Zentrumspartei

Zentrumspartei
Deutsche Zentrumspartei
Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870
Logo der Partei
Partei­vor­sit­zender Gerhard Woitzik
Gene­ral­sekre­tär Ewald Jaksch
Stell­ver­tretende Vorsit­zende Axel B. Göhre
Bundes­geschäfts­führer Werner Otto
Bundes­schatz­meister Norbert Closmann
Gründung 13. Dezember 1870
Gründungs­ort Berlin
Haupt­sitz Postfach 12 62
72822 Wannweil
Mitglie­derzahl 650 (Stand: Februar 2008) [1]
Mindest­alter 16 Jahre
Website www.zentrumspartei.de

Die Deutsche Zentrumspartei - Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870 (Kurzbezeichnung: ZENTRUM) war bis 1933 als Vertreterin des katholischen Deutschland eine der wichtigsten Parteien des Kaiserreichs und der Weimarer Republik.

Mit der Gründung der CDU als überkonfessioneller Sammlungspartei verlor das Zentrum nach dem Zweiten Weltkrieg seine Wähler- und Mitgliederbasis. Seit Mitte der 50er Jahre stellt sie bis heute lediglich eine Kleinpartei dar.

Auf europäischer Ebene ist die Zentrumspartei Mitglied der Europäischen Christlichen politischen Bewegung (ECPM).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte bis 1933

Vorgeschichte und Gründung

Plakat zur Gründung der Zentrumspartei

Die historische Zentrumspartei war der wichtigste Repräsentant des politischen Katholizismus in Deutschland. Die Politisierung der katholischen Konfession war dabei ein langer und teilweise widersprüchlicher Prozess. Unter den aufgeklärten katholischen Bürgern begann mit dem Ende der geistlichen Fürstentümer anlässlich des Reichsdeputationshauptschlusses im Jahr 1803 eine gewisse Rückbesinnung auf den Katholizismus nicht nur als Religion, sondern auch als strukturierendes Element des gesellschaftlichen und persönlichen Lebens. Auch die deutsche Romantik hat zur Rekonfessionalisierung beigetragen.

Die Politisierung dieser Entwicklung wurde von einigen Faktoren entscheidend bestimmt. Einer von ihnen war die Ablösung der Aufklärungstheologie durch die ultramontane Bewegung (strikte Ausrichtung der katholischen Kirche auf Rom bis hin zum päpstlichen Unfehlbarkeitsdogma.) Diese Entwicklung stieß auf erhebliches Misstrauen sowohl der absolutistischen deutschen Fürsten wie auch der religionskritischen Liberalen.

Der Konflikt erreichte während des Mischehenstreits der 1830er Jahre einen ersten Höhepunkt. In dessen Verlauf kam es 1837 zur Verhaftung des Kölner Erzbischofs Clemens August Droste zu Vischering. Diese so genannten „Kölner Wirren“ löste im katholischen Deutschland eine bislang unbekannte Protest- und Solidarisierungswelle aus.

Auf mittlere Sicht fand der Gegensatz des katholischen Deutschland gegenüber dem autoritären Staat und dem Liberalismus gleichermaßen auch ihren politischen Niederschlag. Bereits in der Deutschen Nationalversammlung von 1848 bildete sich in der Frankfurter Paulskirche der sogenannte Katholische Klub, der einen losen Zusammenschluss katholischer Abgeordneter darstellte. Er war eine Art interfraktionelle Vereinigung und nur auf Verteidigung der Rechte der Kirche gegenüber dem Staat eingestellt. Im Jahr 1852 bildete sich im Preußischen Landtag dann eine Katholische Fraktion, die sich aber 1867 wieder auflöste. Auch in den Landtagen der restlichen deutschen Staaten wurden katholische Fraktionen oder fraktionsähnliche Vereinigungen gegründet.

Eine wichtige Rolle in der Phase, die zur Gründung der Zentrumspartei führen sollte, spielten die Soester Konferenzen, eine lose Diskussionsrunde um die Brüder Hermann und Georg von Mallinckrodt, Alfred Hüffer, Freiherr Wilderich von Ketteler, Friedrich Wilhelm Weber und Eduard Klein sammelte. Das erste Treffen fand am 12. Januar 1864 in Soest statt, und es folgten in unregelmäßigen Abständen weitere Zusammenkünfte, bis 1866 der Deutsche Krieg ausbrach. Der Sieg des protestantischen Preußens und das Hinausdrängen der österreichischen Schutzmacht der Katholiken im Reich bedeutete einen Rückschlag für den politischen Katholizismus in Deutschland.

Gleichwohl war der politische Katholizismus inzwischen kein ausschließlich akademisches Projekt mehr. Nicht zuletzt dank der massiven Unterstützung durch den Ortsklerus begann er auch für die katholischen Wähler immer attraktiver zu werden. Für das katholische Sauerland etwa berichteten die Behörden in den 1860er Jahren von einem Vordringen der katholischen Bewegung.

Erst im Jahr vor den Neuwahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus, 1869, wurden die Planungen zur Gründung einer katholischen Partei wieder aufgenommen und in Zusammenkünften in Ahlen/Westfalen, Münster und Essen ein im Wesentlichen von Hermann von Mallinckrodt und Peter Reichensperger entworfenes Programm angenommen.

Ludwig Windthorst

Darin wurde die Unabhängigkeit kirchlicher Institutionen und die Selbständigkeit der Kirche gefordert. Die Konfessionsschulen und die kirchliche Schulaufsicht sollte erhalten bleiben. Die Gründung eines deutschen Gesamtstaates sollte auf föderaler Basis erfolgen und den Bundesstaaten eine relativ große Unabhängigkeit eingeräumt werden. Auch Ansätze zur Forderung nach einer staatlichen Sozialpolitik waren bereits im Essener Programm vom 30. Juni 1870 enthalten: Die bestehende finanzielle Belastung des Volkes sollte durch den Verzicht auf weitere Erhöhungen des Militäretats und eine gerechtere Verteilung der Steuerlast erreicht werden und auf die Beseitigung der sozialen Missstände im Staat hingewirkt werden. Das „Soester Programm“ vom 28. Oktober 1870 erlangte schließlich die größte Bedeutung unter den frühen Programmschriften, da auf seiner Basis die führenden Kräfte der Gründung in das preußische Abgeordnetenhaus gewählt wurden.

Am 13. Dezember 1870 gründeten 48 Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses die „Fraktion des Zentrums“, deren erster Vorsitzender Karl Friedrich von Savigny wurde. Daneben waren Peter und August Reichensperger, Mallinckrodt, Ludwig Windthorst, Friedrich Wilhelm Weber und Philipp Ernst Maria Lieber von großem Einfluss, ebenso wie Eduard Müller[2] aus Berlin.

Bei der Wahl zum ersten Deutschen Reichstag am 3. März 1871 errang die Partei 18,6 % der Stimmen und 63 Mandate. Damit bildete sie die zweitstärkste Fraktion nach der Nationalliberalen Partei.

Opposition und Kulturkampf

Das Zentrum war aus seinem Selbstverständnis heraus eine Partei, die zur Reichsregierung unter Bismarck in Opposition stand. Weder Bismarcks wirtschaftspolitische Orientierung am Liberalismus noch dessen Versuch, die politische Macht der Kirche zurückzudrängen, war mit den Positionen des Zentrums in Einklang zu bringen. Dies galt ebenso für den Kampf des neuen Nationalstaats gegen seine Minderheiten, von denen ein großer Teil, so etwa die meisten Polen und Elsaß-Lothringer, katholisch waren.

