Ольга Константиновна Романова

Ольга Константиновна Романова
Philip Alexius de László: Königinwitwe Olga von Griechenland, Öl auf Leinwand, 1914

Großfürstin Olga Konstantinowna Romanowa (russisch Ольга Константиновна Романова, wiss. Transliteration Ol'ga Konstantinovna Romanova; * 22. Augustjul./ 3. September 1851greg. in Pawlowsk; † 18. Juni 1926 in Pau) war die Frau König Georgs I. von Griechenland.

Leben

Olga war die Tochter von Großfürst Konstantin Nikolajewitsch Romanow, einem Bruder von Zar Alexander II., und Alexandra Jossifowna, einer Tochter des Herzogs Joseph von Sachsen-Altenburg. Im Jahr 1863 unternahm Georg eine Reise nach Russland, um sich bei Zar Alexander II. für die Unterstützung beim Wahlkampf um die griechische Krone zu bedanken. Hier begegneten sich die beiden erstmals. Olga war damals zwölf Jahre alt.

1867 besuchte Georg erneut Russland, diesmal um seine Schwester Dagmar zu besuchen, die den Zarewitsch Alexander ein Jahr zuvor geheiratet hatte. Olga und Georg verliebten sich ineinander und heirateten am 27. Oktober 1867. Aus der gemeinsamen Verbindung gingen acht Kinder hervor:

  • Konstantin I. (* 21. Juli 1868; † 11. Januar 1923), König von Griechenland,
  • Georgios (* 24. Juni 1869; † 25. November 1957), Prinz von Griechenland,
  • Alexandra (* 18. August 1870; † 12. September 1891), Großfürstin von Russland,
  • Nikolaos (* 9. Januar 1872; † 8. Februar 1938), Prinz von Griechenland,
  • Maria (* 20. Februar 1876; † 14. Dezember 1940), Großfürstin von Russland,
  • Olga (* 26. März 1880; † 21. Oktober 1880), Prinzessin von Griechenland,
  • Andreas (* 20. Januar 1882; † 3. Dezember 1944), Prinz von Griechenland,
  • Christoph (* 29. Juli 1888; † 21. Januar 1940), Prinz von Griechenland.

Königin der Griechen

Königin Olga auf einem Gemälde von Georgios Iakovidis aus dem Jahr 1915
Olga Konstantinowna Romanowa

Durch ihr karitatives Engagement machte sich Olga sehr beliebt beim Volk. Als sie während des Griechisch-Türkischen Krieges verwundete Soldaten besuchte, wurde ihr bewusst, dass diese die Bibel nicht lesen konnten. Die im damaligen Griechenland gebräuchlichen Bibeln waren in Koine verfasst, das kaum ein Durchschnittsbürger beherrschte. Olga veranlasste dauraufhin, dass die Bibel in Katharevousa übersetzt wurde, der Amtssprache dieser Zeit, sodass jeder sie lesen konnte.

Im November 1901 veröffentlichte Olga ohne Genehmigung der griechischen Heiligen Synode eine eigene Übersetzung des neuen Testaments. Es erschienen weitere Übersetzungen in Katharevousa. Dies spaltete die Fachwelt. Die moderne und von vielen als „ungriechisch“ empfundene Sprache beinhaltete viele Anleihen aus anderen Sprachen. Kirche, Theologen und Presse empfanden sie als unwürdig, um damit einen Text wie die Bibel zu übersetzen.

Grab der Königin Olga in Tatoi

Die Diskussion führte zu Aufruhen, ausgehend von Studenten der Nationalen und Kapodistrias-Universität in Athen, die die Exkommunizierung all derer forderten, die an den Übersetzungen beteiligt waren. Schließlich führten die Aufruhen zum Sturz der Regierung Georgios Theotokis und der Abdankung des Bischofs. Die Auseinandersetzungen zwischen Aufrührern und Polizei endeten mit acht Toten und mindestens 70 Verletzten. Im Dezember desselben Jahres wurden sämtliche Übersetzungen aus dem Verkehr gezogen, und man entschied, dass weitere Veröffentlichungen zur Inhaftierung der Beteiligten führen sollten. Dies alles war ein schwerer Schlag für Königin Olga.

Während des Ersten Balkankriegs fiel König Georg I. in Thessaloniki 1913 dem Attentäter Alexander Schinas zum Opfer. Daraufhin bestieg ihr ältester Sohn als König Konstantin I. den griechischen Thron. Dieser wurde 1917 zur Abdankung gezwungen. Gemeinsam mit dem Kronprinzen Georg verließ er das Land, während sein zweiter Sohn als Alexandros I. den griechischen Thron bestieg.

Nach dem Tod ihres Enkels Alexandros I. durch einen Affenbiss am 25. Oktober 1920 bot das griechische Parlament die Krone seinem jüngeren Bruder Paul an. Dieser lehnte ab mit dem Argument, dass sowohl sein Vater Konstantin als auch sein älterer Bruder Georg noch lebten. Daraufhin übte Königin Olga die Regentschaft aus, bis ihr Sohn Konstantin I. auf den Thron zurückkehrte. Nach seiner erneuten Absetzung 1922 ging sie mit ihm zusammen ins Exil nach Italien. Olga starb 1926 in Pau in Südfrankreich und wurde in der griechisch-orthodoxen Kirche von Florenz beigesetzt. Nach Wiederherstellung der Monarchie wurde der Leichnam nach Griechenland überführt und auf dem Königlichen Friedhof in Tatoi begraben.


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