Wirtschaft des Römischen Reiches

Wirtschaft des Römischen Reiches

Während der gesamten Antike beruhte die Wirtschaft hauptsächlich auf der Landwirtschaft und dem Handel, in geringen Teilen auch auf Handwerk und dem Dienstleistungen. Vor allem in der Landwirtschaft wurde sehr arbeitsintensiv und meist ohne nennenswerten Gebrauch von Hilfsmittel oder Maschinen produziert. Nach neueren Schätzungen[1] arbeiteten während der Kaiserzeit zwischen 30 und 40 % aller Erwerbstätigen in diesem Sektor der Wirtschaft. Eine wichtige Voraussetzung, die eine relativ stabile Wirtschaft ermöglichte, war Frieden (pax romana) in vielen Gebieten des Reiches.

Inhaltsverzeichnis

Landwirtschaft

Bauern

Während es in der Frühzeit des Römischen Reiches eine Menge kleinerer Farmen gab, änderte dies sich besonders am Ende der Republik und insbesondere nach dem 2. Punischen Krieg: Bei diesem Krieg kamen viele Bauern ums Leben und die Überlebenden hatten oft nicht das Kapital, ihre lange brach gelegenen Felder wieder zu bebauen. Viele verarmte Bauern zogen in die Städte und schlugen sich dort mit Gelegenheitsarbeiten durchs Leben.

Die leerstehenden Güter wurden von Großgrundbesitzern billig aufgekauft oder einfach besetzt. Diese großen Landgüter (Latifundien) wurden dann mit Hilfe von Sklaven bebaut. Der Einsatz von Sklaven bot für die Farmbesitzer große Vorteile: Sie waren billiger als Lohnarbeiter und wurden nicht in den Krieg eingezogen.

133 v. Chr. versuchte Tiberius Gracchus mit verschiedenen Reformen die Probleme zu lindern: So war vorgesehen, dass niemand mehr als 500 Joch (ca. 250 Hektar) Land besitzen sollte und die dadurch freigewordenen Landstücke sollten an Bauern in Parzellen á 30 Joch verpachtet werden.

Der Widerstand der Oberschicht war allerdings stärker als erwartet und Tiberius Gracchus wurde noch im gleichen Jahr ermordet. Sein Bruder Gaius versuchte 123 v. Chr. erneut den Landbesitz zu reformieren, wurde aber ähnlich seinem Bruder 121 v. Chr. ermordet. Erst unter Augustus entspannte sich das Problem leicht, nachdem er Bauern in den neu eroberten Gebieten angesiedelt hatte.

Wirtschaftsformen

Grundmauern einer Villa rustica in Hartberg

Das meiste Land des Römischen Reiches wurde über Latifundien bewirtschaftet, bei denen von einem Landhaus (villa rustica) das umgebende Land bebaut wurde. Der Landbesitzer setzte meist einen conductor (Großpächter) oder actor (Geschäftsführer) ein, der selber ein Teil des Landes mit Sklaven und saisonalen Wanderarbeitern bewirtschaftete und bei größeren Landflächen den Rest noch weiter an Kleinpächter (coloni) verpachtete. Diese waren meist verarmte Bauern, die auf Pachtland als Existenzgrundlage angewiesen waren. Sie zahlten ihre Pacht in Naturalien (meist ein festgelegter Prozentsatz ihrer Ernten) oder in Geld. Die Quote der Abgaben lag in der Villa Magna Variana in Zentraltunesien bei Getreide, Wein und Oliven bei einem Drittel der Ernten, bei Bohnen und anderen Hülsenfrüchten bei einem Fünftel, über die Quoten in anderen Latifundien ist nichts bekannt, sie werden sich aber in ähnlichen Dimensionen bewegt haben.

Das Verhältnis der actores zu den Kolonen unterschied sich stark: Einige kümmerten sich nicht sonderlich um ihre Güter, andere dagegen stellten den Kleinpächtern Geräte, Vieh und Sklaven zur Verfügung, um somit höhere Einnahmen zu erzielen. Die Pachtverträge liefen meist nur fünf Jahre, vielfach garantierten die Grundbesitzer den Pächtern eine etwas gesicherte Situation, einem Rat Columellas folgend:

„Am einträglichsten sei ein Gut, das alteingesessene Pächter habe“[2]

Im Falle der Villa Magna Variana mussten die Kolonen auf den Feldern des conductors einen Teil des Jahres, 6–10 Tage, Frondienst leisten. In den villae rusticae befanden sich die Geräte, wie z. B. Ölpressen, Ställe und Nutzgärten. Oft wurde auch Obst, wie Äpfel, Pflaumen, Birnen, Kirschen, Pfirsiche und Schlehen angebaut und meist gab es auch einen Bienenstock zur Honig- und Wachsgewinnung.

Produkte und Anbauweisen

Das am meist angebaute Produkt im gesamten Römischen Reich war Getreide. Die Ernährung der meisten Römer war stark vegetabilisch, d. h. die Hauptnahrungsmittel waren Getreide, Hülsenfrüchte, Öl und Gemüsepflanzen; Fleisch und andere tierische Produkte kamen selten auf den Tisch.

Getreide

Obolus aus Lucania, Metapontion mit Demeterkopf und Getreideähre um 370 v. Chr aus Eisen.

