George C. Marshall Center for European Security Studies

George C. Marshall Center for European Security Studies
George C. Marshall Europäisches Zentrum für Sicherheitsstudien
George C. Marshall Center for Europen Security Studies
Logo
Gründung 1993
Trägerschaft USA & Bundesrepublik Deutschland
Ort Garmisch-Partenkirchen
Staat Deutschland
Direktor John P. Rose
Studenten 1000 (12 July 2008)
Mitarbeiter 240
davon Professoren 33
Website George C. Marshall Center

Das Marshall-Center ist eine deutsch-amerikanische Einrichtung für Verteidigungs- und Sicherheitsstudien.

Gegründet 1993 begann das George C. Marshall Europäisches Zentrum für Sicherheitsstudien (Englisch: George C. Marshall Center for European Security Studies) am 9. August 1994 in Garmisch-Partenkirchen das George C. Marshall – Europäisches Zentrum für Sicherheitstudien den Studienbetrieb. Seit seiner Gründung im Jahr 1993 besteht der Auftrag des Marshall Center darin, durch Verbesserung von demokratischen Institutionen und Beziehungen, insbesondere im Bereich der Verteidigung, durch Unterstützung einer aktiven, friedlichen Zusammenarbeit in Sicherheitsangelegenheiten und durch Förderung dauerhafter Partnerschaften zwischen den Nationen Europas, Eurasiens und Nordamerikas ein stabileres Sicherheitsumfeld zu schaffen. Das Marshall-Center bietet Lehrgänge auf Universitätsniveau sowie Konferenzen und andere Outreach-Programme für Militärangehörige und zivile Regierungsvertreter aus Europa, Eurasien, Nordamerika und anderen Regionen auch in Zusammenarbeit mit der Harvard University an. Das Marshall-Center wird sowohl von der US-Regierung als auch von der deutschen Regierung unterstützt und weist einen internationalen Lehrkörper mit Vertretern aus zehn Partnerländern auf.

Inhaltsverzeichnis

Angebotene Lehrgänge

Das Institut (College) für Sicherheits- und Verteidigungspolitik des Marshall Center bietet vor Ort fünf Lehrgänge an, die sich mit Fragen der nationalen, regionalen und internationalen Sicherheit befassen. Jeder Lehrgang findet zwei oder drei Mal pro Jahr statt.

Forum für Sicherheits- und Verteidigungspolitik (PASS)

Das Forum für Sicherheits- und Verteidigungspolitik (PASS) ist das Aushängeschild unter den Lehrgängen am Marshall Center. Dieser 12-wöchige Lehrgang für zivile Regierungsvertreter und Militärangehörige vermittelt Studieninhalte auf universitärem Niveau in den Bereichen Sicherheitspolitik, Verteidigungsangelegenheiten, internationale Beziehungen sowie zu anderen verwandten Themen, wie Völkerrecht und Bekämpfung des Terrorismus. Der PASS-Kurs besteht aus einer Kernstudienphase und Wahlpflichtseminaren, die jeweils Pflichtlektüre, Diskussionen im Seminar, Podiumsdiskussionen und Rollenspiel-Übungen umfassen. Abgerundet wird der Lehrgang von einer einwöchigen Studienreise, bei der die Lehrgangsteilnehmer die Möglichkeit haben, zu sehen, wie das theoretische Wissen in der Politik angewandt wird.

Forum Terrorismus und Sicherheit (PTSS)

Das Forum Terrorismus und Sicherheit (PTSS) behandelt zahlreiche Aspekte einer Bedrohung, mit der Staaten auf der ganzen Welt konfrontiert sind. Dieser fünfwöchige Lehrgang richtet sich an Regierungsvertreter, Polizeikräfte und Militärangehörige, die gegenwärtig auf mittlerer oder gehobener Ebene weltweit in Organisationen zur Terrorbekämpfung tätig sind. Der Lehrgang konzentriert sich auf Ansätze und Maßnahmen, die Staaten eine effektive Bekämpfung des Terrorismus ermöglichen, zugleich aber auch im Einklang mit den grundlegenden Werten einer demokratischen Gesellschaft stehen. Die Lehrgangsteilnehmer entwickeln ein gemeinsames Verständnis für eine Definition von Terrorismus und knüpfen Kontakte, die ihnen helfen dieses komplexe Problem in einem internationalen Umfeld zu bewältigen.

Seminar für Höhere Führungskräfte (SES)

Das Seminar für Höhere Führungskräfte (SES) ist ein achttägiger Intensivlehrgang, der politischen Entscheidungsträgern die Möglichkeit bietet, sich eingehend mit einem aktuellen Thema aus dem Bereich internationale Sicherheit zu beschäftigen. Zu den Teilnehmern zählen Generäle, hochrangige Diplomaten, Botschafter, Minister, stellvertretende Minister und Parlamentarier. Jeder SES ist einem spezifischen Thema gewidmet und umfasst Vorträge von hochrangigen Vertretern und anerkannten Experten, gefolgt von Diskussionen in Seminargruppen.