Der Kampf Bismarcks gegen den politischen Katholizismus prägte die Innenpolitik im ersten Jahrzehnt des Kaiserreichs, da es teilweise schien, als ob die Katholiken der kleindeutschen Reichseinigung skeptisch gegenüberstehen würden. Eine bislang undenkbare Koalition von Konservativen, Liberalen und Bismarck hatte sich daher auf die Fahnen geschrieben, den Einfluss des Papsttums und des Ultramontanismus auf die deutsche Innenpolitik über den Umweg der Zentrumspartei und des Klerus einen Riegel vorzuschieben. Während die Konservativen vor allem den ausländischen Einfluss bekämpften, sahen die Liberalen im Papsttum einen Hort der Reaktion. Tatsächlich hat das Erste Vatikanische Konzil mit der Verkündung des Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit und des Syllabus Errorum diesen Eindruck noch bestärkt.

Auch um von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten während der „Gründerkrise“ der frühen 1870er Jahre abzulenken, wurden die Katholiken während des „Kulturkampfs“ zu „Reichsfeinden“ stilisiert. Das Misstrauen wurde auch dadurch geschürt, dass das Zentrum im Reichstag mit den ebenfalls als „Reichsfeinde“ eingestuften Minderheitenparteien der Polen, Elsässer, Welfen und Dänen zusammenarbeitete und sich auch damit gegen die Bismarck'sche Politik stellte.

Zwar hatte der Kulturkampf tatsächlich gewisse Säkularisierungserfolge wie etwa die Einrichtung von kommunalen Standesämtern aufzuweisen, aber letztlich hat er den Zusammenhalt und die Selbstabschließung des katholischen Deutschland in einem hohen Maß verstärkt. Politisch trug er maßgeblich zur inneren Konsolidierung des Zentrums und dessen Profilierung als katholische Opposition gegen die preußisch-protestantische Vorherrschaft bei. In den Reichstagswahlen 1874, auf dem Höhepunkt des Kulturkampfes, konnte das Zentrum seinen Stimmenanteil auf 28 % ausbauen, ein Anteil, der in den folgenden Wahlen konstant blieb und dem Zentrum stets zwischen 90 und 100 Mandate brachte.

Der Erfolg des Zentrums beruhte auf seiner Rolle als einer katholischen Milieupartei. Der staatliche Druck von außen, aber auch der politische Einfluss des Klerus trugen vor allem in den ersten Jahrzehnten dazu bei, dass ein Großteil der katholischen Wähler weitgehend unabhängig von ihrer sozialen oder wirtschaftlichen Position für diese Partei stimmten.

Wandel zur regierungsstützenden Partei und innerparteiliche Differenzierung

Nach Bismarcks Kurswechsel weg von einer liberalen Wirtschaftspolitik hin zum Protektionismus, seiner auch vom Deutschen Zentrum erzwungenen staatlichen Sozialpolitik und dem beginnenden Kampf gegen die Sozialdemokratie (Sozialistengesetze) näherte sich das Zentrum langsam der Reichsregierung an. Unterstützt wurde dies dadurch, dass von 1880 bis 1887 insgesamt fünf Milderungs- und Friedensgesetze zur Beilegung des Kulturkampfes verabschiedet wurden. Das Zentrum war aus dem Kulturkampf gestärkt hervor gegangen und von 1881 bis 1912 stärkste Reichstagsfraktion. In der Geschichtsschreibung kommt die entscheidende Rolle der Deutschen Zentrumspartei bei der Einführung der Sozialversicherung ( zunächst ohne die Arbeitslosenversicherung ) häufig zu kurz. Nach den Maßstäben der Gegenwart hätte sie demnach eigentlich als eine "linke" Partei gelten müssen.

Stimmenanteil und Zahl der Sitze des Zentrums bei den Reichstagswahlen 1871–1912
Jahr Stimmen Sitze
1871 18,6 % 63
1874 27,9 % 91
1877 24,8 % 93
1878 23,1 % 94
1881 23,2 % 100
1884 22,6 % 99
1887 20,1 % 98
1890 18,6 % 106
1893 19,1 % 96
1898 18,8 % 102
1903 19,8 % 100
1907 19,4 % 105
1912 16,4 % 91

Quelle: Gerd Hohorst, Jürgen Kocka und Gerhard A. Ritter: Sozialgeschichtliches Arbeitsbuch II: Materialien zur Statistik des Kaiserreichs 1870–1914. München, 1978. S.173–175

Seit der Entlassung Bismarcks 1890 trat der konfessionell-katholische Aspekt der Partei zugunsten eines noch stärker sozialpolitischen Engagements zurück. Insbesondere durch den 1890 gegründete mitgliederstarken „Volksverein für das katholische Deutschland“ entstand eine Organisation, die durch zahllose Aufklärungsvorträge und Broschüren sowie der sozialpolitischen Arbeit der „Volksbüros“ wesentlich dazu beitrug, dass die Zentrumspartei ein endgültig sozialpolitisches Profil erhielt und viele Arbeiter an sich binden konnte.

Unter Bismarcks Nachfolgern unterstützte das Zentrum die Regierungspolitik auf den wichtigen Feldern der Innen-, Außen-, Kolonial- und Flottenpolitik und hatte damit den Wandel von der Oppositions- zur De-facto-Regierungspartei vollzogen, wenngleich Katholiken weiterhin vielfach Bürger zweiter Klasse waren, denen der Zugang zu höheren Positionen verwehrt blieb, solange sie sich nicht öffentlich gegen das Zentrum aussprachen.

Während des wilhelminischen Kaiserreichs blieb das Zentrum auf den ersten Blick eine stabile politische Kraft. Schaut man genauer hin, gab es innerhalb der Partei erhebliche Konflikte. Dazu hat unter anderem beigetragen, dass mit dem faktischen Ende des Kulturkampfs ein zentrales einigendes Band verloren gegangen war. Insbesondere seit den 1890er Jahren entwickelten sich unterschiedliche Strömungen. Dazu zählt etwa ein konservativ-agrarischer Flügel, daneben gab es einen „populistischen“ Flügel vor allem getragen von Kleinbauern und Handwerkern, einen bürgerlichen Flügel sowie einen immer stärker werdenden Arbeiterflügel. Andere Gegensätze kamen hinzu, waren aber teilweise mit den sozialen Unterschieden verbunden. Während etwa an der „monarchistischen“ Grundhaltung der Partei insgesamt kein Zweifel bestehen kann, gab es doch gerade bei den Arbeitern und im populistischen Flügel beachtliche demokratische Tendenzen. Diese Konflikte wurden teilweise in den Regionen erbittert öffentlich ausgefochten. Nach dem Tod Peter Reichenspergers kam es beispielsweise in der Zentrumshochburg Sauerland über mehr als 10 Jahre bei den Reichstagswahlen zu einer Spaltung der Partei durch die Nominierung mehrerer Kandidaten.

Für die Partei auf Dauer negativ wirkte sich auch die immer stärker werdende industrielle Entwicklung aus. Auch wenn das katholische Milieu alles tat, um die Arbeiterwähler (auch politisch) zu binden, begann das Zentrum vor allem in den Großstädten und den Industriegebieten, einen Teil seines Wählerpotentials einzubüßen. Dabei spielten Säkularisierungstendenzen eine wichtige Rolle. Auf dem Land und in kleinen Städten war davon freilich noch nichts zu spüren. So stimmten etwa im Sauerland – trotz der Spaltung – stets an die 90 % für das Zentrum. Die Stagnation auf hohem Niveau war einer der Gründe für Überlegungen, die Partei zu einer auch den Protestanten offenstehenden Volkspartei zu machen. Die Auseinandersetzungen darüber im so genannten Zentrumsstreit blieben letztlich ergebnislos, so dass die Partei auch weiterhin nur den katholischen Volksteil repräsentierte.

