Schwäbisch-Fränkischer Wald

Schwäbisch-Fränkischer Wald
Ellwangen um 1900
Palmsche Apotheke am Marktplatz in Schorndorf
Aichstruter Stausee bei Welzheim

Der Schwäbisch-Fränkische Wald ist ein überwiegend bewaldetes und stark gegliedertes Plateaubergland im Nordosten von Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Schwäbisch-Fränkische Wald bildet den nördlichen Teil des Keuperberglandes und wird im Norden begrenzt durch die Städte Heilbronn und Schwäbisch Hall, im Osten durch Crailsheim, Ellwangen und die Jagst, im Süden durch Lorch, Schorndorf und dem Fluss Rems, sowie im Westen durch Backnang und die Bottwar. Er liegt auf dem Gebiet der Landkreise Ludwigsburg, Heilbronn, Schwäbisch Hall, des Hohenlohekreises, des Rems-Murr-Kreises und des Ostalbkreises.

Geologie

Der Schwäbisch-Fränkische Wald ist eine Keuperstufe im Südwestdeutschen Schichtstufenland. Auf den höchsten Erhebungen finden sich noch Reste des Unterjura. Die östlichen und nordöstlichen Teile sind durch ausgedehnte Stufenflächen geprägt, während besonders im westlichen und südwestlichen Teil eine starke Zerschneidung durch Bach- und Flussläufe stattgefunden hat. Im Westen und Südwesten sind folglich größere Gebiete in einer Höhenlage zwischen 500 und annähernd 600 Meter zu finden, während der Osten und Nordosten überwiegend Höhen von 400 bis 500 Meter aufweist

Klima

Für den Schwäbisch-Fränkischen Wald kann die Messstation Ellwangen (439 m) als naturraumtypisch angenommen werden. Die mittlere Monatstemperatur beträgt hier im Januar −1,7 °C, im Juli 16,9 °C. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 7,6 °C. In den Keuperwaldbergen lassen sich etwa 140–160 Tage mit einem Tagesmittel von mindestens 10 °C nachweisen. Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge in den Keuperwaldbergen ist je nach Kleinraum unterschiedlich. In den niedrigeren Lagen beträgt sie etwa 750–900 mm, in höheren Lagen etwa 900–1400 mm. Die Stauwirkung der Keuperwaldberge bewirkt – ähnlich wie etwa bei der Schwäbischen Alb – erhöhte Niederschläge in den Stufenrandbereichen um den Welzheimer Wald, um die Löwensteiner Berge und im südlichen Teil der Hohenloher Ebene. In den Keuperwaldbergen gibt es kaum Höhenlagen über 500 m, dennoch können hier die mittlere Jahresniederschlagsmengen bis 1000 mm und darüber liegen. Damit ist die Niederschlagsmenge vergleichbar mit der in den Höchstlagen der Kuppenalb in über 900 m Höhe. Erklären lässt sich dieses Phänomen vor allem durch die Lage des westlich vorgelagerten Kraichgau, der aufgrund seines Reliefs Regenfronten als Durchzugsraum dienen kann.

Gliederung

Der Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge ist nicht deckungsgleich mit dem Naturpark. Er zieht sich von West nach Ost von Weinsberg über Mainhardt, Gaildorf und Bühlerzell bis nach Ellwangen und Matzenbach.

Der westliche Teil des Schwäbisch-Fränkischen Waldes ist als Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ausgewiesen und schließt noch einen Teil des Naturraums „Schurwald und Welzheimer Wald“ mit ein.

Der Naturpark gliedert sich in folgende Regionen: die Löwensteiner und die Waldenburger Berge, den Mainhardter Wald, den Murrhardter Wald und den Welzheimer Wald. Seit ungefähr 100 Jahren werden diese bewaldeten Höhenrücken für den Fremdenverkehr als "Schwäbischer Wald" zusammengefasst. Teilweise im Naturpark liegt die Frickenhofer Höhe, außerhalb davon die Limpurger und die Ellwanger Berge im Osten sowie die Buocher Höhe und die Berglen im Südwesten.

Gewässer

Der Schwäbisch-Fränkische Wald gehört vollständig zum Einzugsgebiet des Neckars und wird hauptsächlich von den Flüssen Murr im Westen, Rems im Süden und Kocher und Jagst im Norden und Osten beziehungsweise deren Zuflüssen entwässert. Zu den bekannten Nebenflüssen der Murr gehören die Lauter, die Bottwar und der Hörschbach; zur Rems fließt unter anderem die Wieslauf und zum Kocher die Lein, Rot, Bibers, Bühler, Ohrn und Brettach. Direkt zum Neckar fließen die Sulm und die Schozach im Nordwesten der Landschaft.

Das Bergland ist insgesamt durch eine hohe Gewässerdichte gekennzeichnet. Zwei für das Gebirge typische Besonderheiten sind die zahlreichen, Grotten genannten Felsnischen an den Oberläufen und die Vielzahl kleiner Wasserfälle, die sich meist an harten Sandstein-Bänken gebildet haben.

Viele Gewässer fließen zunächst südöstlich, um sich dann mit scharfen Knick nordwestlich zu wenden, eine Folge zahlreicher Umlenkungen ehemals donauwärts fließender Flüsse hin zum Flusssystem des Rheins im Laufe des jüngeren Tertiär.

Die Seen Breitenauer See, Hammerschmiedesee und Treibsee finden sich im Schwäbisch-Fränkischen Wald. Viele Seen wurden als Stauseen angelegt, zum Beispiel der Ebnisee für Zwecke der Flößerei.

Berge

Höchste Erhebung des Schwäbisch-Fränkischen Waldes ist die Hohe Brach mit 586 m ü. NN. Weitere hohe Berge sind Hagberg (585 m), Hohentannen (565 m), Stocksberg (539 m), Flinsberg (535 m), Juxkopf (533 m) und Steinknickle (525 m).

Historisches

Durch den Schwäbischen Wald verläuft der von den Römern angelegte Limes, der als Schutzwall vor den Germanen dienen sollte.

Noch vor hundert Jahren war der Fränkisch-Schwäbische Wald eine arme und einsame Gegend. Spöttisch hieß es sogar, man müsste dort die Dörfer mit der Laterne suchen, die Häuser und die Köpfe der Bewohner seien mit Brettern vernagelt. Auch heute noch ist die Gegend dünn besiedelt. So finden sich dort viele Weiler.

Verkehr

Eisenbahnen

Sonstiges

Der Rems-Murr-Kreis hat an Sonn- und Feiertagen den so genannten Waldbus eingerichtet, der den Schwäbischen Wald zu Freizeitfahrten erschließt.

Literatur

  • Naturführer Schwäbischer Wald. verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2007, ISBN 978-3-89735-507-1 (Naturschutz-Spectrum / Gebiete, 29)

Weblinks


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