Saatweizen, der hauptsächlich zur Mehlherstellung benutzt wurde, wurde nur dort angebaut wo es die Böden und das Klima erlaubten (in Gallien und Norditalien). In den trockeneren Gegenden wurde meist der ergiebigere und genügsame Emmer oder Hartweizen angebaut. In feuchtkalten Regionen wurde Dinkel bevorzugt, dieser brachte auch höhere Stroherträge. Oft wurde auch Gerste angebaut, die als Folgefrucht von Weizen die Bodenermüdung reduzierte.

Die Römer kannten verschiedene Pflugarten für verschieden schwere Böden. Wahrscheinlich wurden in vielen Gebieten Italiens die Erträge durch intensives und tieferes Pflügen langfristig gesteigert.[3] Dabei scheint der Empfehlung Catos gefolgt worden, der sorgfältiges Pflügen für eine Voraussetzung von erfolgreicher Landwirtschaft hält:

Was heißt den Acker gut zu bebauen: Gut pflügen, zweitens: Pflügen und drittens: Düngen![4]

Dünger in Form von Mist war in weiten Teilen des Mittelmeerraums aber Mangelware, da das Vieh weite Strecken auf die Weideflächen getrieben wurde (Transhumanz) und es so in vielen Fällen keine größeren Viehherden in der Nähe der Höfe gab.[5] Auch der Anbau von stickstoffspeichernden Pflanzen wie Leguminosen war aufgrund der oft geringen Niederschläge im Frühjahr und Sommer erschwert. Diese beiden Punkte führten dazu, dass die Böden meist alle zwei Jahre brachliegen mussten. Durch intensive Bewässerung (beispielsweise in Palästina) oder wie in Ägypten durch den Nilschlamm konnten aber die Brachzeiten in einigen Gebieten erheblich verkürzt werden, so dass wie in Palästina in sieben Jahren die Felder nur zwei brachlagen.[6]

Die Erträge waren für damalige Zeit sehr gut und ähnliche wurden erst im 18. Jhd. wieder erreicht.[7] Das Verhältnis zwischen Einsaat und Ertragsmenge lag meist zwischen 3 und 8, in einigen Gebieten wie Etrurien erreichte man bis zu 15-fache Erträge. In Palästina war eine siebenfache Ernte normal [8] und in Griechenland erreichte man meist einen 4,5 bis 7-fachen Ertrag.[9]

Gartenanbau

In vielen Gebieten des Reiches wurde in der Nähe der Städte oder direkt bei den Wohnhäusern Gemüse in kleineren Gärten (horti) angebaut. Diese konnten meist sehr intensiv bewässert werden, da in den Städten und im Umland der Städte die Wasserversorgung oft sehr gut war. Im Umland Roms wurden auch oft die Wasserleitungen angebohrt und illegal Wasser entwendet.[10]

Plinius der Ältere nennt die Hortikultur den „Acker der Armen“, da sich das ärmere Volk Fleisch nur an seltenen Festtagen leisten konnte und so auf Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen, Kichererbsen usw. als Eiweißlieferant angewiesen war. In den Gärten wurden außerdem verschiedene andere Gemüse wie Kohl, Porree, Spargel, Senf und Salat, Knollengewächse (Sellerie, Zwiebeln, Fenchel, Rettich) und Heil- und Gewürzpflanzen (Thymian, Minze, Kümmel, Kerbel, Bohnenkraut, Malve, Bilsenkraut und Arznei-Haarstrang) angebaut.

Die Fruchtfolge war meist so angelegt, dass der Garten ganzjährig bewirtschaftet werden konnte. In einigen Fällen wurden in den Gärten sogar Süß- und Salzwasserfische oder wilde und exotische Tiere gezüchtet (Fasanen, Pfauen, Hühner und Tauben).[11]

Olivenanbau

Griechische Vase mit Szene der Olivenernte

Oliven wurden hauptsächlich für die Herstellung von Speise- und Lampenöl und für Körperlotionen benutzt. In den Hauptanbauregionen Istrien, Apulien, Tripolitanien, Zentraltunesien und zwischen Córdoba und Sevilla waren die Pflanzungen anscheinend meist in Hand von Großgrundbesitzern betrieben, da sich kleine Bauern nicht die teuren Olivenbäume, Bewässerungssysteme und Geräte wie Ölpressen und Brennöfen für die Herstellung von Amphoren leisten konnten. Cato nennt den Wein- und Olivenanbau als am profitabelsten und neuere Berechnungen[12] ergeben Gewinnmargen von 7 bis 10 %.

Weinanbau

Die Hauptstandorte von Weinstöcken waren Italien, Spanien und Südfrankreich, aus Griechenland und Syrien kamen die qualitativ besseren Weine. Noch stärker als beim Olivenanbau benötigte man für die Weinproduktion teure Maschinen wie Kelteranlagen, Pressen und andere Geräte. Außerdem gab es eine lange Wartezeit zwischen der Pflanzung und der ersten Ernte. Sowohl Oliven- als auch Weinanbau wurden meist in Terrassenkulturen betrieben. Die Erträge waren nach Columella sehr gut; bei guten Böden und guter Pflege hält er drei cullei (1750 l) pro iugerum als normal.[13] Aufgrund der hohen Profitabilität verbreitete sich der Weinbau immer weiter und 90 n. Chr. sah sich Domitian gezwungen, ein Weinbauedikt zu erlassen, demzufolge in den Provinzen die Rebkulturen um die Hälfte zu reduzieren waren. Ab dem 2. Jahrhundert n. Chr verbreitete sich auch an der Mosel und dem Rhein der Wein immer mehr und wird auch heute noch dort angebaut.