Erster Weltkrieg und Novemberrevolution 1918/19

Während des Ersten Weltkriegs ging auch das Zentrum den Burgfrieden ein und stützte die Außen- und Kriegspolitik Wilhelms II. und der OHL. Dies ging soweit, dass die Partei in einigen Regionen ihre Tätigkeit faktisch einstellte.

Auf mittlere Sicht nahm auch im Zentrum die Kriegsmüdigkeit zu. Daher bildete das Zentrum 1917 zusammen mit der SPD und der Fortschrittlichen Volkspartei, alle drei stigmatisierte Außenseiter während des Kaiserreichs, den Interfraktionellen Ausschuss. Dieser brachte am 19. Juli 1917 eine Friedensresolution in den Reichstag ein, der mit der Mehrheit der drei Parteien angenommen wurde. Die Friedensresolution, die auf den Abschluss eines Verständigungsfriedens zielte, blieb angesichts der de facto diktatorischen Macht der OHL unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff zwar ohne direkte Auswirkungen, war aber die Geburtsstunde der späteren Weimarer Koalition. Mit Graf Georg von Hertling stellte das Zentrum von November 1917 bis September 1918 erstmals einen Reichskanzler. Nach der Parlamentarisierung des Reiches in der Oktoberreform 1918 war das Zentrum mit drei Staatssekretären im Kabinett Max’ von Baden vertreten.

Der Novemberrevolution von 1918 stand die Zentrumspartei insgesamt ablehnend gegenüber. Gerade auch auf regionaler Ebene zeigte sich aber in der Staatsformfrage „Monarchie oder Republik“ eine erhebliche Bandbreite der Meinungen. In einigen Gemeinden waren lokale Parteiführer gleichzeitig prominent in den Arbeiter- und Soldatenräten vertreten. Insgesamt stellte sich die Partei allerdings nur widerwillig auf den „Boden der gegebenen Tatsachen“. Letztlich unterstützte sie aber trotz heftigen innerparteilichen Konflikten die von Philipp Scheidemann ausgerufene Republik und nahm Kontakte zu den früheren Partnern des Interfraktionellen Ausschusses auf. Aus Protest gegen die zentralistisch orientierte Politik Matthias Erzbergers spalteten sich der bayerische Landesverband des Zentrums 1920 von der Mutterpartei ab und gründeten die Bayerische Volkspartei (BVP).

Weimarer Republik (1919–1933)

Präsidium der Zentrumspartei 1920

In der Weimarer Republik nahm das Zentrum eine wichtige Rolle ein, da es im Parteiensystem eine bedeutende Stellung in der politischen Mitte hatte. Es war zwar grundsätzlich mit fast allen politischen Gruppierungen von der SPD bis zur DNVP koalitionsfähig, hatte damit aber stärker als zuvor das Problem, die innerparteilichen Gegensätze auszugleichen. Eine ausgleichende, zentrale Position sicherte der Parteivorsitzende Felix Porsch. An den Regierungen der Weimarer Republik und in der Weimarer Nationalversammlung war das Zentrum daher maßgebend beteiligt.

So war sie auf Reichs- wie auf Länderebene an Regierungen der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum und DDP), der Großen Koalition (SPD, Zentrum, DDP und DVP) sowie dem Bürgerblock (Zentrum, DDP, BVP, DVP und DNVP) beteiligt. Dadurch war sie von 1919 bis 1932 mit kurzen Unterbrechungen in allen Reichsregierungen vertreten und stellte mit Konstantin Fehrenbach (1920–1921), Joseph Wirth (1921–1922), Wilhelm Marx (1923–1925/1926–1928), Heinrich Brüning (1930–1932) und dem kurz vor seiner Ernennung ausgetretenen Franz von Papen (1932) fünf Reichskanzler. Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 unterlag der Zentrumskandidat Wilhelm Marx gegen Paul von Hindenburg.

Reichstagswahlergebnisse der Zentrumspartei

Unter den Parteivorsitzenden Erzberger (der am 26. August 1921 von Rechtsextremisten ermordet wurde) und Marx stand das Zentrum fest auf dem Boden der Weimarer Verfassung und trieb die Sicherung der Republik und den Ausbau des Sozialstaates voran. Besonders die Einführung der Arbeitslosenversicherung ist dem Zentrum maßgeblich zuzuschreiben. Seit Mitte der 1920er Jahre war ein deutlicher Ruck ins konservativere und nationalere Lager zu beobachten. Diese Entwicklung fand ihren sichtbaren Ausdruck in der Wahl Ludwig Kaas', der sich gegen den christlichen Gewerkschaftsführer Adam Stegerwald durchsetzte, zum Parteivorsitzenden im Jahr 1928.

Diese Wahl war auch eine Reaktion auf den Ausgang der Reichstagswahl von 1928. Nicht nur in den Großstädten, sondern vor allem im ländlichen und kleinstädtischen Bereich hatte die Partei erhebliche Stimmenanteile verloren. Eine beträchtliche Teilgruppe in der Partei war daraufhin der Meinung, dass nur eine Reklerikalisierung ein weiteres Ausbluten verhindern könnte.

Die Zentrumspartei führte in der Folge der Reichtstagswahlen einen Kampf gegen die Verfassung gerichteten Kräfte, besonders die KPD und die immer stärker werdenden Nationalsozialisten.

Die Ernennung Brünings zum ersten Reichskanzler eines Präsidialkabinetts markierte die endgültige Hinwendung des Zentrums zu einer konservativeren Politik. Brüning verfolgte mit seiner Deflations- und „rigorosen Sparpolitik“ nicht nur das Ziel, den Reichshaushalt zu sanieren, sondern wollte auch den Siegermächten des Ersten Weltkriegs demonstrieren, dass Deutschland wirtschaftlich nicht mehr in der Lage war, die Reparationsverpflichtungen des Versailler Vertrages zu erfüllen und eine Stundung oder gar Aufhebung der Zahlungen daher unumgänglich war.

Brüning verbot am 13. April 1932 die nationalsozialistischen Organisationen SA und SS und wollte aufgrund der Boxheimer Dokumente die NSDAP als staatsfeindlich verbieten. Bevor die Zentrumspartei ein solches Verbot durchsetzen konnte, wurde Brüning allerdings von Reichspräsident Hindenburg entlassen.

Der letzte Reichskanzler, der vor seinem Austritt dem Zentrum angehört hatte, war Franz von Papen, der allerdings seit seinem Eintreten für Hindenburg in den Präsidentschaftswahlen 1925 zusammen mit dem rechtsnationalen Flügel de facto in Opposition zur eigenen Partei stand. Durch seinen Austritt, den er zwei Tage vor seiner Ernennung zum Reichskanzler erklärte, kam er einem Parteiausschluss zuvor. Die Zentrumspartei bekämpfte in der Folge erbittert Papens „Kabinett der nationalen Konzentration“, das auch "Kabinett der Barone" genannt wurde.

Wahlkampf der Zentrumspartei zur Reichstagswahl 1930

Unter dem Eindruck der Verhaftungen der Reichstagsabgeordneten der KPD und der Drohungen gegen die Reichstagsabgeordneten der SPD und des Zentrums, stimmt am 23. März 1933 die Fraktion des Zentrums im Reichstag nach vorheriger Abstimmung mit der NSDAP Hitlers Ermächtigungsgesetz zu und verhalf ihm damit formell (nach der Verhaftung der KPD Abgeordneten) zur erforderlichen Zweidrittel-Mehrheit.

