Darpe

Darpe
Franz Darpe

Franz Darpe (* 25. September 1842 in Warendorf; † 24. April 1911 in Coesfeld) war Gymnasialprofessor, Philologe und Historiker. Von Darpe sind viele Schriften zur westfälischen Heimatgeschichte erhalten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Franz Darpe war das erste von zehn Kindern. Er besuchte das Gymnasium Laurentianum in Warendorf, machte 1860 Abitur und studierte danach in Münster Theologie, Geschichte und Philologie. Er bestand am 1. Februar 1866 das philologische Staatsexamen und wurde "summa cum laude" promoviert.

Nachdem er als Probekandidat und Hilfslehrer am Königlichen Gymnasium, dem heutigen Gymnasium Paulinum, in Münster von 1866 bis 1867 tätig gewesen war und 1867/68 als Erzieher der beiden Söhne des preußischen Gesandten, Wirklichen und Geheimen Rathes Karl Friedrich von Savigny in Berlin gearbeitet hatte, wurde er im Herbst 1868 am Gymnasium Dionysianum zu Rheine angestellt und im Herbst 1883 als erster Oberlehrer an das Gymnasium Bochum berufen, wo er im Schuljahre 1895/96 auch die Direktionsgeschäfte führte.

Durch Ministerialerlass vom 16. Juni 1896 wurde ihm als Gymnasialdirektor die Leitung des Gymnasium Nepomucenum in Coesfeld übertragen, die er am 1. Oktober desselben Jahres übernahm.

Im Jahre 1898 erhielt Darpe den Roten Adlerorden vierter Klasse.

Über den Privatmann Darpe berichtet Walter Weskamp:

„Gerne ging er zur Jagd. Oft habe ich ihn von Lette aus heimkehrend gesehen, wenn er im grünen Jagddreß vom Bahnhof kam, ein kleines Jagdkäppi auf dem Haupt und eine breite Jagdtasche für die Beute auf dem Rücken, an der oft Feldhühner baumelten. Man munktelte, wenn er kein Jagdglück gehabt habe, habe er bei Laukamps in der Hinterstraße schon mal einen Hasen käuflich erworben, um den sonntäglichen Brattopf doch noch zu füllen.“

In der Bierzeitung der Abiturientia 1910 ist er in Jagdmontur abgebildet mit der Inschrift:

„Zieht ab hier eure Mütze;
Ein Satiriker, ein Schütze
Liegt hier im feuchten Loch.
Die Hasen, die er jagte,
Die Witze, die er sagte,
Sie alle leben noch.“

Darpe starb am 24. April 1911 in Coesfeld.

Im Jahre 1927 wurde eine Straße in Coesfeld nach ihm benannt. Als langjähriger Vorsitzender des Westfälischen Philologenvereins hat Darpe für die Interessen des akademisch gebildeten Lehrerstandes erfolgreich gewirkt. Zum Dank ließen seine Berufsgenossen über seinem Grab auf dem Jacobifriedhof ein Denkmal mit seinem Bild errichten.

Auch in Warendorf wurde eine Straße nach Franz Darpe benannt.

In Bochum wurde am 25. September 1992 eine Gedenktafel zum 150. Darpe-Jahr an der Außenwand des Gymnasiums am Ostring angebracht. Sie wurde vom Bildhauer Heinrich Schroeteler gestaltet. Die Inschrift lautet:

„Professor Dr. Phil. Franz Darpe
geb. 1842 in Warendorf gest. 1911 in Coesfeld
Lehrer am Gymnasium zu Bochum von 1883 - 1896
Verfasser der Geschichte dieser Stadt“.

Veröffentlichungen

Von seinen zahlreichen Abhandlungen und Urkundenbüchern, die er über die Geschichte Westfalens und insbesondere über die Geschichte der Stadt Coesfeld herausgegeben hat, sind besonders zu erwähnen:

  • De verborum apud Thukydidem collocatione, 8. August 1865, Inaugural-Dissertation zum Doktor der Philosophie an der philosophischen Fakultät der Königlichen Akademie in Münster, der heutigen Westfälischen Wilhelms-Universität
  • Urkunden der Johanniter-Kommende in Steinfurt. Progr. Rheine, 1882
  • Geschichte der Stadt Bochum nebst Urkundenbuch., Bochum, 1894
  • Coesfelder Urkundenbuch, 3 Teile, Progr. Coesfeld, 1897/1911
  • Geschichte der Stadt Gelsenkirchen, Gelsenkirchen 1908.
  • Geschichte der Stadt Hagen, Hagen 1910.
  • Geschichte des Landkreises Bochum, Bochum 1905.
  • Geschichte des Kreises Hattingen, Hattingen 1910.