Vieh- und Schweinezucht

Hauptartikel: Schweinezucht in der Antike

Rinder wurden hauptsächlich als Zugtiere und Fleischlieferanten benutzt, ihre Milch verwendete man selten. Für die Milchproduktion dienten vor allem Ziegen und Schafe. Besonders wegen ihres Fleisches beliebt waren Schweine, die vor allem im Latium, in Kampanien und in der Poebene gezüchtet wurden. Die schlanken und behaarten Tiere wurden meist zur Mast in Eichelwälder getrieben. Weit verbreitet war auch Pökelfleisch aus Narbonensis und Gallien.

Antike Garum-Fabrik in Baelo Claudia.

Sonstiges

Im Osten des Reiches (Ägypten und Syrien/Palästina) gab es große Kulturen von Datteln, Feigen und Zitrusfrüchten, deren Erträge in viele Gebiete des Reiches gehandelt wurden; die Oasen um Jericho und Damaskus waren bekannt für ihre Granatäpfel, Aprikosen, Mandeln, Datteln und ihren Wein.

Besonders in Südspanien wurde exportorientiert garum, eine Art Fischsauce hergestellt.

Handel

Für den besonders unter Augustus und seinen Nachfolgern aufblühende Handel gab es mehrere Gründe: Der relative Frieden an den Grenzen und im Inneren, eine weitgehende demographische Stabilität, die allen Bürgern gewährte Freizügigkeit und ein allgemein akzeptiertes und verbreitetes Währungssystem waren einige von ihnen. Auch wenn die Landwirtschaft die Grundlage der römischen Wirtschaft war, nahmen auch Handel und Handwerk eine wichtige Position ein.

Händler

macellum in Rom, dupondius aus der Zeit Neros

Händler und Kaufleute gehörten keiner einheitlichen Schicht an: Es gab kleine Händler (meist mercatores genannt), die oft auch ihre Produkte selbst herstellten, wie z. B. den saponarius, der Seifen herstellte und verkaufte, oder den vascularius, einen Hersteller und Vertreiber von Metallgefäßen. Sie verkauften ihre Ware meist in kleinem Umfeld auf den Märkten der Städte oder Dörfer. Viele Dörfer besaßen die Genehmigung, mehrmals im Monat Märkte abzuhalten und teilweise auch für Jahrmärkte (πανηγύρεις). Auf den Märkten wurde meist von den Händlern eine Standgebühr und/oder eine Verkaufsteuer erhoben. Die Gebühren waren aber, um den Handel nicht zu schwächen, nicht allzu hoch, in Oxyrhynchos betrugen sie 1 Obol pro Tag und Stand. Die Verkaufsteuer betrug 1 % in einigen Gebieten auch nur 0,5 %. Die Märkte fanden meist unter freiem Himmel statt, teilweise aber auch in überdachten Gebäuden, wie z. B. dem Trajansmarkt in Rom, die oft von Reicheren errichtet wurden. So spendete in Madauros ein Q. Calpurnius Donatus einen Lebensmittelmarkt (macellum). Zu dieser Händlergruppe gehörte auch ein Aristomenes aus Aigion:

„Ihr sollt auch hören, mit welchem Gewerbe ich mich am Leben halte. mit Honig, Käse und derartigen Waren für Schenken ziehe ich hin und her durch Thessalien, Ätolien und Boiotien.“

Des Weiteren gab es auch Kaufleute (negotiatores), die große Mengen Waren interregional ankauften und auf Märkten oder Ladengeschäften verkauften. Dies geschah oft über Seewege und die dazu benötigten Schiffe gehörten nur selten den Händlern selber, meist mieteten mehrere Händler zusammen ein Schiff, um die Risiken zu minimieren. Die Großhändler schlossen sich meist im Gegensatz zu den Kleinhändlern in Berufsvereinen (collegia oder corpora) zusammen.

Handel innerhalb des Römischen Reiches

Da auch im interregionalen Handel die meist transportierten Güter Lebensmittel wie Getreide, Öl, Wein, Fleisch oder garum zur Versorgung der großen Städte waren, sind besonders die Amphorenbefunde nützlich. Von allen in Augst (augusta rauracia) gefundenen Amphoren stammten 52 % der Behälter von der iberischen Halbinsel (Öl, Wein, garum), 38 % aus Gallien (Wein, garum und Oliven), 3 % aus Italien (Öl, Wein, garum) und 6 % aus dem östlichen Mittelmeerraum (Weine von den Ägäischen Inseln, Datteln und Feigen). Nützlich ist auch das Erschließen der Verbreitung einzelner Produkte anhand ihres Amphorentyps. Weine aus Kreta wurden beispielsweise nur in den Typen Knossos 1/AC 1 und Dressel 43/AC 2 gehandelt. Diese Amphoren sind in hauptsächlich Nordafrika, Italien, Gallien und vereinzelt auch in Griechenland gefunden worden.[14]