Hitler hatte Ludwig Kaas mündlich einige Versprechungen gemacht, um sich dessen Zustimmung zu sichern. So sicherte Hitler zu, die Rechte des Reichspräsidenten zu erhalten, Reichstag und Reichsrat fortbestehen zu lassen, sowie Schulpolitik und das Verhältnis zwischen Staat und Religion nicht durch das Ermächtigungsgesetz regeln zu wollen. Vor allem aber die Hoffnung auf den Abschluss eines Reichskonkordats mit dem Vatikan hat die Meinung der Parteiführung stark beeinflusst. Die Zustimmung des Zentrums zum Ermächtigungsgesetz war auch ein illusorischer letzter Versuch, Hitler und seine Nationalsozialisten unter einer gewissen Kontrolle zu halten und somit das Land und das Parlament vor der totalen Machtergreifung zu schützen (siehe auch: Ermächtigungsgesetz).

Am 5. Mai 1933 gab der dauerhaft in Rom weilende Kaas den Parteivorsitz an Heinrich Brüning ab. Dieser taktierte zurückhaltend und wollte das Zentrum durch die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit mit der NSDAP erhalten, musste jedoch bald erkennen, dass auch das Zentrum nicht zu halten war. Nach dem Abschluss der von Brüning scharf kritisierten Papenschen Version des Reichskonkordats verlor die Partei auch noch den Rückhalt im Vatikan und sah sich weiterer Drohungen seitens der NSDAP und Verhaftungen führender Mitglieder gegenüber. Joseph Goebbels forderte am 28. Juni 1933 Brüning auf, „schleunigst seinen Laden zu schließen“, andernfalls werde man den „Experimenten“ dieser Partei nicht länger zusehen. Nachdem eine Mehrheit von Fraktionsabgeordneten im Reichstag und im Preußischen Landtag für eine Selbstauflösung votierten, Brüning erwähnt unter ihnen Dr. Ernst Grass und Karl Hettlage, löste sich die Partei am 5. Juli 1933 als letzte der so genannten bürgerlichen Parteien selbst auf.

Aktivitäten des Zentrums während der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)

Franz von Papen, bis 1932 Zentrum, danach parteilos

Die Anhänger der Zentrumspartei erwiesen sich bis zu den letzten Wahlen als resistent gegen den Nationalsozialismus[3]. Die NSDAP konnte in den traditionell Zentrum wählenden Regionen niemals einen nennenswerten Stimmanteil[4] erringen. Die aktuelle Forschung (seit Hamilton, Richard (1982), Who voted for Hitler?, Princeton University Press, Princeton.) kommt zu dem Ergebnis, dass besonders die konfessionelle Zugehörigkeit der Zentrums-Wählerschichten die Resistenz gegen den Nationalsozialismus begründen:

„Resistenz […] bestimmter Wählergruppierungen gegenüber der NS-Bewegung werden hier zurückgeführt auf die Einbindung in soziale Netzwerke mit lokalem Bezug. So kann z.B. das in der Theorie des politischen Konfessionalismus enthaltene Element des Widerstands vor allem der Katholiken gegen die nationalsozialistische Propaganda dadurch erklärt werden, dass Angehörige der katholischen Minorität stärker in ihr soziales Netzwerk eingebunden waren als die protestantische Mehrheit in ihres.“[5]

Daraus resultierte nach der „Machtergreifung“ ein sofortiges Misstrauen der NS-Diktatur gegenüber den Mitgliedern der frisch aufgelösten Zentrumspartei. Während der Nazi-Diktatur wurden zahllose Zentrumspolitiker diskriminiert, willkürlich inhaftiert und in Konzentrationslagern umgebracht. Die Verfolgung von Zentrumspolitikern erstreckte sich von hohen Funktionären bis zu einfachen Mitgliedern der Zentrumspartei.

Schon 1933 wurde z. B. das Konzentrationslager Osthofen u. a. mit Häftlingen aus den Reihen der Zentrumsmitglieder gefüllt. Die Nazi-Diktatur sah in der katholischen Kirche und ihrer politischen Repräsentanz eine Gefahr, denn vor der Machtergreifung waren Mitglieder der NSDAP durch die katholischen Bischöfe von den Sakramenten ausgeschlossen worden. Die katholische Kirche hatte den Katholiken ausdrücklich verboten, die NSDAP zu unterstützen oder zu wählen. Mit der Machtergreifung galt aber der christliche Grundsatz, dass die Kirche die gewählte Obrigkeit anzuerkennen habe. In der Folge kam es - auch durch Vermittlung von Zentrumspolitikern - zum Konkordat, das die katholischen Priester und die katholischen Gläubigen vor massiver Verfolgung und Übergriffen, zu denen es unter der sozialistischen Diktatur der UdSSR gekommen war, schützen sollte und die freie Religionsausübung garantieren sollte.

Da sich in der Folge des Jahres 1935 in der Katholischen Kirche die Einsicht durchsetzte, dass der mit dem Konkordat unternommene Versuch die katholische Kirche und die deutschen Katholiken zu schützen, gescheitert war, wurden in der Folge immer mehr Katholiken zu Aktivisten, die sich dem nationalsozialistischen System widersetzten. Darunter viele Gläubige, die zuvor Mitglieder des Zentrums gewesen waren. Zahlreiche Zentrumspolitiker organisierten sich in der Folge im Untergrund im Widerstand gegen die NS-Diktatur zu wirken.[6]

In der Folge des 20. Juli 1944 wurden während der Aktion Gitter noch mehr Mitglieder des ehemaligen Zentrums Ziele des nationalsozialistischen Terrors.[7]

Auch der ehemalige Zentrumspolitiker Franz von Galen - Bruder des katholischen Bischofs und NS-Gegners Clemens August Graf von Galen - wurde im KZ inhaftiert.

Geschichte seit 1945

Bundestagswahlergebnisse der Zentrumspartei

Nachkriegsjahre (1945–1960)

Nach dem Krieg wurde das Zentrum wiedergegründet, da die neu entstandene CDU einen Kurs steuerte, den das Zentrum als rechtslastig empfand: das Zentrum war sozialpolitisch linker und lehnte die Wiederaufrüstung ab. Andererseits war sie weniger liberal, nämlich konfessioneller in der Kulturpolitik. Die Partei hatte aber ihre Funktion als christlich-katholische Volkspartei verloren, da die CDU konzeptionell eine gemeinsame Partei beider großer Konfessionen war. Das Zentrum hatte nur zeitweise regionale Hochburgen, vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen (Emsland). Besonders die katholischen Bischöfe Conrad Gröber und Joseph Frings bevorzugten nach Kriegsende eine christliche Partei beider Konfessionen und wandten sich von der bisherigen Unterstützung der Zentrumspartei ab.


Rudolf Amelunxen vom Zentrum war von 1945 bis 1947 erster Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Die Partei war bis 1958 im nordrhein-westfälischen Landtag und in der dortigen Landesregierung vertreten. Nach der Phase der Allparteienkabinette war das Zentrum zunächst an der Regierung von Karl Arnold beteiligt. 1956 verließ es gemeinsam mit der FDP die Regierung und bildete mit dieser und der SPD das neue Kabinett unter dem Sozialdemokraten Fritz Steinhoff.

Außerdem gehörten zwei Abgeordnete der Zentrumspartei dem Parlamentarischen Rat an. Im ersten Bundestag waren zehn Abgeordnete und dank der Grundmandatsklausel, die es damals erlaubte, mit bereits einem Direktmandat - und nicht wie heute mit drei Direktmandaten - die Fünfprozenthürde außer Kraft zu setzen, im zweiten Bundestag drei Abgeordnete Zentrumsmitglieder. Bis 1959 saßen Abgeordnete der Zentrumspartei auch im niedersächsischen Landtag. Sie stützen sich im Emsland vor allem auf schwindende ländliche Unterschicht der Heuerleute, traditionelle Zentrumswähler und Jungwähler, die jede Zusammenarbeit mit ehemaligen Nationalsozialisten und deren damaligen Verbündeten ablehnten.

