- Stern (Magazin)
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Stern Beschreibung Nachrichtenmagazin Verlag Gruner + Jahr Erstausgabe 1948 Erscheinungsweise wöchentlich/donnerstags Verbreitete Auflage
(IVW Q4/2008)960.834 Exemplare Reichweite
(MA 2008 II)7,47 Mio. Leser Chefredakteur Thomas Osterkorn und Andreas Petzold Herausgeber NN Weblink stern.de ISSN 0039-1239 Der Stern (eigene Schreibweise: stern) erscheint als aktuelles Wochenmagazin jeden Donnerstag und wird mit dem Auflagenschwerpunkt in Deutschland verbreitet. Es wurde 1948 von Henri Nannen gegründet. Die Chefredakteure sind Andreas Petzold und Thomas Osterkorn.
Das Magazin wird vom Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr, einem Unternehmen der Bertelsmann Media Group, herausgegeben.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt und Auflage
Der Stern behandelt politische und gesellschaftliche Themen, er bietet Nutzwertjournalismus und klassische Reportagen, zeigt aufwändige Fotostrecken und porträtiert Stars. Traditionell legt das Magazin mehr Wert auf Fotografie als Nachrichtenmagazine, seine Geschichten sind im Durchschnitt reportagenhafter geschrieben.
Die verkaufte Auflage beträgt insgesamt 986.753 Exemplare.[1] In Deutschland erreicht der Stern 7,47 Millionen Leser bzw. 11,5 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren.[2][3]
Geschichte
Gründerjahre
Die erste Ausgabe erschien am 1. August 1948 im Stern-Verlag Henri Nannen. Dies wurde möglich, nachdem Henri Nannen im Juli 1948 von der britischen Militärregierung die Genehmigung zur Umbenennung der ehemaligen Jugendzeitschrift „Zick-Zack““ in Stern erhalten hatte,[4][5] für die er einige Monate zuvor die Lizenz übernommen hatte. Das Titelbild der ersten, 16-seitigen Ausgabe zierte die junge Hildegard Knef im Heu.[6]
Im Jahr 1950 wurde die Zeitschrift von der englischen Administration nach einem Beitrag über die Verschwendung der Alliierten auf Kosten der Deutschen für eine Woche verboten.[6] Nachdem Gerd Bucerius 1949 schon 50% am Stern erworben hatte, verkaufte Henri Nannen im Jahr 1951 weitere 37,5 % der Anteile an Bucerius und 12,5 % an den Druckereibesitzer Richard Gruner, der sich 1965 mit den Verlegern John Jahr senior und Gerd Bucerius zur Gruner + Jahr GmbH & Co. KG zusammenschloss. Seit dieser Zeit wird der Stern auch dort verlegt.
1960er und 1970er Jahre
Der Ableger, der zusammen mit Die Zeit im Jahr 1968 gegründet wurde, war die Stern-Zeit-Blindenzeitschrift. Der Stern veröffentlichte in der Ausgabe 4/1968 Dokumente, die augenscheinlich bewiesen, dass Bundespräsident Heinrich Lübke an der Planung und am Bau vom Konzentrationslagern mitgewirkt hatte. Die Echtheit der Dokumente wurde mehrfach geprüft, es gab etliche gerichtliche Verfahren.[7]
Am 6. Juni 1971 erschien der Stern mit dem damals spektakulären Titel: „Wir haben abgetrieben!“ (Stern-Ausgabe 17/1971). Die Aktion war von Alice Schwarzer initiiert. 374 Frauen bekannten sich öffentlich zu ihrem Schwangerschaftsabbruch. Alice Schwarzer, die Schauspielerin Inge Meysel und die Schriftstellerin Luise Rinser verklagten 1978 im Rahmen der sogenannten Sexismus-Klage wegen der „Darstellung der Frau als bloßes Sexualobjekt“ auf Stern-Titelbildern den Stern und Henri Nannen. Anlass war ein Titelbild, das das für schrille Outfits und ihre persönliche Nähe zum Sadomasochismus bekannte Model Grace Jones zeigte und von dem bekannten Fotografen Helmut Newton stammte.
1980er und 1990er Jahre
Auf dem Stern vom 28. April 1983 prangte die Schlagzeile „Hitlers Tagebücher entdeckt“. Eigentlich sollte dies der Beginn einer monatelangen Serie sein. Doch die Hitler-Tagebücher erwiesen sich als Fälschung. Die Veröffentlichung wurde 1983 zu einem der größten Presseskandale Deutschlands. In einer nachfolgenden Ausgabe desselben Jahres präsentierte der Stern eine Aufarbeitung der Affäre. Die Redaktion legte alle recherchierten Einzelheiten auf den Tisch.