Handelswaren

Transport von Wein auf der Durance

Über die Handelsaufkommen ist recht wenig bekannt, es sind aber einige Beispiele von Transporten dokumentiert. Jährlich wurden z. B. allein aus Alexandria 80.000 Tonnen Getreide per Schiff nach Rom gebracht.[15][16] Die Handelsschiffe wurden meist von der Römischen Flotte begleitet, um sie vor Piraten zu schützen. Dies war mit ein Grund dafür, dass der Handel so verbreitet war. Das Getreide wurde dann in riesigen Lagerhallen (horrea) gelagert, wie in Ostia, wo mehrere bis zu 120 m × 80 m große Hallen gefunden wurden. In den Städten wurden die Waren meist in Markthallen, in Ladengeschäften oder auf der offenen Straße verkauft.

Außerdem ist bekannt, dass der Import italienischer Weine nach Gallien in der Kaiserzeit pro Jahr 120.000 hl betrug.[17]

Terra Sigillata Schüssel

Weit verbreitet im ganzen Reich war auch das teure Terra Sigillata Geschirr. Bis zum 1. Jh. n. Chr. stammte es vornehmlich aus Arezzo und La Graufesenque, ab dem 1. Jh. n. Chr. wurde es zunehmend von südgallischer und afrikanischer Ware verdrängt. Außerdem wurden Produkte wie Öllampen millionenfach hergestellt und transportiert.

Einfaches Öllämpchen

Auch mehr oder weniger wertvolle Baumaterialien, wie Marmor oder Granit, wurden über weite Strecken gehandelt. Das ist insbesondere deshalb erwähnenswert, da es sich dabei um sehr schwer zu transportierende Güter handelte. In London ist ägyptisches Gestein verbaut worden und in Colchester wurde im 1. Jh. n. Chr. Porphyr aus Westafrika verwendet.

Nach den bisherigen Quellen wurde auch die Produktion und Vertrieb von Textilien oder Kleidungsstücken in umfangreichen Mengen betrieben. Aus Augsburg stammt z. B. die Inschrift eines negotiator artis vestiariae et lintiariae (Händler mit Leinen und Kleidern) und oft wurde auch Purpur von purpurarii aus Kleinasien transportiert.

Außenhandel

Waren wurden nicht nur innerhalb des Römischen Reiches, sondern auch nach außerhalb wie z. B. nach China und Indien oder auch Irland und Südrussland transportiert.

Nordhandel

Unter Nordhandel versteht man den Güteraustausch entlang des Rheines, des Limes und der Donau nach Germanien und Skandinavien.

Aus diesen Gebieten wurden verschiedene Waren in das Römische Reich importiert: Außer Getreide und Nutzvieh, das nach Tacitus von unansehnlicher Größe war[18] wurden auch Sklaven, worauf u. a. die in Köln gefundene Inschrift des mango (Sklavenhändlers) C. Aiacius hinweist,[19] eingeführt. Germanische Sklaven wurden hauptsächlich als Leibwächter, Sänftenträger und Gladiatoren eingesetzt.[20] Des Weiteren wurden besonders in der Spätantike Felle und Schinken importiert.[21] Besonders wichtig war auch Bernstein, das als Luxusprodukt über Aquileia nach Italien gelangte und aus dem Gefäße, Schmuck und Amulette hergestellt wurden. Plinius berichtet von einer Expedition eines römischen Ritters zu Ostsee zu Zeiten Neros, um für die Ausrichtung von Spielen größere Mengen davon zu beschaffen.[22] Eine Zeit lang wurden sogar Haarfärbemittel und blondes Haar[23] importiert. Nach Germanien und Skandinavien wurden vor allem Terra sigillata, bei der der größte Teil aus Süd- und Mittelgallien stammte, Bronze- und Glasgefäße, Silbergeschirr, Waffen, Ringe und Textilien ausgeführt.

Osthandel

Besser dokumentiert und vom Handelsvolumen größer war der Handel mit Arabien, Indien und China. Die meisten aus diesen Gebieten importierten Waren können als luxuriös bezeichnet werden. Auch wenn einige Produkte, wie Weihrauch[24] oder Gewürze, die z. B. in horrea piperataria in Rom gelagert wurden, nahm diese allgemeine Verwendung ihnen nicht die Exklusivität. Gehandelt wurde über Wasser und Landwege; nachdem aber ab dem 2. Jhd. v. Chr. die Monsunrouten erschlossen wurden, nahm der Seetransport stark an Bedeutung zu: Von Juli bis August segelte man das Rote Meer entlang bis zum Golf von Aden, ab da segelte man unter Ausnutzung der Nordostwinde an die Westküste Indiens. Im Februar des darauf folgenden Jahres fuhr man mit den Südwestwinden wieder zurück. Waren aus China wurden meist an westindischen Häfen aufgenommen, direkter Kontakt zu China war selten. Eine Ausnahme ist der Bericht aus chinesischen Quellen, dass zur Zeit Marc Aurels Römer zur Hauptstadt Luoyang vorgedrungen seien, sich über die Behinderung des Handels durch die Parther beklagt haben und Nashornhörner, Elfenbein und Schildpatt als Geschenk brachten.[25][26]

Beim Landtransport spielte Palmyra eine zentrale Rolle: Von dort aus wurde mehrmals im Jahr Karawanen mit bis zu 100 Kamelen nach Seleukeia, Babylon, Vologesias und Spasinou Charax geführt. Bei erfolgreicher Rückkehr wurden oft die Verantwortlichen mit Inschriften und Statuen geehrt.

