Einzelstück (Entwurfsmuster)

Einzelstück (Entwurfsmuster)

Das Singleton (auch Einzelstück genannt) ist ein in der Softwareentwicklung eingesetztes Entwurfsmuster und gehört zur Kategorie der Erzeugungsmuster (engl. Creational Patterns). Es verhindert, dass von einer Klasse mehr als ein Objekt erzeugt werden kann. Dieses Einzelstück ist darüber hinaus üblicherweise global verfügbar. Das Muster ist eines der von der so genannten Viererbande (GoF) publizierten Muster.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung

Das Einzelstück findet Verwendung, wenn

  • nur ein Objekt zu einer Klasse existieren darf und ein einfacher Zugriff auf dieses Objekt benötigt wird oder
  • wenn das einzige Objekt durch Unterklassenbildung spezialisiert werden soll.

Anwendungsbeispiele sind:

  • Ein zentrales Protokoll-Objekt, das Ausgaben in eine Datei schreibt.
  • Druckaufträge, die zu einem Drucker gesendet werden, sollen nur in einen einzigen Puffer geschrieben werden.

UML-Diagramm

Singleton
instance : Singleton
– Singleton()
+ getInstance() : Singleton

Eigenschaften

Das Einzelstück (Singleton)

  • erzeugt und verwaltet das einzige Objekt der Klasse
  • bietet globalen Zugriff auf dieses Objekt über eine Instanzoperation (getInstance(); ).
  • die Instanzoperation ist eine Klassenmethode, das heißt statisch gebunden
  • das private Attribut „Instanz“ (instance) ist ein Klassenattribut, das heißt ein statisches Attribut

In Klammern stehen die Bezeichnungen aus obiger Abbildung.

Vorteile

Das Muster bietet eine Verbesserung gegenüber globalen Variablen:

  • Zugriffskontrolle kann realisiert werden.
  • Das Einzelstück kann durch Unterklassenbildung spezialisiert werden.
  • Welche Unterklassen verwendet werden soll, kann zur Laufzeit entschieden werden.
  • Es ist möglich auch keine Instanz zu kreieren wenn nicht benötigt.
  • Sollten später mehrere Objekte benötigt werden, ist eine Änderung leicht(er) möglich.

Nachteile

  • Es besteht die große Gefahr, durch exzessive Verwendung von Singletons quasi ein objektorientiertes Äquivalent zu globalen Variablen zu implementieren.
  • Der „Scope“ eines Singletons – d. h. in welcher Umgebung ist das Singleton tatsächlich „einzeln“? – ist in der Regel durch die Ablaufumgebung definiert, die nicht mit dem Bereich zusammenfallen muss, in dem das Einzelstück technisch oder fachlich „einzeln“ sein soll. Beispielsweise ist in Java eine einfache static-Variable „einzeln je ClassLoader“; in verteilten (z. B. cluster-fähigen) Systemen oder komplexen nebenläufigen Applikationen wie Application-Servern können dadurch wieder mehrere Instanzen nebeneinander existieren. Analoges gilt für die Application-Domains in .Net. Im Zusammenhang mit Generischen Typen kann die Semantik von static-Variablen noch einmal komplexer sein (und ist etwa in Java und C# unterschiedlich!).
  • Die Testbarkeit von Singletons ist schlecht. Das Mocken eines Singleton-Objekts, z. B. eines Netzwerkzugriffs ist aufwändig und in manchen Fällen – z. B. wenn für Testzwecke Fehler erzeugt werden sollen – fast unmöglich.
  • In Systemen mit parallelen Abläufen (Threads) muss sichergestellt sein, dass (a) nicht durch parallele Initialisierung kurzfristig mehr als eine Instanz existiert; und (b) dass das Singleton-Objekt später auch die Verwendung in vielen parallelen Abläufen erlaubt, also thread-sicher ist.
    • (a) wird in der Regel durch einen Semaphor um die Initialisierung erreicht (z. B. Java: mit synchronized). Aus Effizienzgründen verwendet man dazu in .Net das Double-checked Locking Idiom. Dieses Idiom ist allerdings fehlerhaft.
    • (b) erfordert einen thread-sicheren Entwurf der Singleton-Klasse.
  • Die Konfiguration des Singletons ist – zumindest bei Lazy-Initialization (s. u.) – nur über andere Singletons möglich, z. B. Environment-Variablen, aus einem Registry, aus „well-known“ Files o. Ä.
  • Eine Ressource-Deallokation von Ressourcen, die das Singleton verwendet, ist schwierig. So ist z. B. bei einem Singleton für ein Logging-System oft unklar, wann die Logdatei geschlossen werden soll.
  • In einigen objektorientierten Programmiersprachen gibt es keine Möglichkeit, Klassenmethoden zu schreiben.
  • In DLLs (dynamic link libraries) lassen sich (zumindest in C++) Singletons nur eingeschränkt verwenden. Da DLLs nicht wie zum Beispiel Libraries zum Programm gelinkt werden, sondern von Haus aus gelinkt sind, wird ein Singleton, das in einer DLL und dem Hauptprogramm verwendet wird, in beiden Modulen ein eigenes Objekt sein. Das kann man (umständlich) vermeiden, indem das Hauptprogramm die eigene Instanz des Singleton an die DLL übergibt (dies ist ein Spezialfall des oben erwähnten „Scope“-Problems).

