Elster-Eiszeit

Elster-Eiszeit
schematische Darstellung der jeweils maximalen Gletschervorstöße der drei letzten Eiszeiten im norddeutschen Tiefland:
rote Linie = Eisrandlage der Weichselkaltzeit;
gelbe Linie = Eisrandlage der Saalekaltzeit;
blaue Linie = Eisrandlage der Elsterkaltzeit
Stratigraphische Gliederung der Elsterkaltzeit für Norddeutschland

Die Elsterkaltzeit, benannt nach der Weißen Elster, ist die älteste Eiszeit, bei der es sicher nachgewiesen zu einer großräumigen Vergletscherung Norddeutschlands gekommen ist. Sie wird zeitlich mit der süddeutschen Mindelkaltzeit korreliert.

Die Elsterkaltzeit dauerte über eine Zeitspanne von mehreren zehntausend Jahren von 475.000 bis 370.000 Jahren vor heute. Sie löste den langen Zeitabschnitt des Cromer Komplexes (Voigtstedtwarmzeit) mit einer 20.000 Jahre dauernden allmählichen Abkühlung, dem Elsterfrühglazial, ab.

Im Elsterhochglazial, einem Zeitabschnitt von 70.000 Jahren, gab es mindestens zwei große Eisvorstöße, deren maximale Ausdehnung bis an den Fuß der deutschen Mittelgebirge reichte. Im Gegensatz zu den späteren Vereisungen ist die maximale Ausdehnung nicht mehr anhand von Endmoränen erkennbar. Eine noch weiter südlich reichende Vereisung während der späteren Saalekaltzeit im Westen Deutschlands, löschte hier alle oberirdisch erkennbaren Spuren. Die später nicht mehr durch Eis überformten östlicheren Endmoränen wurden vor allem durch langandauernde periglaziale Prozesse eingeebnet. Rekonstruierbar ist die Ausdehnung anhand der Feuersteinlinie. Der aus der Kreidezeit stammende Feuerstein wurde mit dem Eis von Nordeuropa nach Süd- oder Mitteldeutschland verfrachtet und an den Eisrandlagen, den Endmoränen, abgelegt. Die Feuersteinlinie verläuft südlich der heutigen Städte Dresden, Chemnitz (Torell-Stein) und Erfurt, nördlich der Mittelgebirge Harz und Teutoburger Wald und erstreckt sich dann bis zur Nordsee.

Im Elsterspätglazial erfolgte im Verlauf von rund 15.000 Jahren wieder eine allmähliche Erwärmung. Vor 370.000 Jahren wurde die Elsterkaltzeit von der Holsteinwarmzeit abgelöst.

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