Die importierten Waren waren Weihrauch, Gewürze, Seide, Elfenbein aus Indien und Textilien. Über die exportierten Waren gibt das Periplus Maris Erythraei Auskunft: Regelmäßig wurden landwirtschaftliche Produkte, wie Öl, Oliven, Wein und Getreide transportiert, und durch archäologische Befunde sind auch Keramik-, Metall-, und Glasprodukte nachgewiesen.[27] Über das Volumen des Osthandels gibt es nur vage Vorstellungen, nach Plinius wurden jährlich 100 Mio HS für Waren aus Indien und China aufgewendet.

Landtransport

In fast allen Gebieten des Römischen Reiches gab es ein engmaschiges Straßennetz aus Staatsstraßen, Dorfstraße, Wegen usw. Es gab damals nur drei Möglichkeiten Waren auf dem Land zu transportieren: Über kürzere Strecken kann ein Mann 50 kg tragen, die Belastbarkeit nimmt aber bei größeren Strecken schnell ab. Lasttiere sind dafür besser geeignet: Esel können auf langen Strecken ca. 90 kg, Kamele ca. 180 kg und Maultiere 110 kg tragen. Während Esel so beladen am Tag um die 45 km schaffen, kommt ein Maultier am Tag ca. ein Drittel weiter. Am langsamsten waren Ochsengespanne, die dafür aber viel mehr tragen konnten. Sie legten täglich 10–16 km zurück.

Über die Ausmaße des Landtransportes ist leider fast gar nichts bekannt, man kann aber davon ausgehen, dass Waren auf dem Landweg hauptsächlich im lokalen Rahmen und nur selten weitere Strecken transportiert wurden.

Fluss- und Seetransport

Neben den zahlreichen Straßen waren die Flüsse mit die Hauptverkehrsadern in der Kaiserzeit. Mancher Regionen waren durch ihre Flusssysteme begünstigt, wie Gallien/Germanien, deren Wasserstraßen ein fast vollkommenes Verkehrsnetz bildeten.[28] Bedeutend für das gesamte Römische Reich war auch das Flusssystem der südspanischen Provinz Baetica (vor allem über die Guadalquivir), das die Versorgung der westlichen Reichshälfte mit Olivenöl erst ermöglichte.[29]. Mindestens ebenso wichtig war auch der Nil, über den Getreide aus Afrika nach Alexandria transportiert wurde.

Die Größe der Schiffe schwankte zwischen kleinen Einbäumen oder Flößen und großen Frachtkähnen. Ein Prahm aus dem Niederrheingebiet war 30 m lang und konnte bis zu 100 t transportieren.[30] Der Großteil der Boote hatte aber geringere Kapazitäten, die meist bei 35 t lagen. Auch die Schiffe im Niltal besaßen eine große Vielfalt verschiedener Typen. Dort werden in der Regel nur die Ladekapazitäten angegeben, von diesen kann man aber auf die Größe schließen:[31] Eine Kapazität von 200 Artaben (5 t) weist demnach auf eine Schiffslänge von ca. 10 m hin. Besonders bei kleineren Schiffen waren die Besitzer häufig Schiffer und Händler in einer Person, wie es z. B. durch die Grabinschrift eines negotiator et caudicarius (Händlers und Flusstransporteurs) aus Worms belegt.[32]

Über die Kosten ist recht wenig bekannt, der Flusstransport war aber deutlich profitabler als der Landtransport; noch günstiger war allerdings der Transport zur See. Aus Oxyrhynchos ist eine Abrechnung belegt, bei der 3400 Artaben Getreide für 730 Drachmen transportiert wurde. Die Strecke betrug 450 km und war somit in vier Tagen zu bewältigen.[33]

Große Hochseeschiffe übertrafen diese Frachtkähne bei weitem: Der zum Transport des vatikanischen Obelisken benutzte Frachter hatte eine Ladekapazität von 1.300 t.[34][35] Solche Schiffe bildeten allerdings die Ausnahme, die normalen Kapazitäten lagen bei 100–450 t. Ab Marc Aurel kamen Schiffseigner von Schiffen mit über 340 t Ladekapazität in den Genuss der vacatio muneris publici.[36]

Wahrscheinlich besaßen die meisten Händler kein eigenes Schiff, sonder mieteten ein Teil des Frachtraumes an. Bei Darlehen in diesem Gebiet waren aufgrund des hohen Risikos auch die Zinsen sehr hoch: Sie schwankten meist zwischen 30 und 33 %.[37].