Wegen der vielen Nachteile wird das Singleton-Muster (und auch das Idiom Double-checked Locking) mitunter schon als Anti-Pattern bewertet. Für Fälle, wo tatsächlich technisch ein passender Bereich für ein Singleton existiert (z. B. wenn nur ein einziges GUI von einem Programm ausgesteuert wird) sind Singletons aber sinnvoll – insbesondere wenn sie sich auf andere „einmalige Strukturen“ wie z. B. eine Abstract Factory beziehen. Trotzdem: Das korrekte Design von Singletons ist schwierig – in der Regel schwieriger als Designs ohne Singletons.

Verwendung in der Analyse

In der Analyse wird ein (fachliches) Singleton in der Regel dadurch gekennzeichnet, dass die Multiplizität der Klasse als 1 definiert wird. Wie auch im Design muss der Bereich der Multiplizität hinterfragt werden: Gibt es tatsächlich nur „eine Zentralstelle für …“, oder können z. B. in länderübergreifenden Systemen sehr wohl mehrere Objekte einer Sorte existieren?

Beispiele

Lazy Creation

Von Lazy Creation spricht man, wenn das einzige Objekt der Klasse erst erzeugt wird, wenn es benötigt wird. Ziel ist, dass der Speicherbedarf und die Rechenzeit für die Instanziierung des Objektes nur dann aufgewendet werden, wenn das Objekt wirklich benötigt wird. Hierzu wird der Konstruktor ausschließlich beim ersten Aufruf der Funktion getInstance() aufgerufen.

Implementierung in Java

Die Erstellung des einmalig existierenden Objekts wird folgendermaßen erreicht:

  • Der Konstruktor der Singleton-Klasse ist privat. So ist es von außen nicht möglich, ein weiteres Objekt dieser Klasse zu erzeugen.
  • Als Ersatz wird eine neue Zugriffsmethode angelegt, die eine Referenz auf das einzige Objekt zurückgeben kann.
  • Die Variable, in der das Objekt gespeichert wird, erhält den Modifikator „statisch“ („static“). Sie ist außerdem synchronisiert um die Sicherheit bei nebenläufiger Ausführung zu gewährleisten. Eine alternative Implementierung, die ohne Synchronisierung auskommt, ist unten unter Eager Creation gezeigt. In Java wird auch dabei das Objekt erst erzeugt wenn es gebraucht wird.
  public final class Singleton {
 
      /** 
       * Privates Klassenattribut, 
       * wird beim erstmaligen Gebrauch (nicht beim Laden) der Klasse erzeugt
       */
      private static Singleton instance;
 
