ansichten, Kempen 2006.
  • Hermes, Jakob: Das alte Kempen, Krefeld 1982
  • Menschen in Kempen, herausgegeben von Philipp-H. Wachowiak und Axel Küppers, Kempen 2002.
  • Reuter, Josef: Frommes Kempen. Heiligenhäuschen, Wegkreuze und andere sakrale Kleinkunstwerke im Gebiet der Stadt Kempen, Pfarrgemeinde St. Marien, Kempen 1987.
  • Reuter, Josef: Thomas von Kempen in Kempen. Verehrung und Erinnerung, Pfarrgemeinde St. Marien, Kempen 1996.
  • Soli Deo Gloria. Museum für Niederrheinische Sakralkunst in der Paterskirche Kempen, herausgegeben von Elisabeth Friese, Kulturforum Franziskanerkloster Kempen [Stadt Kempen], Kempen 2005.
  • Stevens, Ulrich / Weinforth, Friedhelm: Stadt Kempen am Niederrhein, unter Mitarbeit von Carsten Sternberg, herausgegeben vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, (Rheinische Kunststätten, Heft 44) Neuss 1989.
  • Wick, Lilia: Geschichte der Frauen in Kempen. Arbeit, Bildung und Öffentlichkeit im 19. und 20. Jahrhundert, Gütersloh 2003.

Weblinks


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