Handwerk

Das Handwerk nahm schon in Zeiten der Republik an Umfang rasch zu, besonders die Produktion für militärische Zwecke, bei der es zugleich auf hohe Qualität ankam. Das Heer selbst benötigte zahlreiche Zimmerleute, Waffenschmiede und Techniker. Die Waffenproduktion konzentrierte sich in Rom und den Landstätten zwischen Rom und Capua. Zur Versorgung der wachsenden Bevölkerung entstanden neue selbständige Berufs,- u. Gewerbezweige. Seit dem Anfang des 2. Jhdts begegnen Garküchen, Lohnköche und Bäcker; ferner erscheinen Barbiere, Weber, Färber, Schneider und, dem wachsenden Luxusbedürfnis der Oberschicht entsprechend, Silberschmiede, Bauhandwerker, Stukkateure, Innenausstatter etc. Das Handwerk lag vorwiegend in den Händen von armen Freien, Freigelassenen und Fremden, in geringem Umfang auch von spezialisierten Sklaven. Das Ansehen der Handwerker war gering.

Wirtschaftsformen

Die meisten handwerklichen Produkte wurden in Kleinbetrieben (officina), in denen die Angehörigen der Familie und oft auch einige Lohnarbeiter und Sklaven arbeitete, für den lokalen Rahmen produziert. Diese Betriebe oder Handwerker fertigten ihre Waren meist auf Bestellung an. Die von ihnen betriebene Werkstätten (tabernae) befanden sich in den Städten meist im Erdgeschoss der Mietshausblöcke (insulae). Allein in Pompeji sind 650 tabernae nachgewiesen, die meisten zum Verkauf von Lebensmitteln, aber auch 25 Gerbereien und Walkereien, zwei Kleidungs- und ein Leinenhändler, 10 metallverarbeitende Werkstätten, drei Töpfereien, darunter auch eine kleine Lampenfabrik, und einige Schreiner, (Flick)schuster und Parfümhersteller [38]. Die Gewerbetreibenden besaßen die Tabernen entweder selbst, oder sie pachteten die Räumlichkeiten und das Arbeitsgerät bei anderen, meist Angehörigen der Oberschicht. Beispielsweise besaß Cicero einige Mietshäuser mit tabernae[39]. Es wurden aber nicht nur kleine Werkstätten vermietet, sondern sogar ganze Betriebe. Aus der ägyptischen Stadt Oxyrhynchos ist ein Papyros von 220 bis 250 n. Chr. erhalten, bei dem ein Viertel einer Töpferei für ein Jahr gepachtet wurde; der Pächter verpflichtet sich in dieser Zeit 4.115 verschiedene Behälter für Wein zu produzieren; ihm wurde das Material gestellt und er bekam 36 Drachmen für je 100 Gefäße [40].

Mondförmiger Stempel für Ziegelsteine und Dachziegel

Fast alle Produkte, die in größeren Maßen produziert wurden, also Terra Sigillata, andere Keramik, Ziegel, auch Wasserrohre, wurden mit dem Stempel der Erzeuger oder Betriebe markiert. Terra Sigillata wurden hauptsächlich in Arezzo, Lezoux und La Graufesenque und von da ins gesamte Römische Reich transportiert. Besonders viel ist von La Graufesenque bekannt, da bei dortigen Ausgrabungen insgesamt 43 „Bestell- und Lieferscheine“ aus der Mitte des 1. Jhs n. Chr gefunden wurden, die insgesamt 1 Million Vasen erwähnen, die in Kleinbetrieben hergestellt wurden. In La Graufesenque verpachteten die Eigentümer ihre Betriebe (ähnlich wie in der Landwirtschaft) und die Pächter bewirtschafteten sie mit eigenem Personal oder verpachteten sie weiter an einzelne Töpfer. Interessant ist auch das Beispiel des Silberschmiedes Demetrios aus Ephesos im Neuen Testament: Er hatte sich auf die Herstellung von Devotionalien für den nahegelegenen Artemis-Tempel spezialisiert, wofür er Arbeiter beschäftigte, die selber wiederum über gemietete Arbeitskräfte verfügten.[41]

Obwohl es einige Großbetriebe gab, waren die Hauptproduktionsorte immer noch die zahlreichen kleinen Werkstätten. Auch die Waffen für die Legionen mussten lange bei vielen einzelnen Herstellern gekauft werde, erst unter Diokletian entstanden staatliche Waffenfabriken (fabricae) größeren Ausmaßes. Die Versorgung der Truppen war für viele Bereiche der Wirtschaft, wie Handel und Landwirtschaft ein wichtiger Faktor. Oft verfügten sie auch über eigene Werkstätten in den Lagern.

Spezialisierung

Die meisten Berufe waren sehr spezialisiert, so sind z. B. ca. 500 lateinische Ausdrücke für Berufe bekannt und in Grabinschriften aus Rom werden über 200 verschiedene Gewerbe überliefert. Häufig ist es aber unklar ob es sich dabei um Berufe oder bloße Tätigkeitsbezeichnungen geht. Dies zeigt auch ein aus Pompeji stammender Graffito:

„Nachdem du achtmal gescheiter bist, bleibts es dir übrig sechszehnmal zu scheitern. Du hast auf Wirt gemacht, du hast auf Geschirrverkäufer gemacht, du hast Wurstwaren verkauft, du hast auf Bäcker gemacht. Du bist Bauer gewesen. Du hast Kleinbronzen verhökert und bist Trödler gewesen. Jetzt stellst du kleine Flaschen her.“[42]