      /** Konstruktor ist privat, darf nicht von außen instanziiert werden. */
      private Singleton() {}
 
      /** 
       * Statische Methode "getInstance()" liefert die einzige Instanz der Klasse zurück.
       * Ist synchronisiert und somit thread-sicher.
       */
      public synchronized static Singleton getInstance() {
          if (instance == null) {
              instance = new Singleton();
          }
          return instance;
      }
  }

Nachteil dieser Variante ist, dass auch nach der Instanziierung jeder Lesezugriff über getInstance(); synchronisiert ist und so mehrere gleichzeitig zugreifende Threads sich gegenseitig blockieren. In Java gibt es hierfür keinen Workaround.

Wenn keine konkreten Gründe dagegen sprechen, ist daher in Java die wesentlich einfachere und effiziente Eager Creation (siehe unten) vorzuziehen.

Implementierung in C#

ohne Threadsicherheit
  // Nur zur Veranschaulichung - bitte nicht verwenden!
  sealed class Singleton
  {
    private Singleton() { }
    private static Singleton instance=null;
    public static Singleton getInstance() 
    { 
       if(instance==null) instance=new Singleton();
       return instance; 
    }
  }
 
  // Zugriff über Singleton s=Singleton.getInstance();

mit Threadsicherheit
  sealed class Singleton
  {
    private Singleton() { }
    private static volatile Singleton instance=null;
    public static Singleton getInstance() 
    { 
       // DoubleLock 
       if(instance==null)
          lock(m_lock) {  if(instance==null) instance=new Singleton();   }
       return instance; 
    }
 
    // Hilfsfeld für eine sichere Threadsynchronisierung
    private static object m_lock = new object();
  }
 
  // Zugriff über Singleton s=Singleton.getInstance();

Hinweise zum Code:

  1. Das private Hilfsobjekt m_lock ist in C# unbedingt notwendig. Die frühere gängige Methode lock(this) {..} hat sich als unzureichend herausgestellt, weil fehlerhafter oder böswilliger Code durch den Aufruf Monitor.Exit(Singleton); die Threadsicherheit einfach aushebeln kann.
  2. DoubleLock Methode: Warum zweimal dasselbe if()? Damit nach der Instanziierung des Objektes die bremsende Synchronisation per lock() wegfällt, wird dieselbe if-Abfrage zusätzlich vor dem lock-Abschnitt eingesetzt.
  3. Das Schlüsselwort volatile ist unbedingt notwendig. (s. The DOTNET Memory Model)

Falls es keine konkreten Einwände gibt, dass das Singleton-Objekt auch schon etwas früher instanziiert werden darf, ist der unter #Eager Creation beschriebene Code einfacher und schneller und daher in C# vorzuziehen.

Implementierung in C++

Vorsicht: Die beiden folgenden Implementierungen sind nicht korrekt, da mehr als nur eine Instanz erstellt werden kann, sofern mehrere Threads gleichzeitig getInstance() aufrufen. Sie dienen nur als Beispiel und sollten in dieser Form ohne Locking nicht in großen Projekten verwendet werden.

Erste Methode: hat den Vorteil, dass bei Programmende das Objekt automatisch zerstört wird (und der Destruktor aufgerufen wird). Darüber, wann das passiert, hat man aber keine Kontrolle.

  class Singleton
  {
    private:
      //Konstruktor private, damit man sich keine Instanzen holen kann.
      Singleton();
      //Den Kopierkonstruktor schützen um zu vermeiden, dass das Objekt unbeabsichtigt kopiert wird.
      Singleton(const Singleton& cc);
 
    public:
      ~Singleton();
      static Singleton* getInstance();
  };
 
  Singleton* Singleton::getInstance()
  {
    static Singleton instance; 
    return &instance; 
  };

Zweite Methode: Vorteil dieser ist, dass man bei Erzeugung des Objektes ein spezialisiertes Objekt erzeugen kann, man hat also Polymorphie. Außerdem hat man durch Hinzufügen einer statischen Destroy()-Funktion volle Kontrolle darüber, wann das Singleton wieder zerstört wird.