Forum für Zivile Sicherheit im Transatlantischen Raum (STACS)

Das Forum für Zivile Sicherheit im Transatlantischen Raum (STACS) vermittelt nationalen Sicherheitsexperten aus Europa, Eurasien und Nordamerika einen detaillierten Einblick, wie Länder effektiv innerstaatliche Sicherheitsprobleme mit regionalen und internationalen Auswirkungen bewältigen können. Der dreiwöchige Lehrgang befasst sich mit der Praxis der Gewährleistung von Innerer Sicherheit sowie der Vermeidung von, Vorbereitung auf - und der Bewältigung von Folgen innerstaatlicher Krisen und Katastrophen auch im regionalen Kontext. Der STACS-Kurs richtet sich an Militärangehörige und Regierungsvertreter, die bei Programmen und Maßnahmen zur Inneren Sicherheit verantwortlich tätig sind, sowie an Vertreter von zwischenstaatlichen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, die sich mit dem Bereich Innere Sicherheit befassen.

Forum für Stabilität und Wiederaufbau (SSTAR)

Das Forum für Stabilität und Wiederaufbau (SSTAR) behandelt die Fragen, warum und wann Stabilisierungs- und Wiederaufbaueinsätze (SSTR) im globalen Sicherheitsumfeld notwendig sind und wie ein Land sich produktiv daran beteiligen kann. Dieser dreiwöchige Lehrgang richtet sich an Militärangehörige der gehobenen Führungsebene sowie an Beamte (Oberstleutnant, Oberst bzw. Zivile entsprechend), die in Ministerien und Einrichtungen für die Planung und Durchführung von solchen Operationen verantwortlich sind. Der Lehrgang soll den Wissensstand und das Fähigkeitsprofil der Teilnehmer erweitern, um bei gegenwärtigen und zukünftigen Operationen dieser Art in ihrem Land beratend tätig sein zu können.


Outreach - Aktivitäten

Mit Hilfe seiner Abteilung für Outreach - Aktivitäten ist das Marshall Center in der Lage, seine Aktivitäten zu den wichtigsten sicherheits- und verteidigungsrelevanten Themen einem möglichst großen Teilnehmerkreis in den Partnerländern, das heißt auch Teilnehmern, die nicht die Möglichkeit haben an Lehrgängen in Garmisch-Partenkirchen teilzunehmen, zugänglich zu machen und dabei auf gezielte Anfragen einzugehen. In enger Abstimmung mit dem Lehrinstitut für Sicherheits- und Verteidigungspolitik plant, entwickelt und führt die Abteilung für Outreach -Aktivitäten jedes Jahr mehr als 100 Outreach - Veranstaltungen durch.

Konferenzen und Workshops

Das Marshall Center organisiert etwa 20 Konferenzen und Workshops pro Jahr. Sie umfassen normalerweise drei bis vier Arbeitstage und bieten Gelegenheit zu einem gezielten Austausch von Informationen und Auffassungen zwischen Fachleuten und politischen Entscheidungsträgern. Als Ergebnis wird ein zusammenfassender Bericht mit konkreten Empfehlungen zur politischen Umsetzung erstellt. Konferenzen und Workshops finden mit Teilnehmern aus einem Land oder im multinationalen regionalen Rahmen entweder in Deutschland oder in einem der teilnehmenden Länder statt.

Seminare durch Regionale Ausbildungsteams

Teams aus Mitgliedern der Fakultät des Marshall Center führen regelmäßig speziell ausgerichtete externe Seminare (RETS) durch, bei denen das am Marshall Center vorhandene Fachwissen zielgerichtet und in kompakter Form direkt an Partnerländer weitergegeben wird. RETS sind üblicherweise fünftägige interaktive Lehrgänge für 20 bis 50 Teilnehmer, die sich intensiv mit speziell angefragten Themen auseinandersetzen. Momentan werden folgende Themenkreise angeboten: Terrorismus; Friedens- und Stabilitätseinsätze; NATO; Euroatlantische Sicherheit; und Aufbau von Verteidigungsinstitutionen.

Redner-Pool

Mitglieder der Fakultät des Marshall Center halten Vorträge zu einer Reihe von aktuellen Themen aus dem Bereich Sicherheit, wie beispielsweise Regionale Sicherheit, Friedens- und Stabilitätseinsätze, Grenzsicherheit, Bekämpfung von organisiertem Verbrechen und Korruption, Nachrichtendienste, Völkerrecht und Verteidigungstransformation. Es stehen Redner für Vorträge in Englisch, Deutsch, Russisch und verschiedenen anderen regionalen Sprachen zur Verfügung.

Alumniveranstaltungen

Als Teil seines langjährigen Bemühens um seine Alumni unterstützt das Marshall Center Veranstaltungen, die von Alumni organisiert werden, wie beispielsweise zu Sicherheitsfragen. Diese Veranstaltungen bieten die Möglichkeit wichtige Sicherheitsfragen mit Vertretern verschiedener Ministerien zu erörtern. Ein Großteil der ehemaligen Studenten bleiben über das Alumniprogramm während ihrer gesamten Karriere mit dem Marshall Center verbunden und kehren im Rahmen dessen an die Alma Mater zurück.

