TWA-Flug 800

TWA-Flug 800
Trans-World-Airlines-Flug 800

Der rekonstruierte Rumpf des Jumbos
Zusammenfassung
Datum 17. Juli 1996
Typ Explosion des zentralen Flügeltanks
Ort über dem Atlantik, nahe East Moriches
Getötete 230
Flugzeug
Flugzeugtyp Boeing 747–131
Fluggesellschaft TWA
Kennzeichen N93119
Passagiere 212
Besatzung 18
Überlebende 0

Trans-World-Airlines-Flug 800 war ein Linienflug der Trans World Airlines. Die Flugroute war vom New Yorker John F. Kennedy International Airport zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle geplant. Am 17. Juli 1996 wurde für diesen Flug eine Boeing 747–131 eingesetzt.

Kurz nach dem Start, um 20:31 Uhr Ortszeit, explodierte der fast leere zentrale Flügeltank der 747, wobei das Flugzeug in der Mitte auseinander gerissen wurde. Der Bug stürzte direkt nach der Explosion ab, das Heck mit Tragflächen und den noch laufenden Motoren stieg weitere 30 Sekunden in die Höhe und stürzte schließlich auch ins Meer. Alle 230 Insassen kamen bei dem Unglück ums Leben. Unter den Passagieren waren der französische Gitarrist Marcel Dadi, der englische Komponist David Hogan, Jed Johnson (Mitglied von Andy Warhols Factory und 12 Jahre lang Warhols Lebensgefährte), die Gattin und die Nichte des Jazz-Saxophonisten Wayne Shorter und die Schwester des Comicautors Geoff Johns.

Die Unglücksmaschine war eine Boeing 747–131 mit der Registrierung N93119, die seit dem 16. Dezember 1976 bei der Trans World Airlines (TWA) in Dienst stand.

Inhaltsverzeichnis

Ursache

Es wird davon ausgegangen, dass der Absturz durch eine Explosion des zentralen Mitteltanks ausgelöst wurde. Zwei Komponenten waren Voraussetzung für diese Explosion:

  • Tanksystem: Im 64.000 Liter fassenden Mitteltank befand sich nur eine geringe Menge (etwa 189 Liter) Treibstoff vom Typ Jet A. Dieser ist im flüssigen Zustand schwer brennbar. Bei höherer Temperatur bzw. niedrigem Druck wird er aber gasförmig und verbrennt dann in Verbindung mit Sauerstoff explosionsartig. Zudem lag eines der Kabel am Treibstoffsensor durch mechanischen Verschleiß schon längere Zeit frei. Da ein Treibstoffsensor aber nur mit Kleinspannung betrieben wird, stellte dies zunächst kein Problem dar.
  • Klimaanlage: Bei der 747 befindet sich direkt unter dem zentralen Flügeltank ein Teil der Klimaanlage (Pack Nr. 2) für die Kabine. Da die Maschine mehr als eine Stunde auf dem Rollfeld auf einen fehlenden Passagier wartete, dessen Gepäck schon im Frachtraum war, erhitzte sich der Treibstoff auf ca. 53 °C (Flammpunkt bei 38 °C) und wurde daher leicht entzündlich.

Auslöser der Explosion: Durch eine defekte Isolierung im Kabelbaum erreichte höhere Spannung aus der Kabinenbeleuchtung den Treibstoffsensor. Dort kam es zu einem Kurzschluss des freiliegenden Kabels mit einem anderen metallischen Bauteil, ein Funke entstand und entzündete den gasförmigen Treibstoff.

Nach dem Unglück entwickelten sich Spekulationen über andere Absturzursachen, da zahlreiche Augenzeugen (über 100) behaupteten, ein Objekt vorher auf die Boeing 747 zufliegen und treffen gesehen zu haben. Es wurden während des Beginns der detaillierten Untersuchungen am Unglück und dem Abschluss der Beweisaufnahme im Februar 1997 zwei Thesen aufgestellt, die jedoch letztlich beide vom FBI als nicht stichhaltig bewertet wurden: zum einen der Abschuss durch eine Rakete, zum anderen eine Bombenexplosion an Bord.

Besonderheiten

Der Jazzsänger Jon Lucien, der seine Tochter bei dem Absturz verlor, widmete ihr und den verstorbenen Passagieren sein Album "Endless is love" (1997).

Weblinks

Bücher und Schriften

40.65-72.6330555555567Koordinaten: 40° 39′ 0″ N, 72° 37′ 59″ W


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