  class Singleton
  {
    private:
      //Ein Pointer zum Speichern der Instanz
      static Singleton* instance;
      //Konstruktor private, damit man sich keine Instanzen holen kann.
      Singleton();
      //Den Kopierkonstruktor schützen um zu vermeiden, dass das Objekt unbeabsichtigt kopiert wird.
      Singleton(const Singleton& cc);
      ~Singleton();
    public:
      static Singleton* getInstance();
      static void Destroy();
  };
 
  Singleton* Singleton::instance = NULL;
 
  Singleton* Singleton::getInstance()
  {
    if( !instance )
      instance = new Singleton();
    return instance;
  }
 
  void Singleton::Destroy()
  {
    // static
    if (instance){
      delete instance;
      instance = NULL;
    }
  }

Dritte Methode: Bietet eine Basisklasse um auf einfachste Weise eine Klasse als Singleton auszuweisen.

   template <class T_DERIVED>
   class CSingleton
   {
      public:
         static T_DERIVED& GetInstance()
         {
            static T_DERIVED oInstance ;
            return oInstance ;
         }
 
      protected:
         CSingleton(){}
 
      private:
         CSingleton( const CSingleton& ) ;
         CSingleton& operator=( const CSingleton& ) ;
   } ;
 
   // Verwendung
   class CMySingleton : public CSingleton< CMySingleton >
   {
      friend class CSingleton< CMySingleton >;
 
      private:
         CMySingleton(){}
 
      //...
   };

Implementierung in Actionscript (Version 2)

class SingletonClass 
{
 
	private static var _instance:SingletonClass;
 
	private function SingletonClass()
	{
	}
	/**/
	public static function getInstance():SingletonClass {
		if(!_instance) _instance = new SingletonClass();
		return _instance;
	}
	/**/
	public function doSomething()
	{
	}
}
 
 
/* 
 
@use: 
import SingletonClass;
 
SingletonClass.getInstance().doSomething();
 
*/

Implementierung in Actionscript (Version 3)

Leider gibt es in AS3 nicht die Möglichkeit den Konstruktor privat zu setzen, deshalb muss die private Klasse SingletonEnforcer sicherstellen, dass der Konstruktor nur von innerhalb der Singletonklasse aufgerufen werden kann.

package {
   public class Singleton 
   {
      private static var _instance:Singleton;
 
      public function Singleton(se:SingletonEnforcer)
      {
         // tu nichts
      }
 
      public static function get instance():Singleton {
         if(MyClass._instance == null) {
            MyClass._instance = new MyClass(new SingletonEnforcer() );
         }
         return MyClass._instance;
      }
   }
}
 
internal class SingletonEnforcer {}

Implementierung in PHP (ab Version 5)

 <?php
 class Singleton {
 
   // Anlegen der Instanz
   private static $instance = NULL; 
 
   //Konstruktor private, damit die Klasse nur aus sich selbst heraus instanziiert werden kann.
   private function __construct() {} 
 
   // Diese statische Methode gibt die Instanz zurueck.
   public static function getInstance() {
 
       if (self::$instance === NULL) {
           self::$instance = new self;
       }
       return self::$instance;
   }
   // Klonen per 'clone()' von außen verbieten.
   private function __clone() {}
 }
 
 $singleton = Singleton::getInstance();
 ?>

Implementierung in Python (ab Version 2.2)

  class Singleton(object):
      def __new__(type, *args):
          # Falls es noch keine Instanz dieser Klasse gibt, wird eine erstellt und in _the_instance abgelegt.
          # Diese wird dann jedes mal zurückgegeben.
          if not '_the_instance' in type.__dict__:
              type._the_instance = object.__new__(type)
          return type._the_instance
 
      def __init__(self):
          if not '_ready' in dir(self):
              # Der Konstruktor wird bei jeder Instanziierung aufgerufen.
              # Einmalige Dinge wie z. B. die Initialisierung von Klassenvariablen müssen also in diesen Block.
              self._ready = True