Mitte der 1950er Jahre versuchte Helmut Bertram im Auftrag des Zentrum-Bundesvorstandes ein breitangelegtes Bündnis christlich orientierter kleiner Parteien für die Bundestagswahl 1957 zu organisieren, um enttäuschten CDU/CSU-Wählern eine Alternative zu bieten. Es gelang jedoch nur, die Bayernpartei und die DP-Abspaltung Deutsch-Hannoversche Partei mit ins Boot zu bekommen. Die Kandidatur unter der Bezeichnung Föderalistische Union, die schon für die Fraktionsgemeinschaft in der ersten Legislaturperiode des Bundestages verwendet worden war, gelang so nur in Nordrhein-Westfalen (Zentrum), Niedersachsen (Zentrum/DHP) und Bayern (BP). Eine am 22. Juli 1956 beschlossene Fusion mit der saarländischen CVP wurde von dieser bereits Anfang 1957 gelöst. Das Ergebnis der FU war mit 0,9 % bundesweit enttäuschend.

Europawahlergebnisse der Zentrumspartei

Weitere Entwicklung (1960 bis heute)

1969 trat das Zentrum wieder alleine zu einer Bundestagswahl an und erreichte mit 15.933 Wählern einen Wähleranteil von 0,05 %. Zur ersten Europawahl zehn Jahre später trat das Zentrum bundesweit an und errang 31.367 Stimmen, oder 0,11 %. 1984 verdreifachte sie ihr Wahlergebnis bei der zweiten Europawahl auf 93.921 Stimmen bzw. 0,38 %. Nach 18 Jahren trat die Partei erst 1987 wieder zu einer Bundestagswahl an. Mit 19.035 Wählern und einem Wähleranteil von 0,05 % erreichte sie einen bescheidenen Wahlerfolg.

Der christlich-fundamentalistische Flügel unter Adelgunde Mertensacker spaltete sich 1987 vom ZENTRUM ab, nachdem diese als Bundesvorsitzende abgewählt und durch den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Gerhard Ribbeheger ersetzt worden war.

Das Zentrum konzentrierte sich in den folgenden Jahren auf die Kommunalpolitik in seiner demokratisch-sozialen Nachkriegstradition. Christliche Grundlagen spielten, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. 1989 zur dritten Europawahl sank das Wahlergebnis wieder auf 41.190 Stimmen oder 0,15 %. Daraufhin trat das Zentrum bei der nächsten Bundestagswahl 1990 nicht an. Zur Wahl des 13. Bundestages 1994 wählten 3.757 Wähler mit ihrer Zweitstimme das Zentrum. Bei der Bundestagswahl 1998 trat das Zentrum nur mit Direktkandidaten an. Auch bei der Europawahl im folgendem Jahr erreichte das Zentrum mit 7.080 Stimmen nur einen sehr geringen Zuspruch von 0,03 %.

Im Jahr 2002 erreichte das Zentrum bei der Bundestagswahl 3.127 Zweitstimmen, weniger als 0,01 % der Wählerstimmen. Nachdem sich 2003 die evangelikal ausgerichtete Christliche Partei Deutschlands (CPD) der Zentrumspartei angeschlossen hatte, wurde eine christlich-fundamentale Motivation wieder deutlich in den Vordergrund gehoben. 2004 stimmten bundesweit bei der Europawahl 26.803 Wähler für das Zentrum, was einem Stimmenanteil von 0,1 % entspricht.

Kurz vor der Bundestagswahl 2005 trat das Zentrum bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an und erreichte dort einen Wähleranteil von 0,02 %. Bei der Bundestagswahl 2005 trat die Partei lediglich mit einer Landesliste in Nordrhein-Westfalen an, nachdem die hessische und die baden-württembergische Landesliste wegen einer jeweils zu geringen Zahl an Unterstützungsunterschriften nicht zugelassen worden waren. Dabei erzielte sie 4.010 Zweitstimmen, was 0,01 % der Wählerstimmen entsprach. Im Jahr 2006 trat das Zentrum bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg in zwei Wahlkreisen an und erreichte mit 433 Stimmen (0,01 %) nur wenige Wähler. Im April 2007 traten mehrere Mitglieder des bisherigen Hamburger Landesverbandes der Partei Rechtsstaatlicher Offensive um den Bundesvorsitzenden Peter-Alexander von der Marwitz und den Bundesschriftführer Björn J. Neumann zum Zentrum über, welchem sich vorher schon andere Politiker dieser Partei, wie der ehemalige Innensenator Dirk Nockemann und der ehemalige Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft, Norbert Frühauf, angeschlossen hatten. Zu den Gründungsmitgliedern des Landesverbandes Hamburg der Deutschen Zentrumspartei gehörten auch die ehemaligen Landesvorsitzenden Hamburg der STATT-Partei, Dr. Klaus Wieser und Dr. Lothar Löser.

Von Ende 2006 bis 29. Oktober 2007 gab es konkrete Gespräche über eine Fusion mit der Partei Bibeltreuer Christen unter dem Dach der Marke "Deutsche Zentrumspartei".[8] Diese Gespräche wurden jedoch durch einen Beschluss des Bundesvorstandes der Zentrumspartei beendet. [9] Auch in der Partei Bibeltreuer Christen existieren Vorbehalte gegenüber einem Zusammenschluss mit einer anderen Partei und insbesondere der Änderung des Parteinamens und der Wahlkampfstrategie.[10]

Die deutsche Zentrumspartei trat unter der Führung des ehemaligen Innensenators Dirk Nockemann (ehemals Schill-Partei und CDU), Peter-Alexander von der Marwitz (PDS, Schill-Partei, Offensive-D) sowie Norbert Frühauf (ehemals Schill-Partei) und Dr. Klaus Wieser (ehemals STATT-Partei) zu den Hamburger Bürgerschaftswahlen im Februar 2008 an. Der Moderatorin Eva Herman wurde eine Kandidatur angeboten.[11]

In Zusammenhang mit dem gescheiterten Versuch einer möglichen Fusion mit der Partei Bibeltreuer Christen und dem umstrittenen Wahlkampf des Hamburger Landesverbandes kam es zu Differenzen im Bundesvorstand, bei der sich der Bundesvorsitzende auf die Seite des Hamburger Landesverbandes stellte. In der Folge traten am 25. November 2007 der Vorstand des Landesverbandes Bayern und einige Mitglieder aus der Zentrumspartei aus.

Bei den Wahlen zum Hamburger Senat und zur Bürgerschaft errang die Deutsche Zentrumspartei unter der Führung von Dirk Nockemann 0,1% der abgegebenen Stimmen.

Im Nachgang des umstrittenen Bundesparteitages vom 3./4. Oktober 2008 [12] kam es Anfang 2009 zu einer aus Nordrhein-Westfalen durch den stellvertretenden Landesvorsitzenden Herrn Josef Karis (CDU, Schill-Partei, Offensive-D)sowie dem Bundesvorsitzenden Gerhard Woitzik vorangetriebenen innerparteilichen Auseinandersetzung. Diese gipfelte vorläufig in einer als dringlich mit nur sieben Tagen Vorankündigung einberufenen Versammlung in Dormagen, bei der nur ca. 10% der Mitglieder anwesend waren. Während eine Seite der Partei diese Versammlung als nicht korrekt zustandegekommen ansieht, geht die andere Seite davon aus, dass es sich um eine einwandfreie Bundesmitgliederversammlung gehandelt habe. Auf der Versammlung wurden zahlreiche langjährige Mitglieder, die in der Vergangenheit und aktuell bzw. bis zu dieser Versammlung Ämter im Bundesvorstand innegehabt hatten, aus der Partei ausgeschlossen. Auf der Webseite des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen werden im Nachgang seit dem 21. Februar Vorwürfe gegen "sektiererische Elemente" und "halbseidenen Charaktere" erhoben. [13] Die Ursache für die "Übernahmeschlacht" innerhalb der Zentrumspartei wurde in der Neuss-Grevenbroicher Zeitung (NGZ) vom 24. Februar 2009 mit der massiven Unterwanderung der Partei durch ehemalige Mitglieder der Schill-Partei / Offensive-D erklärt. Weiterhin meldete die NGZ in der gleichen Ausgabe, dass auf der Sitzung des Bundesvorstandes am 21. Februar in Fulda der bisherige Vorsitzende Gerhard Woitzik auf Grund satzungswidrigem Verhaltens durch die rechtmäßigen Mitglieder des Bundervorstandes abgewählt wurde. Sein Stellvertreter, Herr Alois Degler, hat die Parteiführung seit dem 21. Februar 2009 satzungsgemäß übernommen.


