Debanter Pfarrkirche

Debanter Pfarrkirche
Debanter Pfarrkirche

Die Debanter Pfarrkirche ist eine denkmalgeschützte,[1] römisch-katholische Pfarrkirche in der politischen Gemeinde Nußdorf-Debant in Osttirol. Die Pfarre wurde am 15. September 1967 als Pfarrvikariat der Pfarre Nußdorf eingerichtet und am 1.  September 2000[2] zur Pfarre erhoben. Die Pfarre untersteht dem Dekanat Lienz (Diözese Innsbruck). Die Kirche wurde ab 1968 errichtet und 1977 dem Heiligen Geist geweiht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Debant verfügte ursprünglich nur über die kleine Sankt Silvester Kapelle aus dem Jahr 1670. Für den Messbesuch mussten die Bewohner in die Nußdorfer Pfarrkirche ausweichen. Die Siedlung von Debant erlebte jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg einen starken Wirtschafts- und Bevölkerungsaufschwung. Das starke Anwachsen der Einwohnerzahl in der Ortschaft führte zu einer Initiative im Nußdorfer Kirchenrat, die auf die Gründung eines neuen Kirchenbaus in der Ortschaft Debant abzielte. Für den Kirchenbau stellte die Gemeinde ein 7.500 m² großes Grundstück zur Verfügung, von den eingereichten Projekten wurde der Entwurf des Innsbrucker Architekten Ulrich Feßler ausgewählt. Die Projektkosten betrugen sieben Millionen Schilling und wurden im Wesentlichen eingehalten.

Die Baumeisterarbeiten wurden an die Lienzer Baufirma L. Sapinski vergeben, die im Herbst 1969 mit den Bauarbeiten begann. Ende Oktober war das Pfarrhaus mit der Pfarrkanzlei, Pfarrsaal und Bibliothek fertiggestellt, am 25. Oktober 1970 konnte der erste Gottesdienst abgehalten werden. Die Weihe der Kirche durch den Innsbrucker Diözesanbischof erfolgte jedoch erst am 16. Oktober 1977.

Bauwerk

Blick in den Innenraum der Pfarrkirche
Altar mit Relieftafeln, Reliefen und Kreuz
Moderne Kreuzwegtafel

Dem modernen Sakralbau der Debanter Pfarrkirche liegt die Form des gleichschenkligen Dreiecks zu Grunde, das zum regelmäßigen Sechseck weiterentwickelt wurde. Das Kirchenareal umschließt einen sechseckigen Platz, das Zentrum bildet der freistehende, dreieckige Kirchturm. Der Kirchturm wurde in Sichtbeton errichtet und erreicht eine Höhe von 26 Metern. Die Glocken wurden 1981 gegossen und stammen von der Glockengießerei Grassmayr in Innsbruck.

Der Sakralraum selbst wurde in der Form eines gleichschenkliges Dreiecks mit einer Seitenlänge von 40 Metern ausgeführt. Im unteren Bereich wurden die Ecken für den Eingangsbereich, die Sakristei sowie die Beichtkapelle ausgenommen. Während dadurch im Grundriss ein Sechseck entsteht, bleibt in der Deckenuntersicht ein gleichseitiges Dreieck erhalten. Der Altar wurde im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzil an die Gläubigen herangerückt, die den Altar von drei Seiten umgeben. Das Mauerwerk der Kirche ist in weißem Rohputz ausgeführt, das Gitterwerk der Betonbalken lässt von oben Tageslicht auf den Altar einstrahlen.

Der Innenraum der Kirche wurde nach und nach mit verschiedenen Kunstwerke unterschiedlicher Epochen geschmückt. An der Wand hinter dem Altar hängen im Zentrum drei spätgotisch wirkende Relieftafeln von Wilhelm und Viktor Senoner aus St. Ulrich in Gröden. Die Tafeln wurden Werken von Tilman Riemenschneider nachempfunden und sind den Themen „Auferstehung“, „Pfingsten“ und „Mariae Himmelfahrt“ gewidmet. Links des Altars befinden sich drei barocke Kunstwerke. Ein Kreuz aus dem Raum Matrei sowie die Reliefe „Gottvater“ (aus dem Raum Pongau) und „Heiliger Geist“. Die Beichtkapelle wird von einem barocken Schmerzensmann geschmückt, weitere Ausstattungsgegenstände sind barocke Apostelbilder aus Schlaiten und Stationstafeln aus dem Franziskanerkloster in Lienz.

Ursprünglich wurde in der Kirche eine Elektronikorgel eingesetzt. Nach fünfzehn Jahren wurde das störungsanfällige Modell jedoch durch eine Digital-Computer-Orgel ersetzt. Eine Pfeifenorgel konnte auf Grund der Warmluftheizung und der dadurch entstehenden, fortlaufenden Verstimmung nicht verwendet werden. Zudem wäre eine Pfeifenorgel für den 6.000 m2 Raum nur schwer zu finanzieren gewesen. Die Digital-Computer-Orgel der Firma Cremer aus Köln wurde 1987 eingeweiht.

Einzelnachweise

  1. Bundesdenkmalamt Verordnung vom 16. Jänner 2002
  2. Universität Innsbruck

Literatur

  • Meinrad Pizzinini: Osttirol. Der Bezirk Lienz. Seine Kunstwerke, Historischen Lebens- und Siedlungsformen. Verlag St. Peter, Salzburg 1974, ISBN 3-900173-17-6
  • Nussdorf-Debant in Osttirol. Aus Vergangenheit und Gegenwart einer Osttiroler Marktgemeinde. Nussdorf-Debant 1995

Weblinks

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