Implementierung in Perl

Die Methode instance gibt $instance zurück, bzw. initialisiert es vorher noch, wenn dies noch nicht geschehen ist.

package My::Singleton;
 
use strict; use warnings;
 
my $instance;
 
sub instance() {
        return $instance or $instance = bless {};
}
 
42;


Dies kann dann mit dem folgenden Code genutzt werden:

use My::Singleton;
 
my $eins = My::Singleton->instance;   # eine neue Instanz
my $zwei = My::Singleton->instance;   # die gleiche Instanz

Mit CPAN-Modul

Etwas erweiterte Funktionalität bietet das CPAN-Modul Class::Singleton.

Eager Creation

Zwar ist auch das oben in Java gezeigte Beispiel sicher bezüglich Nebenläufigkeit, weil die zentrale Methode getInstance mit dem Schlüsselwort synchronized markiert ist. Eine einfachere Alternative dazu stellt jedoch die Möglichkeit dar, das Einzelstück bereits während der Initialisierung der Klasse zu erzeugen, die Zugriffsmethode muss es dann nur noch zurückgeben. Daher muss sie nicht synchronisiert werden, was den Zugriff etwas beschleunigt. Dieses Verfahren ist auch als eager creation (deutsch „begierige Erzeugung“) bekannt.

Implementierung in Java

In Java ist diese Implementierung dem Lazy Creation Ansatz vorzuziehen. Die Initialisierung findet durch das späte Initialisieren der Klasse erst statt, wenn die Klasse Singleton referenziert wird.[1] Da der Zugriff nur via getInstance() erfolgt, ist dies auch der spätest mögliche Zeitpunkt und entspricht somit der Lazy Evaluation ohne den Synchronisierungs-Overhead.

  public final class Singleton {
 
      /** Privates Klassenattribut, einzige Instanz der Klasse wird erzeugt. */
      private static final Singleton INSTANCE = new Singleton();
 
      /** Konstruktor ist privat, darf nicht von außen instanziiert werden. */ 
      private Singleton() {}
 
      /** Statische Methode "getInstance()" liefert die einzige Instanz der Klasse zurück. */
      public static Singleton getInstance() {
          return INSTANCE;
      }
 
 }

Eine Alternative, welche die Instanz erst beim ersten Aufruf von getInstance() erzeugt, ist unter dem Namen initialization on demand holder idiom bekannt. Dabei wird die Instanz in einer inneren Klasse Holder erzeugt, welche erst beim ersten Aufruf von getInstance() geladen wird, und nicht schon beim Laden der Klasse Singleton:

  public final class Singleton {
 
      /** Private Klasse, einzige Instanz von Singleton wird beim Laden von Holder erzeugt. */
      private static class Holder {
          private static final Singleton INSTANCE = new Singleton();
      }
 
      /** Konstruktor ist privat, darf nicht von außen instanziiert werden. */
      private Singleton() {}
 
      /** Statische Methode "getInstance()" liefert die einzige Instanz der Klasse zurück. */
      public static Singleton getInstance() {
          return Holder.INSTANCE;
      }
 
 }

Hierdurch können andere statische Methoden von Singleton gerufen oder in dieser definierte Konstanten referenziert werden, ohne INSTANCE bereits zu erzeugen.

Alternative Implementierung mit Enum in Java ab Version 5

Ab Version 5 kann zur Implementierung des Singleton-Patterns das Sprachkonstrukt Enum genutzt werden, welches außerdem direkt die Serialisierbarkeit ermöglicht[2].

  public enum Singleton {
      INSTANCE;
  }

Implementierung in C#

Eine threadsichere Methode entnommen aus dem MSDN-Mag[3].

  using System ;
 
  sealed class Singleton
  {
    private Singleton() {  /* ...hier optional Initialisierungscode... */ }
    public static readonly Singleton Instance = new Singleton() ;
  }
 
  // Zugriff über
  Singleton s = Singleton.Instance ;

Das Singleton-Prinzip wird bei C# durch zwei Maßnahmen erreicht:

  1. Durch die Deklaration des Konstruktors als privat (private Singleton(){}) kann dieser von außerhalb der Klasse nicht mehr aufgerufen werden - das Erstellen des Objektes ist also nur noch von innerhalb der Klasse möglich.
  2. Das statische öffentliche Feld Instance speichert und liefert schreibgeschützt Zugriff auf das einzige Objekt der Klasse.

