Suffragist

Suffragist
Suffragettendemonstration in New York City (1912)
Protestplakat der amerikanischen Suffragetten gegen Woodrow Wilson
Schaufenster einer amerikanischen Organisation, die sich gegen das Frauenwahlrecht wandte

Als Suffragetten (von engl./franz. suffrage, „Wahl“) bezeichnete man Anfang des 20. Jahrhunderts mehr oder weniger organisierte radikale Frauenrechtlerinnen in Großbritannien und den USA (hier war die selbstgewählte Bezeichnung eigentlich suffragist), die mit passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten. Die Suffragettenbewegung wurde überwiegend von Frauen aus dem Bürgertum getragen.

Die Suffragetten entwickelten sich in Großbritannien aus Gegnerinnen der Contagious Diseases Acts, der Gesetze über ansteckende Krankheiten. Im Jahr 1903 gründete Emmeline Pankhurst in Großbritannien die Women's Social and Political Union, eine radikal-bürgerliche Frauenbewegung, die in den folgenden Jahren durch öffentliche Proteste und Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte. Ihre Tochter Christabel Pankhurst war eine der führenden Suffragetten im Kampf um das Frauenwahlrecht in Großbritannien. Ein weiterer Tabubruch der Suffragetten war das demonstrative Rauchen in der Öffentlichkeit, das damals als ausschließlich männliches Vorrecht galt und von Frauen ausgeübt als Anmaßung empfunden wurde. Nachdem 1910 eine Gesetzesinitiative scheiterte, deren Ziel es war, die Rechte der Frauen auszuweiten, wurden auch Schaufenster von Kaufhäusern eingeworfen, große Landsitze angezündet und öffentliche Gebäude – darunter Westminster Abbey – mit Bombenanschlägen terrorisiert. Im Jahr 1913 stürzte sich Emily Davison aus Protest vor das Pferd Georgs V. und starb wenige Tage später. Der Erste Weltkrieg führte zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Wahlrechtskampagne in Großbritannien.

Alice Paul und Lucy Burns führten in den Vereinigten Staaten dagegen eine Serie von Protesten gegen den als „Kaiser Wilson“ titulierten amerikanischen Präsidenten an. Zahlreiche Mitglieder der im Juni 1916 von Alice Paul gegründeten National Woman's Party (NWP) waren in den Jahren 1917 bis 1919 inhaftiert.

Durch den kriegsbedingten Arbeitskräftemangel kam es aber sowohl in den USA als auch in Großbritannien zu einer stärkeren Verankerung der Frauen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens, was letztlich auch zur allgemeinen Akzeptanz des Frauenwahlrechts führte.

Mit der Umsetzung des Frauenwahlrechts in den USA in den Jahren 1919 und 1920 (19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten) und in Großbritannien ab dem 2. Juli 1928 hat die Bewegung ihre Ziele erreicht.

Im weiteren Sinn wurde der Begriff in der Folge abwertend für engagierte Frauenrechtlerinnen verwendet. Insofern entspricht er dem heutigen Begriff Emanze in seiner pejorativen Bedeutung.

Siehe auch

Literatur

  • Melanie Phillips: The Ascent of Woman – A History of the Suffragette Movement and the ideas behind it, Time Warner Book Group, London 2003. ISBN 0-349-11660-1
  • Beatrix Geisel: Klasse, Geschlecht und Recht – Vergleichende sozialhistorische Untersuchung ..., Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1997. ISBN 3-7890-4933-6
  • Jana Günther: Die politische Inszenierung der Suffragetten in Großbritannien, fwpf-Verlag, Freiburg 2006. ISBN 978-3-939348-04-7

Weblinks


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  • Suffragist — Suf fra*gist, n. 1. One who possesses or exercises the political right of suffrage; a voter. [1913 Webster] 2. One who has certain opinions or desires about the political right of suffrage; as, a woman suffragist. [1913 Webster] It is curious… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • suffragist — 1822, from SUFFRAGE (Cf. suffrage) + IST (Cf. ist) …   Etymology dictionary

  • suffragist — [suf′rə jist] n. a person who believes in extending political suffrage, esp. to women …   English World dictionary

  • suffragist — [[t]sʌ̱frəʤɪst[/t]] suffragists N COUNT A suffragist is a person who is in favour of women having the right to vote, especially in societies where women are not allowed to vote. [mainly AM] …   English dictionary

  • suffragist — noun Date: 1822 one who advocates extension of suffrage especially to women …   New Collegiate Dictionary

  • suffragist — suffragism, n. suffragistically, adv. /suf reuh jist/, n. an advocate of the grant or extension of political suffrage, esp. to women. [1815 25; SUFFRAGE + IST] * * * …   Universalium

  • suffragist — noun A person who promotes suffrage. Syn: suffragette See Also: suffragettism …   Wiktionary

  • suffragist — n. one who is in favor giving everyone the right to vote (especially women) …   English contemporary dictionary

  • suffragist — noun chiefly historical a person advocating the extension of suffrage, especially to women. Derivatives suffragism noun …   English new terms dictionary

  • suffragist — suf·frag·ist …   English syllables

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