Heutige Situation

Das Zentrum ist heute mit je einem Mandat in den Kreistagen des Rhein-Kreises Neuss und des Landkreises Stendal vertreten. In Dormagen und Stendal hat sie je drei und in Ochtrup und Kaarst je einen Sitz im Rat. Der Vorsitzende der Partei, Gerhard Woitzik, ist 1. stellv. Bürgermeister von Dormagen.

Heute ist das Zentrum eine christlich-sozialökologisch orientierte Kleinpartei in Deutschland, deren Ziele laut eigener Aussage sind, die „freiheitlich-demokratische Grundordnung zu erhalten und auszubauen“, eine weltweite Friedenspolitik zu fördern, und ein Europa zu schaffen, das sozial ausgeglichen und politisch geeint sei, dies alles unter dem Leitsatz „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“, der der Präambel des Grundgesetzes (GG) entnommen ist.

Die Zentrumspartei versteht sich als christliche Gesinnungspartei, die jeglichen radikalen Tendenzen, sowohl von rechts als auch von links, eine entschiedene Absage erteilt. Die Programmatik soll inhaltlich ausgewogen, werteorientiert und diffenziert sein, steht also in diametralem Gegensatz zu populistischen Forderungen anderer Kleinparteien.

Zitat aus dem Grundsatzprogramm:

„Das Zentrum ist seit seiner Gründung eine moderne Programmpartei christlicher Wertegrundhaltung, angesiedelt in der politischen Mitte und dem Wohl aller Menschen verpflichtet.“

Die Programmatik auf Basis des neu am 4. Oktober 2008 beschlossenen Grundsatzprogrammes [14] der Deutschen Zentrumspartei kurzgefasst:

Wirtschaft

  • Differenzierte Unterstützung des weltweiten Freihandels mit Staaten, die ebenfalls freien Handel und Kapitalverkehr zulassen und sich den Menschenrechten verpflichtet fühlen.
  • Abbau bürokratischer Hemmnisse der Wirtschaft und der damit einhergehenden Überregulierung der wirtschaftlichen Tätigkeit.
  • eine Wirtschaftsordnung, die auf der christlichen Soziallehre fußt und eine sozialverantwortete Marktwirtschaft im Sinne des Grundgesetzes gewährleistet.
  • Ausrichtung der Finanzpolitik der öffentlichen Haushalte auf den Schuldenabbau und die Konsolidierung der Haushalte.
  • Entlastung der Bruttolöhne von Abgaben und Steuern in dem Maße, wie die Ausgaben des Staates abgesenkt werden.
  • Soziale und gesellschaftliche Verpflichtung des Eigentums, auch des "geistigen Eigentums" auf der Grundlage des Grundgesetzes.

Forschung und Wissenschaft

  • Förderung der Forschung und Wissenschaft, Festschreibung von an das Bruttosozialprodukt gekoppelten Forschungsbudgets.
  • Verpflichtung der öffentlich geförderten Forschung auf christlich-ethische Grundsätze (keine Klon- bzw genmanipulierende Forschung, keine Forschung an embryonalen Stammzellen).

Bildung

  • Nutzung der Mittel, die durch die demographische Entwicklung frei werden, zum Ausbau der individuellen Förderung.
  • Chancengleichheit und Entwicklung der individuellen Fähigkeiten unabhängig vom sozialen Status der Eltern.
  • Vermittlung sozialer Kompetenz und Werten, für ein verantwortliches Leben in sozialer Gemeinschaft.
  • Förderung des Leistungswillens und der Erfolgsorientierung bei Schülern und Studenten.

Soziale Sicherheit

  • Bedürftigen Mitbürgern soll eine angemessene Grundversorgung sichergestellt werden.
  • Nachhaltig gesicherte Altersversorgung über ein System, in dem dem eine staatliche Basis-Altersversorgung durch Altersversorgung in privater Trägerschaft ergänzt wird.
  • Einbeziehen von Leistungsempfängern in die Gestaltung des Gemeinwesens.

Gesundheit

  • Ein nach marktwirtschaftlichen Prinzipien organisiertes Gesundheitswesen, in dem Leistungen und Preise allen Teilnehmern transparent sind.
  • Ausrichtung des Systems auf das effiziente und effektive Erbringen von Leistungen für den Patienten, der in den Mittelpunkt des Gesundheitssystems gestellt werden soll.

Umwelt und Naturschutz

  • Bewahrung der Schöpfung, Umwelt, Natur und Arten.
  • Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen.
  • Einklang von Ökonomie und Ökologie, Erhalt der heimischen Industrie und Landwirtschaft.
  • Sicherung der nationalen Energieversorgung unter ökologischen Aspekten.
  • Milderung der Folgen des "unter Einfluss der Sonne" stattfindenden Klimawandels.

Europäische Union

  • Einbettung Deutschlands in die Europäische Union, die ein Staatenbund sein soll, kein Bundesstaat.
  • Ablehnung des Lissaboner Vertrages und der EU Verfassung als post-demokratisch.
  • Forderung einer Verfassungsbewegung, die einen direkt gewählten, europäischen Verfassungskonvent initiieren soll.
  • Rückbesinnung auf die Werte des christlichen Abendlandes.
  • Ergänzung der EU-Verfassung um einen Bezug auf die christliche Gottesvorstellung und die daraus abgeleitete Ethik und Menschenrechte.
  • Gerechter Ausgleich des EU-Haushaltes und Ausrichtung auf Forschung, Technik und zukunftsfähige Wirtschaft und Industrie.

Außenpolitik und Entwicklungshilfe

  • Unterstützung der UN und ihrer Unterorganisationen.
  • Ausrichtung der Entwicklungshilfe auf zukunftsfähige Kerne und Projekte.
  • Unterstützung von Krisenregionen und der Dritten Welt (Entwicklungsländer) auf der Basis der christlichen Ethik.

(Entnommen dem Grundsatzprogramm 2008 sowie den Positionpapieren - verfügbar auf der Website der Zentrumspartei)

Weitere Programmatik

Die „Ehrfurcht vor dem Leben und die Verwirklichung der Menschenrechte“ soll überall in der Welt, besonders aber in Deutschland, eingefordert und sichergestellt werden. Ökologische „Zusammenhänge zur dauerhaften Sicherheit unserer Lebensgrundlagen“ seien dabei zu berücksichtigen. Den sozial Benachteiligten, den Kranken, Behinderten und alten Menschen müsse besondere Beachtung zukommen.