Das Schlüsselwort sealed teilt dem Compiler mit, dass die Klasse nicht abgeleitet werden darf. Durch den privaten Konstruktor könnten Ableitungen ohnehin nicht instanziiert werden, aber durch sealed kann der Compiler einige Optimierungen anwenden.

Wichtig: Der Konstruktor wird von der CLR nicht automatisch beim Programmstart aufgerufen. Erst beim ersten Zugriff auf eine Klasse werden alle statischen Member der Klasse initialisiert – in diesem Fall die Instanziierung des einen Objektes. Wenn also nie auf diese Klasse zugegriffen wird, wird der Konstruktor auch niemals ausgeführt – und das Objekt wird nie erstellt. Dieser Effekt tritt auch dann noch ein, wenn die Klasse selbst als statisch deklariert wird.

Möchte man sicher gehen, dass das Singleton-Objekt beim Programmstart erstellt wird, so muss man einen beliebigen Zugriff in das Hauptprogramm ("public static void Main() { }") einbauen.

Varianten
  1. Wenn man seine Klasse wie in o. g. Beispiel nicht von einer anderen Klasse ableiten muss, kann man die Klasse auch einfach als statisch deklarieren – das entspricht immer noch dem Singleton-Prinzip. Das o. g. Beispiel ist eigentlich nur ein Workaround für die Tatsache, dass man in C# statische Klassen nicht von anderen Klassen ableiten kann.
  2. Möchte man eine bestimmte Anzahl Instanzen dieser Klasse (Multiton), so kann man einfach weitere statische öffentliche Instanzfelder hinzufügen ("public static readonly Singleton Instance2 = new Singleton() ;").

Implementierung als Generic in C# ab .Net 2.0

Mit dieser Implementierung muss das Singleton nur einmal implementiert werden. Auf seiner Basis können dann leicht mehrere verschiedene Singletons erzeugt werden:

  public class Singleton<T>
    where T : new()
  {
    public static readonly T Instance=new T();
  }

Ein konkreter Singleton würde dann in etwa so aussehen:

  class MeinSingleton : Singleton<MeinSingleton>
  {
  }

Der Zugriff erfolgt hier über:

 MeinSingleton.Instance

Implementierung in Perl

Hier wird $instance bereits bei der Initialisierung von Singleton angelegt. Durch das :shared wird das Beispiel außerdem thead-safe.

package Singleton;
 
use strict; use warnings;
 
my $instance :shared = bless {};
 
sub instance() { return $instance; }
 
42;

Das Borg-Pattern

Unter Python gibt es auch mehrere Ansätze für das Singleton-Entwurfsmuster, allerdings wird hier allgemein eher das Borg-Pattern angewendet:

class Borg(object):
    _shared = {}
    def __new__(cls,*args,**kwargs):
        inst = object.__new__(cls)
        inst.__dict__ = cls._shared
        return inst

Im Gegensatz zum Singleton können mehrere Instanzen erstellt werden, allerdings teilen sich alle Instanzen der Borg-Klasse ihre Attribute.

Der Name Borg stammt aus einem Posting von Alex Martelli im ASPN und bezieht sich auf Star Trek.[4]

Verwandte Entwurfsmuster

Die Eigenschaften des Einzelstückes treffen für viele Klassen der anderen Muster zu, so dass diese dann als Einzelstücke ausgeführt werden.

Zum Beispiel sind abstrakte Fabriken, Erbauer oder Prototypen oft auch Einzelstücke.

