Bekenntnis von Nizäa

Bekenntnis von Nizäa
Ikone: Erstes Konzil von Nicäa. Kaiser Konstantin entrollt den Text der ersten Hälfte des Nicänischen Glaubensbekenntnis

Das Bekenntnis von Nicäa wurde vom ersten Konzil von Nicäa 325, dem ersten ökumenischen Konzil herausgegeben.

Es ist nicht zu verwechseln mit dem bekannteren und nahe verwandten Nicäno-Konstantinopolitanum, dem Bekenntnis des ersten Konzils von Konstantinopel, das ebenfalls oft als Nicäisches Glaubensbekenntnis oder Nizänisches Glaubensbekenntnis bezeichnet wird. Im Gegensatz zu diesem wird das hier beschriebene Bekenntnis auch von allen alt-orientalischen Kirchen anerkannt und ist somit das meistanerkannte Bekenntnis im Christentum.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtlicher Hintergrund

Mit dem Bekenntnis zur Wesenseinheit von Christus und dem Vater bezog das erste nicht-lokale Konzil der Kirchengeschichte Stellung gegen den Arianismus, dessen Lehre auf dem Konzil von Nicäa (Nicäa entspricht dem heutigen İznik/Türkei) abgelehnt wurde.

In der Folge wurde das Bekenntnis von Nicäa oft als der Glaube der 318 heiligen Väter (318 Bischöfe, die am ersten Konzil von Nicäa teilgenommen haben sollen nach der Anzahl der Knechte mit denen Abraham in Genesis 14,14 auszieht) bezeichnet – sowohl die wörtliche Form, als auch verschiedene orthodoxe Glaubensbekenntnisse, die nach dem Prinzip von Nicäa formuliert wurden (z. B. das Nicäno-Konstantinopolitanum).

Auf dem Konzil von Ephesos im Jahre 431 wurde dann das wörtliche Glaubensbekenntnis von Nicäa ausdrücklich bestätigt und erklärt, dass es nicht verändert werden dürfe.

Text

Wir glauben an einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
den Sohn Gottes,
der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt: aus dem Wesen des Vaters,
Gott aus Gott, Licht aus Licht,
wahrer Gott aus wahrem Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater (homoousios tou patri);
durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist;
der für uns Menschen und wegen unseres Heils herabgestiegen und Fleisch geworden ist,
Mensch geworden ist,
gelitten hat und am dritten Tage auferstanden ist,
aufgestiegen ist zum Himmel,
kommen wird um die Lebenden und die Toten zu richten;
Und an den Heiligen Geist.
Diejenigen aber, die da sagen „es gab eine Zeit, da er nicht war“ und „er war nicht, bevor er gezeugt wurde“, und er sei aus dem Nichtseienden geworden, oder die sagen, der Sohn Gottes stamme aus einer anderen Hypostase oder Wesenheit, oder er sei geschaffen oder wandelbar oder veränderbar, die verdammt die katholische Kirche. [richtig: die belegt die katholische Kirche mit dem Anathema]

Heutige Übersetzungen und die lateinische Version enthalten eingeboren oder einziggeboren, unigenitum, davon ausgehend, dass γενή von γενναω geboren kommt. Allerdings übersetzen ältere lateinische Manuskripte des neuen Testaments μονογενή als unicus, einzigartig. So bleibt der Urtext mehrdeutig.

Vergleich mit älteren Bekenntnissen

Literarisch lässt sich das Bekenntnis von Nizäa auf ältere östliche Glaubensbekenntnisse zurückführen. Da jedoch von Jerusalem, Cäsarea, Antiochia und Alexandria sehr ähnliche Bekenntnisse überliefert sind, lässt sich nicht eindeutig feststellen, welches dieser Bekenntnisse die Grundlage für das nizäanische war.

Die trinitarische Formulierung des Bekenntnisses (Wir glauben an einen Gott … Und an den einen Herrn Jesus Christus … Und an den Heiligen Geist …) ist sowohl im Apostolikum als auch in vielen anderen Taufbekenntnissen der damaligen Zeit zu finden. Dieser Aufbau des Bekenntnisses war am Konzil kein Thema.

Die oben kursiv gesetzten Teile sind Zusätze des Konzils, die sich in keinem früheren Bekenntnis finden. In ihnen hat die Kirche Formeln gesucht, die die christologische Lehre der Kirche so ausdrückten, dass der Arianismus sie nicht arianisch interpretieren konnte – ältere Bekenntnisse wurden auch von den Arianern akzeptiert, da sie sie in ihrem Sinn auslegen konnten.

Strittig war am Konzil der Begriff homoousios (dt.wesensgleich / wesenseins), der in der Bibel nicht vorkommt – er wurde von Kaiser Konstantin I. oder dessen Berater Ossius von Córdoba vorgeschlagen. Da gerade dieser Ausdruck für die Arianer in einem Glaubensbekenntnis inakzeptabel war, entschied sich das Konzil trotz Bedenken dafür.

Literatur

  • Hubert Jedin (Hrsg.): Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. Herder, Freiburg im Breisgau 1973, ISBN 3-451-14024-1 (Handbuch der Kirchengeschichte, Bd. 2, erster Halbband).
  • John Norman Davidson Kelly: Early Christian Creeds. 3. Auflage. Longman, London 1972, ISBN 0-582-48931-8.

Weblinks


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