Ausbildung

An dem pompejianischen Graffito sieht man auch, dass für die meisten Berufe keine Ausbildung vonnöten war; Es sind aber auch Lehr- und Ausbildungsverhältnisse für zahlreiche Berufe belegt. Papyri aus dem römischen Ägypten nennen vor allem den Beruf des Webers, den Nagelschmieds, Flötenspieler, Bauhandwerker, Leinenweber, Korbmacher, Kupferschmiede, Leichenbestatter und den Frisör.[43] Lateinische Inschriften nennen folgende Lehrlingsberufe: Spiegelmacher, Steinmetz, Walker, Dachdecker, Goldschmiede, Bäcker, Mosaikarbeiter und Ziergärtner. Weitere papyrologische Überlieferungen legen nahe, dass oft der Erfolg der Ausbildung am Ende von dem jeweiligen Berufsverein (collegia) überprüft wurde. Eine Text aus dem 2. Jahrhundert erwähnt eine Geldsumme, die der Vorsteher des Vereins der Weber (wahrscheinlich dem Staat) gezahlt hatte.[44] Nicht nur Männer betrieben ein Handwerk oder wurden darin unterwiesen: Aus Ostia und Pompeji stammen Inschriften von Flickschneiderinnen, Goldwirkerinnen, Schuhmacherinnen und Bleirohrherstellerinnen. Auch kam davon ausgehen, dass die Frauen in der Werkstatt ihres Mannes halfen, ohne dass es däfür Quellen gibt.

Vom Staat wurde für viele Berufe eine fixe Summe (χειρονἀξιον) verlangt, die zum Ausüben des Gewerbes berechtigte.

Dienstleistungen

Banken

argentarius mit seinem Wechseltisch, 4. Jahrhundert v. Chr.

Ursprünglich waren Banken (tabernae argentariae) nur Wechselstuben, im Römischen Reich erweiterte sich aber das Aufgabengebiet eines Bankiers (argentarius) schon um das 4. Jhd v. Chr.: Hinzukam das Depositgeschäft, d. h. das zinslose Aufbewahren von Geld zur Sicherheit und zur Auszahlung an Dritte. Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr kam allmählich das Kreditgeschäft auf, bei dem nicht nur Darlehen gegen Zins, sondern auch bei Auktionen die Kaufsumme vorgestreckt wurde. Hierfür wurde als Gebühr meist 1 % des Preises erhoben. Bei Krediten betrug der staatlich festgesetzter Höchstzinssatz 12,5 %. Bei den Darlehen handelte es sich meist um Konsumkredite und eher seltener um Geschäftskredite. Neben den Bankiers gab es auch hauptberufliche Geldverleiher, faeneratores, die als Sklaven oder Freigelassene wohlhabender Privatleute Kredite gewährten. Außerdem betätigten sich auch die Senatoren und Ritter als Geldgeber von größeren Summen; die Ritter liehen sogar teilweise Geld und verliehen es zu einem höheren Zinssatz weiter.[45]

Die Banken lagerten nicht nur das Geld, gegen einen “Scheck" händigten sie auch Geld von einem Konto aus:

„N.N. grüßt den [Bankier] Ep[agathos]. Zahle an Phibis und N.N. Sohn des Dioskoros, und N.N., die drei Eseltreiber, die die Spreu für die Heizräume der Bäder am Gymnasium transportieren und das übrige gemäß ihrem Lohnvertrag tun, wie sie auch zu anderen Zeiten schon durch Schecks angewiesen wurden, als Lohn für den Monat Hathyr, für dieses und ihre Esel vierundsechsig Drachmen, macht 64 Dr., und nimm ihre Quittung entgegen. Im 3. Jahr des Imperator Caesar Traianus Hadrianus Augustus am 10. Hathyr.“ (Papyrus aus Hermopolis)

Möglich war sogar der Zahlungsverkehr zwischen zwei Banken, ob das Geld aber real transportiert wurde, weiß man nicht. Neben den Privatbanken gab es auch öffentliche Banken und Tempelbanken. Berühmte Heiligstätten wie das Tempel der Artemis in Ephesos waren auch oft Banken.

Unterhaltung

Die Hauptveranstaltungsorte für die öffentlichen Spiele waren ab der Republik Arenen und Circusse, bei denen hauptsächlich Gladiatoren und Wagenlenker, aber auch Schauspieler und Musiker auftraten. Allein in Rom gab es jedes Jahr mehrere große Spiele, wie die ludi Apollinares, für die jährlich 380.000 Sesterzen ausgeben wurden, oder die ludi Romani, mit einem Budget von 760.000 Sesterzen. Hohe Kosten verschlang auch der Theaterbetrieb in vielen Städten. Oft wurden Spiele aber auch von Politikern finanziert, um sich damit die Gunst der Wähler zu sichern.