Quellen

  1. Tim Lindholm, Frank Yellin: The JavaTM TMVirtual Machine Specification. 2. Auflage. S. Abschnitt 2.17.4 (online ; Stand: 22. Januar 2007). 
  2. Joshua Bloch: Effective Java Second Edition. Item 3: Enforce the singleton property with a private constructor or an enum type
  3. http://msdn.microsoft.com/de-de/magazine/cc188779.aspx
  4. Alex Martelli: Singleton? We don’t need no stinkin’ singleton: the Borg design pattern. Posting im „ActiveState Programmer Network“ vom 27. August 2001 [22. Januar 2006]

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Entwurfsmuster — (engl. design patterns) sind bewährte Lösungsschablonen für wiederkehrende Entwurfsprobleme in Softwarearchitektur und Softwareentwicklung. Sie stellen damit eine wiederverwendbare Vorlage zur Problemlösung dar, die in einem bestimmten… …   Deutsch Wikipedia

  • Entwurfsmuster (Buch) — Entwurfsmuster. Elemente wiederverwendbarer objektorientierter Software, ISBN 3 8273 2199 9 (Originaltitel: Design Patterns. Elements of Reusable Object Oriented Software.) ist ein 1994 von Erich Gamma, Richard Helm, Ralph Johnson und John… …   Deutsch Wikipedia

  • Einzelstück — Das Einzelstück ist: allgemein ein einzelnes Stück (Mengeneinheit) ein besonderes einzelnes Stück, das Exemplar ein gesondert hergestelltes Produkt, siehe Einzelfertigung eine einzigartige Ausfertigung eines Werks, oft auch als Serie, siehe… …   Deutsch Wikipedia

  • Singleton (Entwurfsmuster) — Das Singleton (auch Einzelstück genannt) ist ein in der Softwareentwicklung eingesetztes Entwurfsmuster und gehört zur Kategorie der Erzeugungsmuster (engl. Creational Patterns). Es verhindert, dass von einer Klasse mehr als ein Objekt erzeugt… …   Deutsch Wikipedia

  • Nullobjekt (Entwurfsmuster) — Mit Nullobjekt (englisch null object) wird ein so genanntes Entwurfsmuster, eine Programmiertechnik der Softwareentwicklung, bezeichnet. Es findet Anwendung bei der Deaktivierung von Referenzen auf Variablen und besteht darin, der Referenz ein… …   Deutsch Wikipedia

  • Anti-pattern — (deutsch: Antimuster) bezeichnet in der Softwareentwicklung einen häufig anzutreffenden schlechten Lösungsansatz für ein bestimmtes Problem. Es bildet damit das Gegenstück zu den Mustern (Entwurfsmuster, Analysemuster, Architekturmuster...),… …   Deutsch Wikipedia

  • Antimuster — Anti Pattern (deutsch: Antimuster) bezeichnet in der Softwareentwicklung einen häufig anzutreffenden schlechten Lösungsansatz für ein bestimmtes Problem. Es bildet damit das Gegenstück zu den Mustern (Entwurfsmuster, Analysemuster,… …   Deutsch Wikipedia

  • Antipattern — Anti Pattern (deutsch: Antimuster) bezeichnet in der Softwareentwicklung einen häufig anzutreffenden schlechten Lösungsansatz für ein bestimmtes Problem. Es bildet damit das Gegenstück zu den Mustern (Entwurfsmuster, Analysemuster,… …   Deutsch Wikipedia

  • Negativmuster — Anti Pattern (deutsch: Antimuster) bezeichnet in der Softwareentwicklung einen häufig anzutreffenden schlechten Lösungsansatz für ein bestimmtes Problem. Es bildet damit das Gegenstück zu den Mustern (Entwurfsmuster, Analysemuster,… …   Deutsch Wikipedia

  • Design Pattern — Entwurfsmuster (engl. design pattern) sind bewährte Lösungs Schablonen für wiederkehrende Entwurfsprobleme der Softwarearchitektur und Softwareentwicklung. Sie stellen damit eine wiederverwendbare Vorlage zur Problemlösung dar, die in einem… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”