The New Republic

The New Republic

The New Republic ist ein in den Vereinigten Staaten erscheinendes Politikmagazin. Die Zeitschrift wurde 1914 als radikal linke Zeitschrift gegründet. Sie erschien bis zum März 2007 wöchentlich (44 Ausgaben im Jahr) und seitdem zweimal pro Monat (24 Ausgaben pro Jahr). Dieser Änderung im Erscheinungsrhythmus, die zusammen mit einer Umgestaltung des Layouts und des Formates erfolgte, war ein Eigentümerwechsel vorausgegangen. Seit Februar 2007 gehört das Magazin zu 100 Prozent dem kanadischen Medienkonzern CanWest Global Communications.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte vor 1974

The New Republic wurde 1914 von Herbert Croly und Walter Lippmann gegründet.[1] Die Zeitschrift unterstützte 1917 sowohl den Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg als auch die Russische Revolution. Die anfängliche Unterstützung der Sowjetunion veränderte sich in den folgenden Jahren, in den 50ern schlug die Positionsveränderung teils sogar in Unterstützung der Aktionen der McCarthy-Ära um. In den 1960ern veränderteten sich die Positionen wieder weiter nach links und es wurde unter anderem der Vietnam-Krieg in den Kommentaren abgelehnt.

Neuere Entwicklung und inhaltliche Positionen

1974 wurde die Zeitschrift vom Harvard-Professor Martin Peretz gekauft und eine neue Positionierung durchgesetzt. Peretz kritisierte und veränderte vor allem die vorherige wohlwollende Berichterstattung über Unabhängigkeitsbewegungen in der Dritten Welt. Zu Fragen der Steuergesetzgebung und der Staatsfinanzen vertritt die Zeitschrift die Position der politischen Mitte, im sozialen Bereich nimmt sie einen gemäßigten linken Standpunkt ein. In der Außen- und Militärpolitik ist die Haltung hingegen deutlich konservativer. Sie unterstützte unter seiner Ägide - für amerikanische Linke untypisch - außenpolitische Interventionen, wie schon die unter Ronald Reagan beispielsweise in Grenada. Deshalb wird und wurde die Zeitschrift von anderen Linken seit Jahren angegriffen. Den im Jahr 2003 begonnenen Irakkrieg befürwortete das Magazin zunächst vorbehaltlos auf der Grundlage der von der US-Regierung genannten Begründung der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen sowie aufgrund von humanitären Erwägungen. Nachdem diese Haltung bereits nach dem Ende der offiziellen Kampfhandlungen eingeschränkt wurde, gab die Zeitschrift im November 2006 ihr Bedauern darüber bekannt, den Krieg unterstützt zu haben.

Insbesondere seit dem Amtsantritt George W. Bushs bezeichnen manche die Zeitschrift als „Neocon“-Blatt. Die Linie, die sie vertritt, wird in den USA als „liberal hawk“ bezeichnet: Liberale, die bestimmte Kriege befürworten, aber nicht pro-republikanisch sind. So hat der Redakteur Lawrence Kaplan mit William Kristol, Chefredakteur der Neocon-Zeitschrift „Weekly Standard“ ein Buch über den Irak herausgegeben. Weitere bekannte Liberal Hawks wie Paul Berman und Andrew Sullivan sind Ex-Mitarbeiter von TNR. Peretz selbst, der seinen engen Freund Al Gore 2000 noch bedingungslos gegen Bush unterstützt hatte, kritisierte nach der Wahl 2004 im konservativen „Wall Street Journal“ John Kerry und verhöhnte ihn. Den linken Parteichef der Demokraten Howard Dean sieht die Zeitschrift ebenfalls sehr kritisch.

Im Jahr 1998 wurde bekannt, dass das Redaktionsmitglied Stephen Glass mehrere Artikel verfälscht bzw. erfunden hatte. Wegen solcher Eskapaden und unter Linken umstrittenen politischer Positionen hat die Zeitschrift in den letzten Jahren einen Rückgang der Abonnementenzahlen von ca. 95.000 auf unter 65.000 hinnehmen müssen. Gleichzeitig stieg die Auflage der linken Konkurrenz „The Nation“ an.

Einzelnachweise

  1. ↑ The New Republic in der Notable Names Database (englisch)

Weblinks


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