Abtreibungen lehnt die Partei strikt ab. Darüber hinaus setzt sie sich für eine umweltfreundliche und familienfreundliche Politik ein. Letzteres beinhaltet die Forderung nach einem Erziehungsgehalt und die Anerkennung des Berufs „Mutter” bzw. „Vater”. Dadurch werde die Erziehungsarbeit finanziell gewürdigt und anerkannt. Ganztagsschulen steht sie ablehnend gegenüber, da Kinder dadurch größtenteils der Obhut der Schule überlassen seien. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche insbesondere vor sexuellem Missbrauch konsequent geschützt werden. Die Freigabe von Drogen lehnt das Zentrum strikt ab. Ein straffreier Umgang mit Drogen soll daher nicht zugelassen werden. Das Verbot des Klonens soll ins Grundgesetz aufgenommen werden. Sie beruft sich dabei auf Art. 1 Abs. 1 GG: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.” Des Weiteren will das Zentrum christliche Minderheiten (Sorben, Wenden, Masuren, Schlesier) verstärkt unterstützen.

Struktur

Es existieren derzeit zehn Landesverbände: (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen seit dem Zusammenschluss der beiden Landesverbände (Rheinland und Westfalen-Lippe) am 10. Mai 2008.[15] Außerdem existieren mit Rastatt, Reutlingen, Stendal, Calw, und Düsseldorf insgesamt fünf Kreisverbände.

Im Gegensatz zu früher sind die Mitglieder der Partei heute nicht mehr ausschließlich katholisch. Das Zentrum ist darüber hinaus Mitglied im Verband European Christian Political Movement (ECPM). Aktueller Bundesvorsitzender ist Gerhard Woitzik.

Literatur

Zentrumspartei vor 1945

Quellensammlungen

  • Herbert Lepper: Volk, Kirche und Vaterland. Wahlaufrufe, Aufrufe, Satzungen und Statuten des Zentrums; 1870–1933; eine Quellensammlung zur Geschichte insbesondere der Rheinischen und Westfälischen Zentrumspartei, Düsseldorf 1998.
  • August Leugers-Scherzberg/Wilfried Loth (Bearbeiter): Die Zentrumsfraktion in der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung. Sitzungsprotokolle (= Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, 3. Reihe, Bd. 8), Düsseldorf 1994.
  • Josef Traumann: Organisations-Handbuch für Zentrums-Wähler. Eine grundlegende Zusammenstellung der wichtigsten Organisations-Bestimmungen der Zentrumspartei, Hildesheim 1925 (2. erw. Auflage).

Monografien

Deutsch:

  • Margret Lavinia Anderson: Windthorst. Zentrumspolitiker und Gegenspieler Bismarcks (= Forschungen und Quellen zur Zeitgeschichte Bd. 14), Düsseldorf 1988.
  • Hans-Georg Aschoff: Welfische Bewegung und politischer Katholizismus 1866–1918. Die Deutsch-hannoversche Partei und das Zentrum in der Provinz Hannover während des Kaiserreichs (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 83), Düsseldorf 1987.
  • Karl Bachem: Vorgeschichte, Geschichte und Politik der Deutschen Zentrumspartei. Köln 1932 (zahlr. Bde.)
  • Winfried Becker (Hrsg.): Die Minderheit als Mitte. Die Deutsche Zentrumspartei in der Innenpolitik des Reiches 1871–1933 (= Beiträge zur Katholizismusforschung Reihe B: Abhandlungen), Paderborn/München/Wien/Zürich 1986.
  • Helga Grebing: Zentrum und katholische Arbeiterschaft 1918–1933. Ein Beitrag zur Geschichte des Zentrums in der Weimarer Republik, Diss. (MS) Berlin 1953.
  • Günther Grünthal: Reichsschulgesetz und Zentrumspartei in der Weimarer Republik (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien Bd. 39), Düsseldorf 1968.
  • Bernd Haunfelder: Reichstagsabgeordnete der Deutschen Zentrumspartei 1871–1933. Biographisches Handbuch und historische Photographien (= Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 4), Düsseldorf, 1999.
  • Herbert Hömig: Das preußische Zentrum in der Weimarer Republik (= Veröffentlichung der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen Bd. 28), Mainz 1979.
  • Johannes Horstmann (Hrsg.): Die Verschränkung von Innen-, Konfessions- und Kolonialpolitik im Deutschen Reich vor 1914 (= Veröffentlichungen der Katholische Akademie, Akademie-Vorträge 29), Schwerte 1987.
  • Heinz Hürten: Deutsche Katholiken 1918–1945, Paderborn 1992.
  • Detlev Junker: Die deutsche Zentrumspartei und Hitler 1932/33. Ein Beitrag zur Problematik des politischen Katholizismus in Deutschland (= Stuttgarter Beiträge zur Geschichte und Politik Bd. 4), Stuttgart 1969.
  • Rolf Kiefer: Karl Bachem 1858–1945. Politiker und Historiker des Zentrums (= Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen Bd. 49), Mainz 1989.
  • Helmut Lensing: Die Wahlen zum Reichstag und zum Preußischen Abgeordnetenhaus im Emsland und in der Grafschaft Bentheim 1867 bis 1918 – Parteiensystem und politische Auseinandersetzung im Wahlkreis Ludwig Windthorsts während des Kaiserreichs (= Emsland/Bentheim. Beiträge zur Geschichte Bd. 15), Sögel 1999.
  • Karl-Egon Lönne: Politischer Katholizismus im 19. und 20. Jahrhundert. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986 (Neue Historische Bibliothek), ISBN 3-518-11264-3
  • Wilhelm Loth: Katholiken im Kaiserreich. Der politische Katholizismus in der Krise des wilhelminischen Deutschland, Düsseldorf 1984.
  • Uwe Mazura: Zentrumspartei und Judenfrage 1870/71–1933. Verfassungsstaat und Minderheitenschutz (= Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe B: Forschungen, Bd. 62), Mainz 1994.
  • Ursula Mittmann: Fraktion und Partei. Ein Vergleich von Zentrum und Sozialdemokratie im Kaiserreich (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 59). Hrsg. von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien), Düsseldorf 1979.
  • Rudolf Morsey: Die Deutsche Zentrumspartei 1917–1923 (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien Bd. 32), Bonn 1966.
  • Rudolf Morsey: Der Untergang des politischen Katholizismus. Die Zentrumspartei zwischen christlichen Selbstverständnis und „Nationaler Erhebung“ 1932/33, Stuttgart/Zürich 1977.
  • Eberhard Pies: Zentrum und Sozialpolitik 1924–1928. Zur Geschichte und Organisation sozialer Interessen in der Deutschen Zentrumspartei während der Weimarer Republik. Diss. Bochum 1988.
  • Karsten Ruppert: Im Dienst am Staat von Weimar. Das Zentrum als regierende Partei in der Weimarer Demokratie 1923–1930 (= Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 96), Düsseldorf 1992.
  • Johannes Schauff: Die deutschen Katholiken und die Zentrumspartei. Eine politisch-statistische Untersuchung der Reichstagswahlen seit 1871, Köln 1928. Erweiterter Neudruck (= Veröffentlichung der Kommission für Zeitgeschichte, Reihe A: Quellen, Bd. 18), Mainz 1975.
  • Wolfgang Stump: Geschichte und Organisation der Zentrumspartei in Düsseldorf 1917–1930 (hrsg. von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien), Bonn 1971.
  • Christoph Weber: „Eine starke, enggeschlossene Phalanx.“ Der politische Katholizismus und die erste deutsche Reichstagswahl 1871. Essen 1992

Englisch:

  • David Blackbourn: Class, Religion und Local Politics in Wilhelmine Germany. The Centre Party in Württemberg before 1914 (= Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, Abteilung Universalgeschichte, Beiheft 9), Wiesbaden 1980.
  • Ellen Lovell Evans: The German Center Party 1870–1933. A Study in Political Catholicism. Carbondale/Edvardsville 1981.
  • Thomas A. Knapp: Joseph Wirth and the Democratic Left in the German Center Party 1918–1928. Ann Arbor (Michigan)/London 1979 (Erstdruck 1967).
  • Frank Joseph Ward: The Center Party and the German Election of 1907, Diss. phil. Los Angeles 1984.
  • John K. Zeender: The German Center Party 1890–1906 (= Translations of the American Philosophical Society, New Series Volume 66, Part 1), Philadelphia 1976.

