Emile Gallé

Emile Gallé
Suppenschüssel, Fayence von Émile Gallé
Émile Gallé
Émile Gallé
Émile Gallé

Emile Gallé (* 4. Mai 1846 in Nancy; † 23. September 1904 ebenda) ist besonders durch den Entwurf von Keramik, Glas und Möbeln im Stil des Historismus bzw. des Jugendstils bekannt geworden.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Er wird in Nancy in eine Familie von Händlern von Fayencen und Kristall geboren. Nach seinem Baccalauréat (Abitur) studiert er Philosophie, Zoologie, Botanik und Mineralogie in Deutschland. Er erlernt das Arbeiten mit Glas und Holz und spezialisiert sich in Glasbläserei.

Von 1862 bis 1866 hält sich Gallé in Deutschland, unter anderem in Weimar, später in Meisenthal im Département Moselle auf. Nach weiteren Aufenthalten in London, wo er die väterliche Firma an einer Ausstellung Art de France vertritt, und Paris kehrt er voller neuer Eindrücke nach Nancy zurück.

Hier experimentiert er mit neuen Techniken der Glasbläserkunst (Mamorierungen, Reflexe, Glasschichten mit Einschmelzungen von Gold- und Silberfolien, Blasenbildungen).

1874 übernimmt er die Leitung des väterlichen Betriebs und 1875 heiratet er die Pastorstochter Henriette Grimm. Er installiert sich im Atelier La Garenne. Im Jahr 1883 baut er die Ateliers erheblich aus: es entstehen Werkstätten für Fayencen, Glas und Holz.

1885 reist er nach Berlin und studiert im Kunstgewerbemuseum die berühmte Sammlung chinesischer Glaskunst.

Er eröffnet Verkaufsstellen in Paris (1885), Frankfurt (1887) und später auch in London. 1889 beschäftigt er über dreihundert Angestellte.

1901 gründet er mit den Brüdern Augustin und Antonin Daum sowie René Lalique und Gabriel Argy-Rousseau die Ecole de Nancy, welche die Interessen der Glaskünstler vertritt. Er ist deren erster Präsident.

Er stirbt am 23. September 1904 in Nancy an Leukämie. Seine Witwe und sein Schwiegersohn führen die Firma bis in die frühen 30er-Jahre weiter, es fehlt jedoch die für die früheren Jahre typische Fülle der künstlerischen und technischen Neuerungen.

Ausstellungen und Preise

  • 1878: Paris: Weltausstellung: vier Goldmedaillen
  • 1884: Paris: Ausstellung "La Pierre, le Bois, la Terre, le Verre": Goldmedaille
  • 1889: Paris: Weltausstellung: Großer Preis
  • 1893: Chicago: Weltausstellung
  • 1894: Nancy: Kunstgewerbeausstellung
  • 1897: München: Goldmedaille
  • 1900: Paris: Weltausstellung: zwei Große Preise und eine Goldmedaille
  • 1901: Ausstellung in Dresden
  • 1902: Ausstellung in Turin
  • 1903: berühmteste Vase La Maggiorata Marta

Würdigung

Obwohl Gallé sich auch mit Holz- und Keramikarbeiten beschäftigt, sind es vor allem seine Glas- und Kristallarbeiten, die zu seinem internationalen Ruhm beitragen. Seine Vasen und Lampenschirme sind begehrte Sammlerobjekte und werden in vielen Museen weltweit ausgestellt. Seine Inspirationen erhält er durch eingehende Beschäftigung mit der Natur: schon früh ist er von der Pflanzenwelt fasziniert und setzt diese Eindrücke in seine Entwürfe um.

Emile Gallé gilt als einer der hervorragendsten Glaskünstler seiner Zeit. Die Kunstwelt hat ihm große und entscheidende Fortschritte in der Entwicklung der Glaskunst zu verdanken. Es gelang ihm, intensive Farben und dennoch erhaltene Transparenz der Gläser zu vereinen.

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