Im Unterhaltungsbereich spielt auch der Bedarf an Tänzern, Sängern und Musikern für private Veranstaltungen, wie Leichenzüge, Festmähler und Trinkgelagen eine Rolle. Besonders beliebt waren in Rom die Tänzerinnen (saltatrices) aus Gades, die unter Flötenspiel ihre üppigen Hüften lüstern kreisen ließen[46]

Prostitution

Spintriae, Gutscheine für einen Bordellbesuch

Hauptartikel: Prostitution in der Antike

Für viele Frauen, teilweise auch Männer, war die Prostitution der einzige Weg, aus der Armut zu entrinnen. Oft wurden aber auch Sklavinnen unter Zwang prostituiert. Aus verschiedenen Regionen des Reiches sind Preise für den Verkehr mit Prostituierten bekannt, bei denen auch sicherlich Zuhälter oder Bordellwirt mit verdienten. Aus Aesernia stammt eine Rechnung, bei der die Wirtin für das „Mädchen“ 8 As verlangt. Bei den zahlreichen Graffiti in Pompeji schwanken die Preise zwischen 2 und 23 As. Auch der Staat und die Gemeinden verdienten daran, Caligula führte beispielsweise eine Steuer auf die Prostitution ein.

Bildungswesen

Relief aus Neumagen, ein Lehrer und drei Schüler

Unterricht war im Römischen Reich keine staatliche Aufgabe, wohlhabende Eltern schickten ihre Kinder zu einem Privatlehrer oder in die privaten Schulen, die in der Regel in gemieteten Tabernen, Höfen und Portiken abgehalten wurden. Dort wurde vor allem Lesen, Schreiben und Rechnen gelehrt. Die Lehrer hatten meist einen schlechten Ruf und wurden dementsprechend schlecht bezahlt. Neben diesen Elementarschulen gab es auch gut verdienende Grammatiker, wie der, zu dem Augustus seine Enkel schickte; er wurde mit 100.000 HS entlohnt. Des Weiteren gab es auch Rhetorik-, Rechts- und Philosophielehrer.

Ärzte

Die Oberschicht hielt sich häufig ausgebildete Sklaven, teilweise wurde ihnen auch eine „Praxis“ eingerichtet, wo sie Freunde und Klienten des Herren behandelten. Die meisten Ärzte lassen sich der Oberschicht zuordnen, kaiserliche Leibärzte verdienten sogar 500.000 HS. Selbst Privatpraxen liefen außerordentlich gut, ein Q. Stertinius verdiente mit einer solchen 500.000 HS pro Jahr. Es gab aber auch erfolglose Ärzte wie Diaulos, der sich schließlich als Leichenbestatter verdingen musste [47].

Siehe auch

Literatur

Quellen

Sekundärliteratur

  • Hans-Joachim Drexhage, Heinrich Clemens Konen, Kai Ruffig: Die Wirtschaft des Römischen Reiches. Berlin 2002, ISBN 3-05-003430-0.
  • Thomas Pekáry: Die Wirtschaft der griechisch-römischen Antike. Wiesbaden 1976, ISBN 3-515-02154-X.
  • Reimar Müller (Hrsg.): Kulturgeschichte der Antike. Berlin 1982, ISBN 3-88436-127-9.

Anmerkungen

  1. R. Duncan Jones
  2. De re rustica, 1,7,3
  3. Spurr 1986,23–40
  4. De agri cultura 61,1
  5. White 1970, 125–144; Frayn 1979, 34–36;
  6. Ben-David, 1974, 97f.
  7. Johannes Kolb 1984, 244
  8. Ben-David 1974, 103–105
  9. Jardé, 1925 34. 60
  10. Sextus Iulius Frontinus, De aquis urbis Romae.
  11. Johannes Kolb ebd. 699 Anm. 3
  12. Richard Duncan Jones
  13. De re rustica 3,3
  14. Martin-Kilcher 1994b, 115
  15. Schneider 1992, 148
  16. Habermann 1982
  17. Jacobsen 1995, 27f.
  18. Tacitus, Annalen 4,72,2
  19. CIL 13, 08348
  20. Tausend ebd. 224–226
  21. Tausend ebd. 220–222
  22. Plinius, Naturalis historia 37,43–45
  23. Tausend 1987, 222f.
  24. Müller 1978
  25. Hou Hanshu
  26. Ferguson 1978, 594f.
  27. Begley/DePuma 1991
  28. u. a. Jacobsen 1995
  29. Chic García 1990
  30. Obladen-Kauder 1994
  31. Poll 1996 131–133
  32. Boppert 1994
  33. P. Oxy. 3/522
  34. Plinius nat. 16,201f.
  35. Schneider 1992, 147f.
  36. Dig. 50,5,3
  37. Rougé 1966, 345–360
  38. Oliver Gassner ebd. 21–23
  39. Cicero, epistulae ad Atticum, 14,9,1
  40. The Oxyrhynchus Papyri, Band 50 Nr. 3596
  41. Apostelgeschichte 19,23–28
  42. CIL 4, 10150: [Cum] de[d]uxisti octies tibi super<e=A>(s)t ut (h)abeas sedecies coponium fecisti cretaria
    fecisti salsamentaria fecisti pistorium fexisti agricola fuisti aere minutaria fecisti
    propola fuisti languncularia nunc facis si cunnu(m) linx{s}e{e}ris consummaris omnia
    .
  43. Massimo Bergamasco 1995, 162–167
  44. Sammelbuch 20/15023
  45. Sueton, Augustus 39
  46. Martial 5,78,25 und Juvenal 11,162ff
  47. Martial 1,47

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