Geschichte

Nach dem gescheiterten Staatsstreich in Russland vom August 1991 erkannten Verteidigungsexperten die Notwendigkeit für eine Einrichtung wie das Marshall Center. Im Oberkommando der US-Streitkräfte Europa (EUCOM) ging man daran, Vorschläge zu erarbeiten, wie die verteidigungs- und sicherheitspolitischen Kontakte mit den aufstrebenden Demokratien in Mittel- und Osteuropa und in Eurasien ausgeweitet werden könnten, um die Entwicklung der Sicherheitsstrukturen positiv, in eine für demokratische Staaten angemessenen Richtung, zu beeinflussen. Im Oktober 1991 wurde der Vorschlag gemacht, die Einrichtungen des ehemaligen Russlandinstituts der US-Streitkräfte zu nutzen, um ein Europäisches Zentrum für Sicherheitsstudien aufzubauen. Dort waren die Möglichkeiten gegeben, um umgehend die Arbeit mit Verteidigungseinrichtungen in europäischen und eurasischen Staaten aufzunehmen. Der Vorschlag wurde im Februar 1992 dem damaligen Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs der US-Streitkräfte, General Colin Powell, übermittelt, der den Plan am 17. März 1992 befürwortete. Der Verteidigungsstaatssekretär für politische Fragen, Paul Wolfowitz, billigte den Vorschlag des EUCOM im gleichen Sommer, und die Mitarbeiterstäbe begannen mit der Entwicklung einer Charta für das geplante Institut. Der damalige Verteidigungsminister Dick Cheney unterzeichnete im November 1992 die entsprechende Direktive 5200.34, mit der das George C. Marshall Center, Europäisches Institut für Sicherheitspolitische Studien dem Oberbefehlshaber des Oberkommandos der US-Streitkräfte Europa (EUCOM) zur Führung, Weisung und Leitung unterstellt wurde. Das Marshall Center wurde mit der Unterzeichnung der Vertragsvereinbarung seitens des Oberkommandos der US-Streitkräfte Europa und des Bundesministeriums der Verteidigung am 2. Dezember 1994 eine deutsch-amerikanische Partnerschaftseinrichtung. Die offizielle Eröffnung des Marshall Centers erfolgte am 5. Juni 1993 in Garmisch-Partenkirchen. Gastgeber war der Oberbefehlshaber des EUCOM, General John M. Shalikashvili. Während des Festakts erfolgte die Einweihung des Instituts mit der Charta zur Stabilisierung und somit Stärkung Europas nach dem Kalten Krieg. Die Festansprachen hielten US-Verteidigungsminister Les Aspin und der deutsche Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe. Zum Marshall Center gehören die Sheridan-Kaserne (früher Jäger-Kaserne) und die Artillery Kaserne (früher Krafft von Dellmensingen Kaserne) die 1937 zur Unterbringung deutscher Wehrmachtstruppen errichtet wurden. Die Einrichtungen wurden von den amerikanischen Streitkräften 1945 anfänglich als Kriegsgefangenenlager für Offiziere genutzt. Von 1960 bis 1992 befand sich hier der Stab der 1. Gebirgsdivision der Bundeswehr. Im Mai 1964 wurde die Anlage Sitz der in Garmisch-Partenkirchen stationierten US-Militärs, des Hauptquartiers des Zentrums für Freizeit und Erholung der US-Streitkräfte sowie des ehemaligen Russlandinstituts der US-Streitkräfte. Im Juni 1992 ging das Objekt in das neu geschaffene George C. Marshall Center über. Am 11. Juni 2003 beging das Marshall Center seinen 10. Jahrestag. Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und der deutsche Bundesminister der Verteidigung Dr. Peter Struck hielten die Festansprachen. Neun weitere Verteidigungsminister aus der Region nahmen gleichfalls an den Feierlichkeiten teil.

Literatur

  • Reinold Schleifenbaum, Christof Dahm, Hans J Tebarth, Jürgen Heideking, Jack D. Hoschauer, Kurt Jürgensen, Boris Meissner, Alfred M. de Zayas: George Marshall, Deutschland und die Wende im Ost-West-Konflikt, Kulturstiftung d. dt. Vertriebenen 1997, ISBN 3885571706

Marshall Center Occasional Papers des George C. Marshall Europäisches Zentrum für Sicherheitsstudien:

  • Carsten Bockstette: "Jihadist Terrorist Use of Strategic Communication Management Techniques" George C. Marshall Center for European Security Studies Occasional Paper Series, Volume 20, Dezember 2008, ISSN 1863-6039, pp. 1-28
  • Mark G. Czelusta: Business as Usual: An Assessment of Donald Rumsfelds's Transformation Vision and Transformation's Prospects for the Future, Marshall Center Occasional Paper # 18, June 2008, ISSN 1863-6039
  • Olaf Theiler: Swword or Ploughshare? New Roles for NATO and the Changing Nature of Transatlantic Relations, Marshall Center Occasional Paper # 17, February 2008, ISSN 1863-6039
  • Markus Gauster: Provincial Reconstruction Teams in Afghanistan, Marshall Center Occasional Paper # 16, January 2008, ISSN 1863-6039

Weblinks


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