In der Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Westfalens erschienen:

  • Geschichte des Fürstentum Rheina-Wolbeck in Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, 1875
  • Zur Geschichte der Stadt Rheine mit Plan der Festung Rheine., 1880
  • Geschichte Horstmars, seinen Edelherren und Burgmannen., 1882/84
  • Die älteren Pröbste von St. Mauritz, 1885
  • Das Gildewesen der Stadt Rheine., 1886
  • Ein westfälischer Klosterhaushalt gegen Ausgang des Mittelalters., Ebenda, 1887
  • Humanismus und die kirchlichen Neuerungen des 16. Jahrhunderts sowie deren Bekämpfung in Rheine., 1888
  • Herford und Rheine; Politik der Bischöffe von Münster zur Begründung und Befestigung ihrer Herrschaft über Rheine., 1890
  • Die Anfänge der Reformation in den Gemeinden der Grafschaft Mark, amtliche Berichte des 17. Jahrhunderts., 1892/93
  • Der Nienburger Kalanda., 1891
  • Aus dem leben des nordwestlichen Westfalen, insbesondere dem wirtschaftlichen Leben der Abtei Vreden unter der Aebtissin Anna Gräfin von Manderscheid 1580., 1892
  • Alte Wallburgen und Urnenfriedhöfe in Westfalen., 1895

In der Reihe Codex traditionum Westfalicarum aus Münster veröffentlichte er:

Für Die Bau- und Kunstdenkmäler Westfalen verfasste er eine Reihe von Vorwörtern.

Literatur

  • Paul Leidinger: Franz Darpe (1842-1911). Gymnasiallehrer - Verbandsvorsitzender - Historiker. in Warendorfer Schriften 8-10
  • Karl Wolters: Professor Dr. Franz Darpe. (1842-1911). Gymnasialdirektor - Historiker - Verbandsdirektor (1. Teil) in Gymnasium Nepomucenum Coesfeld. Jahresbericht 1992, Neue Folge Nr. 16, Hrsg.: Bernhard Kewitz, Coesfeld, 1992, Druck: J. Fleißig, Coesfeld, ohne ISBN.
  • Karl Wolters: Professor Dr. Franz Darpe. (1842-1911). Gymnasialdirektor - Historiker - Verbandsdirektor (2. Teil) in Gymnasium Nepomucenum Coesfeld. Jahresbericht 1993, Neue Folge Nr. 16, Hrsg.: Bernhard Kewitz, Coesfeld, 1993, Druck: J. Fleißig, Coesfeld, ohne ISBN.
  • Karl Wolters: Untersuchungen zur Familiengeschichte Darpe : I. Friedrich Christian Darpe - Küster und Organist, (1807-1870) ; II. Professor Dr. Franz Darpe. In: Warendorfer Schriften 21/24. 1991/94 (1993) S. 473-481

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Franz Darpe — (* 25. September 1842 in Warendorf; † 24. April 1911 in Coesfeld) war ein deutscher Gymnasialprofessor, Philologe und Historiker. Von Darpe sind viele Schriften zur westfälischen Heimatgeschichte erhalten …   Deutsch Wikipedia

  • Shy Guy (song) — Infobox Single Name = Shy Guy Artist = Diana King from Album = Tougher Than Love and Bad Boys soundtrack Released = March 7, 1995 (CD, LP) March 14, 1995 (cassette) Format = 7 single, 12 single, Cassette single, CD maxi single Genre = Reggae/R B… …   Wikipedia

  • Bochum-Hustadt — Hustadt ist ein Teil des Bochumer Stadtteils Querenburg. Hufeland Grundschule Die U35 verbindet die Hustadt werktags im Fünf Minuten Takt mit dem …   Deutsch Wikipedia

  • Bochum-Mitte — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bochum-Querenburg — Uni Center Straßenzug Auf dem Backenberg …   Deutsch Wikipedia

  • Gelsenkirchen-Buer (Stadt) — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Gelsenkirchen-Feldmark — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Gelsenkirchen-Haverkamp — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Gelsenkirchen-Heßler — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Gelsenkirchen-Mitte — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”