1987 sorgte das Foto des tot in der Badewanne liegenden Politikers Uwe Barschel, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein 1982–1987, für Aufregung. Ein Stern-Reporter hatte den Politiker in seinem Hotelzimmer in Genf tot vorgefunden und fotografiert. Das Foto der Leiche wurde in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen veröffentlicht.
1990 erschien die Titelgeschichte Ich bin Masochistin – Sina Geißler, 24, bricht ein Tabu (Stern 10/1990), in der sich die Autorin Sina-Aline Geißler zu ihrem literarischen Outing als Sadomasochistin äußerte. Die Titelgeschichte führte zu intensiven Debatten in der Öffentlichkeit. In Folge kam es zu einer Besetzung der Redaktionsräume durch radikale Feministinnen und zu Strafanzeigen, die folgenlos blieben.
Gegenwart
Der Brüsseler Stern-Korrespondent Hans-Martin Tillack gewann 2007 ein Verfahren gegen den Staat Belgien.[8] Im März 2004 hatte die belgische Polizei dessen Büro- und Privaträume durchsucht und Aktenmaterial beschlagnahmt. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) warf Tillack vor, er habe möglicherweise einen ihrer Mitarbeiter bestochen, um an Informationen zu kommen. Zuvor hatte dieser auf Basis von Olaf-Dokumenten mehrfach über Korruption in der EU berichtet.
Anfang 2008 deckten die Reporter von Stern und Stern.de auf, dass beim Lebensmitteldiscounter Lidl die Mitarbeiter überwacht wurden. Der Stern berichtete über den sogenannten „Lidl-Skandal“ in der Ausgabe 14/2008.[9] Die Berichterstattung löste bundesweite Diskussionen über den Schutz von Angestellten aus.
Im Januar 2009 machte der Stern einen Datenskandal bei der Deutschen Bahn publik. [10] In der Ausgabe 4/2009 berichtete das Magazin, dass mehr als 1000 Mitarbeiter, u.a. aus dem oberen Management, im großen Stil „ausspioniert“ wurden.
Personalien
Chefredakteure
- 1948–1980 Henri Nannen
- 1980–1983 Rolf Gillhausen, Peter Koch und Felix Schmidt
- 1983–1984 Rolf Gillhausen mit Peter Scholl-Latour
- 1984–1986 Rolf Winter
- 1986–1989 Heiner Bremer, Michael Jürgs und Klaus Liedtke
- 1989–1990 Michael Jürgs mit Herbert Riehl-Heyse
- 1990–1994 Rolf Schmidt-Holtz
- 1994–1998 Werner Funk
- 1999–1999 Michael Maier
- seit 1999 Thomas Osterkorn und Andreas Petzold
Bekannte Mitarbeiter
- Manfred Bissinger (1967–1978)
- Sebastian Haffner, langjähriger Kolumnist
- Hans-Ulrich Jörges (seit 2003 stellvertretender Chefredakteur, Kolumnist, Leiter Hauptstadtbüro)
- Ulrich Klever, langjähriger Kolumnist
- Robert Lebeck (langjähriger Stern-Fotograf)
- Hans Mahr (ab 1986 Büroleiter des Stern in Wien)
- Michael Ruetz (1969–1973 Fotograf der Stern-Redaktion in Hamburg)
- Gerd Heidemann (ehemaliger Stern-Reporter, der im Auftrag der Zeitschrift die vom Kunstfälscher Konrad Kujau gefälschten Hitler-Tagebücher erwarb)
Die Redaktion
Die Stern-Redaktion umfasst derzeit die Ressorts Politik & Wirtschaft, Deutschland aktuell, Ausland, Kultur & Unterhaltung, Lebensart & Reise, Style, Wissenschaft & Medizin sowie Auto, Sport & Computer.
Beilagen
TV Magazin
Seit Januar 1986 liegt jeder Ausgabe des Stern das TV Magazin bei. Zuvor war der Abdruck des wöchentlichen Fernsehprogramms Bestandteil des Hauptheftes.