Französisch:

  • Paul Colonge: Ludwig Windthorst (1812–1891). Sa pensée et son action politique jusqu'en 1875. Tome I und II, Lille/Paris 1983.

Aufsätze

Deutsch:

  • Margret Lavina Anderson: Windthorsts Erben: Konfessionalität und Interkonfessionalismus im politischen Katholizismus 1890–1918, in: Winfried Becker/Rudolf Morsey (Hrsg.): Christliche Demokratie in Europa. Grundlagen und Entwicklungen seit dem 19. Jahrhundert, Köln/Wien 1988, S. 69–90.
  • Herbert Gottwald/Günther Wirth: Zentrum 1870–1933 (Deutsche Zentrumspartei, 1918/19 Christliche Volkspartei Zentrum), in: Dieter Fricke u. a. (Hrsg.): Lexikon zur Parteiengeschichte. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschland (1789–1945). Bd. 4, Köln/Leipzig 1986, S. 552–635.
  • Ulrich von Hehl: Die Zentrumspartei – Ihr Weg vom "Reichsfeind" zur parlamentarischen Schlüsselstellung in Kaiserreich und Republik, in: Hermann W. von der Dunk/Horst Lademacher (Hrsg.): Auf dem Weg zum modernen Parteienstaat. Zur Entstehung, Organisation und Struktur politischer Parteien in Deutschland und den Niederlanden (= Kasseler Studien zur Zeitgeschichte Bd. 4), Kassel 1986, S. 97–120.
  • Ernst Heinen: Windthorst und die Gründung der preussischen Zentrumsfraktion (1870), in: Historisches Jahrbuch. Jg. 111,1, München/Freiburg 1991, S. 452–456.
  • James C. Hunt: Die Parität in Preußen (1899): Hintergrund, Verlauf und Ergebnis eines Aktionsprogramms der Zentrumspartei, in: Historisches Jahrbuch. Jg. 102, München/Freiburg 1982, S. 418–434.
  • Friedrich Klein: Reichsfinanzpolitik und „Nationalisierung“ des Zentrums unter Ernst Maria Lieber 1891–1900, in: Historisches Jahrbuch. Jg. 108, München/Freiburg 1988, S. 115–156.
  • Helmut Lensing: Der Aufbau einer zentralen Zentrumsorganisation für die Provinz Hannover 1909/10 aus Sicht der emsländischen Parteipresse, in: Osnabrücker Mitteilungen 2004. Mitteilungen des Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück (Historischer Verein) Bd. 109, Osnabrück 2004, S. 251–266.
  • Herbert Lepper: Vom Honoratiorenverein zur Parteiorganisation. Ein Beitrag zur „Demokratisierung“ des Zentrums im Rheinland 1898–1906, in: Rheinische Vierteljahrsblätter. Jg. 48, Bonn 1984, S. 238–274.
  • Klaus Müller: Zentrumspartei und agrarische Bewegung im Rheinland 1882–1903, in: Konrad Repgen und Stephan Skalweit (Hrsg.): Spiegel der Geschichte. Festgabe für Max Braubach zum 10. April 1964. Münster 1964, S. 828–857.
  • Martin Schumacher: Zwischen „Einschaltung“ und „Gleichschaltung“. Zum Untergang der Deutschen Zentrumspartei 1932/33, in: Historisches Jahrbuch. Jg. 99, München/Freiburg 1979, S. 268–303.

Englisch:

  • David Blackbourn: The Political Alignment of the Centre Party in Wilhelmine Germany: A Study in the Party´s Emergence in Ninetheenth-Century Württemberg, in: The Historical Journal XVIII, Cambridge/London/New York 1975, S. 821–850.
  • David Blackbourn: Roman Catholics, the Centre Party and Anti-Semitism in Imperial Germany, in: Paul Kennedy/Anthony Nicholls (Hrsg.): Nationalist and Racialist Movements in Britain and Germany before 1914, Oxford 1981, S. 106–129.
  • David Blackbourn: Die Zentrumspartei und die deutschen Katholiken während des Kulturkampfes und danach, in: Otto Pflanze (Hrsg.): Innenpolitische Probleme des Bismarck-Reiches (= Schriften des Historischen Kollegs, Kolloquium 2), München/Wien 1983, S. 73–94.

Zentrumspartei nach 1945

  • Hans-Georg Aschoff: CDU und Zentrumspartei in Niedersachsen nach 1945, in: Marlis Buchholz/Claus Füllberg-Stolberg/Hans-Dieter Schmid (Hrsg.): Nationalsozialismus und Region. Festschrift für Herbert Obernaus zum 65. Geburtstag (= Hannoversche Schriften zur Regional- und Lokalgeschichte Bd. 11), Bielefeld 1996, S. 315–337.
  • Guido Hoyer: Nichtetablierte christliche Parteien: Deutsche Zentrumspartei, Christliche Mitte, Christliche Partei Deutschlands und Partei Bibeltreuer Christen im Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt am Main 2001. ISBN 3-631-38203-0
  • Joseph Nietfeld: Die Zentrumspartei. Geschichte und Struktur 1945–1958, Diss. Braunschweig 1985.
  • Ute Schmidt: Zentrum oder CDU. Politischer Katholizismus zwischen Tradition und Anpassung, 1987.
  • Ute Schmidt: Die Deutsche Zentrums-Partei, in: Richard Stöss (Hrsg.): Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945–1980. Bd. I: AVD bis EFP, Opladen 1983, S. 1192–1242.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Angabe in der "Welt am Sonntag", erschienen am 17.02.2008 [1]
  2. Der Berliner Missionsvikar Eduard Müller trat mit sehr viel Engagement für die Gründung einer katholischen Fraktion ein - Ulrich Arnold: Die Gründung der Zentrumspartei, Seminararbeit 1999, E-Book ISBN 978-3-638-97360-1 [2]
  3. Nationalsozialismus in der Region
  4. http://www.weimarer-wahlen.de
  5. http://www.weimarer-wahlen.de/de/W%E4hlerverhalten.pdf
  6. Gedenkstätte Deutscher Widerstand - Auswahlbibliographie
  7. Sie wurden verschleppt und ermordet - Kölner Stadt-Anzeiger
  8. http://pbc.de/uploads/media/Salz_und_Licht_2007-02.pdf
  9. Presseerklärungen
  10. idea.de - Rubrik - Detailartikel
  11. Hamburg: Zentrumspartei trägt Herman Kandidatur an - Deutschland - FOCUS Online
  12. Artikel der NGZ
  13. Mitteilung auf der Website der Zentrumspartei
  14. Grundastzprogramm Oktober 2008
  15. Dormagen: Zentrumspartei will zur Landtagswahl antreten – NGZ-online

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  • Zentrumspartei — ◆ Zẹn|trums|par|tei 〈f. 18; unz.; 1871 1933〉 politische katholische Partei [nach ihren mittleren Plätzen im Parlament] ◆ Die Buchstabenfolge zen|tr... kann in Fremdwörtern auch zent|r... getrennt werden. * * * Zẹn|t|rums|par|tei, die (Politik) …   Universal-Lexikon

  • Zentrumspartei — ◆ Zẹn|trums|par|tei 〈f.; Gen.: , Pl.: en; Politik〉 polit. kathol. Partei [Etym.: nach ihren mittleren Plätzen im Parlament]   ◆ Die Buchstabenfolge zen|tr… kann auch zent|r… getrennt werden …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

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