Sternchen
Das Sternchen war die Kinderbeilage der Zeitschrift stern. Mitte 1953 startete die Zeitschrift eine Kinderbeilage in Form eines beigelegten mehrseitigen Heftes, das den Titel Das Sternchen trug (Werbeslogan: „Kinder haben Sternchen gern – Sternchen ist das Kind vom Stern“). Chefredakteur Henri Nannen suchte nach Zeichnern, die Inhalte beitragen konnten und fand dafür
- Roland Kohlsaat (Jimmy das Gummipferd, 1953–1977)
- Loriot (Reinhold das Nashorn, 1953–1970)
- Hans Jürgen Press (Der kleine Herr Jakob und gemeinsam mit Fritz Raab Die Abenteuer der schwarzen Hand)
- F. W. Richter-Johnsen und Fritz Raab (Taró)
Es gab auch einen „Sternchen-Club“ mit Ausweis und Anstecknadel. 1961 wurde das Sternchen als separate Heftbeilage eingestellt und in eine Doppelseite im Stern verwandelt. 1970 erschien Mr. Bats Meisterstück oder Die total verjüngte Oma von Christine Nöstlinger erstmals im Sternchen.
Sonderhefte
- Sonderheft Stern EXTRA „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“ (26. Februar 2009)[11]
- Sonderheft Stern EXTRA „Barack Obama“ (30. März 2009)[12]
Zeitschriftenfamilie
Neben Stern gibt es die so genannten Line Extensions – eigenständige Zeitschriftenreihen, die auch unter dem Logo Stern erscheinen:
Online
Mit Stern.de ist das Magazin seit 1995 auch online vertreten. Das Online-Magazin vom Stern hat selbst einige Line Extensions wie augenzeuge.de oder stern-shortlist.de entwickelt. Chefredakteur von Stern.de ist Frank Thomsen.[13]
Fernsehsendung
Beim Fernsehsender RTL läuft das Magazin Stern TV, moderiert von Günther Jauch, auf dem Fernsehsender VOX das Magazin Stern TV Reportage.
Engagement
Der Stern engagiert sich in den folgenden Initiativen:
- Deutscher Gründerpreis
- Deutscher Schulpreis
- Jugend forscht
- Stern-Aktion Mut gegen rechte Gewalt
- Stiftung stern – Hilfe für Menschen e. V.[14]
- Stern-Zeit-Blindenzeitschrift
Der Henri Nannen Preis
Gemeinsam mit dem Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr zeichnet der Stern jedes Jahr Bestleistungen im deutschsprachigen Printjournalimus mit dem Henri Nannen Preis aus. Der „Henri“ wird seit 2005 vergeben.
Literatur
- Erich Kuby: Der Fall "Stern" und die Folgen. Konkret-Literatur-Verlag, Hamburg 1983, ISBN 3-922144-33-0.
- Michael Seufert: Der Skandal um die Hitler-Tagebücher. Scherz Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 3-502-15119-9.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ IVW II/2008
- ↑ Media-Analyse ma Pressemedien II
- ↑ Pressemitteilung „60 Jahre stern – Aktuelle Daten, Fakten und Hintergründe“ (1. August 2008)
- ↑ Die Zeit,Stern im Schatten des Sterns, 17/2000
- ↑ Literarisches Leben der Uni Göttingen, Datenbank zum Literarischen Leben in den deutschsprachigen Ländern 1945–2000
- ↑ a b Henri-Nannen-Preis, Meine Stern Stunde – Interview mit Henri Nannen
- ↑ Lars-Broder Keil: „Heinrich Lübke und die Staatssicherheit“ (Die Welt, 9. Mai 2007)
- ↑ Pressemitteilung „Stern-Korrespondent Tillack gewinnt Verfahren gegen den Staat Belgien“ (20. November 2007)
- ↑ stern-Pressemitteilung:Lidl ließ Beschäftigte systematisch bespitzeln, 26. März 2008]
- ↑ stern-Pressemitteilung: Stern: Deutsche Bahn ließ mehr als 1000 Mitarbeiter ausspähen, 21. Januar 2009
- ↑ stern-Pressemitteilung: „stern dokumentiert die jüngste deutsche Geschichte in dem Sonderheft „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland““, 26. Februar 2009
- ↑ stern-Pressemitteilung: „Der stern widmet dem neuen Präsidenten der USA ein EXTRA „Barack Obama““, 30. März 2009
- ↑ stern.de-Impressum
- ↑ Website der Stiftung stern – Hilfe für Menschen e. V.
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